Gebirgsstelze
Gebirgsstelze

Gebirgsstelze

Motacilla cinerea

Die Gebirgsstelze ist eine schlanke Singvogelart aus der Familie der Stelzen und Pieper. Sie ist leicht zu erkennen, weil sie mit ihrem langen Schwanz ständig wippt und dadurch ein wenig wie eine Mischung aus Bachstelze und Schafstelze wirkt. Ihre Oberseite ist aschgrau, die Unterseite hellgelb, die Kehle schwarz, bei Weibchen aber oft grauer oder heller. Auffällig ist außerdem ihr grüngelber Bürzel.

Die Gebirgsstelze kommt in fast ganz Europa vor, nur im Norden fehlt sie weitgehend. In den letzten Jahrzehnten hat sie sich vom Hochgebirge über die Mittelgebirge bis in tiefere Lagen ausgebreitet und ist heute in Mitteleuropa an vielen Bächen und schmalen Flüssen zu finden. Besonders gern hält sie sich an Wehren, Brücken und Mühlen auf, weil sie dort in Nischen und Winkeln gut ihre Nester bauen kann. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Insekten und Libellenlarven, daneben frisst sie auch kleine Krebstiere, Schnecken und Muscheln, die sie im Flachwasser sowie an Ufern und Steinen sucht. Pro Brutsaison legt sie ein- bis zweimal meist fünf gesprenkelte Eier. Beide Eltern füttern die Jungen, bis sie nach kurzer Zeit flügge werden. Die Gebirgsstelze ist kein ausgesprochener Zugvogel; nur Vögel aus nördlicheren Regionen ziehen im Winter weiter nach Süden. Bei uns ist sie im Winter oft sogar die einzige Stelzenart. Verwechselt wird sie manchmal mit der Schafstelze, die jedoch offene Wiesen und Weiden bevorzugt und kaum an Bächen zu sehen ist. Auch ihr scharfer Ruf „zis-iss“ hilft bei der Bestimmung.