Naturnahe Weidelandschaften Siebenbürgens

Naturnahe Weidelandschaften Siebenbürgens

Rumänien

Naturnahe Weidelandschaften Siebenbürgens

Wilde Weiden in Herzen Rumäniens

Willkommen zu einer einzigartigen Exkursion in die intakten Weidelandschaften Siebenbürgens! Weitab von ausgetretenen Tourismuspfaden können wir hier eine Welt erkunden, wie es sie kaum noch irgendwo in Europa gibt: Ausgedehnte Hutweiden mit uralten Baumriesen, Blumenwiesen mit einer atemberaubenden Artenvielfalt, Landschaften, in denen alle Vogelarten noch da sind, wo sie hingehören. Es ist zugleich eine Zeitreise in die Vergangenheit und in die Zukunft: Wie hat einmal die Landschaft bei uns in Europa ausgesehen? Wie können wir wieder Landnutzungen etablieren, die solch eine umfassende Biodiversität beinhalten? Wie können wir gleichzeitig den Zustand dieser Weiden in Rumänien erhalten helfen? Diesen Fragen wollen wir zusammen mit dem Weideexperten und Ornithologen Markus Handschuh in einer fachlich geprägten Kompaktreise nachgehen.

Schon die ersten Eindrücke der weitläufigen Hügellandschaften Siebenbürgens sind beeindruckend. Diese großartige Kulisse mit nur wenig menschlicher Besiedlung weckt unsere Begeisterung und lässt uns an frühere Zeiten denken – Bilder von Caspar David Friedrich kommen in den Sinn: Hutewälder bis zum Horizont, großräumige Weiden in savannenartiger Ausprägung mit Dornsträuchern und Einzelbäumen, kleinen Sümpfen und idyllischen Wasserläufen. Täler, durch die der Braunbär noch ganz selbstverständlich streift, in denen der Raubwürger ein alltäglicher Vogel ist und wo noch Schmetterlinge vorkommen, die man in Deutschland heutzutage vergeblich sucht.

Unsere Pension in Bodendorf (Bunești) liegt idyllisch am Dorfrand, hat einen mit Pflanzen bewachsenen Pool zum Abkühlen und wurde nur aus alten Scheunenbalken gebaut. Baumfalken brüten nebenan und der Kleinspecht ruft aus den Weiden am Bach. Hier können wir tatsächlich mit ein wenig Glück sogar die beeindruckendsten Bewohner der urwüchsigen Wälder zu Gesicht bekommen: Braunbären, die sich im Abendlicht aus den Wäldern trauen, um auf den blumenreichen Wiesen zu grasen.

Auch kulturell erfahren wir was über diese von Ungaren, Deutschen und Rumänen gleichermaßen bewohnte Landschaft: Unser Reiseleiter Lou Bertalan ist in hier aufgewachsen – er wird uns neben über hundert Schmetterlingsarten auch einiges aus der Geschichte „Transsilvaniens“ näherbringen.

Und die Biodiversität in diesem von intensiver Landwirtschaft weitgehend verschonten Landstrich ist atemberaubend: Einer der häufigsten Greifvögel ist hier der Schreiadler, den man täglich zu Gesicht bekommt. In den lockeren Hutewäldern sind überall Heidelerchen zu finden, Bunt-, Mittel-, Klein-, Grau-, Grün- und Schwarzspecht brüten in den Jahrhunderte alten Eichen und die Gesänge von Pirol, Braunkehlchen und Sperbergrasmücke sind hier allgegenwärtig. Einer der Stars unter den Tagfaltern ist der Regensburger Gelbling, der nur noch in Siebenbürgen in bedeutenden Populationen vorkommt. Überall fliegen Segelfalter, mindestens zehn verschiedene Arten von Perlmuttfaltern, Trauerfalter, Scheckenfalter und etwa 20 Bläulingsarten können auf dieser Kompaktreise gesehen werden. Allenthalben ist das Stridulieren der Grünbraunen sowie der Küsten-Strauchschrecke zu hören, Arten wie der Schwarzgefleckte Heidegrashüpfer oder das Östliche Heupferd sind relativ häufig. Die Verbindung von extensiver Beweidung mit dieser hohen Biodiversität wird hier augenscheinlich und auf dieser Exkursion ausführlich besprochen.

