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Zum Kranichzug auf Darß und Zingst (7 Tage/ 6 Nächte)

Kraniche sind Traumvögel und faszinieren uns Menschen seit Urzeiten. In der Boddenlandschaft an der Ostsee sind zeitweise bis zu 60.000 der schönen Vögel zu sehen. Aber auch schon Schwärme von einigen hundert Vögeln sind unvergesslich eindrucksvoll. Daneben gibt’s Seeadler und andere Greife, nordische Schwäne, Wildgänse, seltene Entenarten und vieles mehr.

Die Ostsee von ihrer schönsten Seite

Abtauende Gletscher schufen vor 12.000 Jahren die Vorpommersche Boddenlandschaft. Heute finden wir hier ausgedehnte Wälder, Dünenlandschaften, Windwatten, Salzwiesen und Moore. Die Küstengewässer des Nationalparks "Vorpommersche Boddenlandschaft" wirken wie ein Magnet auf Zugvögel. Sie sind das wichtigste Überwinterungsgebiet für Wasservögel im gesamten Ostseeraum!

Ab Mitte September machen hier 40-50.000 Kraniche auf ihrem Weg in den Süden Zwischenrast. Mit der einsetzenden Dämmerung kehren sie zu ihren Schlafplätzen zurück und kündigen sich schon von weitem mit ihren Trompetenrufen an: Ein überwältigender Eindruck! Auch anderen Großvögeln wie Sing- und Zwergschwänen, Bläss- und Nonnengänsen und den riesigen Seeadlern bietet die Naturlandschaft ausreichend Nahrung. Auf der Ostsee sind verschiedene Taucherarten und Mittelsäger gut zu sehen und Enten rasten hier in teils riesigen Ansammlungen.

Wir wohnen in einem gemütlichen kleinen Hotel, wo die Kraniche und Gänse allmorgendlich direkt übers Dach fliegen – ein Schauspiel!

Aufpreis bei 6 - 9 Teilnehmern: + 50,00 Euro pro Person

Ein Klassiker!
1. Tag: Anreise und die ersten Kraniche

Anreise bis 14:30h zum Landgasthof Martens. Dort erwartet Sie unsere Begrüßungssuppe.

Wir finden hier ausgedehnte Wälder, Dünenlandschaften, Windwatte, Salzwiesen und Moore. Ab Mitte September kommen 50-60.000 Kraniche in die Region. Sie machen Zwischenrast auf ihrem Zug in den Süden. An verschiedenen Stellen kann man die Tiere auch beobachten, wenn sie in der einsetzenden Dämmerung zu ihren Schlafplätzen zurückkehren und sich schon von Weitem mit ihren Trompetenrufen ankündigen.

Das ist ein Schauspiel, das keinen kalt lässt. Der Eindruck ist einfach überwältigend!

2. Tag: Unterwegs mit dem Fahrrad

Beobachtungen an den Boddeninseln Barther Oie und Kirr, danach Fahrradtour an den Ostzipfel von Zingst mit Besuch der Hohen Düne und spektakulärem Einflug der Kraniche an die Schlafplätze.

3. Tag: Strand, Steilküste, urtümlicher Wald

Wanderung durch den Vordarß zum Darßer Weststrand, Spaziergänge bei Ahrenshoop: Steilküste und Urwald.

4. Tag: Kutschfahrt und Leuchtturm

Wanderung zum Darsser Ort durch den „Darßer Urwald“, (event. Beobachtung von Rothirschen!), Besuch der Nationalparkausstellung im historischen Leuchtturm, mit der Kutsche zurück.

5. Tag: Groß Mohrdorf

Besuch des Kranichzentrums, Spaziergang an der Steilküste bei Barhöft, intensive Kranichbeobachtungen.

6. Tag: Meeresvögel und Schlafplatzeinflug

Frühexkursion mit Aufbruch der Kraniche vom Schlafplatz, Beobachtungen am Meer bei Prerow und Zingst und des Schlafplatzeinflugs an der Meinigenbrücke.

7. Tag: Letzte Beobachtungen

Kurzfristiges Programm. Abreise ist um ca. 12:00h, nach der Abschiedssuppe. Check out ist an diesem Tag bereits um 10:00h, Sie können Ihr Gepäck aber im Hotel deponieren.

Organisation

Wir wohnen in einem sehr schönen Landhaus in Bresewitz am Bodden. Die Fahrten vor Ort erledigen wir in Fahrgemeinschaften. Das Frühstück ist, ebenso wie das warme Abendessen, reichhaltig und bod(d)enständig. Die helle Tageszeit wollen wir möglichst für Beobachtungen nutzen. Deshalb machen wir mehrfach kurze Mittagspausen vor Ort. Ca. 10 Tage vor der Anreise erhalten Sie detaillierte Informationen über Treffpunkt, Ausrüstung, zu erwartende Arten.

Anreise

Wir versenden circa 10 Tage vor Abreise Informationsmaterial und Teilnehmerlisten für die Bildung von Fahrgemeinschaften.

Sie reisen selbst an. Mit dem Auto über die A 19 bis Rostock, Abfahrt "Stralsund" auf die B 105 in Richtung Stralsund und dann Abfahrt Barth. Weiter Richtung Prerow (Darß/Zingst).

Wenn Sie noch Verlängerungstage buchen möchten, helfen wir Ihnen gerne weiter. Es lohnt sich!

TIPP:

Die Reise ist eine besondere Veranstaltung, da wir uns abseits der Touristenwege bewegen. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 begrenzt. Bitte schnell buchen!

Aus Witterungsgründen behalten wir uns Änderungen im Reiseverlauf, die den Charakter der Reise nicht beeinflussen, vor. Wir können die Beobachtung von genannten Vögeln nicht garantieren, wir orientieren uns in dieser Ausschreibung an den Ergebnissen früherer Exkursionen.

Anreise mit der Bahn

* mit IC/ICE über Rostock oder Stralsund

* über Velgast und Barth.

* Ab Barth fahren Busse (auch mit Fahrradtransport) und Taxen

Mit dem Auto

* Autobahn A19 oder 24 Richtung Rostock

* Abfahrt Ost Richtung Stralsund

* über Ribnitz-Damgarten,

* Löbnitz,

* Barth, weiter Richtung Prerow

Unterkunft
Landhaus Martens

:

* Ein Haus auf dem Lande, aber eben kein Schloß, kein Gutshaus

* Ein relativ kleines Gasthaus, aber eben kein ganz kleines Ferienhaus

* Kein Hotel, weil weniger formal, sondern familiär und bewußt privat

* Bei Bau & Einrichtung hat man sich am Vorbild alter nordischer Bauten orientiert und diese natürliche Bauweise mit Elementen der modernen Kunst, mit historischen Stücken. Man verzichtete auf Prunk und Protz, mit Liebe zum Detail. Die mediterrane Stimmung, die Sie bei Fam. Brondke spüren, war zwar nicht beabsichtigt, ist aber eine willkommene Abwechslung zum sonstigen gastronomischen Einheitsbrei.

Zimerausstattung:

* mit Dusch- oder Wannenbad

* TV, Radio/Wecker

* Kajütmöbeln

* Schreibsekretären

* offenen Garderoben

* Rattangarnituren

* Originalkunstwerken

Generelle Hinweise:
  • Der Darß ist ein Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Durch die abtauenden Gletscher vor rund 12.000 Jahren trat die Ostsee über die Ufer und überschwemmte riesige Landflächen. Inseln bildeten sich und das Meer trug Sand ab und spülte es woanders wieder an. Es bildeten sich Halbinseln, lange Nasen, Sandhaken, Nehrungen. Dieser Prozess hält heute noch an. Eine Naturlandschaft im wahrsten Sinne des Wortes und eines der größten Schutzgebiete Europas dazu.
  • Die Gruppengröße dieser Reise beträgt 6 - 15 Personen. Sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht werden, kann die Reise bis 3 Wochen vor Reiseantritt abgesagt werden. Sollte der Fall eintreten, versuchen wir immer die Reise trotzdem durchzuführen. Falls dies nicht möglich ist, erstellen wir Ihnen gerne ein schönes Alternativangebot.
  • Aufpreis bei 6 - 8 Teilnehmern: + 40,00 Euro pro Person
Ermäßigungen
  • NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
  • Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
Zahlungsmodalitäten
  • Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 10 %
  • Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
  • Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann birdingtours bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an.
Anforderungen der Reise
  • leicht, keine Schwierigkeiten
Leistungen
  • 6 Übernachtungen in einem sehr schönen Landhaus
  • 6 x Frühstück
  • 6 x Abendessen
  • 3x Suppe am Mittag im Landhaus
  • 2 x Lunchpaket
  • Kutschfahrt
  • Radmiete
  • sehr erfahrene Reiseleitung
Nicht enthaltene Leistungen
  • Fahrgemeinschaften vor Ort
  • Anreise bis auf den Darß
Reiseleiter
  • Stefan Lilje (Darss & Zingst)
  • Christopher Engelhardt
  • Carsten Brinckmeier
Veranstalter: birdingtours GmbH
Reisebericht 2011 1. Termin

Reisebericht Birdingtours-Reise vom 03.10. - -09.10. 2011 in die Vorpommersche Boddenlandschaft

Zeit: 03.10. - -09.10.11

Unterkunft: Landhaus Martens in Bresewitz

Teilnehmerzahl: 21

Reiseleiter: Paul Vinke und Stefan Lilje

Zum Teil sonniges Herbstwetter, beeindruckende Landschaft mir wildem Ostseestrand, Weitblick übers Meer, ruhigem Boddenufer, urwüchsigen Wäldern, Steilküste ..., eine sehr gemütliche Unterkunft mit engagierten Gastgebern und leckerem Essen ... Natürlich tausende Kraniche – auf ihrem Weg von oder zu ihren Schlafplätzen, im Flachwasser oder auf der Insel Kirr stehend, an ihren Fraßplätzen ..., eine harmonische Reisegruppe. Insgesamt: wunderschöne Vogelbeobachtungen und Landschaftseindrücke – was will man mehr?

Höhepunkte der Reise:

03.10. Montag

Beobachtungen am Zingster Strom mit Wanderfalken, Seeadlern und diversen Enten und Gänsen, ersten Silberreihern sowie von Kranichen, die sich teilweise ins Flachwasser am Ufer der Insel Kirr stellen und dabei wunderbar zu beobachten sind. ein schöner Einstieg in erlebnisreiche Vogeltage an Darß und Zingst ...

04.10. Dienstag

Wanderung durch den urwüchsigen Dünen-Kiefernwald bei Prerow mit den Spuren der vormaligen Harzgewinnung an alten Kiefern und viele Meisen, weiter am Nordstrand Richtung Darßer Nothafen. Dort sind einige Watvogelarten wunderbar nah zu beobachten, zum Teil nur 20 m entfernt: Pfuhlschnepfe, Kiebitzregenpfeifer, Austernfischer, Sandregenpfeifer, Alpenstrandläufer, Sanderling …

Weiter zum Leuchtturm Darßer Ort – unterwegs blühen noch Bergsandglöckchen, Sandstrohblume, Frauenflachs … .

