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Tauchkünstler aus der Tundra

Die Eisente

Eisenten gehören zu den nordischen Entenarten, die nur in geringer Zahl in Mitteleuropa als Wintergäste auftauchen. Und das im wahrsten Sinne, denn Eisenten verfügen über bemerkenswerte Tauchfähigkeiten: Sie können minutenlang unter Wasser bleiben und mehr als 50 Meter tief tauchen!

Der Lebensraum der Eisente erstreckt sich vom Packeisgürtel bis in den hohen Norden der Tundra. In Europa liegen ihre Brutgebiete auf Island, Spitzbergen, in Nordrussland und Nord-Skandinavien. Den Winter verbringt die Mehrheit der Eisenten auf dem Meer. Aber auch auf Seen und Flüssen mit reichhaltigem Muschelvorkommen sind sie als begehrte Raritäten manchmal zu finden. Fast 90 Prozent der bemerkenswerten Entenvögel überwintern in der Ostsee, der Rest verteilt sich auch auf die Nordsee und Atlantikküste bis nach Frankreich.

Der hohe, kurze Schnabel und der kleine, runde Kopf sind besonders kennzeichnende Merkmale der Eisente. Manche Eisenten wechseln ihr Federkleid kontinuierlich. Es wird vermutet, dass der Grund dafür das Leben in den kalten Gewässern ist, durch den ständigen Wechsel bleibt das Gefieder gut isolierend und dicht. Eisenten sind insgesamt 40 – 55 Zentimeter groß und damit die kleinsten Tauchenten, die es gibt.

Besonderheit: Herbstkleid

Die Eisentenerpel beeindrucken mit ihren verlängerten Steuerfedern, die viele Beobachter von den Spießenten kennen. Diese kommen vor allem bei der Balz wunderschön zur Geltung. Kopf und Hals sind weiß, die Kopfseiten hell graubeige und Ohr und Hals weisen dunkelbraune Flecken auf. Dieses überwiegend schwarzweiße Prachtkleid mit den auffälligen verlängerten Schirmfedern, die den Rücken schmücken, tragen die Männchen bis April. Danach mausern sich die Eisenten ins Schlichtkleid, dass überwiegend braun ist. Das Schlichtkleid wird in etwa von Mai bis August getragen. Im Herbst wechseln die Männchen dann sogar noch ein drittes Mal ihr Gefieder. Dann werden Kopf und Hals wieder weiß, mit einem kleinen dunkelbraunen Halsseitenfleck. Von September bis Dezember können wir die Eisenten in diesem Herbstkleid beobachten.

Die Rufe der Männchen klingen vor allem zur Brutzeit sehr nasal „ah-auliok“. Der Kontaktruf, ein tiefes „gack“ klingt bei Weibchen und Männchen gleich.

Im Flug sind Eisenten sehr einfach zu erkennen, denn ihre Flügel sind einfarbig braun, während das restliche Gefieder sehr unterschiedlich sein kann. Aber Bauch und Flanken sind immer weiß. Junge Eisenten können Einsteigern Probleme machen, denn sie erscheinen bis tief in den Winter hinein unscheinbar in verschiedenen Brauntönen und kurzen Steuerfedern. Gerade sie können nach Stürmen auch weit entfernt von den Küsten auftauchen. Auch bei ihnen sind Bauch und Flanken weiß und der kleine, runde Kopf mit dem kurzen Schnabel sollte erste Hinweise geben.

Ernährung und Vorkommen

Eisenten ernähren sich vorwiegend von Muscheln, Schnecken und Krebstieren, sowie kleinen Fischen. An den Brutgewässern in der Tundra fressen sie Wasserinsekten und deren Larven, sowie Krustentiere. Die Nester der Eisenten bestehen meist aus einer in der Ufervegetation verstecken Mulde. Hierin legen die Weibchen vier bis neun Eier, die sie innerhalb von etwa 25 Tagen ausbrüten.

Mit einer Tauchdauer von bis zu vier Minuten und einer Tauchtiefe von bis zu 50 Metern ist die Tauchleistung der Eisenten wirklich bemerkenswert. Diese Tiefe wird erreicht, indem die kleinen Enten ihre Flügel beim Tauchen leicht öffnen und zur Fortbewegung nutzen.

Wir beobachten Eisenten nicht nur in Spitzbergen, Lappland und Estland, sondern auch auf Helgoland, Darß und Zingst und auf Rügen. Fast immer werden Eisenten auch bei unserer Karnevalsfahrt in die Niederlande gesehen. Am Brouwersdam, dem südlichsten regelmäßigen Überwinterungsort der Art in der Nordsee, schwimmen sie manchmal mit den Trauer- und Eiderenten.

Kommen Sie mit raus!


Noch mehr Wissen!

Auch in unserem birdingtours-Zielartenlexikon haben wir den Eisente aufgenommen. Dort finden Sie noch weitere interessante Infos zur Eisente, sowie alle birdingtours-Reisen, auf denen wir Eisenten beobachten können. Kommen Sie mit raus!