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Lappland: Das Beste im Norden! (7 Tage/ 6 Nächte)

Alli_3898 (Clangula hyemalis) Long-tailed Duck, Varanger, June 2006
22 cm

In den Tälern Finnisch-Lapplands mit unberührten Wäldern, weiten Mooren und kristallklaren Flüssen, über denen sich die Rücken der Fjells erheben welche nur spärlich bewachsen sind, können wir bereits viele typische Tundravögel sehen, wie zum Beispiel Goldregenpfeifer, Raufußbussard, Sporn- und Schneeammer, Alpenschneehuhn, Mornell und Rotsterniges Blaukehlchen. Auf den Seen und Mooren begegnen uns ferner Temminckstrandläufer, nordische Wasservögel wie Zwergsäger, Eis- und Bergente, Pracht- und Ohrentaucher, Limikolen und Odinshühnchen.

Aufpreis bei 6 - 9 Teilnehmern: + 150,00 Euro pro Person

Tundra und Varanger Fjord

Unglückshäher (birdphoto.fi)

Tag 1: Anreise

Unglückshäher (birdphoto.fi)

Nach der Ankunft am Flughafen in Rovaniemi werden Sie Ihren finnischen Reiseleiter treffen und mit ihm zum Hotel fahren. Falls es genügend Zeit gibt, werden wir danach eine Exkursion machen, um die ersten typischen Arten zu sehen – in der Nähe gibt es ein berühmtes Sumpfgebiet. Abendessen und Übernachtung: Hotel in Ivalo.

Tag 2: Arktische Landschaft und Höhentundra

Lapinsirkku_4500 (Calcarius lapponicus) Lapland Bunting, Varanger, Norway, kesakuu / June 2006

Tundraurpiainen, Carduelis hornemanni, Arctic redpoll, Hoary redpoll

Bei unserer Fahrt Richtung Norden werden wir die riesige offene arktische Landschaft bewundern können, die von Fjells charakterisiert ist. Diese für Lappland typischen Hochgebirge sind keine Berge, sondern weich abgerundete und oberhalb der Baumgrenze liegende Anhöhen mit atemberaubender Aussicht. Die Sumpfgelände und die Seeufer bieten ausgezeichnete Möglichkeiten für die Vogelbeobachtung. Wir haben die Möglichkeit, Prachttaucher, Zwergsäger und Spornammer anzutreffen. Der Teno ist einer der wichtigsten Lachsflüsse Europas und die Grenze zwischen Finnland und Norwegen. Er hat enorme Mengen von Sand abgelagert und ähnelt den mächtigen Flüssen von Sibirien. Wir werden am Flussufer entlang fahren und das Deltagebiet in Norwegen besichtigen. Es ist berühmt für die mausernde Gänsesäger, brütenden Watvögel und eine Kolonie von Küstenseeschwalben. Auf den nahe liegenden Felsen gibt es einen traditionellen Brutplatz des Gerfalken. Vom Delta fahren wir weiter über die Höhentundra nach Båtsfjord. Båtsfjord ist eine kleine Hafenstadt auf dem nördlichen Ufer der Varanger-Halbinsel. Die Tundra ist das Heim des Alpenschneehuhnes und des Gerfalken. Auch Falkenraubmöwe und Mornellregenpfeifer sind oft an den Straßenrändern zu sehen. Auch die prächtige Schneeeule kann ab und zu auf den Fjells entdeckt werden. Abendessen und Übernachtung: Hotel Euro Polar in Båtsfjord.

Tag 3: Berlevåg und Varanger-Fjord

Vesipaasky_3507 (Phalaropus lobatus) Red-necked Phalarobe, Varanger, Norway, kesakuu / June 2006

Heute besuchen wir die Stadt Berlevåg am nördlichen Ufer der Varanger-Halbinsel. Die felsige Küstenlinie bietet mehrere ausgezeichnete Stellen zur Vogelbeobachtung. Der Kjölnes-Leuchtturm in Stadtnähe ist eine hervorragende Stelle, um Seevögel, wie zum Beispiel Gelbschnabeltaucher, Spatelraubmöwe, Skua, Eismöwe, Polarmöwe und Basstölpel zu beobachten. Von der Schneelage abhängend werden wir uns auf den Fjell wagen um Mornellregenpfeifer, Falkenraubmöwe, Spornammer und Regenbrachvogel zu entdecken. Wir fahren zurück über den Fjell und via Fluss Teno und dessen Delta zum Varanger-Fjord. Schon unterwegs, wie auch während der nächsten Tage, werden wir Watvögel, Pracht- und Sterntaucher, Scheckente, Prachteiderente, Samtente, Raufussbussard, Eismöwe, Polarmöwe, Blaukehlchen, Polarbirkenzeisig, Rotkehlpieper, Ohrenlerche, Schneeammer und so weiter suchen. Abendessen und Übernachtung: Hotel in Vardö.