Nach einer Mittagspause am Strand oder im Leuchtturmgehöft Führung mit einem Nationalparkranger durch die natürliche Dünenlandschaft mit Primär-, Weiß-, Grau- und Braundünen und Blick auf die Strandseen und neu entstehenden Sandhaken. Auf den Dünen stehen röhrende Rothirsche mit ihrem Harem, mitten am Tag, im Hintergrund die Ostsee – ungewöhnlich und beeindruckend, das größte freilebende Säugetier in Deutschland so gut zu beobachten. Auch Silberreiher, Seeadler, Zwergtaucher, verschieden Enten und Watvögel sind zu beobachten. Besonders im sonnigen Abendlicht ein einmaliges Landschaftserlebnis!

Schließlich gemütliche Kutschfahrt zurück nach Prerow.

05.10. Mittwoch

An der Barther Oie - man möchte fast sagen natürlich – mehrere Seeadler, aber auch Kormorane, zunächst auf Reusen ruhend, sich dann zur Gemeinschaftsjagd sammelnd, Reiher- und Pfeifenrten … Von Müggenburg aus ein Blick auf die Kirr, wo viele Gänse Nahrung suchen – u.a. auch eine Schneegans – Tafel-, Krick- und Pfeifenten zu beobachten sind ..

Bei der Fahrradtour vom Hotel Schlösschen zum Pramort und beim Spaziergang zur Hohen Düne ziehen u.a. diverse Limikolen, Königsfarn, Prachtnelke und Wanderfalken den Blick auf sich. Besonders beeindruckend ist der Blick von Hohen Düne auf den unberührten Strand und die weite Ostsee bis nach Hiddensee. Die abendliche Beobachtung des Kranicheinflugs ist grandios: Zum Teil direkt über uns ziehen tausende Kraniche zu ihren Schlafplätzen vor uns im Flachwasser. Zum Glück beginnt es erst bei der Rückfahrt kurz vor dem Hotel Schlösschen zu regnen!

06.10. Donnerstag

Wegen der schlechten Wetterprognose entschließen wir uns zu einem Ausflug in die „Perle an der Ostsee“ - Stralsund, wegen seiner durch die Backsteingotik geprägten Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt. Eine Stadtführung sowie die Besteigung eine Kirchturms bringt uns diese Stadt näher – einer weiter Höhepunkt für viele der Besuch des Meeresmuseums und des Ozeaneums.

Nach dem Abendessen schauen wir ein Video zum „Vogelleben im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft“ und bekommen dabei auch einen Einblick in die Vogelbrutzeit hier.

07.10. Frreitag

Die Tour an der Festlandsküste ermöglicht einmalige Kranichbeobachtungen an der Ablenkfütterung bei Günz, Film und Ausstellung im Kranich-Zentrum bringen uns die „Vögel des Glücks“ noch näher, leider sind die Kraniche vor der umgebauten Beobachtungsscheune „Utkiek“ in Hohedorf gerade gestört worden und weggeflogen …

Dafür werden wir am Prohner Stausee mit außergewöhnlichen Beobachtungen entschädigt: Bei sehr flachem Wasserstand im Stausee sind u.a. Grünschenkel und Sandregenpfeifer zu beobachten, viele Kanadagänse und Möwen gönnen sich sich ein Süßwasserbad – und aus einmal schwimmt eine Fischotter nahe bei uns durchs Flachwasser und muss auf seiner Flucht vor uns schließlich kurz sogar ganz aus dem Wasser über eine Schlammbank laufen, so dass man in sicher erkennen kann. Toll – wie auch die Raubseeschwalben „mit der Möhre im Gesicht“ , die auf Steinen sitzend im Bodden gut zu beobachten sind.

Vom kleinem Barhöfter Strand aus gelingen Beobachtu8ngen diverser, leider oftmals weit entfernter Vögel, u.a. eine Gruppe von ca. 40 Säbelschnäblern, die immer wieder von einem Wanderfalken aufgescheucht wird, viele Weiteren Limikolen, tausenden Enten, einigen Raubseeschwalben und schließlich sogar einer Schmarotzerraubmöwe.

Der Aussichtsturm bei Barhöft ermöglicht einen beeindruckenden Rundblick über Westrügen, Hiddensee, Bock und den Ostzingst.

Und schließlich der Einflug von Unmengen Kranichen zum Schlafplatz am Pramort bei Kinnbackenhagen. Leider wird unsere Beobachtung von einsetzendem Regen gestoppt … .

08.10. Samstag

Für die Frühaufsteher präsentieren sich abertausende Kraniche und Gänse, die auf dem Kirr und auf der Oie bzw. im Flachwasser vor der Barther Oie übernachteten – machmal ist der ganze Himmel vor der Barther Kirch voller Vogelschwärme – sehr beeindruckend!

Nach dem Frühstück suche wir am Prerowstrom vergebens den Eisvogel, dafür präsentieren sich sehr nah und gut zu erkennen Löffel-, Krick- und Schnattente sowie ein Zwergtaucher.

Am wilden Weststrand des Darßes mit seinen Windflüchtern und umgestürzten Bäumen, frischen Küstenabbrüchen, freigespülten Torfschichten – für mich der schönste Strand Deutschlands – präsentiert sich die Ostsee als wildes Meer mit schaumgekrönten Wellen. Besonders beeindruckend ist der Regenbogen, der sich über die See spannt.

Am Nachmittag ist es regnerisch – daher zum Teil Besuch in der Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten oder – für die Unentwegten - Spaziergang durch das urwüchsige Ahrenshooper Holz mit seinen umgestürzten Bäumen, totholzbewohnenden Pilzen und riesigen Stechpalmen und an der Steilküste mit Lehmkliff bei Ahrenshoop.

09.10. Sonntag

Für die wenigen noch nicht losgefahrenen Mitreisenden noch ein artenreicher sonniger Beobachtungsvormittag: Auf den Wiesen an der Meinigenbrücke sind Gänseschwärme gut zu beobachten – neben Weißwangen-, Bläss- und Graugänsen sogar Tunda- und Waldsaatgänse! Toll auch der große, direkt über uns fliegende Zwergschwan-Schwarm.

Auch der Besuch am Strand zwischen Prerow und Zingst erweist sich als sehr lohnend: Ohrentaucher und Gänsesäger direkt vor uns, weiter entfernt Bergenten und über die Ostsee ziehend u.a. Kornweihe, Nonnengänse, Sperber und schließlich sogar ein Raubwürger, der gerade glücklich die Küste erreicht ...

Schon am Morgen war es unter den Kranichen auf dem Kirr ungewöhnlich unruhig, viele flogen sehr spät los. Es deutete sich schon an: Heute, bei dem sonnigen Wetter, ist für viele Tiere der Tag des Weiterziehens gekommen. So konnte ich auf meiner Heimfahrt Richtung Westen immer wieder große Kranichschwärme – oftmals mehrere hundert Tiere – in der Thermik kreisend oder westwärts ziehend beobachten, einmal auch eine Gruppe auf einem Acker rastend. Zwischen Darß und Lübeck insgesamt sicher 20 Trupps und mehrere tausend Tiere – Kranichzug live, sehr beeindruckend!

Stefan Lilje

Artenliste Vögel (100 Arten) und andere
  • Zwergtaucher
  • Ohrentaucher
  • Haubentaucher
  • Kormoran
  • Silberreiher
  • Graureiher
  • Höckerschwan
  • Zwergschwan
  • Tundrasaatgans
  • Waldsaatgans
  • Blässgans
  • Graugans
  • Kanadagans
  • Kanada- x Graugans
  • Weißwangengans
  • Schneegans
  • Brandgans
  • Pfeifente
  • Schnatterente
  • Krickente
  • Löffelente
  • Spießente
  • Stockente
  • Reiherente
  • Bergente
  • Tafelente
  • Eiderente
  • Schellente
  • Gänsesäger
  • Mittelsäger
  • Seeadler
  • Rohrweihe
  • Kornweihe
  • Habicht
  • Sperber
  • Rotmilan
  • Mäusebussard
  • Turmfalke
  • Wanderfalke
  • Teichhuhn
  • Blässhuhn
  • Kranich
  • Austernfischer
  • Säbelschnäbler
  • Goldregenpfeifer
  • Kiebitzregenpfeifer
  • Kiebitz
  • Sanderling
  • Alpenstrandläufer
  • Bekassine
  • Großer Brachvogel
  • Pfuhlschnepfe
  • Uferschnepfe
  • Dunkler Wasserläufer
  • Grünschenkel
  • Flussseeschwalbe
  • Brandseeschwalbe
  • Raubseeschwalbe
  • Schmarotzerraubmöwe
  • Lachmöwe
  • Zwergmöwe
  • Sturmmöwe
  • Silbermöwe
  • Mantelmöwe
  • Ringeltaube
  • Türkentaube
  • Straßentaube
  • Schwarzspecht
  • Buntspecht
  • Waldkauz
  • Feldlerche
  • Rauchschwalbe
  • Wiesenpieper
  • Bachstelze
  • Zaunkönig
  • Hausrotschwanz
  • Rotkehlchen
  • Schwarzkehlchen
  • Amsel
  • Zilpzalp
  • Wintergoldhähnchen
  • Schwanzmeise
  • Sumpfmeise
  • Haubenmeise
  • Tannenmeise
  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Kleiber
  • Gartenbaumläufer
  • Eichelhäher
  • Elster
  • Dohle
  • Nebelkrähe
  • Kolkrabe
  • Star
  • Haussperling
  • Buchfink
  • Grünling
  • Stieglitz
  • Erlenzeisig
  • Goldammer
  • Moorfrosch
  • Laubfrosch
  • Erdkröte
  • Fuchs
  • Fischotter
  • Rothirsch
  • Reh
  • Eichhörnchen
Reisebericht 2010 1. Termin
Reisebericht Birdingtours-Reise vom 04.-10.10. 2010 in die Vorpommersche Boddenlandschaft

Zeit: 04.-10.10.10

Unterkunft:

Landhaus Martens in Bresewitz

Teilnehmerzahl:

8

Reiseleiter:

Stefan Lilje

Gutes, trockenes, oft sonniges Herbstwetter, beeindruckende Landschaft mir wildem Ostseestrand, Weitblick übers Meer, ruhigem Boddenufer, urwüchsigen Wäldern, Steilküste ..., eine sehr gemütliche Unterkunft mit engagierten Gastgebern und leckerem Essen ... Natürlich tausende Kraniche – auf ihrem Weg von oder zu ihren Schlafplätzen, im Flachwasser oder auf der Insel Kirr stehend, an ihren Fraßplätzen ..., eine harmonische Reisegruppe. Insgesamt: wunderschöne Vogelbeobachtungen und Landschaftseindrücke – was will man mehr?

