Lars Eichler
Lars Eichler, Jahrgang 2004, war bereits als Jugendlicher in der ornithologischen Szene seiner Heimatstadt Bonn aktiv. Seit 2025 leitet er eigene ornithologische Exkursionen und arbeitet neben seinem Studium in der Umweltbildung. Sein langjähriges ornithologisches und botanisches Interesse führten ihn unter anderen zu Exkursionen in die Alpen, nach Borkum und in den Nationalpark Lauwersmeer. Besonders angetan haben es ihm die Artenvielfalt städtischer Lebensräume.
Auf seiner Website präsentiert er seine vielfältigen Interessensgebiete und Projekte und leitet die Urban Birding Tour in Köln.
Fragen & Antworten
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Wann wurdest du geboren und wo wohnst du?
Ich wurde 2004 in Bonn geboren. Seitdem bin ich der Stadt treu geblieben.
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Erzähl uns doch kurz was über dich und deinen Weg zu den Vögeln…
Mein Großvater beobachtete als Hobby stets die Vögel an der Rur ohne „h“. Als er 2013 verstarb, erbte ich sozusagen seinen Feldstecher und das Bestimmungsbuch der „Vögel Europas“. Ab diesem Zeitpunkt verbrachte ich etliche Stunden damit, die Vögel unseres städtischen Gartens zu beobachten und zu dokumentieren. Nachdem ich als Schüler an einer Exkursion eines kundigen lokalen Ornithologen teilgenommen hatte wusste ich, dass ich Vogelstimmen lernen wollte. Ich brachte mir die Vogelstimmen Europas autodidaktisch so schnell bei, dass ich schon bald in meiner Region als Vogelstimmenkenner bei Exkursionen und Kartierungen dabei war.
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Was machst du beruflich?
Ich bin Einzelunternehmer und biete in diesem Rahmen eigene Vogelstimmenkurse und Exkursionen an, auch für Biologische Stationen oder Institutionen. Weiterhin bin ich seit kurzem am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandel in der Umweltbildung und Vermittlung tätig. Meine ebenfalls bereits seit jungen Jahren bestehende Begeisterung für Botanik hält ebenfalls weiter an. Umweltbildung durch und durch sozusagen!
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Was begeistert dich an der Vogelbeobachtung am meisten?
Einfach alles. Vögel sind unfassbar faszinierende Organismen, die durch Verhalten und Aussehen immer wieder begeistern. Oder um es in Charles Darwins Worten zu sagen: „In meiner Einfältigkeit wunderte ich mich, warum nicht jeder Gentleman ein Ornithologe werde.“
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Bist/warst du aktiv im Vogel- und/oder Naturschutz tätig, wenn ja, wo?
Seit meinem 16 Lebensjahr bin ich Mitglied in der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft. In ihrer Untergruppe, der OAG Bonn Rhein-Sieg, bin ich als Exkursionsleiter, Kartierer und in der Repräsentation der Organisation aktiv. Ein weiteres Herzensprojekt ist die Gebäudebrüter-Safari. Ein Bildungsangebot, welches Jugendlichen die Gefährdung und Lebensweise gebäudebrütender Arten näherbringen soll.
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Seit wann leitest du Reisen für birdingtours?
Wenn alles gut geht ab 2027 :) Die Urban Birding Touren ab 2026.
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Welche Reisen leitest du für birdingtours?
Die Urban Birding Tour in Köln und vielleicht ab 2027 auch Reisen, vorzugsweise an die Nordsee, aber da bin ich offen.
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Welche dieser Reisen ist deine Lieblingstour?
Als Städter muss ich einfach sagen, dass Köln wohl einer meiner Favoriten werden wird. Viele Leute unterschätzen die Artenvielfalt in Städten stark, gleichzeitig mangelt es aber an fachkundigen Touren. Eine besondere Mischung. Außerdem wohl jede Reise im Herbst. Die Hauptmigrationssaison löst bei mir einfach immer wieder Glücksgefühle aus. Es gibt so viel zu entdecken.
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Was ist der größte Reiz für dich, birdingtours-Reisen zu leiten?
In der Natur unterwegs zu sein, mit Gleichgesinnten die Reise zu genießen und dabei auch noch für Artenkenntnis begeistern. Besser geht es gar nicht.
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Was ist das Besondere an birdingtours-Reisen?
Mir gefällt der nachhaltigkeitsorientierte Einsatz. Sanfter und bewusster Toursimus ist keine Selbstverständlichkeit in Europa. Die Vielfalt des Teams und der Reiseangebote in z.T ferne Länder finde ich ebenfalls beeindruckend.
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Was war deine bisherige Highlight Beobachtung auf einer Reise?
Mein absolutes Highlight war auf einer privaten Reise die zufällige Beobachtung des Rotschwanzwürgers(Lanius phoenicuroides) im Nationalpark Lauwersmeer. Als wir auf dem Damm von Autos angehupt wurden, dachten wir zunächst nicht daran, dass es Ornithologen waren, die uns auf den am Kaspischen Meer heimischen Vogel aufmerksam machen wollten.
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Welcher ist dein Lieblingsvogel?
Der Knutt. Viele Vögel sind nach Wissenschaftlern, Lebensräumen oder Auffälligkeiten benannt. Knutt ist einfach Knutt. Das finde ich sympathisch. Sogar eine Tasse habe ich mit ihm als Motiv.
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Welche Vogelbeobachtung ist dein größter Wunsch?
Den Elfenbeinspecht(Campephilus principalis) zu sichten. Er glit aufgrund seltener Beobachtungen in seiner Heimat, den Sumpfwäldern von Lousiana, als ausgestorben. Indizien mehren sich jedoch, dass es ihn noch gibt. Mein großer Traum wäre es, eine Expedition dorthin zu leiten und ihn wiederzuentdecken.
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Welchen Fernglas benutzt du?
Ein Minox BF 8x42.
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Was für ein Spektiv bringst du auf deine Touren mit?
Ein Kowa TSN-501. Kompakt, also ideal für Touren.
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Was wünschst du dir von deinen Gästen?
Dass in besonderen Lebensräumen auf Reisen zu sein, ein Privileg ist. Nicht jeder hat die Möglichkeit dazu. Weiterhin lege ich Wert auf gegenseitigen Respekt, Freundlichkeit und Gelassenheit, auch wenn es gerade nicht rund läuft. Viele Probleme lösen sich so fast automatisch.