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Kraniche: Vögel des Glücks...

Den Kranichzug beobachten mit birdingtours

Im Oktober sammeln sich die Kraniche an den bekannten Rastplätzen, bis zu 70.000 und mehr Vögel kann man dort beobachten. Zu den beliebtesten Rastplätzen in Deutschland zählen Darß und Zingst, der Dümmersee, das Havelland und die Müritz.

Dort treffen unsere einheimischen Brutvögel auf ihre Artgenossen aus dem Baltikum oder Skandinavien, aber auch Russland und Polen. Tagsüber halten sie sich auf Feldern auf, um dort nach Nahrung wie Kleintieren, Körnern und Samen, zu suchen. Ende Oktober bis Mitte November folgt dann, witterungsabhängig, der gemeinsame Aufbruch der Kraniche von den Sammelplätzen in die Winterquartiere.

Bis nach Nordafrika oder Spanien ziehen sie in einem südwestlich verlaufenden Zugkorridor. Dabei legen sie unterwegs mehrere Zwischenstopps ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Zugvögeln lernen die jungen Kraniche die jeweiligen Zugrouten von ihren Eltern kennen. Bei den meisten anderen Zugvogelarten ist dieses Wissen angeboren.

Dieses einmalige Schauspiel wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen!

Kommen Sie mit raus – Es lohnt sich!

Seit einigen Jahren können wir beobachten, dass die Reiselust vieler Kraniche gesunken ist – sie überwintern bereits in Frankreich oder blieben sogar den Winter über in Deutschland. Dieser Trend scheint sich zu etablieren und wird durch den Klimawandel mit seinen milderen Temperaturen unterstützt.

So können Überwinterer bereits sehr früh die besten Brutgebiete besetzen: ob in Verlandungsszonen größerer Gewässer, einsamen Mooren oder nassen Erlenbruchwäldern.

Die Rückkehr aus den Winterquartieren erfolgt ab Mitte Februar. Dann kommen unsere einheimischen Vögel zurück und beziehen ihre Brutreviere. Brutbeginn ist im März, Anfang April. Bis dahin halten sich die Brutpaare auf den Nahrungsflächen nahe ihrer Brutreviere auf.

Die Vögel, die aus den noch kälteren Ländern wie Skandinavien stammen, kehren erst später in ihr Brutgebiet zurück und überfliegen bei ihrem Heimzug ihre hierzulande bereits brütenden Artgenossen.

Für die Aufzucht der Küken sind die umgebenden, störungsfreien Wiesen genauso wichtig wie die geschützten Brutplätze. Und diese werden entsprechend von beiden Partnern abwechselnd durch weit hallende Rufzeichen gekennzeichnet. Denn gesellig sind Kraniche nur außerhalb der Brutzeit. Die Brutreviere werden notfalls auch heftigen Kämpfen verteidigt.

Fast noch spektakulärer ist da der typische Kranichtanz, den man am besten frühmorgens beobachten kann: Die großen Vögel rennen dabei im Kreis und Zickzack herum, springen hoch in die Luft schlagen dabei mit ihren Flügeln und schleudern dabei mitunter auch Grasbüschel oder Zweige umher. Lautes Rufen untermalt das Spektakel.

Dieses Verhalten, ein Ausdruck allgemeiner Erregung, lässt sich auch gut auf den Sammelplätzen und nicht nur in den Brutrevieren beobachten. Man hat herausgefunden, dass gemeinsames Tanzen nicht nur die Partnerschaft der Vögel stärkt, die sich meist ein Leben lang die Treue halten, sondern es nutzt auch dem Stressabbau. Nicht selten kommt es an den Sammelplätzen zu Unruhen und Gedränge innerhalb der Gruppen.

Die Nester der Kraniche sind meist kunstlos, aber gut versteckt am Boden angelegt. Kleine Inseln mitten im Wasser gelten als besonders beliebt. Die Inseln werden von den Kranichen mit ausgerissenen Pflanzen gebaut, die sie im nahen Umkreis des Nestes gesammelt haben. Gänzlich ungeschützte Nester sind selten, oft wird eine Art „Burggraben“ angelegt, um Eierdiebe fernzuhalten. Dazu gehören Wildschweine und Füchse. Kranichküken gelten als typische Nestflüchter und schlüpfen nach vierwöchiger Brutzeit mit goldbraunem Gefieder.