Tag 4-5: Die Inseln Reinoya und Hornoya

Allihaahka_8081 (Polysticta stelleri) Steller´s Eider, Varanger, March 2006

Heute machen wir eine Halbtagsexkursion (je nach den Wetterverhältnissen) mit dem Boot. Unser Ziel sind die kleinen Inseln Reinoya und Hornoya, wo es große Seevogelkolonien gibt und die das Brutgebiet Tausender nördlicher Vögel sind. Das Naturschutzgebiet Hornoya ist die östlichste von den geschützten Vogelkolonien in Norwegen und Brutplatz von etwa 25 000 Paaren Dreizehenmöwen und 150 Paare Krähenscharben. Hier brüten außerdem: Dickschnabellumme, Trottellumme, Gryllteiste, Tordalk und mehrere 1000 Paare Papageitaucher! Eine ausgezeichnete Gelegenheit zum fotografieren. Ein Spaziergang dem Fußpfad entlang führt uns zur Spitze der Insel wo auch der Leuchtturm steht. Dort haben wir eine hervorragende Aussicht auf das Nördliche Eismeer (und viele Fischerboote (einige aus Russland)). Die arktischen Gewässer sind die Heimat der Robben, die wir mit etwas Glück aus dem Boot auf dem Weg zur Insel entdecken können. Wir machen auch eine Exkursion nach Hamninberg – zum Ende Europas. Hamninberg ist durch eine Landstraße mit Vardö verbunden, und diese Straße ist eine Besonderheit. Der Ausdruck “das Ende Europas” kommt einem bei der Ankunft in den Sinn. Die Landschaft ist ruhig und sehr variabel. Man hat das Gefühl als wäre man auf dem Mond und im nächsten Moment hält man die Strände irrtümlicherweise für die Strände des Mittelmeers! Wir können eine kurze Exkursion zu Fuß in die Tundra und die Sumpfgelände machen. Besonders in den Sumpfgeländen tummeln sich viele Vögel, wie zum Beispiel Sterntaucher und nördliche Watvögel. Auch von Hamninberg aus können wir Seevögel beobachten, vielleicht sehen wir Basstölpel, Eissturmvogel und Skua, und mit ein bisschen Glück sogar Wale! Abendessen und Übernachtung: Hotel in Vardö.

Tag 6: Fahrt zurück nach Finnland

Sinirinta_6759 (Luscinia svecica) Bluethroat, Varanger, Norway, kesakuu / June 2006

Nach dem Frühstück beginnt die Fahrt zurück nach Finnland. Auf dem Weg werden Pausen für Vogelbeobachtung in der Tundra und ein Picknick eingelegt. Mit Glück entdecken wir unterwegs Merlin, Raufußbussard, Sperbereule oder sogar die faszinierende Schneeeule! Abendessen und Übernachtung: Hotel in Ivalo.

Tag 7: Abreise

Lapinkirvinen_1528 (Anthus cervinus) Red-throated Pipit, Varanger, Norway, kesakuu / June 2006

Nach den letzten Vogelbeobachtungen ist es Zeit für den Abschied und die Heimkehr beginnt mit der Fahrt zum Flughafen Rovaniemi. Eine erlebnisreiche Woche liegt hinter uns!

