Der Mauersegler
Der Mauersegler ist einer der außergewöhnlichsten Vögel überhaupt: Er verbringt fast sein gesamtes Leben in der Luft, schläft im Flug und berührt oft fast zwei Jahre lang keinen festen Boden. Wer weiß, worauf man achten muss, erkennt ihn leicht an seinem rasanten, gleichmäßigen Flug hoch über den Dächern.
Bestimmungsmerkmale
Stromlinienförmig gebaut, mit langen spitzen Flügeln und torpedoförmigem Körper. Einheitlich dunkelgraue Färbung, nur unter dem Schnabel ein aufgehellter Fleck. Jungvögel zeigen zusätzlich eine helle Stirn.
Stimme & Rufe
Schrille, durchdringende Rufe wie „Srih-Srih", oft von Gruppen hoch am Himmel. Besonders auffällig im Hochsommer, wenn die Vögel abends im rasenden Flug über Siedlungen jagen.
Verhalten
Rekordflieger: bis zu 100 km/h im Kraftflug, in Sturzflügen sogar bis 200 km/h. Als einziger bekannter Vogel schläft der Mauersegler in der Luft. Jungvögel bleiben nach dem Ausfliegen oft zwei bis drei Jahre ununterbrochen in der Luft.
Nahrung
Ausschließlich Insekten und Spinnen – vor allem Blattläuse, Hautflügler, Käfer und Zweiflügler. Jagt meist bis 50 Meter Höhe, an warmen Tagen auch über 100 Meter; bei kaltem Wetter deutlich niedriger, oft in Kopfhöhe.
Lebensraum & Verbreitung
Ursprünglich Felsbrüter, heute vor allem an Häusern, Brücken und Kirchen in menschlichen Siedlungen. Zunehmende Gebäudedämmung lässt jedoch immer weniger geeignete Brutplätze übrig.
Fortpflanzung
Lebenslange Einehe, jährliche Rückkehr zum angestammten Nistplatz. Selbst die Begattung findet in der Luft statt. Brut ab Mitte Mai mit meist zwei bis drei Eiern; die Jungen bleiben bis zu 56 Tage im Nest.
Verwechslungsarten
Wird oft mit Schwalben verwechselt, die jedoch kleiner sind, anders fliegen und nicht einfarbig wirken. Mauersegler sind deutlich größer, mit über 40 cm Spannweite, sichelförmigen Flügeln und nur leicht gegabeltem Schwanz.
Wo & wann beobachten?
In Deutschland nur von Ende April bis Anfang August zu sehen, danach Zug ins Winterquartier südlich der Sahara. Am eindrucksvollsten an warmen Sommerabenden, wenn ganze Gruppen schreiend über die Siedlungen jagen.