Höhepunkte der Reise:
04.10. Montag

Beobachtungen an der Meinigenbrücke und am Zingster Strom mit Seeadlern und diversen Enten und Gänsen, ersten Silberreihern sowie von Kranichen, die bei Bresewitz auf den Äckern stehen und schließlich auf den Kirr überfliegen – ein schöner Einstieg in erlebnisreiche Vogeltage an Darß und Zingst ...

05.10. Dienstag

Wanderung durch den urwüchsigen Dünen-Kiefernwald bei Prerow mit den Spuren der vormaligen Harzgewinnung an alten Kiefern und viele Meisen sowie vielen Wintergoldhähnchen – mutmaßlich gerade über die Ostsee gekommen - zum Nothafen Darßer Ort. Dort gelingt uns die Beobachtung von Dunkelwasserläufern, Steinwälzern, Großen Brachvögeln, Pfuhlschnepfen ... . Weiter zum Leuchtturm Darßer Ort – unterwegs blühen noch Bergsandglöckchen, Sandstrohblume, Frauenflachs … . Nach einer Mittagspause am Strand – von dort lassen sich einige Ohrentaucher in der Ostsee beobachten - oder im Leuchtturmgehöft Rundgang durch die natürliche Dünenlandschaft mit Primär-, Weiß-, Grau- und Braundünen und Blick auf die Strandseen und neu entstehenden Sandhaken. Auf den Dünen stehen röhrende Rothirsche, Silberreiher, Seeadler, Zwergtaucher sind zu beobachten. Besonders im sonnigen Abendlicht ein einmaliges Landschaftserlebnis! Schließlich gemütliche Kutschfahrt zurück nach Prerow.

06.10. Mittwoch

An der Barther Oie man möchte fast sagen natürlich Seeadler, aber auch eine Raubseeschwalbe „mit der Möhre im Gesicht“, Bartmeisen im Schilf und eine nah vorbeifliegende weibliche Rohrweihe.

Bei der Fahrradtour vom Hotel Schlösschen zum Pramort und beim Spaziergang zur Hohen Düne ziehen u.a. diverse Limikolen, Königsfarn und Seeadler den Blick auf sich. Mittelsäger fischen auf der Ostsee und werden dabei von Möwen begleitet, die etwas vom Fang abhaben wollen ... Die abendliche Beobachtung des Kranicheinflugs ist grandios: Zum Teil direkt über uns ziehen tausende Kraniche zu ihren Schlafplätzen vor uns auf der Werderinsel bzw. im Flachwasser. Zum Lachen bringt uns ein Wildschwein, das gemächlich durchs Flachwasser watet.

07.10. Donnerstag

Am wilden Weststrand des Darßes mit seinen Windflüchtern und umgestürzten Bäumen, frischen Küstenabbrüchen, freigespülten Torfschichten – für mich der schönste Strand Deutschlands – beobachten wir wunderschön Prachttaucher, einige davon noch in ihren namensgebenden Prachtkleid. Auch Brandseeschwalben zeigen ihre Flugkünste und eine Trauerente zeigt sich. Besonders beeindruckend auch der Kleinspecht, der direkt über und fliegt, nachdem einfach nur seine Stimme exemplarisch vorgespielt wurde...

Am Nachmittag Spaziergang durch das urwüchsige Ahrenshooper Holz mit seinen umgestürzten Bäumen, totholzbewohnenden Pilzen und riesigen Stechpalmen - wie es sich für einen mitteleuropäischen Urwald gehört mit Mittelspecht – und an der Steilküste bei Ahrenshoop.

Nach dem Abendessen schauen wir Videos zum „Vogelleben im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft“ und bekommen dabei auch einen Einblick in die Vogelbrutzeit hier.

08.10. Freitag

Die Tour an der Festlandsküste ermöglicht einmalige Kranichbeobachtungen an der Ablenkfütterung bei Günz, Film und Ausstellung im Kranich-Zentrum bringen uns die „Vögel des Glücks“ noch näher, der Aussichtsturm bei Barhöft ermöglicht einen beeindruckenden Rundblick über Westrügen, Hiddensee, Bock und den Ostzingst. Und schließlich der Einflug von ungefähr 20.000 Kranichen zum Schlafplatz am Pramort bei Kinnbackenhagen über den Bodden vor einem dramatisch roten Abendhimmel – sagenhaft! Vorher noch eine direkt über uns fliegender, letztlich regelrecht schwebender und anschließend direkt vor uns landender Goldregenpfeifer- und Kiebitzschwarm – sehr beeindruckend!

09.10. Samstag

Für die Frühaufsteher präsentieren sich wieder viele Kraniche und Gänse, die auf dem Kirr bzw. im Flachwasser vor der Barther Oie übernachteten.

In Prerow suchen wir vergebens den Eisvogel, genießen aber das sonnige Wetter am Strand und auf der Seebrücke und beobachten u.a. Schellente und Zwergtaucher.

Nachmittags beobachten wir an der Barther Oie wieder viele Enten und natürlich Seeadler, auch Bartmeisen zeigen sich.

Auf einer Wiese bei Müggenburg schließlich ein großer Nonnen-, Grau- und Bläßgansschwar- und auch einige Tundrasaatgänse zeigen sich. Regelmäßig fliegt ein Seeadler über und lässt alle Gänse aufgeregt auffliegen...

10.10. Sonntag

Nach einem sonnigen Spaziergang am Zingster Strom mit nochmals vielen Seeadlern, einer grunzenden Wasserralle Abschied von der wunderbaren Boddenlandschaft!

Artenliste Vögel (105 Arten) und andere Wirbeltiere
  • Prachttaucher
  • Zwergtaucher
  • Ohrentaucher
  • Haubentaucher
  • Kormoran
  • Silberreiher
  • Graureiher
  • Höckerschwan
  • Schwarzschwan
  • Tundrasaatgans
  • Blässgans
  • Graugans
  • Kanadagans
  • Weißwangengans
  • Brandgans
  • Pfeifente
  • Schnatterente
  • Krickente
  • Löffelente
  • Stockente
  • Reiherente
  • Bergente
  • Tafelente
  • Eiderente
  • Trauerente
  • Schellente
  • Mittelsäger
  • Seeadler
  • Rohrweihe
  • Kornweihe
  • Rotmilan
  • Mäusebussard
  • Turmfalke
  • Teichhuhn
  • Wasserralle
  • Blässhuhn
  • Kranich
  • Austernfischer
  • Goldregenpfeifer
  • Kiebitzregenpfeifer
  • Kiebitz
  • Steinwälzer
  • Alpenstrandläufer
  • Bekassine
  • Großer Brachvogel
  • Pfuhlschnepfe
  • Dunkler Wasserläufer
  • Grünschenkel
  • Kampfläufer
  • Küsten- oder Flussseeschwalbe
  • Brandseeschwalbe
  • Raubseeschwalbe
  • Lachmöwe
  • Sturmmöwe
  • Silbermöwe
  • Mantelmöwe
  • Ringeltaube
  • Türkentaube
  • Straßentaube
  • Schwarzspecht
  • Buntspecht
  • Mittelspecht
  • Kleinspecht
  • Feldlerche
  • Rauchschwalbe
  • Wiesenpieper
  • Bachstelze
  • Zaunkönig
  • Heckenbraunelle
  • Hausrotschwanz
  • Rotkehlchen
  • Steinschmätzer
  • Amsel
  • Zilpzalp
  • Wintergoldhähnchen
  • Bartmeise
  • Schwanzmeise
  • Sumpfmeise
  • Weidenmeise
  • Haubenmeise
  • Tannenmeise
  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Kleiber
  • Gartenbaumläufer
  • Eichelhäher
  • Elster
  • Dohle
  • Saatkrähe
  • Nebelkrähe
  • Kolkrabe
  • Star
  • Haussperling
  • Feldsperling
  • Bergfink
  • Buchfink
  • Grünling
  • Stieglitz
  • Erlenzeisig
  • Bluthänfling
  • Gimpel
  • Fichtenkreuzschnabel
  • Goldammer
  • Wasserfrosch
  • Wildschwein
  • Rothirsch
  • Reh
  • Fledermäuse
Reisebericht 2. Termin

Reisebericht Darß, 11.-17.10.2010

Teilnehmer: 12

Reiseleiter: Paul Vinke

Eine Woche mit ganz überwiegend bilderbuchmäßigem Herbstwetter bescherte uns viele interessante Beobachtungen. Arten wie Ohren- und Prachttaucher, Raufußbussard und Zwergschwan konnten gut beobachtet werden, ganz zu schweigen von ganzen Wolken von Kranichen auf ihrem Flug zwischen den Feldern und ihren Schlafplätzen in den flachen Boddengewässern. Auch Säugetiere waren z.B. mit Rothirsch, Fuchs und Wildschwein gut vertreten. Für viele Teilnehmer begann jeder Tag noch vor dem Frühstück mit einem gemeinsamen Morgenspaziergang zum Abflug der Kraniche von den Inseln Oie und Kirr unmittelbar neben unserer Unterkunft. Insgesamt konnten in der Woche 114 Vogelarten beobachtet werden.

11.10.

Nach einer Vorstellungsrunde und der Begrüßungssuppe im Landhaus Martens hielt es uns nicht lange in der Unterkunft. Von der Meiningenbrücke und dem Deich aus konnten wir uns einen ersten Eindruck vom Vogelleben in der herbstlichen Boddenlandschaft machen. Auf Anhieb fanden wir einen Wanderfalken, zwei Seeadler und viele Gänse und Enten rund um die Insel Kirr. In der einsetzenden Dämmerung konnten wir ein erstes Mal den abendlichen Einflug der Kraniche bestaunen und eine große Gruppe Zwergschwäne zog an uns vorüber (56 Vogelarten).

12.10.

Früh brachen wir auf und unternahmen bei herrlichstem Wetter eine längere Strandwanderung zum Darßer Ort. Auf dem Weg durch den Wald sahen wir zahlreiche rastende Wintergoldhähnchen, verschiedene Meisenarten und den vielleicht letzten Gartenrotschwanz des Jahres. Am Strand zeigten sich Mittelsäger, Zwergmöwen und eine Trauerente. Rund um den Hafen am Darßer Ort ließen sich Alpenstrandläufer, Sandregenpfeifer, Zwergtaucher und Silberreiher beobachten. Greifvögel waren gut vertreten und so sahen wir hier zwei Wanderfalken, mindestens vier Seeadler, einen Merlin und einen durchziehenden Raufußbussard, sowie ziehende Sperber und Mäusebussarde. Nach einer Pause am Leuchtfeuer und einem Besuch des Natureums Darßer Ort erkundeten wir den Rundwanderweg durch die Dünenlandschaft. Begeleitet wurden wir von einer Nationalparkrangerin, die uns anschaulich die Entstehungsgeschichte der Ostsee und der Landschaft am Darß erklärte. Unterwegs sahen wir vorbeiziehende Weißwangengänse und Eiderenten, während auf den Strandseen viele Pfeifenten und Zwergtaucher zu beobachten waren. Da am Darßer Ort nicht gejagt werden darf, zeigten sich viele Rothirsche ganz offen in den Dünen vor uns und ihr Röhren war weithin zu hören. Über die Sandwege ging es mit der Pferdekutsche schließlich durch den Darßwald zurück nach Prerow (75 Vogelarten).

