Livecam: Seeadlerhorst

Das erste Küken ist in der Nacht zum 11. April geschlüpft. Unser Dank für die Benachrichtigungen geht an Sabine H., Barbara D. und Brigitte U. Das Küken im zweiten Ei wird in den kommenden Tagen schlüpfen. Wir freuen uns über Updates und Namensvorschläge. Diese können Sie an info@birdingtours.de mit dem Betreff 'Livecam Seeadler' senden.

Seeadler-Schutzprojekt in Litauen: Live-Einblick

Das Projekt ermöglicht Echtzeit-Einblicke in das Leben der Seeadler in Litauen, von der Nestvorbereitung bis zur Jungvogelaufzucht. Es ist eine Kooperation der Naturtourismusfirma Ornitostogos mit dem Logistikunternehmen "Transtira", das die Überwachungstechnologie finanziert.

Der Seeadler: Ein majestätischer Räuber

Der Seeadler, wissenschaftlich als Haliaeetus albicilla bekannt, zählt zu den beeindruckendsten Greifvögeln in den mittleren und nördlichen Breiten Eurasiens. Diese Vögel, die eine Körperlänge von 69–92 cm erreichen und je nach Geschlecht zwischen 4100 g und 5500 g wiegen, beeindrucken mit einer Flügelspannweite von 200–245 cm. Seeadler leben monogam und starten ihre Brutzeit nicht vor dem vierten oder fünften Lebensjahr, wenn sie ihr prächtiges Erwachsenengefieder vollständig entwickelt haben. Die längste bekannte Lebensspanne eines Seeadlers in Freiheit beträgt beeindruckende 36 Jahre.

Lebensraum und Fortpflanzung

Seeadler bevorzugen vielfältige Waldgebiete in der Nähe von Gewässern für ihre Nistplätze, die sie über Jahre hinweg treu nutzen. Ihre imposanten Nester bauen sie vorrangig aus trockenen, dicken Ästen in hohen Bäumen, etwa 7 bis 34 Meter über dem Boden. Die Brutzeit beginnt im Frühling, wobei ein bis drei Eier gelegt werden. Die Jungvögel verlassen das Nest nach 70–90 Tagen im Sommer und werden von den Eltern bis in den Herbst hinein gefüttert. Seeadler ernähren sich hauptsächlich von Fischen und Wasservögeln und sind dafür bekannt, geduldig von einem Aussichtspunkt aus zu jagen oder über Gewässern zu kreisen.

Schutz und Bedrohungen

Trotz ihres majestätischen Anblicks standen Seeadler in der Vergangenheit vor ernsthaften Bedrohungen. Direkte Verfolgung und der Einsatz von Pestiziden führten in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem dramatischen Rückgang der Populationen in Europa. Durch strenge Schutzmaßnahmen und das Verbot von DDT* erholte sich die Population langsam. Heute sind Seeadler durch nationale und internationale Gesetze geschützt, stehen aber weiterhin vor Herausforderungen wie Bleivergiftung, Kollisionen mit Windkraftanlagen und Stromleitungen.

Die Seeadler Litauens

In Litauen, am südwestlichen Rand des Verbreitungsgebiets des Seeadlers, war die Art einst weit verbreitet, bevor sie durch gezielte Verfolgung selten wurde. Erst in den 1980er Jahren wurden wieder brütende Paare entdeckt. Heute wird die Population auf etwa 200 Paare geschätzt, die sich an optimalen Lebensräumen wie dem Kurischen Haff und der Memeldelta ansiedeln.

Ein erfolgreiches Ansiedlungsprojekt

Besonders bemerkenswert ist die Geschichte der Seeadler in der Region Prienai, wo seit dem Ende des letzten Jahrhunderts Seeadler beobachtet und seit 2005 erfolgreich brütende Paare dokumentiert wurden. Ein künstliches Nest, aufgestellt von Ornithologen, unterstützte die Ansiedlung dieser majestätischen Vögel. Trotz des zunehmenden Wettbewerbs um Nistplätze und Lebensraum zeigen die Seeadler eine beeindruckende Anpassungsfähigkeit und Fortpflanzungserfolg.

Zusammenfassung

Der Seeadler ist ein beeindruckendes Beispiel für die Erholung einer Art durch gezielte Schutzmaßnahmen und die Bedeutung des Erhalts ihres natürlichen Lebensraums. Ihr Fortbestand erfordert weiterhin Aufmerksamkeit und Schutz, um die beeindruckenden Greifvögel für zukünftige Generationen zu bewahren.

*Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT): DDT ist ein synthetisches Pestizid, das in den 1940er Jahren eingeführt wurde. Es bekämpfte effektiv Malaria-Mücken und landwirtschaftliche Schädlinge, reicherte sich aber in der Nahrungskette an und schädigte die Tierwelt, insbesondere durch die Verdünnung von Vogeleierschalen. Aufgrund seiner langfristigen Umweltauswirkungen wurde DDT in vielen Ländern verboten oder eingeschränkt.



Hier ein Zusammenschnitt von ein paar schönen Momenten im Seeadlerhorst