Goldammer

Goldammer

Motacilla cinerea

Die Goldammer ist eine spatzengroße Singvogelart aus der Familie der Ammern. Besonders die Männchen fallen durch ihr leuchtend gelbes Gefieder auf: Im Brutkleid tragen sie einen kräftig gelben Kopf mit wenigen bräunlichen Streifen, eine gelbe Unterseite mit rötlicher Brust und bräunlich-graue Flügeldecken. Weibchen sind deutlich unauffälliger und eher grünbraun gefärbt. Typisch für beide Geschlechter ist der rotbraune Bürzel, an dem man die Art gut erkennen kann.

Die Goldammer besiedelt offene und halboffene Landschaften, die nicht zu intensiv genutzt werden und noch Hecken, Einzelbäume, Obstgärten oder samentragende Randstreifen bieten. Wälder meidet sie dagegen. Oft sitzt sie gut sichtbar auf einer Busch- oder Baumspitze, von wo aus das Männchen sein bekanntes Lied vorträgt, das im Volksmund mit „wie-wie-hab-ich-dich-lieb“ umschrieben wird. Goldammern singen außergewöhnlich viel, an einem Tag können es bis zu 7.000 Strophen sein, und ihre Gesangszeit reicht von Februar bis weit in den Herbst. Ihre Nahrung ist sehr abwechslungsreich und besteht aus Sämereien, Insekten, Spinnen, Regenwürmern und Schnecken. Ab Mitte April beginnt die Brutzeit. Das napfförmige Nest wird gut versteckt am Boden oder in Bodennähe angelegt. Allein das Weibchen brütet, und dank des breiten Nahrungsspektrums können Goldammern zwei bis drei Jahresbruten großziehen. Im Winter ziehen sie in größeren, oft mit Finken gemischten Trupps umher und suchen auf Feldern, an Wegrändern und in Hecken nach Körnern, Wildkrautsamen und Beerenkernen. Auffällig ist außerdem, dass Goldammern in Mitteleuropa zu den wenigen Vögeln gehören, die selbst im Hochsommer an warmen Tagen noch ausdauernd singen.