13.10.

Unsere erste Exkursion führte uns in die Nähe von Müggenburg. Dort konnten wir vom Deich aus bequem Bläss- und Weißwangengänse beobachten. Kraniche zogen am Himmel und im Schilf vor uns flogen immer wieder kleine Gruppen von Bartmeisen auf. Bevor wir unsere Fahrräder in Empfang nahmen, blieb noch etwas Zeit für einen Kaffeepause bei warmem Herbstwetter im Biergarten des Hotels „Schlösschen“ an den Sundischen Wiesen. Mit dem Rad ging es dann weiter zum Pramort, wo wir abends den Einflug der Kraniche beobachten wollten. Entlang der Strecke begegneten uns mehrfach Seeadler, Kolkraben und Blässgänse, Mäusebussarde zogen in großer Zahl über den Zingst gen Westen. Bis die Kraniche von den Feldern zurückkehrten, hatten wir noch Zeit für eine Wanderung zur „Hohen Düne“. Wieder sahen wir viele rastende Wintergoldhähnchen, aber auch vier Silberreiher und einen Raufußbussard. An der Küste angekommen zogen häufig Mittelsäger vorm Strand entlang und auf der Ostsee sahen vier Ohrentaucher bei der Jagd nach kleinen Fischen. Am Pramort selbst ließ der Kranicheinflug noch eine Weile auf sich warten, doch eine Kornweihe, ein Habicht, ein Wildschein, ein Fuchs und Rotwild ließen uns die Zeit nicht lang werden. Auf den Wattflächen waren zahlreiche Kiebitzregenpfeifer, Pfuhlschnepfen, Große Brachvögel und hunderte verschiedener Enten versammelt. Etwa 15.000 Kraniche hatten sich dann an diesem Abend vor uns im Windwatt eingefunden, bevor wir schließlich von zahlreichen Fledermäusen begleitet aufbrachen (75 Vogelarten).

14.10.

An diesem Tag suchten wir die Kraniche, die wir bisher nur an ihren Schlafplätzen gesehen hatten, tagsüber auf den Feldern auf. Schnell wurden wir fündig, neben vielen kleinen Trupps fanden wir einen Schwarm von etwa 8.000 Kranichen auf einem einzigen Acker! Auch hunderte Saat- und Blässgänse waren hier zu sehen. Weiter ging es zum Richtenberger See, wo wir Zwergschwäne und die mittlerweile auch in Vorpommern heimischen Nilgänse sahen. Am Barther Hafen stärkten wir uns bei Kaffee und Kuchen und besichtigten die mittelalterliche Backsteinkirche Sankt Marien. Den Tag beschlossen wir mit einer Wanderung zum Barther Bodden, wo sich Zwergschwäne, Seeadler und viele Kiebitze zeigten (56 Vogelarten).

15.10.

Unsere erste Station war eine Kranich-Ablenkfütterung, an der die Vögel recht gut an Besucher gewöhnt waren, so dass man Gelegenheit bekam, einzelne Familien und das Verhalten der Vögel bei der Nahrungssuche genauer zu studieren. Einige Graugänse, zwei Seeadler und ein fast gänzlich weißer Mäusebussard waren hier ebenfalls zu sehen. Im Kranichzentrum Groß Mohrdorf besuchten wir die Ausstellung und sahen einen Film, der uns alle Stationen eines Kranichjahres in Vorpommern mit beeindruckenden Bildern näher brachte. Den Rest des Tages verbrachten wir am Strelasund. Auf einer großen Sandbank vor Barhöft ließen sich mit dem Spektiv unzählige Wasservögel beobachten. Hier sahen wir unter anderem Zwergschwäne, Säbelschnäbler, Pfuhlschnepfen, eine für die Jahreszeit recht späte Flussseeschwalbe und ganze 12 Seeadler. Von einem Aussichtsturm hatten wir einen weiten Ausblick über die Boddenlandschaft von Stralsund über Rügen und Hiddensee bis Zingst. Am Prohner See sahen wir schließlich noch die ersten Bergenten des Herbstes, bevor wir den eindrucksvollen Schlafplatzflug der Kraniche bei Kinnbackenhagen erlebten (63 Vogelarten).

16.10.

Unseren letzten ganzen Tag verbrachten wir wieder an der Ostsee. Die Hauptattraktion am Darßer Weststrand waren ganze neun Prachttaucher, die sich vom Ufer aus gut mit dem Spektiv betrachten ließen. Eine letzte Brandseeschwalbe des Jahres eilte am Strand entlang und eine hier eher seltene Heringsmöwe war zu sehen. Bei Ahrenshoop besuchten wir einen urtümlichen Wald mit vielen großen abgestorbenen Bäumen und einem dichtem Unterwuchs aus Stechpalmen, doch erschwerte starker Wind die Suche ach Vögeln in den rauschenden Wipfeln. An den Stränden von Ahrenshoop und Wustrow sahen wir zu guter letzt noch Alpenstrandläufer und eine weitere Heringsmöwe. Unsere letzte Nacht im Landhaus Martens war erfüllt vom ununterbrochenen Rufen tausender Kraniche am nahen Schlafplatz, die offenbar am nächsten Morgen ihren Rastplatz in Vorpommern verlassen wollten (58 Vogelarten).

17.10.

Das abschließende Wunschprogramm führte uns erneut über die Felder zu den Futterplätzen der Kraniche. Noch vor den Kranichen fanden wir einen großen Schwarm aus Saat-/ Bläss-/ und Graugänsen. Euch Seeadler, Eichelhäher und viele Kleinvögel ließen sich hier beobachten. Bei schönem Wetter verließen an diesem Tag tatsächlich große Kranichschwärme ihren Rastplatz in Vorpommern und zogen laut rufend gen Südwesten ab. Nachdem wir ein letztes Mal Kraniche beobachtet hatten, trennten wir uns voneinander. Glücklich konnte sich eine Teilnehmerin schätzen, die als einzige noch einmal zur Unterkunft musste und der auf dem Rückweg noch ein Eisvogel und einige Goldregenpfeifer gezeigt werden konnten (60 Vogelarten).

Artenliste:
  • Prachttaucher
  • Zwergtaucher
  • Ohrentaucher
  • Haubentaucher
  • Kormoran
  • Graureiher
  • Silbereiher
  • Höckerschwan
  • Zwergschwan
  • Singschwan
  • Blässgans
  • Saatgans
  • Graugans
  • Kanadagans
  • Hybrid Grau- x Kanadagans
  • Nonnengans
  • Nilgans
  • Pfeifente
  • Schnatterente
  • Krickente
  • Stockente
  • Spießente
  • Löffelente
  • Tafelente
  • Reiherente
  • Bergente
  • Schellente
  • Trauerente
  • Eiderente
  • Gänsesäger
  • Mittelsäger
  • Seeadler
  • Rotmilan
  • Sperber
  • Habicht
  • Mäusebussard
  • Rauhfussbussard
  • Kornweihe
  • Merlin
  • Turmfalke
  • Wanderfalke
  • Wasserralle
  • Teichhuhn
  • Blässhuhn
  • Kranich
  • Goldregenpfeifer
  • Kiebitzregenpfeifer
  • Sandregenpfeifer
  • Kiebitz
  • Austernfischer
  • Säbelschnäbler
  • Alpenstrandläufer
  • Dunkelwasserläufer
  • Rotschenkel
  • Grünschenkel
  • Bekassine
  • Pfuhlschnepfe
  • Großer Brachvogel
  • Lachmöwe
  • Zwergmöwe
  • Sturmmöwe
  • Heringsmöwe
  • Silbermöwe
  • Mantelmöwe
  • Brandseeschwalbe
  • Flussseeschwalbe
  • Straßentaube
  • Ringeltaube
  • Türkentaube
  • Schwarzspecht
  • Buntspecht
  • Kleinspecht
  • Eisvogel
  • Feldlerche
  • Wiesenpieper
  • Bachstelze
  • Zaunkönig
  • Rotkehlchen
  • Hausrotschwanz
  • Gartenrotschwanz
  • Amsel
  • Wacholderdrossel
  • Rotdrossel
  • Singdrossel
  • Zilpzalp
  • Wintergoldhähnchen
  • Bartmeise
  • Schwanzmeise
  • Haubenmeise
  • Tannenmeise
  • Sumpfmeise
  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Waldbaumläufer
  • Gartenbaumläufer
  • Kleiber
  • Eichelhäher
  • Elster
  • Dohle
  • Saatkrähe
  • Nebelkrähe
  • Kolkrabe
  • Star
  • Haussperling
  • Feldsperling
  • Buchfink
  • Bergfink
  • Grünfink
  • Stieglitz
  • Hänfling
  • Berghänfling
  • Erlenzeisig
  • Birkenzeisig
  • Goldammer
  • Rohrammer
Reisebericht 3. Termin

Carsten Brinckmeier als Reiseleiter

7 Teilnehmer

Höhepunkte:
  • Riesige Gruppen Kraniche abendlich am Schlafplatz
  • Wasserrallen-Jungvögel auf offener Schlammfläche mit vielen Limis im Ottosee mit extremem Niedrigwasser
  • Trauerente (Erpel) in der Brandung tauchend
  • Habicht-Dame kröpfend am Schilfsaum im Spektiv (mit Krickenten-Festmahl)
  • Merlin im rasanten Flug an der Gr. Kirr
  • Sperber sehr nah beim Kaffeetrinken in Born
  • Aussicht auf dynamische Küstenlandschaft von Barhöft aus
  • Schneeammern auf der Halbinsel Bresewitz
  • Ohrentaucher auf der Ostsee, der immer näher kommt
  • Mittelspecht ganz nah im Darßwald
  • Raubwürger auf Bresewitzer „Eastend“
Zusammenfassung:

117 Arten, darunter auch spät erscheinende Wintergäste (Schneeammer), Arten auf dem Meer (Trauer- und Eiderente, Hauben-, Rothals- und Ohrentaucher) und Waldvögel (Mittel- und Schwarzspecht), 11 Greifvogelarten, 14 Limikolenarten, aber keine Sing- und keine Rotdrossel (lag nicht offensichlich am Wetter), kein Strandpieper (lag offensichtlich am Wetter); Kranich Höchststand: 57.000 an den Schlafplätzen, von denen wir 5-10.000 gesehen haben, in den letzten Tagen starker Zuzug von Kiebitz, Nonnengans und Goldregenpfeiffer.

