Turmfalke: Alle Infos auf einen Blick

Der Turmfalke

Turmfalke – Artenlexikon

Der Turmfalke ist unser häufigster und bekanntester Falke – wer ihn rüttelnd über einer Wiese in der Luft stehen sieht, hat den „Standardfalken" Mitteleuropas vor sich. Trotz seines Namens ist er verwandtschaftlich näher mit Papageien als mit echten Greifvögeln verbunden.

Bestimmungsmerkmale Schwarz gefleckte braune Oberseite, beige Brust und Bauch mit kleinen Flecken. Männchen zeigen ab dem dritten Jahr eine graue Kopfoberseite und einen grauen Schwanz mit schwarzer Endbinde; Weibchen sind beigebraun mit rotbraunem, gebändertem Schwanz. Jungvögel ähneln den Weibchen.
Stimme & Rufe Hohe, häufig zu hörende „kikikiki"-Rufe. Wenig scheu und dadurch oft auch akustisch leicht zu bemerken, wenn er sein Revier verteidigt oder mit Artgenossen kommuniziert.
Verhalten Charakteristisch rüttelnd mit gefächertem Schwanz „auf der Stelle" fliegend beobachtet er den Boden nach Beute. Kann UV-reflektierenden Mäuseurin erkennen und so die Laufwege seiner Beute aufspüren. Häufigster fliegender Mäusejäger hierzulande.
Nahrung Breites Beutespektrum: vor allem Mäuse, daneben Käfer und andere große Insekten, junge Vögel, Reptilien und Amphibien. Ein frei fliegender Turmfalke frisst täglich etwa ein Viertel seines Körpergewichts.
Lebensraum & Verbreitung Weit verbreitet und nicht auf einen bestimmten Lebensraum spezialisiert, meidet aber unübersichtliches Gelände wie Wälder und dichte Bebauung bei der Jagd. In Deutschland ganzjährig als Stand- und Strichvogel vorkommend, ab Oktober zusätzlich Wintergäste aus nordöstlichen Populationen.
Fortpflanzung Baut kein eigenes Nest, sondern brütet in Nischen und Höhlungen an Kirchtürmen und hohen Gebäuden, auch in alten Krähennestern oder Nistkästen. Brutbeginn meist in der ersten Aprilhälfte, spätestens im Juli werden die Jungen flügge.
Verwechslungsarten Im Flug ähnlich dem Baumfalken, der aber schnittiger gebaut ist, schmalere Flügel hat und keine braunen oder beigen Anteile zeigt. Im Mittelmeerraum Verwechslungsgefahr mit dem Rötelfalken: dessen Männchen zeigen keine Rückenflecken, einen intensiver gefärbten grauen Kopf und graue Armflügel.
Bestand & Schutzstatus 80.000 bis 135.000 Brutpaare in Deutschland (DDA, 2025), Bestandstrend +75 % und damit stabil. Der Turmfalke gilt als nicht gefährdet. Beringte Tiere erreichten in Einzelfällen ein Alter von bis zu 18 Jahren.
Nicht gefährdetBestand stabil

Das könnte Sie auch interessieren

Mönchsgrasmücken ändern ihr Winterquatier

Wie Vogelfütterung in britischen Gärten das Zugverhalten und die Verbreitung von Vögeln wie der Mönchsgrasmücke beeinflusst – neue wissenschaftliche Erkenntnisse!

Die Herausforderungen der Vogelfotografie und wie wir sie respektvoll meistern können

Die Vogelfotografie erfreut sich immer größerer Beliebtheit, denn sie ermöglicht uns, die faszinierende Welt der gefiederten Wesen aus nächster Nähe zu erleben und festzuhalten. Doch leider führt der zunehmende Andrang von Fotografen zu Problemen, die sowohl die Vögel als auch ihre sensiblen…

· Ausrüstung
5 Techniktipps für das perfekte Vogelfoto

Die Faszination für Vögel und die Vogelfotografie haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Das Erlebnis, einen Vogel in seiner natürlichen Umgebung zu beobachten und ein atemberaubendes Foto von ihm zu machen, kann eine äußerst befriedigende Erfahrung sein. Damit du jedoch die besten Ergebnisse…