 

Höhepunkte:

  • Mercheașa mit großräumigen Hutewäldern und uraltem Eichenbestand (inkl. seltener Totholzkäfer) sowie verschiedenen Weidetypen (z.B. Wacholderheiden) nebeneinander und unterschiedlichen Weidetieren mit einer enormen Strukturvielfalt in der Landschaft
  • Cobor - Besuch einer Bio-Farm mit Austauschmöglichkeit unter Fachleuten und exzellentem traditionellem Vesper. Graurinder- und Pferdeweide mit 10-jähriger Tradition, etliche Braunkehlchen, Grauammer, Schreiadler etc.
  • UNESCO-Dorf Deutsch-Weißkirch (Viscri) - ein Ort mit herausragender Kirchenburg und jahrhundertealter Geschichte, auch im Hinblick auf die Nutzungshistorie. Allmende mit verschiedenen Weidetypen, Nutzungsgradienten und alte Hutebäume mit natürlichen Verjüngungsstadien
  • Faszinierende Landschaft & Topographie: Hundertbücheln mit grandioser Übersicht und enormer Nutzungsvielfalt auf engem Raum (Weiden, Wiesen, Brachen) und Flächen mit mehreren Weidetierarten (Rinder + Büffel + Pferde), große Artenvielfalt bei Blütenpflanzen und Insekten
  • Weitläufige Weide bei Dersch (Dârjiu) mit sehr hoher Strukturvielfalt und einem umfangreichen Set an Vogelarten (inkl. 3 Würger!) & Insekten; in der Nähe, bei Petek, eine interessante scharfe Grenze Schaf-/Rinderweide

Einige Zielarten:

Moorente, Rostgans, Sumpfläufer, Teichwasserläufer, Odinshühnchen, Rotflügel-Brachschwalbe, Lachseeschwalbe, Weißflügel-Seeschwalbe, Fischmöwe, Zwergscharbe, Sichler, Purpurreiher, Rallenreiher, Rosapelikan, Krauskopfpelikan, Schreiadler, Schlangenadler, Zwergadler, Kurzfangsperber, Adlerbussard, Falkenbussard, Rotfußfalke, Blauracke, Bienenfresser, Blutspecht, Schwarzstirnwürger, Balkanmeise, Beutelmeise, Balkanohrenlerche, Rötelschwalbe, Zwergschnäpper, Nonnensteinschmätzer, Isabellsteinschmätzer, Zitronenstelze, Rotkehlpieper, Zippammer.

Lou Bertalan

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Reisecode: RUM03_IND
Dauer: 7 Tage / 6 Nächte
Teilnehmer: 10 bis 20 Personen
Veranstalter: birdingtours GmbH

Reiseverlauf

  • Tag 1

    Ankommen in Siebenbürgen und Fahrt nach Bodendorf

    Rotfußfalke (C. Moning)

    Wir landen in Hermannstadt (Sibiu) und nehmen unser Mittagessen in der wunderschönen mittelalterlichen Altstadt ein. Danach geht es mit mehreren Stopps unterwegs über Schässburg zu unserer Herberge in Bodendorf (Bunești).

  • Tag 2

    Alteichen, Hutewald und Artenvielfalt bei Streitfort

    Raubseeschwalbe (C. Moning)

    Bei Streitfort (Mercheașa) besuchen wir den für seine 400-700 Jahre alten Eichenriesen berühmten Hutewald. Mit 1200 Hektar ist er einer der größten zusammenhängenden Waldweiden Europas. In Totholz dieser alten Eichen können wir die beeindruckenden Fraßgänge des Heldbocks sehen, 6 Spechtarten kommen hier vor, Schwarzstorch und Schreiadler kreisen am Himmel. Die verschiedenen Weidetypen dieses riesigen Geländes, mit Inseln aus Schneitelwald, Thymianpolstern und Wacholderheide beherbergen eine große Vielfalt an Schmetterlingen wie den Östlichen Großen Fuchs und den Weißen Waldportier. Der Viehauftrieb zu den Melkstadeln findet täglich statt.