1. Tag: Bülten bei Bresewitz, Zingster Strom und Kirr

Bei strahlendem Sonnenschein, aber kühlem Wind fing unsere Tour an. Erstes Ziel: Die Flachwassergebiete am Zingster Strom und die Insel Kirr. Zunächst mussten wir auf die Halbinsel „Zingst“gelangen. Bei einem Zwischenstopp am „Isthmus“ zwischen Bodtstetter und Barther Bodden dann bereits erste Zwergschwäne. Seltsamerweise keine Watvögel auf den ausgezeichneten Schlammflächen zwischen den Bülten. Wir sollten später herausbekommen warum diese sich getrollt hatten von diesen Flächen. Vom Stopp an den Wellenwiesen aus dann zu Fuß auf den Deich direkt beim Zingster Strom. Hier hatten wir gleich Glück mit ersten Greifvögeln: Wanderfalke und mindestens 5 Seeadler, die immer mal wieder Durcheinander in die Scharen der Enten brachten, die dort ufernah oder in den Prielen der Kirr lagerten. Pfeiffenten waren nicht überraschend, aber Löffel- und Spießenten sind im Oktober schon nicht mehr häufig. Zum Abschluss machte uns noch ein Merlin den Gefallen das Nordufer der Großen Kirr abzufliegen. Gut dass wir etwas erhöht standen, denn der schnelle Falke schoss doch sehr tief mit seinen spitzen Flügeln und seiner leicht an Wanderfalke erinnernenden Silhouette Richtung seines Winterquartieres davon. So bekam er auch nichts mit von den kleinen Meisentrupps, die ihm noch als Mahlzeit hätten dienen können, die wir aber schön gesehen haben (Schwanzmeisen mit vielen weißen Köpfen).

2. Tag: Nordstrand, Darßer Ort und Neudarß

Der Tag begann mit leichtem Regen. Bei solch einem Wetter ist der Nordstrand idealerweise fast menschenleer. So wurde es ein Limikolentag, der aber noch nicht als solcher erkennbar war als die ersten Sanderlinge wie üblich am Spülsaum entlangtippelten. Unter ihnen waren auch einige geschuppte diesjährige, was besonders hübsch anzusehen war bei solchen, die mal eine Tippelpause eingelegt hatten, ein Bein hochgezogen und in dieser Schlafpose prima im Spektiv zu sehen waren. Auch zwei Rothalstaucher und eine Zwergmöwe gehörten zu den Strand-Highlights.

Im Ottosee war das Wasser so tief, dass sich auf den Schlammflächen einiges einfinden konnte: Sehr überrascht

waren wir über 2 juv Wasserrallen, die wegen nicht so ausgedehntem Rot im Schnabel und insgesamt wärmeren

Farbtönen zunächst an noch Selteneres denken ließen. Für viele das erste mal so eine freiflächenhafte

Beobachtung. Dunkler Wasserläufer, Grünschenkel und allerlei weitere Watvögel waren über den Tag verteilt noch

zu sehen, so dass es am Ende 12 Arten Limikolen waren. Ein schöner Kontrast dazu, die zunächst ruhigen Wälder:

Besonders hübsch dann wenn innerhalb Minuten an einer Sandkiefernstelle Tannen-, Kohl-, Weiden -, Blaumeise,

Kleiber, Winter- und Sommergoldhähnchen, Waldbaumläufer, Buchfink und Eichelhäher auftauchen – ein richtiger

„Bird-Pod“ wie man auf englisch solch einen Kleinvogelauflauf nennt. Ein Highlight war sicher auch unser Führer

Herr Bartz, der uns nicht nur die Entwicklung der Ostsee erklärte, sondern auch Zeit gab nach Meeresenten zu

suchen. Die ließen dann gar nicht lange auf sich warten: Eider- und ein sehr naher Trauerenten-Erpel, das war schon

was. Später dann noch mal allerlei Enten, Wasserläufer, Austernfischer am Lippert- und Fukarek-See und natürlich

Hirsche und Wildschweine.

Am Ende des Tages schon 82 Arten.

3. Tag: Klein Kirr, Salzhaken, Osterwald und Pramort

Der Stopp vor der Haustüre viel gleich etwas länger aus. Beim Blick nach Südwest fliegt über den Wiesen ein Bussard, der sofort unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht durch seine scharf gegen die weiße Schwanzwurzel abgesetzte Endschwanzbinde. Ist es wirklich ein Raufußbussard? Im seitlichen Blick offenbart sich ein dunkler Bauchfleck und auch das Muster im Brustbereich ist ein deutlicher Hinweis auf den nordischen Vetter unseres Mäusebussards. Jetzt fällt auch der leicht gaukelnde Flug mit langen Flügeln auf, der immer wieder von Phasen des Rüttelns und einem schnellen flachen Jagdflug unterbrochen wird. Der ganze Vogel wirkt sehr robust. Immer wieder bekommen wir ihn ins Spektiv. Ein Schwenk mit diesem zur genaueren Bestimmung einiger Schnepfen in den „Bülten“ erbringt gleich den zweiten Höhepunkt des Tages: Eine Habichtdame am Schilfrand sitzt auf ihrer Beute. Im tollen Morgenlicht lässt sich ganz in Ruhe ihre Augenfarbe und ihr Fressverhalten studieren. So etwas sieht man nicht alle Tage. Etwas später an einem sonnigen Waldrand erleben wir zum zweiten Mal einen „Bird-Pod“: Diesmal mit Sumpfmeise, Kleiber, Waldbaumläufer, Buntspecht und kurz aber schön ein paar rotbestirnte Birkenzeisige auf Rast, die wir der nördlichen Population zuordnen können (etwas heller als die Mitteleuropäisch/Südskandinavischen). Der Blick in die kleine Wieck auf den Salzhaken bei immer noch einigen Sonnenphasen bereitet zunächst ein langes Rätselraten um eine nicht ganz einfach gegenüber den Reiherenten abzugrenzende Bergente. Säbelschnäbler und jede Menge Schwimmenten sind auch dabei sowie wieder ein Rothalstaucher. Der erste Bergfink sagt leider nur einmal etwas und ist gar nicht zu sehen.

Der große Ausflug auf den Pramort beginnt mit kurzen Stopps bei Grau- und Bläßgänsen. Später sehen wir auch viele Limikolen auf den großflächig freigefallenen Schlammbänken. Vor allem summasumarum über 100 Kiebitzregenpfeiffer sind doch Bemerkenswert. Darüberhinaus wieder viele Greife: Am Ende des Tages 6 Seeadler und 2 Wanderfalken. Dann kommt die Dämmerung und die Kraniche schweben ein dazu einige andere Übernachtungsgäste, die diesmal schon südlich auf einer großen im Flachwasser liegenden Untiefe Platz nehmen. Ein sehr stürmischer Tag mit vielen besonderen Vögeln aber wenig Finken- und fast keinen Drosseln (ausser 2 Misteldrosseln).

Am Ende des Tages schon 100 Arten (gesamte Reise) und jeden Tag eine Hornisse.

4. Tag: Weststrand, Darßwald, Ahrenshoop, Born und Nadelhaken

Ein sehr stürmischer Tag mit Hagel- und/oder Graupelschauern, den wir am Strand mit einer wild brandenden Ostsee und in den ufernahen Teilen des Darßwaldes verbrachten.

Ahrenshoop und die Steinpackungen am Steinufer entzogen sich an diesem Tag als Lebensraum dem Strandpieper und damit auch uns. Schutz suchend vor dem stürmischen Wetter flüchteten wir in den Hafen von Altenhagen und einige zogen es vor eine literarisch-kulturelle Phase einzulegen. Etwas später war der Sturmtrupp am Strand dann aber so geschickt mit dem ausmanövrieren der Schauergebiete, dass wir eine Eiderente, einige Möwen und auch einen Sperber ausmachen konnten. Im plötzlich sonnigen Wald dann ein großer Meisentrupp mit einer skandinavischen Weidenmeise. Gimpel war zu hören. Langsam erwachte wieder das Jagdfieber auf die nächsten 10 Arten für die Reise. Dass wir ausgerechnet beim Kaffeetrinken in Born gleich Zilpzalp, Dohle und ein wenig später auch Kernbeisser fanden konnte keiner ahnen. Der Nachmittag schickte uns auch eine Sperber-Dame direkt am Kaffeegedeck vorbei: Wie ein bräunlicher Blitz, der wegen der Nähe dennoch seine Sperberung zeigte sie sich, riss aber weder Zilpzalp noch Kernbeisser mit sich.

Ein wenig Umstellung des Tagesablaufes brachte uns an den Landvorsprung, der den Zwischenbereich zwischen den Flachgewässern Bodstedter- und Saaler Bodden markiert: Der Nadelhaken bei Bliesenrade stellte sich tatsächlich als guter Beobachtungspunkt dar. Zwergmöwe, Silberreiher und einige Rotmilane am gegenüberliegenden Ufer.

Am späten Nachmittag waren wir dann bei ganz viel Wind auf der Bresewitzer Halbinsel unterwegs, die wieder viele Kleinvögel u.a. Hänfling zeigte und einige sehr nahe Kranichfamilien. Die Oie war gleich mit 6 Seeadlern und hunderten Krickenten, Goldregenpfeifern gespickt.

Ein Tag mit eher wenigen besonderen Vögeln aber spektakulären Sperberbeobachtungen. Wo sind die Drosseln? Noch immer keine Rotdrossel!

5. Tag: Östliches Festland bis Barhöft

Schon auf dem Weg nach Groß Mohrdorf konnten wir aus einem Auto einen Raufussbussard sehen. Am See „Gür“ bei Günz dann viele Großvögel darunter spektakuläre Kranichbeobachtungen an der Ablenkfütterung. Seeadler, Gänse und Enten waren auch dabei. Nach einem sehr informativen Aufenthalt in der Kranichstation von Mohrdorf ein Rotmilan unterwegs. Der Landvorsprung von Barhöft bot einigen Windschutz, so dass wir vom Hafen aus zahlreiche Wasservögel in Ruhe beobachten konnten. Daß nicht alle rotbeinigen, langbeinigen Watvögel zu dieser Jahreszeit automatisch Dunkle Wasserläufer sind, führte zu einigem Rätselraten. Dennoch: Es blieb bei 2 Wasserläuferarten, die wir schon hatten: Grünschenkel und Dunkle Wasserläufer. Dann der absolute Rundblick auf Hiddensee, die Bockregion und den Kubitzer Bodden vom Turm aus, der auch wieder Kanadagänse, Mittelsäger und zahlreiche Enten (Krick, Pfeif- und Stock) einschloss. Nach einer schönen Pause konnten wir im Uferwald einen Schwarzspecht akustisch orten und kurz darauf seinen Höhlenbaum. Das Gestande mit seinen Uralt-Eichen war einen gemütlichen Spaziergang wert (mit Wanderfalke). Über einer Sandgrube dann doch noch eine neue Art: Eine schöne Männliche Kornweihe. Der Abend wurde bei Kinnbackenhagen mit vielen überfliegenden Kranichen und ein paar Fledermäusen beschlossen.

Fazit: Ein Tag mit sonnigem und später sogar weniger windigem Wetter und vielen Vögeln, die sich auf die großen Flachwassergebiete in der Bockregion verteilen.

