Rezension “Was fliegt denn da?”
Der Kosmos-Naturführer „Was fliegt denn da?“ wird 90 Jahre alt! Stolz verkündet der Kosmos-Verlag dieses Jubiläum.
Und er hat allen Grund dazu, diesen Erfolg zu feiern. / eine Rezension von Thomas Griesohn-Pflieger
Hinweis zu unserer Verlosungsaktion:
In den ersten drei Märzwochen 2026, jeden Donnerstag, verlosen wir je ein Exemplar des Buches auf unseren Social Media Kanälen: Instagram oder
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Warum dieser Klassiker so hilfreich ist
„1936 war er der erste deutsche Vogelführer, der alle mitteleuropäischen Vögel in farbigen Bildern darstellte – und bis heute ist der kompakte Ratgeber ein unverzichtbarer Begleiter, wenn es um die sichere Bestimmung der heimischen Vogelwelt geht.” schreibt der Verlag in einer Pressemitteilung. Und er hat mit allem, was er da schreibt, recht.
Der Autor dieser Zeilen nutzt den Naturführer seit Kindeszeiten (damals in der Ausgabe von Heinrich Frieling) und empfiehlt ihn heute allen Einsteigenden in die Vogelkunde als Bestimmungshilfe. Warum? Es gibt ja auch noch eine Fülle von Foto-Bestimmungsbüchern, es gibt dickere und ausführlichere Werke, die ebenfalls sehr gut sind, wie zum Beispiel den Kosmos-Vogelführer von Peter Barthel.
Für Einsteigende: weniger Auswahl, mehr Klarheit
„Was fliegt denn da?” ist meine Empfehlung an alle, die noch nicht jahrzehntelange Erfahrung im Bestimmen der rund 250 Vogelarten haben, die wir in Deutschland im Jahresverlauf als Einsteigende beobachten können. Warum?
Ich habe als Leiter von vogelkundlichen Reisen und Exkursionen gelernt, dass viele Einsteigende den Fehler machen sich ausschließlich auf Fotobestimmungsbücher oder Bücher, die sich einen sehr großen geografischen Bereich beziehen, zu verlassen und dann frustriert scheitern.
Beim Bestimmen der Vögel ist es mehr als hilfreich, wenn man den Vogel schnell einer Familie oder zumindest Ordnung zuordnen kann. Dann vermindert sich die Zahl der infragekommenden Arten erheblich. Dazu ist ein Buch günstig, dass die Einordnung in Familien und Ordnungen übersichtlich anbietet. Das macht unser „Was fliegt denn da?“ seit Anbeginn.

Die Klappentexte bieten kleine Miniaturen und Farbbalken an, die eine schnelle Übersicht geben. Mit dieser Hilfe sollten sich Einsteigende vertraut machen, denn dann suchen sie die Küstenseeschwalbe nicht bei den Schwalben, sondern lernen, dass Seeschwalben keine Schwalben sind.
Die Stärke liegt auch in der Beschränkung
Eine weiterer großer Vorteil liegt in einer Beschränkung. Denn Bestimmungsbücher, die versuchen, die Vogelwelt (samt Irrgästen) der gesamten Westpaläarktis abzubilden, sind für Einsteiger viel zu umfangreich. So bietet „Der Kosmos Vogelführer” 900 Vogelarten an.
Wer sehr ambitioniert ist, viel Geld für Reisen ausgeben kann und sein Hobby als Sammlung von Vogelarten betreibt, hat vielleicht die Chance mehr als 600 seiner „Lifelist” hinzuzufügen. Einsteiger verwirrt die Auswahl nur, wenn sie sich hauptsächlich in europäischen Vogelrevieren aufhalten.
Die „Zutaten“: Was das Buch zusätzlich leistet
Dann gibt es noch die „Zutaten” des Buches, die kurz aufgeführt werden sollen: Ordnungen und Familien werden gründlich auf 19 Seiten vorgestellt und mit Piktogrammen bildlich vorgestellt, die sich auch in der Übersicht in den Buchklappen wiederfinden. Mit der Lektüre der Ordnungen lässt sich manche lange Sucherei vermeiden, denn ein Drosselrohrsänger ist keine Drossel und ein Purpurhuhn zählt nicht zu den Hühnern.

„Was singt denn da?“ – so ist ein Kapitel überschrieben, in denen Vogelstimmen vorgestellt werden. Dabei werden sie nach Lebensräumen und Jahreszeiten/Monaten geordnet. Das kann in Kombination mit der (für Buchkäufer kostenlosen!) Kosmos-Plus-App (176 Arten!) sehr hilf- und vor allem lehrreich sein.
Es werden im Anhang Buchempfehlungen gegeben, die eine Vertiefung der Kenntnisse fördern und „Nützliche Adressen” helfen, Ansprechstellen zu finden, wie Vogelwarten und Naturschutzverbände.
Und ganz wichtig: Die Vögel werden nicht in Fotos dargeboten sondern als Zeichnungen von einem sehr bekannten und erfahrenen Tierillustrator, namens Paschalis Dougalis. Der Künstler schafft es, den Vogel als „Idealtyp” darzustellen. Fotos dagegen zeigen den Vogel in einer bestimmten Stimmung, unter bestimmten Lichtverhältnissen und deshalb nie „objektiv“.
Zudem finden sich im „Was fliegt denn da” nicht nur Adultkleider, geschlechtsspezifische Unterschiede und Jugendkleider sowie Schlichtkleider sondern auch viele Flugbilder auf gesonderten Tafeln, die den direkten Vergleich, zum Beispiel von Wespenbussard und Mäusebussard zulassen.
Fazit
Dass es diesen Vogelführer seit 90 Jahren gibt, ist auch seiner ständigen Verbesserung und Anpassung zu verdanken.
Fortschritte der Wissenschaft in der Einordnung der Vogelarten in ein sinnvolles System von Verwandschaftgraden wurden
und werden berücksichtigt, Neubürger in der Vogelwelt werden aufgenommen… Kurzum: Der älteste Vogelbestimmungsführer
ist gleichzeitig, weil er so oft neu aufgelegt wird (der neue ist der 35.!), der aktuellste und meine Empfehlung.
Ihr Thomas Griesohn-Pflieger
Info im Überblick
Ausstattung: 540 Vogelarten in 1800 Farbzeichnungen. Zum Jubiläum gibt es 478 Vogelstimmen in der dazugehörigen kostenfreien Kosmos-Plus-App zum Anhören.
Bibliographisches
| Abmessung (L×B×H) | 193 × 132 × 15 mm |
| EAN / ISBN | 978-3-440-17833-1 |
| AutorInnen / IllustratorInnen | Peter H. Barthel, Paschalis Dougalis |
| Seitenzahl | 200 |
| Produktart | Paperback |