  • Tag 3

    Biodiversität erleben auf der Farm Cobor

    Säbelschnäbler (C. Moning)

    Ganztägige Exkursion mit Führung auf der Biodiversitätsfarm Cobor. Hier werden seit über zehn Jahren Graurinder und Pferde auf extensiven Weiden gehalten mit dem Ziel, die Biodiversität zu erhalten und zu fördern. Brachpieper singen auf der Graurinderweide und die ausgedehnte Pferdeweide beherbergt eine erstaunlich hohe Dichte an Braunkehlchen. Svea Frodermann, eine Deutsche, die dieses Projekt leitet, führt uns zu verschiedenen Stellen mit unterschiedlicher Beweidungs- und Vegetationsstruktur. Mittags gibt es einen reichhaltigen Lunch mit biologisch-dynamischem Gemüse, abends ein Abendessen mit Graurindergulasch. Greife wie Habicht, Schreiadler und Wespenbussard sind hier zu Hause, Neuntöter, Grauammern und Wachteln gehören zum Standardrepertoire.

    Ein Waldrand mit anliegender Wacholderheide beherbergt eine erstaunliche Artenzahl an dort fliegenden Tagfaltern – u.a. den wunderschönen Zahnflügel-Bläuling und den Östlichen Quendelbläuling.

  • Tag 4

    Kirchenburg, Allmende und Kulturlandschaft in Deutsch-Weißkirch

    Schreiadler (C. Moning)

    Am Vormittag besuchen wir Deutsch-Weißkirch (Viscri). Wegen seiner Authentizität erhielt das gesamte Dorf den Titel des UNESCO-Weltkulturerbes. Hauptattraktion ist die gut erhaltene Kirchenburg aus dem 15. Jahrhundert, in der uns eine der wenigen zurückgekehrten Siebenbürger Sächsinnen führen wird. Spannend für uns ist hier u.a. eine alte Flurnutzungskarte. Anschließend fahren wir auf die Allmende des Dorfs, wo ein deutlicher Nutzungsgradient zu sehen ist, ein alter Baumbestand einschließlich natürlicher Verjüngung in Dorngestrüpp. Auch hier sind Bienenfresser, Heidelerche, Wachtel und Baumpieper zu Hause nebst einer Fülle an verschiedenen Insektenarten.

  • Tag 5

    Die „Hobbit-Landschaft“ von Hunderbücheln und der Weiher von Henndorf

    Rosapelikan (C. Moning)

    Höhepunkt dieser Reise ist der heutige Besuch einer einzigartigen Kulisse - vergleichbar mit dem legendären Auenland aus „Herr der Ringe“: Die sonderbar geformten Hügel von Hunderbücheln (Hundrubechiu) – kleine, steile Kuppen, die zu Dutzenden verstreut in der Ebene liegen, bieten vor der Kulisse der Südkarpaten einen ganz besonderen Anblick. An ihren Hängen findet man die artenreichsten Wiesen, die je nach Exposition ganz unterschiedlichen Charakter haben. Hier kann man neben unzähligen Großinsekten überall Braunkehlchen und Neuntöter antreffen, Bienenfresser kreisen am Himmel und nisten in offenen Steilwänden, von denen es hier zahlreiche gibt. Vieh- und Wasserbüffelweiden, Schafweiden, Mähwiesen, Brachen und eben diese Hügel mit Steppenvegetation, u.a. mit Nickendem Salbei als Raupennahrungspflanze für den vom Aussterben bedrohten endemischen Quendelbläuling Pseudophilotes bavius. Am späteren Nachmittag nehmen wir eine beweidete flache Bucht des Weihers von Henndorf (Brădeni) unter die Lupe. Hier brüten Purpurreiher und neben Stelzenläufern können verschiedene andere Linikolenarten beobachtet werden, die in der Flachwasserzone rasten.

  • Tag 6

    Europas beste Weide: Dersch und Petek

    Blutspecht (C. Moning)

    Die ausgedehnte Dorfweide von Dersch (Dârjiu), die wir heute anfahren, wurde von Jan Haft als „die beste Weide Europas“ bezeichnet. Hier können wir gut die Gradienten der Beweidung auf großen Flächen begutachten mit Bereichen aus höherer Vegetation, einem von den Rindern genutzten Bachlauf mit reichhaltiger Struktur (hier brüten 3 Paare Schwarzstirnwürger, 1 Paar Raubwürger und unzählige Neuntöterpaare!), vielen spannenden Schmetterlingsarten (auch hier Zahnflügel-Bläuling) und Heuschrecken. Heidelerchen, Bienenfresser, Brachpieper und Schreiadler sind nebeneinander möglich und profitieren vom enormen Insektenreichtum dieser Weide. Etwas weiter, in der Nähe von Petek, erleben wir eine spannende, scharfe Grenze zwischen Schaf- und Rinderweide, mit komplett unterschiedlichem Aspekt.