6. Tag: Halbinsel Bresewitz, Strandbeobachtungen (West- und Nordstrand), Darßwald und Ahrenshoop

Nach einer sehr windigen und kalten Nacht noch vor Sonnenaufgang an die Ostspitze unserer Halbinsel. Die Kraniche starteten zwar woanders dafür konnten wir im Rotorange des Morgens Tausende Weißwangengänse starten sehen. Unverhofft saß direkt neben uns eine Schneeammer und kurze Zeit darauf eine zweite im niedrigen Gras. Beide Geschlechter zeigten sich uns also: Ein Männchen im SK und ein Weibchen im ersten Winter. Nicht mehr als 5 Meter entfernt – Gäste aus der Tundra. Bartmeisen rufen, verschiedene andere Kleinvögel ziehen – nur keine Drosseln. Mit der Nilgans hätten wir nicht gerechnet, so regnet es noch mal Arten für die Reiseliste. Kraniche waren dann doch noch sehr nah zu sehen.

Noch bevor wir zur Hohen Düne am Prerowstrom kamen, hörten wir sie schon im Wald: Fichtenkreuzschnäbel frisch über die Ostsee geflogen. Über den Tag verteilt dann mindestens 8 Trupps auch am Strandwald. Auf der Ostsee vom Strand aus: Bergenten (jetzt für alle zu sehen), verschiedene Taucher, aber welche? Sicher sind einige Haubentaucher dabei. Einer sieht kompakter aus als die anderen und bewegt sich auf uns zu. Der Kopf hinten eher kantig und ein eher flaches Profil. An den Flanken trägt der offensichtliche mittelgroße Lappentaucher ein scheckiges helles Gefieder. Das Schwarz der Kopfplatte ist vorn scharf abgesetzt und hat hinten eine „Geheimratsecke“. Spätestens als dann ein dunkler mitteldicker Schnabel mit heller Spitze und ein heller Punkt im Schwarz dahinter zu erkennen sind, wird klar, dass es ein Ohrentaucher ist. Jetzt können wir auch am Weststrand nach Prachttauchern suchen. Auf dem Weg dorthin direkt hinter dem Parkplatz Spechtrufe, die etwas weicher als Buntspecht klingen. Kurz darauf ungewöhnlicherweise an Lärchen zwei Mittelspechte und dort wo im Darßwald auch alte Buchen stehen sehen wir zwei Schwarzspechte vorbeizischen. Die Prachttaucher suchen wir vergebens dafür noch viele Eiderenten und ein herrliches Meer. Auf der Rückfahrt zwischen Prerow und Zingst zahlreiche Fledermäuse (ca. 15) schon in der frühen Dämmerung – wohl eine Erscheinung, die mit deren Wanderungen zusammenhängt. Mit den Neuzugängen vom Morgen haben wir jetzt schon insgesamt 113 Vogelarten-Arten festgestellt auf der Reise.

7. Tag: Halbinsel Bresewitz, Abschied und letzte Kranichbeobachtungen

Nach einer moderat windigen und milden Nacht singen morgens die Rotkehlchen und Kraniche sind zu hören. Einige Teilnehmer gehen schon nach dem Frühstück auf einen Bus. In den Äckern der Halbinsel neben anderen Rabenvögeln und einer intermediären Krähe auch eine Rabenkrähe, die uns noch fehlte. Der letzte Ausflug auf die Ostseite der Halbinsel brachte nocheinmal unser Schneeammerpärchen zum Vorschein. Dahinter auf der Oie hatten sich wahre Massen an Limikolen eingestellt: Tausende (nicht zählbar!) Goldregenpfeiffer und Kiebitze, Säbelschnäbler (9!), Dunkler Wasserläufer (1!), Gr. Brachvögel und ein mittlerer Trupp Alpenstrandläufer. Dazwischen wohl ein Kampfläufer, der aber sehr kurz zu sehen war. Lang sahen wir dafür alle die Seeadler, den Raubwürger und eine Rohrweihe. Mit diesen beiden Arten war unsere Liste dann auf beachtliche 117 Arten angeschwollen und alle waren wohl zufrieden, obwohl wir bei einer Spornammer-Suchaktion nicht fündig wurden.

Säugetiere:
  • Reh
  • Rotwild
  • Schwarzwild
  • viele verschiedene Fledermäuse
  • Maus
Amphibien:
  • Teichmolch
  • Erdkröte
Insekten:

Fast täglich eine Hornisse oder eine Hummel (trotz der Kälte).

Farne:

Osmunda regalis – Königsfarn, die große Art aus der Nähe von Pramort.

Die Tippliste der Arten, die über die Zahl 100 hinausgehen hat mit knappen Vorsprung Claudia gewonnen (7!), dann Beatrix gleichauf mit Heide (je 6) und abgeschlagen mit 4 der Reiseleiter auf dem hintersten Platz der Mutigen, die mitgemacht haben.

Anmerkungen:

zu Alpenstrandläufer:

Wir haben sicher keinen davon gesehen, aber wir waren an einem der aussergewöhnlichsten Watvogelbrutplätze in Deutschland: Auf der Großen Kirr kommt vom Alpenstrandläufer die Unterart C. a. schinzii vor. Einziger regelmäßiger Brutplatz im Nationalpark ist die Insel Kirr.

zu Zwergkanadagans:

www.kanadagaense.de

tierdoku.com/index.php

Bilder (kommen noch): teilweise freundlicherweise von Herrn Daum zur Verfügung gestellt (Schneeammer)

Artenliste:
  • Prachttaucher
  • Zwergtaucher
  • Ohrentaucher
  • Haubentaucher
  • Kormoran
  • Graureiher
  • Silbereiher
  • Höckerschwan
  • Zwergschwan
  • Singschwan
  • Blässgans
  • Saatgans
  • Graugans
  • Kanadagans
  • Hybrid Grau- x Kanadagans
  • Nonnengans
  • Nilgans
  • Pfeifente
  • Schnatterente
  • Krickente
  • Stockente
  • Spießente
  • Löffelente
  • Tafelente
  • Reiherente
  • Bergente
  • Schellente
  • Trauerente
  • Eiderente
  • Gänsesäger
  • Mittelsäger
  • Seeadler
  • Rotmilan
  • Sperber
  • Habicht
  • Mäusebussard
  • Rauhfussbussard
  • Kornweihe
  • Merlin
  • Turmfalke
  • Wanderfalke
  • Wasserralle
  • Teichhuhn
  • Blässhuhn
  • Kranich
  • Goldregenpfeifer
  • Kiebitzregenpfeifer
  • Sandregenpfeifer
  • Kiebitz
  • Austernfischer
  • Säbelschnäbler
  • Alpenstrandläufer
  • Dunkelwasserläufer
  • Rotschenkel
  • Grünschenkel
  • Bekassine
  • Pfuhlschnepfe
  • Großer Brachvogel
  • Lachmöwe
  • Zwergmöwe
  • Sturmmöwe
  • Heringsmöwe
  • Silbermöwe
  • Mantelmöwe
  • Brandseeschwalbe
  • Flussseeschwalbe
  • Straßentaube
  • Ringeltaube
  • Türkentaube
  • Schwarzspecht
  • Buntspecht
  • Kleinspecht
  • Eisvogel
  • Feldlerche
  • Wiesenpieper
  • Bachstelze
  • Zaunkönig
  • Rotkehlchen
  • Hausrotschwanz
  • Gartenrotschwanz
  • Amsel
  • Wacholderdrossel
  • Rotdrossel
  • Singdrossel
  • Zilpzalp
  • Wintergoldhähnchen
  • Bartmeise
  • Schwanzmeise
  • Haubenmeise
  • Tannenmeise
  • Sumpfmeise
  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Waldbaumläufer
  • Gartenbaumläufer
  • Kleiber
  • Eichelhäher
  • Elster
  • Dohle
  • Saatkrähe
  • Nebelkrähe
  • Kolkrabe
  • Star
  • Haussperling
  • Feldsperling
  • Buchfink
  • Bergfink
  • Grünfink
  • Stieglitz
  • Hänfling
  • Berghänfling
  • Erlenzeisig
  • Birkenzeisig
  • Goldammer
  • Rohrammer
  • Rothalstaucher
  • Zwergtaucher
  • Ohrentaucher
  • Haubentaucher
  • Kormoran
  • Graureiher
  • Silberreiher
  • Höckerschwan
  • Zwergschwan
  • Blässgans
  • Kanadagans (auch: Zwergkanadagans Branta hutchinsii)
  • Saatgans (UA Waldsaatgans „fabalis“)
  • Graugans
  • Nonnengans/ Weißwangengans
  • Nilgans
  • Trauerente
  • Pfeifente
  • Schnatterente
  • Krickente
  • Stockente
  • Spießente
  • Löffelente
  • Tafelente
  • Reiherente
  • Bergente
  • Schellente
  • Eiderente
  • Gänsesäger
  • Mittelsäger
  • Seeadler
  • Sperber
  • Habicht
  • Mäusebussard
  • Rauhfussbussard
  • Kornweihe
  • Rohrweihe
  • Merlin
  • Turmfalke
  • Wanderfalke
  • Rotmilan
  • Wasserralle, 2 juv
  • Teichralle
  • Blässhuhn
  • Kranich
  • Goldregenpfeifer
  • Kiebitzregenpfeifer
  • Sandregenpfeifer
  • Kiebitz
  • Austernfischer
  • Sanderling
  • Alpenstrandläufer
  • Knutt
  • Dunkelwasserläufer
  • Kampfläufer
  • Pfuhlschnepfe
  • Bekassine
  • Großer Brachvogel
  • Grünschenkel
  • Säbelschnäbler
  • Lachmöwe
  • Zwergmöwe
  • Sturmmöwe
  • Silbermöwe
  • Mantelmöwe
  • Heringsmöwe
  • Straßentaube
  • Ringeltaube
  • Türkentaube
  • Schwarzspecht
  • Buntspecht
  • Mittelspecht
  • Raubwürger
  • Feldlerche
  • Wiesenpieper
  • Bachstelze
  • Zaunkönig
  • Rotkehlchen
  • Amsel
  • Wacholderdrossel
  • Misteldrossel
  • Zilpzalp
  • Wintergoldhähnchen
  • Sommergoldhähnchen
  • Bartmeise (verhört)
  • Schwanzmeise
  • Haubenmeise
  • Tannenmeise
  • Sumpfmeise
  • Weidenmeise
  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Waldbaumläufer
  • Gartenbaumläufer
  • Kleiber
  • Eichelhäher
  • Elster
  • Dohle
  • Saatkrähe
  • Nebelkrähe
  • Rabenkrähe
  • Kolkrabe
  • Star
  • Haussperling
  • Feldsperling
  • Buchfink
  • Bergfink (verhört)
  • Grünfink
  • Stieglitz
  • Hänfling
  • Erlenzeisig
  • Birkenzeisig
  • Fichtenkreuzschnabel
  • Kernbeisser
  • Gimpel (auch Trompetergimpel)
  • Goldammer
  • Rohrammer
  • Schneeammer
Reisebericht 2009