Der Brutbestand von Kranichvögeln hat sich in Deutschland wieder gut erholt. Das liegt sicher auch daran, dass die Vögel ihre Scheu vor den Menschen ablegen. Engagierte Naturschützer in Deutschland haben aber durch verschiedenen Maßnahmen, wie das Anstauen des Wasserstandes in geeigneten Gebieten, hauptsächlich dazu beigetragen. So wurden neue, sichere Brutplätze geschaffen und bewacht, so dass die Kraniche ihre Jungen in Sicherheit großziehen konnten. Sicher spielt auch das Füttern mit Mais an den Sammelplätzen oder der vermehrte Anbau dieses Getreides eine Rolle.

Und das war Rettung in höchster Not, denn 1970-er Jahren gab es im Osten der Bunderepublik nur wenige Handvoll Brutpaare. Mittlerweile sind es wieder rund 8000 Kranichpaare, die deutschlandweit brüten. Sie dehnen ihr Verbreitungsgebiet immer weiter nach Westen aus und sogar in den Niederlanden haben sich inzwischen wieder Kraniche angesiedelt.


Kranich oder Wildgans?

Hier wollen wir Ihnen erklären, wie Sie Kraniche und ziehende Wildgänse unterscheiden können. Das ist gar nicht so einfach, denn sie haben ein ähnliches Zugverhalten und oft auch gemeinsame Rastgebiete.

Zudem ähneln sich auch Ihre Flugbilder – das führt dazu, dass gerade Einsteiger sie nicht immer auseinanderhalten können. Deshalb möchten wir Ihnen hier einige Hilfen zur Bestimmung geben und Ihnen die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale aufzeigen.

  • Kranichflügel wirken eher eckig, ähnlich wie bei Geiern und Adlern, haben sie sehr lange Federn an den Flügelenden (Handschwingen).

    Wildgänse sind ein ganzes Stück kleiner als Kraniche. Die Spannweite unserer Wildgansarten liegt gerade mal bei 175cm, während die Flügelspannweite von Kranichen zwischen 180 – 220cm liegt.

    Die Beine von Kranichen sind viel länger als die der Wildgänse. Sie ragen im Flug deutlich über die Schwanzfedern hinaus.

  • Die Rufe beider Vogelarten unterscheiden sich sehr deutlich. Dennoch gibt es eine Gemeinsamkeit, Kraniche und Gänse hört man meist schon aus weiter Ferne, denn sie kündigen sich an.

    Ein erhabenes Trompeten „krruu“ und „krarr“ im Wechsel kann eindeutig den Kranichen zugeordnet werden. Zwischendurch ertönt im Herbst auch das Rufen der jungen Kraniche „tschirp“.Gänse dagegen rufen, je nach Art, unterschiedlich.

    Die Rufe ähneln einander aber. Graugänse beispielsweise schnattern und quäken, Blässgänse quieken eher und Saatgänse fliegen gar gänzlich stumm.

  • Häufige Segelphasen, in denen kaum oder gar nicht mit den Flügeln geschlagen wird, sind typisch für Kraniche. Dazu nutzen Sie auch die Thermik um sich durch aufsteigende Winde nach oben zu „schrauben“. Dabei lösen sie die Flugformation kurzzeitig auf und als Vogelbeobachter bekommt man den Eindruck, die großen Vögel kreisen orientierungslos am Himmel. Dieses Verhalten können wir bei Wildgänsen gar nicht beobachten.

    Beide Vogelarten, Gänse wie auch Kraniche, fliegen typischerweise in Keilformation. Dadurch sparen die weitfliegenden Tiere Energie ein, indem sie den Windschatten ihres Vordermanns nutzen.

Kranich Graugans
Bei diesen Flugbildern kann man die Unterschiede zwischen Kranich (T. Griesohn-Pflieger) und Graugans (C. Moning) gut erkennen!

Noch mehr Wissen!

Auch in unserem birdingtours-Zielartenlexikon haben wir den Traumvogel Kranich aufgenommen. Dort finden Sie noch weitere interessante Infos zum Kranich, sowie alle birdingtours-Reisen, auf denen wir Kraniche beobachten können. Kommen Sie mit raus!