  • Tag 7

    Abschied von Siebenbürgen und Heimreise

    Alpenbraunelle (K. Gauger)

    Fahrt nach Hermannstadt und Abflug nach Hause. Wenn es die Zeit erlaubt, besuchen wir zwischendurch die Altstadt von Schässburg.

Enthaltene Leistungen

  • Flug ab/ bis Frankfurt in der Economy-Class (andere Abflughäfen auf Anfrage, ggf. mit Aufpreis)
  • 6 Übernachtungen in einer landestypischen Pension
  • Vollpension mit Lunchpaketen
  • Transport in Kleinbussen
  • Professionelle, deutschsprachige und landeskundige Reiseleitung
  • Artenliste
  • Reisebericht
  • Spende Paramelis-Projekt, mehr unter: https://www.birdingtours.de/ueber-uns/vogelschutz/das-moorschutzprojekt-paramelis-in-litauen-paramelis/

Nicht enthaltene Leistungen

  • Nicht erwähnte Verpflegung
  • Zusatzleistung für Flugreisen: Rail & Fly Ticket, Sitzplatz, Spezialverpflegung, etc. (auf Anfrage und gegen Aufpreis – bei Buchung bitte angeben)
  • Persönliche Ausgaben & Trinkgelder
  • Reiseversicherung (gerne beraten wir Sie persönlich)
  • Gruppengröße und Mindestteilnehmerzahl

    Bei allen Reisen ist die minimale und die maximale Teilnehmerzahl angeführt. Die Mindestteilnehmerzahl ist bis 3 Wochen vor Reisebeginn zu erreichen. Auch wenn diese Zahl nicht erreicht wird, versuchen wir die Reise durchzuführen. Wir bitten Sie dann, sich an den Mehrkosten zu beteiligen. Sollte nur ein Platz zum Erreichen der maximalen Teilnehmerzahl frei sein und die Buchung von zwei Personen gemeinsam eingehen, werden wir die Gruppengröße um eine Person erweitern.

Ausrüstung

  • Gültiger Personalausweis
  • Elektronische Flugtickets
  • Fernglas
  • Falls vorhanden, unbedingt Spektiv und Stativ
  • wasserfeste Sandalen (z.B Teva) oder Wasserschuhe
  • Schnelltrocknendes Hemd und Hose (Bootsfahrten können mit Spritzwasser verbunden sein!)
  • Regenschutz
  • festes Schuhwerk, mögl. gut eingelaufen
  • Rucksack oder kleine Tasche für Tagesbedarf
  • Sonnen- und Mückenschutz
  • kleine Reiseapotheke
  • Bestimmungsbuch - wir empfehlen: Svensson et al. – "Der Kosmos-Vogelführer" und "Was fliegt denn da?“ von Barthel/Dougalis ebenfalls von KOSMOS. Für Einsteigende: "Grundkurs Vogelbestimmung" von Moning, Griesohn-Pflieger, Horn erschienen bei Quelle & Meyer.

Generelle Hinweise

  • Anforderungen der Reise: geringe Anforderungen, wandern bis 5 km
  • Diese Reise ist nicht speziell für FotografInnen konzipiert. Die Beobachtung steht hier im Vordergrund. Fotografieren ist möglich, jedoch nicht, wenn es mit extremen Störungen für Natur oder Mitreisende verbunden ist. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an Ihre Reiseleiterin oder Ihren Reiseleiter. Gerne weisen wir auf unsere speziellen Fotoreisen hin, sie sind hier zu finden: https://www.birdingtours.de/fotoreisen-natur-und-tiere/

Zahlungsmodalitäten

  • Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 20%
  • Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
  • Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann birdingtours bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an.

Hinweis zu den Zielarten

Auf unseren Reisen beobachten wir die Vögel in ihrem natürlichen Lebensraum und können Ihnen nicht garantieren, alle hier aufgeführten Zielarten auf der Tour zu sehen. Unsere Reiseleiter bemühen sich, Ihnen so viele Vogelarten wie möglich zu zeigen.

Eignung unserer Reisen für Personen mit eingeschränkter Mobilität

Bei unseren Naturreisen handelt es sich um Reisen, die für Personen mit eingeschränkter Mobilität grundsätzlich nicht geeignet sind. Sollten Sie bezüglich der Anforderungen unsicher sein, sprechen Sie uns bitte unbedingt vor der Buchung an.