Darß und Vorpommersche Boddenlandschaft Reisebericht Birdingtours-Reise vom 05. bis 11.10.09 Teilnehmerzahl: 12 inkl Reiseleiter Reiseleiter: Carsten Brinckmeier Oft sonniges Herbstwetter, beeindruckende Landschaft, Weitblick übers Meer, ruhige und auch mal stürmische Boddenufer mit Windwatt, urwüchsige Wälder, Steilküste ..., eine nette ländliche Unterkunft mit herzlichen, naturverbundenen Gastgebern und leckerem Essen. Kraniche in Riesenschwärmen, die zu den "Wechselzeiten" den Himmel beherrschen und trotz bereits tausender Gänse in 8 Arte keine Karambolagen im Luftraum verursachen – eine sehr vielgestaltige, interessierte und harmonische Reisegruppe

Höhepunkte:
  • Riesige Gruppen Kraniche abendlich am Schlafplatz
  • Wasserrallen-Jungvögel auf offener Schlammfläche mit vielen Limis im Ottosee mit extremem Niedrigwasser
  • Trauerente (Erpel) in der Brandung tauchend
  • Habicht-Dame kröpfend am Schilfsaum im Spektiv (mit Krickenten-Festmahl)
  • Merlin im rasanten Flug an der Gr. Kirr
  • Sperber sehr nah beim Kaffeetrinken in Born
  • Aussicht auf dynamische Küstenlandschaft von Barhöft aus
  • Schneeammern auf der Halbinsel Bresewitz
  • Ohrentaucher auf der Ostsee, der immer näher kommt
  • Mittelspecht ganz nah im Darßwald
  • Raubwürger auf Bresewitzer „Eastend“

  • Kranicheinflug in die Ostseelagune bei Pramort
  • Kranichstart an der Barther Oie
  • Kraniche auf den dunkelbraunen Äckern Vorpommerns
  • Vielfalt der Gänse
  • Majestetische Seeadler – 14 Beobachtungen
  • Eine späte Raubseeschwalbe oder mehrere
  • Gemeinschaftliche Fischjagd von 8 Prachttauchern
  • 15 Watvogelarten – teilweise ganz nah
  • Ästiger Stachelbart – ein seltener Urwaldpilz
  • Dam- und Rotwild in "Urwäldern" von morgen
1.Tag - Windwatten zwischen den Bodden

Den Tag vor Reisebeginn hatte ein Weststurm die Ostsee nach Osten gedrückt und so konnten die Nachmittagsstunden des ersten Tages genutzt werden, gleich in der Nähe des Hotels die Vögel eines waschechten Windwatts zu beobachten. Dunkle Wasserläufer mussten (oder wollten?) noch schwimmen, während Kiebitze, Alpenstrandläufer und Kampfläufer sich auf den Wattrücken gesammelt ausruhten. Eine Raubseeschwalbe, die selber oder vertreten durch weitere späte Exemplare einen Hauch von Spät-Sommer über die Tage verteilte, zeigte sich hier an der Stelle zwischen den Bodden zum ersten mal. Und dann die ersten Kranicheinflüge auf die Inseln Kirr und Oie.

2.Tag – Kraniche auf weiter Flur

Ein Tag mit viel Sonne, welche die roten Scheitelflecken der Kraniche auf den Feldern und Wiesen zum leuchten brachte. Zunächst ein kleiner Trupp in einer Niederung, die auch einen ersten Seeadler und einen Rotmilan beherbergte. An einem flachen Schilfsee mit einer Ablenkfütterung konnten wir dann eine Gruppe Kraniche und Graugänse so nah beobachten, so dass an einem der Tiere eine ältere Farbberingung erkennbar wurde. In Groß Mohrdorf wurde wir dann multimedial und auch persönlich durch den Leiter des Kranichzentrums über die Situation des Graukranichs im Land und darüber hinaus informiert. Das Mittagessen mit Imbiss in einer Kranichscheune bescherte einen weiteren Seeadler. Von verschiedenen Punkten in und um Barhöft aus hatten wir dank der guten Sicht einen Weitblick auf die Boddenlandschaft bis Rügen. Die Ostseebuchten präsentieren sich hier auch als ein Meer von Schwänen: Bei 6400 Höckerschwänen hat der Reiseleiter aufgehört zu zählen. Klar, dass die nicht alle von hier stammen! Während die Schwäne aber schon sehr ortsfest sind und den anstrengenden Teil ihres Herbstzuges hinter sich haben, konnten wir über dem Bock Trupps von Pfeifenten, Kanadagänsen, Bläßgänsen, Graugänsen und auch eine frühe Gruppe Bergenten auf ihrem Weg nach Südwest beobachten. Der Tagesabschluss mit großen Kranicheinflügen und kleinen Trupps von Goldregenpfeiffern war ein bleibender Eindruck.

3.Tag - Dünen und Wald-Wildnis am Darßer Ort

Ein langer Tag auf Sand und am Meer! Die Wanderung begann im Wald und folgte gewissermaßen der Naturgeschichte: Zunächst Flechtenkiefernwald auf ehemaligen Dünen mit den entsprechenden Arten, die sich (auch) im Nadelholz wohlfühlen (Tannen, Sumpf- und Haubenmeise, sowie Waldbaumläufer). Dann die frischen Strände des Nordufers mit drei Arten von Strandläufern, von denen Sandregenpfeiffer und zwei Knutts besonders wenig scheu waren. Eine Unterbrechung der natürlichen Abfolge stellte für uns eine willkommene Beobachtungschance für weitere Limikolen dar: Der versandete Nothafen am Eingang zur Anlandungswildnis am Darßer Ort. Hier zeigten sich Grünschenkel und Brachvögel, Kiebitz- und Sandregenpfeiffer und eine einsame Pfuhlschnepfe. Den intensiveren Einstieg in die Abläufe in den Kernzonen des Nationalparks bekamen wir erst nach der Überquerung eines Rückens mit Graudünen, in denen Pilze der seltenen Gruppe der Erdsterne wuchsen. Rangerin Heike übernahm dann auf dem Weg zur Enten- und Adlerhorst-Platform. Hier konnten an den "Botaniker-Seen" weitere Watvögel, ein Eisvogel und zahlreiche Enten ausgemacht werden. Und dann die Krönung des Tages: Hirsche mit vielen Enden am Ende der Welt auf einer Dünenkette vor der Brandung der Ostsee - majestetisch flanierend und röhrend.

4.Tag – Gänse in vielen Sorten und Mischungen, sowie mit den Kranichen zu Bett

Schon auf dem Weg zum ersten geplanten Stopp eine erste Überraschung: Nonnengänse, Bläß- und Graugänse gemischt mit gemischten Gänsen -wohl aus den Ursprungsarten Schwanengans und Graugans (und wer weiß was noch dabei war?) Jedenfalls lassen wir die bunten Hybriden leben, denn sie schienen gut auf den Rest der Truppe aufzupassen. Und dann noch: Eine reine Schneegans der hellen Phase! Auf der Kirr gaben sich kleine Gruppen von Gänsen- und Enten sowie eine einsame Raubseeschwalbe ein Stelldichein. Und über der Kirr und unter den Wolken: Schichtweise Tausende von Kiebitzen (3,5 bis 4 Tausend) und Goldregenpfeiffern (ca 2600). Ein Spaziergang im Osterwald bescherte eine lange Nahbeobachtung von wenig scheuen Wildschweinen und einen Einblick in die Entstehung dieses Waldes auf ehemaligen Moorflächen. Die nachmittägliche Radtour an das Ostende von Zingst brachte weitere Gänse und von der hohen Düne durften wir Zaungäste der wilden Strände mit Strandläufern und fern ziehenden Pfeiffenten sein. Der Gimmick des Abends kam aber noch: Tiefflug tausender Kraniche und Landung auf dem vorläufigen Rastplatz auf dem Großen Werder. Dann Tiefflug eines einzelnen Seeadlers und ein vorläufiges Ende der vorläufigen Rast. Nach einer gewissen Beruhigung einige abendliche Tanzschritte und dann der endgültige Einflug in die Flache Lagune am Strand. Der Rückweg bescherte etliche Säugetiere: Marderhund und Fuchs auf der Seite der Beutegreifer und Damwild und Hase auf Seiten der Pflanzenfresser.

5.Tag – Alte Wälder auf Seesand und die Ufer des Barther Boddens

Um noch bei Sonne den Ahrenshooper Eichen-Buchen-Ilex Wald zu genießen wurde der Nachmittag des nächsten Tages vorgezogen. Hier konnten wir Bruthöhlen von Schwarz-, Mittel-, Klein- und Buntspecht sehen, sowie letzteren auch beobachten. Die Prozesse und urwüchsigen Hölzer des alten Schutzgebietes interessierten hier aber mehr als die Gefiederten und so passte es ins Bild, daß wir einen kuriosen und seltenen Pilz der Bann- und Urwälder fanden: Den Ästigen Stachelbart (Hericium ramosum). Am Nachmittag und Abend bewegten wir uns einmal abseits der bekannteren Routen am Barther Bodden, um letzendlich eine weitere Perspektive auf die Kraniche der Inseln Oie und Kirr zu bekommen. Auf dem Weg: Gruppen von Bartmeisen, deren Zahl sich gewiss auf 30 addierte. Am Himmel wieder Wolken von "Goldis" und "Kiebitzen" die Watvögel mit den höchsten Tagessummen und geringere Zahlen von 4 Gänsearten im Schräglicht von West. Tagesabschluss mit einem spannenden Film.

6.Tag – Südlicher Darßwald und Westküste mit stiller See voller Überraschungen

Ein früher und frischer Start auf der Halbinsel vor der Haustüre brachte uns tief beeindruckende Kranichüberflüge, einen Fischadler und reichlich Kleinvogelzug auf den Feldern. Sogar ein Habicht blitzte im Morgenlicht kurz auf. Nach einem wohlverdienten Frühstück machten wir uns auf in den Altdarß und an die Westküste. Bevor wir diese erreichten, wurde noch ein Seggen-Erlenwald botanisch und landschaftsökologisch unter die Lupe genommen. Dank dem Ostwind konnten wir die Prachttaucher ausführlich bei ihrer (Familien-?) Zusammenführung beobachten und die Freude über das Erscheinen zweier Altvögel noch im Prachtkleid richtig auskosten. Denn die westliche See war sehr ruhig. Dies verleitete wohl zahlreiche Finkentrupps nicht ganz ufernah über dem Wasser zu ziehen. Folgende Meeresvögel zeigten sich: Mittelsäger, Eiderente und für einige als "Lifer" eine Zwergmöve. Auch 4 Strandpieper auf den Wellenbrechern konnten wir schön beobachten. Nicht nur wir, da wir mit dem solidarischen Einsatz der Spektive auch den Urlaub anderer Feriengäste bereichern konnten. Jetzt wissen wohl auch unbedarfte Strandgänger ob der Besonderheit von Piepern. Wer weiß ob die lokalen Tourismusunternehmen bald Stradpieper-Touren anbieten werden? Der Abschlußabend wurde passend mit einem leckeren Fischessen besiegelt und wir waren doch alle etwas überrascht, daß wir und auch die parallele Reisegruppe in etwa 111 Arten auf der Liste hatten. Noch lange ließen wir die schönsten Erlebnisse Revue passieren.