Generelle Hinweise
  • Anforderungen der Reise: geringe Anforderungen, wandern bis 5km
  • Sie können im Vorfeld dieser Reise das mittlere Finnland zwischen Oulu und Kuusamo kennenlernen - die Vogelwelt der Taiga und der Küste Schauen Sie unter Reiseland Finnland - Der Hohe Norden
  • Die Gruppengröße dieser Reise beträgt 6 - 14 Personen. Sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht werden, kann die Reise bis 3 Wochen vor Reiseantritt abgesagt werden. Sollte der Fall eintreten, versuchen wir immer die Reise trotzdem durchzuführen. Falls dies nicht möglich ist, erstellen wir Ihnen gerne ein schönes Alternativangebot.
  • Aufpreis bei 6 - 9 Teilnehmern: + 150,00 Euro pro Person
Ermäßigungen
  • NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
  • Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
Zahlungsmodalitäten
  • Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 10 %
  • Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
  • Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann birdingtours bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an.
Leistungen
  • 2 Nächte im Hotel in Ivalo, im finnischen Lappland
  • 1 Nacht im Hotel in Båtsfjord, Norwegen
  • 3 Nächte im Hotel in Varanger-Fjord, Norwegen
  • alle Transfers vor Ort im Kleinbus
  • deutschsprachige lokale Reiseleitung während des gesamten Aufenthaltes
  • Halbpension
  • Ausflug mit einem Boot auf die Insel Hornoya im Varanger-Fjord
  • Flug ab/ bis Frankfurt bis/ ab Rovaniemi
Reiseleiter

Matti Komulainen

Veranstalter: birdingtours GmbH
Reisebericht 2008

Birdingtours Reisebericht Finnland/Norwegen 23.-29.05.2008

Bericht und Fotos von Micha A. Neuman

23. Mai 08:

Auf dem Flughafen in Kuusamo wird die Reisegruppe bereits von Micha Neumann, Markku Hukkanen und 4 Teilnehmern, die schon an der Vorreise teilgenommen hatten, erwartet. Nach kurzer Begrüßung verteilt man sich auf die zwei VW Busse, die für die kommenden Tage unsere Fortbewegungsmittel sein werden. Dann geht es bereits auf große Fahrt Richtung Norden. Das erste Hotel in Ivalo ist über 400 Kilometer von Kuusamo entfernt. Verschiedene Raufußhühner können während der Autofahrt von einigen entdeckt werden. Es gibt ein paar kurze Zwischenstopps, so auch direkt am Polarkreis, wo erst gestern, die dort an einem Haus brütenden Mehlschwalben eingetroffen sind. Den längsten Halt aber machen wir bei den Klärteichen von Sodankylä, hatten wir doch bereits im Vorfeld gehört, dass dort ein Sumpfläufer entdeckt worden war. Und tatsächlich: Nachdem wir die Teiche gefunden haben, finden wir auch den Sumpfläufer! Er ist in guter Gesellschaft: Temminckstrandläufer, Alpenstrandläufer, Flussregenpfeifer, Grünschenkel und vieles mehr können wir entdecken. Sogar eine Uferschwalbe hat mit Rauchschwalben schon den hohen Norden erreicht. Dann geht es nonstop weiter nach Ivalo. Dort wartet nicht nur ein gutes Essen, sondern auch unser finnischer Reiseleiter Matti Komulainen auf uns. Nach einer kurzen Vorstellung des Programms der kommenden Tage machen einige noch einen ersten Erkundungsgang in der Nähe des Hotels. Es ist zwar schon nach 23 Uhr aber immer noch taghell in Ivalo. Die Temperaturen sind noch recht kühl, der Frühling noch kaum zu sehen. Und doch: Ein Trauerschnäpper singt bereits vor seinem Nistkasten!

