CMS COP15 in Brasilien: Warum Zugvögel internationale Zusammenarbeit brauchen
Ende März 2026 fand in Campo Grande, Brasilien, die 15. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention (CMS COP15) statt. Im Mittelpunkt stand der Schutz wandernder Tierarten – also auch jener Zugvögel, die auf ihrem Weg über Kontinente hinweg auf sichere Rastgebiete, intakte Feuchtgebiete und funktionierende Zugkorridore angewiesen sind.
Dass die Konferenz in Brasilien stattfand, ist gut gewählt: Campo Grande gilt als Tor zum Pantanal, dem größten Binnenland-Feuchtgebiet der Erde, das sich über drei Ländergrenzen hinweg erstreckt. Solche Landschaften zeigen, worum es bei der CMS geht: Wandernde Arten lassen sich nicht entlang politischer Grenzen schützen, sondern nur durch Zusammenarbeit zwischen den Staaten entlang ihrer Routen.
Kurz vor der Konferenz wurde zudem ein neuer Zwischenbericht veröffentlicht, der die Dringlichkeit unterstreicht: 49 Prozent der von der CMS erfassten wandernden Arten zeigen rückläufige Populationen, 24 Prozent gelten als vom Aussterben bedroht. Für Vogelbeobachter ist das besonders relevant, weil viele Zugvogelarten direkt von Lebensraumverlust, Zerschneidung von Rastgebieten, Umweltverschmutzung und anderen grenzüberschreitenden Belastungen betroffen sind.
Die CMS COP15 ist deshalb mehr als ein diplomatisches Treffen. Hier werden Schutzlisten, Aktionspläne und politische Leitlinien weiterentwickelt, die den Schutz wandernder Arten international voranbringen sollen. Im Fokus standen in Campo Grande unter anderem ökologische Konnektivität, Klimawandel und der Schutz von Lebensräumen für marine, terrestrische und avian wandernde Arten.
Für Birding-Interessierte ist die Konferenz ein Hinweis darauf, dass jede Beobachtung von Kranichen, Watvögeln, Greifvögeln oder Schwalben immer auch mit einem größeren Zusammenhang verbunden ist: Zugvögel brauchen nicht nur gute Brutgebiete, sondern eine ganze Kette funktionierender Lebensräume. Genau darüber wurde in Brasilien verhandelt.
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