7. Tag Halbinsel Bresewitz und Prerower Strom

Für einige ein erneut früher Morgen am Boddenufer mit Start vieler Kraniche. Der etwas geschrumpfte Rest der Gruppe konnte gemütlich bei deutlich verminderter Temperatur nochmals kleine Gruppen Limikolen und Rehe, sowie einen großen Seeadler (der 14.!) beobachten bevor wir endgültig den Weg zurück nach Hause antraten.

Artenliste (111 Arten):

1.Prachttaucher 2.Zwergtaucher 3.Rothalstaucher 4.Haubentaucher 5.Kormoran 6.Silberreiher 7.Graureiher 8.Höckerschwan 9.Schneegans 10.Tundrasaatgans und Waldsaatgans 11.Hybrid Schwanengans und Graugans (ggf mit Schneegans)? 12.Blässgans 13.Graugans 14.Kanadagans 15.Weißwangengans 16.Ringelgans 17.Brandgans 18.Pfeifente 19.Schnatterente 20.Krickente 21.Stockente 22.Spießente 23.Löffelente 24.Reiherente 25.Bergente 26.Schellente 27.Eiderente 28.Samtente 29.Mittelsäger 30.Fischadler 31.Seeadler 32.Sperber 33.Habicht 34.Mäusebussard 35.Turmfalke 36.Wanderfalke 37.Teichhuhn 38.Blässhuhn 39.Kranich 40.Austernfischer 41.Goldregenpfeifer 42.Kiebitzregenpfeifer 43.Kiebitz 44.Sandregenpfeifer 45.Sanderling 46.Knutt 47.Alpenstrandläufer 48.Kampfläufer 49.Dunkler Wasserläufer 50.Rotschenkel 51.Grünschenkel 52.Bekassine 53.Pfuhlschnepfe 54.Großer Brachvogel 55.Zwergmöwe 56.Lachmöwe 57.Sturmmöwe 58.Silbermöwe 59.Mantelmöwe 60.Raubseeschwalbe 61.Brandseeschwalbe 62.Flußseeschwalbe 63.Straßentaube /Haustaube 64.Ringeltaube 65.Hohltaube 66.Türkentaube 67.Waldkauz 68.Eisvogel 69.Buntspecht 70.Schwarzspecht 71.Rauchschwalbe 72.Feldlerche 73.Wiesenpieper 74.Strandpieper 75.Bachstelze 76.Schafstelze 77.Zaunkönig 78.Rotkehlchen 79.Amsel 80.Singdrossel l 81.Rotdrossel 82.Zilpzalp 83.Hausrotschwanz 84.Wintergoldhähnchen 85.Bartmeise 86.Schwanzmeise 87.Sumpfmeise 88.Haubenmeise 89.Tannenmeise 90.Blaumeise 91.Kohlmeise 92.Kleiber 93.Waldbaumläufer 94.Eichelhäher 95.Elster 96.Dohle 97.Rabenkrähe 98.Nebelkrähe 99.Kolkrabe 100.Star 101.Haussperling 102.Feldsperling 103.Bergfink 104.Buchfink 105.Grünling 106.Gimpel 107.Stieglitz 108.Bluthänfling 109.Erlenzeisig 110.Rohrammer 111.Goldammer ARTENLISTE – indirekte Nachweise: Kleinspecht und Mittelspecht - Bruthöhlen im Ahrenshooper Wald

SÄUGETIERE UND ANDERE
Säugetier-Liste:

8 Arten (ohne Fledermäuse, die wir immer wieder in drei Größenklassen beobachten konnten):

  • Dam- und Rothirsch und Marderhund
  • Fuchs
  • Reh
  • Hase
  • Wildschwein
  • Rötelmaus
PILZE:

Erdsterne am Darßer Ort (Art?) und Ästiger Stachelbart – ein sehr seltener korallenartig aufgebauter Pilz in "Urwaldrelikten" sowie häufige Pilze wie Schwefelköpfchen, Buchenschleimrübling und Sparriger Schüppling. Pflanzen: Dünen oder Filzige Pestwurz – tatsächlich von Werner Woborzil und C. Brinckmeier gleichermaßen nachbestimmt (und bereits für die Florenliste Mecklenburg-Vorpommerns gemeldet)

Reisebericht 2008
1. Termin

Tausende Kraniche in bezaubernder Ostseelandschaft 2008

Reisebericht Birdingtours-Reise vom 06.-12.10. 2008 in die Vorpommersche Boddenlandschaft Zeit: 06.-12.10.08 Schöne Unterkunft in Bresewitz Teilnehmerzahl: 15 Reiseleiter: Stefan Lilje Bestes, sonniges Herbstwetter, beeindruckende Landschaft mir wildem Ostseestrand, Weitblick übers Meer, ruhigem Boddenufer, urwüchsigen Wäldern, Steilküste ..., eine sehr gemütliche Unterkunft mit engagierten Gastgebern und leckerem Essen ... Natürlich tausende Kraniche – auf ihrem Weg von oder zu ihren Schlafplätzen, im Flachwasser oder auf der Insel Kirr stehend, an ihren Fraßplätzen ..., eine harmonische Reisegruppe. Insgesamt: wunderschöne Vogelbeobachtungen und Landschaftseindrücke – was will man mehr

Höhepunkte der Reise:
08.10. Mo

An der Meinigenbrücke und am Zingster Strom präsentieren sich u.a. Alpenstrand-, Kampf- und Dunkelwasserläufer, Pfeifenten, Nonnen-, Saat- und Blässgänse sowie Seeadler und – als es dämmert - natürlich Kraniche. Toll, als nur noch ihre Köpfe aus dem heraufziehenden Nebel hervorschauen ...

09.10. Di

Am wilden Weststrand des Darßes – für mich der schönste Strand Deutschlands – beobachten wir eine Gruppe Prachttaucher, einer davon noch in seinem namensgebenden Prachtkleid, sowie den eleganten Flug der Zwergmöwen. Teilweise sind es junge Vögel mit dem schwarzen „W“ auf der Oberseite, teilweise Alttiere mit ihren dunklen Unterflügeln. Auch Küsten- und Brandseeschwalbe zeigen ihre Flugkünste und beeindrucken beim Stoßtauchen. Am Nachmittag Spaziergang durch das urwüchsige Ahrenshooper Holz mit seinen umgestürzten Bäumen, totholzbewohnenden Pilzen und riesigen Stechpalmen - wie es sich für einen mitteleuropäischen Urwald gehört mit Mittelspecht – und an der Steilküste bei Ahrenshoop. Abends besuchen einige den Dia-Vortrag „Wo Kraniche und Gänse ziehen“ von Prof. Scheuffler, der seit mehreren Jahrzehnten im Zingster Raum Vögel beobachtet, erforscht und fotografiert.

10.10. Mi

Auf einer Wiese bei Müggenburg ein großer Nonnen-, Grau- und Bläßgansschwarm, bestens zu beobachten. Bei der Fahrradtour vom Hotel Schlösschen zum Pramort und beim Spaziergang zur Hohen Düne ziehen u.a. diverse Limikolen, Königsfarn und Seeadler sowie niedliche Schwanzmeisen den Blick auf sich. Hunderte Mittelsäger fischen in einem großem Schwarm auf der Ostsee und werden dabei von Möwen begleitet, die etwas vom Fang abhaben wollen ... Die abendliche Beobachtung des Kranicheinflugs ist grandios: Zum Teil direkt über uns ziehen tausende Kraniche zu ihren Schlafplätzen vor uns im Flachwasser .

11.10. Do

Wanderung durch den urwüchsigen Dünen-Kiefernwald bei Prerow mit den Spuren der vormaligen Harzgewinnung an alten Kiefern und viele Meisen sowie hunderten Wintergoldhähnchen zum Nothafen Darßer Ort. Dort begegnet uns u.a. eine junge Ringelnatter und uns gelingt die Beobachtung von Kiebitzregenpfeifern, Alpenstrandläufern, Sanderlingen, Sandregenpfeiffern ... . Weiter zum Leuchtturm Darßer Ort – auf dem Weg fliegt eine weibliche Kornweihe über uns hinweg. Nach einer Mittagspause am Strand oder im Leuchtturmgehöft Rundgang durch die Dünenlandschaft mit Primär-, Weiß-, Grau- und Braundünen und Blick auf die Strandseen und neu entstehenden Sandhaken mit auf den Dünen stehenden Rothirschen, Pfeif-, Eider-, Spießenten, Kiebitezregenpfeifern, Austernfischern ... Schließlich gemütliche Kutschfahrt zurück nach Prerow. Nach dem Abendessen schauen wir das Video „Vogelleben im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft“ und bekommen dabei auch einen Einblick in die Vogelbrutzeit hier.

14.10. Fr

Die Tour an der Festlandsküste ermöglicht einmalige Kranichbeobachtungen an der Ablenkfütterung bei Günz, Film und Ausstellung im Kranich-Zentrum bringen uns die „Vögel des Glücks“ noch näher, der Aussichtsturm bei Barhöft ermöglicht einen beeindruckenden Rundblick über Westrügen, Hiddensee, Bock und den Ostzingst - und schließlich der Einflug von ungefähr 20.000 Kranichen zum Schlafplatz am Pramort bei Kinnbackenhagen über den Bodden im Abendlicht – sagenhaft!

15.10. Sa

Für die Frühaufsteher präsentieren sich wieder viele Kraniche, die auf der Kirr bzw. im Flachwasser vor der Barther Oie übernachteten. Am Strand bei Prerow und Zingst, die warme Herbstsonne genießend, entdecken wir auf dem Meer Haubentaucher und vielleicht sogar einen Ohrentaucher – er ist aber zu weit weg und immer wieder verschwunden, um ihn endgültig zu bestimmen. Außerdem wieder Zwergmöwen, Brand- und Küstenseeschwalben. Bei Prerow beobachten wir auch einen Eisvogel. Am Abend überfliegen uns viele Gänse und einige Kraniche an der Meiningenbrücke auf ihrem Weg zu ihren Schlafplätzen.

16.10. So

Zum Abschied nochmals Beobachtungen von Kranichen vom „Utkiek“ in Hohendorf aus. Sie stehen sehr nah, so daß sogar die Ablesung von Farbringen gelingt – es ist ein Kranich, der aus Schweden stammt. Plötzlich große Aufregung im Kranichschwarm ... - ein Seeadler streicht vorbei ...

Artenliste Vögel und andere Wirbeltiere:

  • Prachttaucher
  • Zwergtaucher
  • Haubentaucher
  • Kormoran
  • Silberreiher
  • Graureiher
  • Höckerschwan
  • Tundrasaatgans
  • Blässgans
  • Graugans
  • Kanadagans
  • Weißwangengans
  • Brandgans
  • Pfeifente
  • Schnatterente
  • Krickente
  • Stockente
  • Spießente
  • Tafelente
  • Eiderente
  • Schellente
  • Mittelsäger
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