24. Mai 08:

Nach kurzer Nacht und gutem Frühstück geht es auf den Weg in den höchsten Norden. Unser Ziel ist der Ort Batsfjord auf der Varanger Halbinsel in Nordnorwegen. Das sind auch noch einmal rund 400 Kilometer zu fahren, aber bei dieser faszinierenden Reise ist eigentlich der Weg das Ziel. Denn unterwegs beobachten wir den langsamen Übergang von der Taiga in die Tundra und bei den vielen Zwischenstopps entdecken wir unter der fachkundigen Führung von Matti gleich reihenweise neue Vögel. In einem Feuchtgebiet finden wir Seeadler, Waldsaatgänse und manches mehr. Etwa 30 Kilometer nördlich von Ivalo befindet sich an der Straße ein Cafe mit Winterfutterplatz für Vögel. (Es ist auch gefühlt noch Winter hier!) Dort halten sich nicht nur viele Berg – und Grünfinken auf, es kommen auch ein paar Hakengimpel zum Futterplatz. Was für ein Anblick! Diese schönen großen Finkenvögel, die es nur ausnahmsweise mal bis Mitteleuropa verschlägt, hier einmal gleich in mehrfacher Ausführung aus nächster Nähe beobachten zu können. Auch unser nächster Halt hat es in sich! In der Nähe von Utsjoki, schon fast an der norwegischen Grenze, gibt es wieder ein Cafe mit Futterstelle. Anders als am ersten Stopp sind es hier vornehmlich Birkenzeisige, die sich an den ausgestreuten Körnern stärken. Einige der Zeisige sind deutlich heller als andere. Bei einigen sind wir uns nicht sicher, aber dann gibt es doch zumindest einen klaren Kandidaten: Ein prächtiges helles Männchen des Polarbirkenzeisigs! Dazu noch ein „Puller“ (Zimtschnecke) mit einer Tasse Kaffee – ein perfekter Zwischenstopp! Der mächtige Tenofluss, dem wir entlang fahren, bildet die Grenze nach Norwegen. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Varangerhalbinsel. Dort angekommen, gibt es auch gleich einen spannenden Halt. In einer steilen Felswand befindet sich der Brutplatz von Gerfalken. Die genaue Stelle finden wir zwar nicht, nach einiger Suche aber entdecken wir einen Altvogel über der Wand kreisen, wenig später finden wir den zweiten. In der Felswand beobachten wir auch, wie ein Kolkrabe seine Jungen füttert und wie sich zwei Ringdrosseln ins Buschwerk flüchten. Im Varangerfjord tummeln sich viele Vögel, die wir bislang noch nicht gesehen hatten: Samt - Eis – und Bergenten und sogar ein paar Gryllteisten. Die ersten Schmarotzerraubmöwen werden entdeckt und sogar die Flossen von ein paar Schweinswalen. Doch Schlag auf Schlag geht es weiter: Matti weiß um ein Vorkommen von Sperbereulen auf unserer Strecke. An gegebener Stelle schwärmen wir in den lockeren Birkenwald aus um die seltene Eule zu suchen, aber es ist Matti, der sie schließlich findet und uns allen zeigen kann. Alle sind begeistert vom Anblick dieser schmucken nordischen Eule und freuen sich an ihr bis sie abfliegt. Wenig später entdecke ich aus dem Auto heraus denselben oder einen zweiten Vogel im Baum sitzend. Dann geht es hinauf aufs Fjell. Auf diesem kargen Hochplateau hat der Winter noch alles im Griff. Es gibt nur wenige schneefreien Flächen und wir geraten in einen Schneesturm. Dennoch finden wir ein paar Moorschneehühner und unsere ersten Ohrenlerchen. Schließlich erreichen wir Batsfjord: Ein idyllischer Ort an einem Fjord fast am Ende der Welt! Weil wir in Norwegen sind, müssen wir unsere Uhren wieder um eine Stunde zurückstellen und haben vor dem Abendbrot noch etwas Zeit für eine kleine Exkursion. Die hat es in sich: Nicht nur Eis – und Polarmöwe lassen sich im Hafen finden auch die erste Scheckente, ein Weibchen lässt sich nach längerer Beobachtung eindeutig identifizieren. Das Abendessen schmeckt heute allen besonders gut und als dann anschließend von einer kleinen Gruppe auch noch eine männliche Prachteiderente entdeckt wird, bleibt kaum ein Wunsch noch offen. Ein unglaublich spannender und begeisternder Tag geht zuende.

