Livecam: Bartkauz-Nest

Zunächst waren es nur zwei, doch mittlerweile konnten vier Eier gesichtet werden! Wir bedanken uns bei Ute P. und Sabine H. für die Benachrichtigung! Wir freuen uns über weitere Berichte, sobald die Küken geschlüpft sind. Bitte senden Sie eine E-Mail an info@birdingtours.de mit dem Betreff 'Livecam Bartkauz'.

Der Bartkauz: Live-Einblick in das Nest


Physiologische Merkmale des Bartkauzes

Der Bartkauz, ein beeindruckender Vogel mit einer Körperlänge von 62 bis 70 cm, wird nur von der Schneeeule und dem Uhu in der Größe übertroffen. Sein markantes Erscheinungsbild wird durch den großen, runden Kopf und das nahezu kreisrunde Gesicht mit feinen, konzentrischen Linien geprägt. Die gelben Augen fallen im Vergleich zu denen seiner Verwandten, dem Wald- und dem Habichtskauz, durch ihre geringere Größe auf. Charakteristisch sind auch die weißlichen Vibrissen neben dem gelben Schnabel und die bei Erregung sichtbaren weißen, halbmondförmigen Federpartien, getrennt durch einen markanten, schwarzen „Bart“. Sein Gefieder ist hauptsächlich grau mit zarten Querlinien und ermöglicht ihm dank des relativ geringen Gewichts und der langen Flügel ein lautloses Schweben.

Lebensraum

Der Bartkauz bevorzugt die weiten Nadelwälder Eurasiens, von Nordschweden und Finnland bis ins nordwestliche Russland. In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine Ausdehnung seines Verbreitungsgebiets nach Süden beobachtet. Seine bevorzugten Lebensräume sind alte Kiefern-, Fichten- und Birkenwälder, besonders in der Nähe offener Moore. Zur Brut nutzt der Bartkauz vornehmlich die Nester großer Greifvögel oder alternative Nistplätze wie hohe Baumstümpfe.

Ernährung

Obwohl Bartkäuze gelegentlich größere Beutetiere fangen können, besteht ihre Nahrung überwiegend aus Kleinsäugern wie verschiedenen Mäusearten, die bis zu 98% ihrer Beute ausmachen. Ihr außergewöhnlich entwickeltes Gehör ermöglicht es ihnen, Beute auch unter der Schneedecke zu orten und diese durch einen präzisen Sprung zu erbeuten.

Fortpflanzung

Bartkäuze zeigen eine monogame Bindung für die Dauer einer Brutsaison. Die Balz beginnt bereits im späten Winter, und das Weibchen legt zwischen Ende März und Ende April 4 bis 5 weiße Eier. Die Jungen, geschützt durch ein dickes, wolliges Federkleid, verlassen das Nest nach etwa drei bis vier Wochen, um in sichere Baumhöhen zu klettern.

Bestandsentwicklung und Gefährdung

Die Bestandszahlen des Bartkauzes in Europa sind aufgrund seiner versteckten Lebensweise schwer zu schätzen, zeigen aber Anzeichen einer Ausweitung des Areals und einer Zunahme der Population. Dennoch bedrohen der Verlust alter Wälder und die Fragmentierung durch moderne Forstwirtschaft seinen Lebensraum. Schutzmaßnahmen konzentrieren sich auf den Erhalt von Brutplätzen und eine extensive Waldwirtschaft.

Schutzmaßnahmen

Um die Lebensbedingungen des Bartkauzes zu verbessern, sind der Schutz großer Greifvögel, der Erhalt alter Bäume und das Angebot künstlicher Nistplätze entscheidend. Zudem wird eine naturnahe Waldpflege empfohlen, um ein reichhaltiges Beuteangebot zu sichern.