25. Mai 08:

Nach dem Frühstück (wir finden die tolle Auswahl an Aufschnitt nach einiger Suche selbst im Kühlschrank!) haben alle die Gelegenheit sich den wirklich prächtigen Prachteidererpel anzusehen. Danach geht es weiter. Wir überqueren erneut das Fjell. Bei deutlich besserem Wetter gibt es hier gleich ein paar Entdeckungen: Eine Falkenraubmöwe fliegt in grazilem Flug über die Schneeflächen und heute lässt sich dann auch endlich das Alpenschneehuhn finden, die Männchen im Winterkleid nur am schwarzen Zügel vor dem Schnabel vom sehr ähnlichen Moorschneehuhn zu unterscheiden. Den Gerfalken sehen nur ein paar wenige von uns an alter Stelle abfliegen, doch das nächste Highlight wartet schon auf uns. Im Hafen vor der idyllisch gelegenen Kirche von Nesseby hält sich ein Trupp Scheckenten auf. Wir können diese hübsche arktische Ente aus recht kurzer Distanz ausgiebig beobachten. Weiter geht es immer der Südküste Varangers entlang. Auf den kurzen Zwischenstopps gibt es verschiedene Möwen, Limikolen und Enten zu sehen. Eine sehr große „Heringsmöwe“ bestimmen wir anschließend als Tundramöwe. Immer wieder lassen sich auch Seeadler von der Straße aus beobachten. Dann aber gibt es noch einen richtigen Aufreger. Matti hat aus dem fahrenden Auto heraus eine Weihe entdeckt und ist sich sicher, dass es eine männliche Steppenweihe ist. Wir suchen das Gelände ab und tatsächlich: Für einige Momente sehen wir eine sehr helle Weihe und das Schwarz in den Handschwingen läuft spitz in den Flügel hinein: Eine männliche Steppenweihe (aufgrund weiterer Gefiederdetails ein Vogel im 3. Kalenderjahr) Der Vogel setzt sich auf einen Felsblock und kann noch eine ganze Weile betrachtet werden. Es handelt sich erst um den zweiten Nachweis dieser südöstlichen Art für Varanger! Dann erreichen wir unser Hotel in Vardö. Vardö, eine Insel eigentlich, mit dem Festland durch einen 3 Kilometer langen Tunnel verbunden, Natostützpunkt und Stadt in der arktischen Klimazone (Julitemperatur im Durchschnitt nicht höher als 10 Grad Celsius!) Hier verbringen wir die nächsten drei Nächte.

26. Mai 08:

Heute geht es auf die Vogelinsel Hornoya. Im Vorfeld sind ein paar schwierige Fragen zu klären. Der Schiffssteg auf der Insel ist kaputt, so dass das Anlegen problematisch geworden ist. Anscheinend kann nur ein kleineres Boot anlegen, auch will der Fährbetrieb keine Haftung für mögliche Unfälle übernehmen. Die Gruppe wird geteilt. Das größere Boot soll die Insel nur umrunden und dann zurückfahren, das kleinere Boot kann anlegen. Eine etwas unbefriedigende Lösung. Glücklicherweise kommt dann aber doch alles anders. Weil die See sehr ruhig ist, kann auch das größere Boot auf der Insel anlegen und alle kommen in den Genuss mit eigenen Füßen auf diesem fantastischen Vogelfelsen zu stehen. Das Wetter ist ausgezeichnet. Es weht fast kein Wind und die Sonne scheint. Dazu das überwältigende Schauspiel vieler tausend brütender Vögel: Dickschnabel – und Trottellummen, Tordalken und Gryllteisten, Papageitaucher und Krähenscharben. Dazu die lärmenden Dreizehenmöwen und auch ein paar Kleinvögel wie Strandpieper und Berghänfling, die alle hier mitten im Brutgeschäft stehen. Unzählige Fotos werden geschossen und die Zeit vergeht viel zu schnell bis wir wieder vom Boot abgeholt werden und die Insel verlassen müssen. Aber auch der zweite Teil des Tages ist nicht minder interessant. Wir fahren nach Hamningberg, einem einsamen Ort an der Nordostküste von Varanger. Hier ist wirklich das Ende Europas, denkt man unwillkürlich bei der Ankunft nach kilometerlanger Fahrt durch äußerst abwechslungsreiche und wunderschöne Küstenabschnitte. Selbst ohne Vögel wäre es hier schon fantastisch, aber auch die finden wir natürlich. Angefangen beim Objekt der Begierde einem prächtigen Gelbschnabeltaucher bis hin zu den majestätischen Basstölpeln, dem farbberingten Temminckstrandläufer und dem schmucken Blaukehlchen ist alles dabei!

27. Mai 08:

Das Wetter ist wieder schlechter geworden. Nach Sonne und vergleichsweise milden Temperaturen am Vortag weht der Wind wieder etwas frischer und es gibt auch den ein oder anderen Schauer. Wir fahren entlang der Südküste bis nach Vadsö, der größten Stadt auf Varanger. Unterwegs kreuzen zwei prächtige Falkenraubmöwen unseren Weg. In Vadsö gibt es dann endlich den für unsere Fahrzeuge notwendigen Dieseltreibstoff. Auf der Halbinsel Ekkeroy befindet sich ein Brutfelsen mit vielen Dreizehenmöwen, im Strandwatt beobachten wir Limikolen, auch Knutts und Pfuhlschnepfen sind inzwischen eingetroffen. Der schönste Vogel aber ist ein Odinshühnchen, das sich unbeeindruckt von uns aus nächster Nähe beobachten und fotografieren lässt. Für Aufregung sorgt dann ein Rotkehlpieper, der nur von einigen wenigen auffliegend beobachtet werden kann und dann trotz intensiver Nachsuche durch die Gruppe nicht wiedergefunden wird. An der Straße stoppen wir immer wieder um mächtige Seeadler oder Raufußbussarde zu beobachten. Nach dem Abendessen gibt es dann noch eine Exkursion in Sachen Schneeeule. Die Hoffnungen sind gering, wurde doch seit geraumer Zeit keine dieser arktischen Eulen mehr im Gebiet gesichtet. Auch wir finden sie nicht. Aber die Wanderung über das schneebedeckte Fjell ist auch so ein ganz besonderes Erlebnis und immerhin gelingt uns noch die Sichtung einer Sumpfohreule.

28. Mai 08:

Heute heißt es bereits wieder Abschiednehmen von Varanger. Nach dem Frühstück brechen wir auf Richtung Ivalo in Finnland. Natürlich nicht, ohne noch einmal ein paar interessante Zwischenstopps einzulegen. Aus dem einen Odinshühnchen bei Ekkeroy sind inzwischen ganze 6 geworden! Bei der Autofahrt heißt es immer wieder die Augen aufzuhalten nach Eulen und Greifen. Der Fluss Teno begeistert uns mit seinen riesigen Eisschollen. Bei Utsjöki halten wir wieder am „Futterhauscafe“ und stärken uns mit den inzwischen allseits beliebten „Pullern“ Es gibt nur noch wenige Birkenzeisige am Futterplatz aber eine Lapplandmeise unmittelbar vor dem Fenster erfreut die Gemüter. Die Suche nach dem Mornell auf einem Fjell verläuft heute noch ohne Erfolg. Den unzweifelhaften Höhepunkt dieses Tages aber bildet die Beobachtung einer Gruppe von männlichen Kampfläufern, die ihren Balzplatz unmittelbar an die wenig befahrene Straße gelegt hat und uns ihre eindrucksvolle Balz um das nur eine sichtbare Weibchen aus nächster Nähe präsentiert. Was für ein Spektakel! An der zweiten Futterstelle wenige Kilometer vor Ivalo wird kurz ein Hakengimpel gesichtet, dann erreichen wir das Hotel. Es bleibt vor dem Abendessen noch etwas Zeit zum Ausruhen oder um ein paar Souvenirs für zuhause zu besorgen, bevor dann nach einer Abschiedsrunde die letzte taghelle finnische Nacht unserer Reise anbricht.

29. Mai 08:

Von Ivalo sind es noch über 250 Kilometer bis zu unserem Abflughafen in Rovaniemi. Wir brechen gleich nach dem Frühstück auf, haben wir doch noch ein paar interessante Zwischenstopps auf dem Programm. Zunächst geht es um den Mornell. Wieder rauf auf einen Hügel mit Sendemast und Tundra und… ja, da ist er! Besser gesagt: Zwei dieser schönen Regenpfeifer zeigen sich uns in ihrem typischen Bruthabitat. Zufrieden fahren wir weiter. Auch die nächsten Haltepunkte sind mit Erfolg gekrönt: 2 Fischadler am Horst, 1 überraschender Unglückshäher bei der Suche nach seltenen Kreuzschnäbeln und schließlich die imponierende Anzahl von 38 Odinshühnchen in einem Trupp! Da bleibt nur noch ein herzlicher Dank an unseren fitten finnischen Reiseleiter Matti, der uns mit seinem Knowhow und seinen Adleraugen zu vielen atemberaubenden Beobachtungen verholfen hat! In Helsinki heißt es dann bei 20 Grad voneinander Abschied nehmen. Einige haben noch Zeit für eine letzte Exkursion an einen nahegelegenen Fluss. Dort wird zwar nicht mehr der erhoffte Buschrohrsänger gefunden, die Artenliste aber doch noch um ein paar Spezies erweitert, die es im hohen Norden nicht gab. Alles in allem: Eine unvergessliche Reise!

Vogelart 23.05. 24.05. 25.05. 26.05. 27.05. 28.05. 29.05.
  • Gelbschnabeltaucher 2 3
  • Sterntaucher 8 10 10 5
  • Prachttaucher 1 2 2 2 1 2 1
  • Kormoran 8 30 50 20 20 1
  • Krähenscharbe 100 2
  • Basstölpel 6
  • Singschwan 20 20
  • Waldsaatgans 10
  • Tundrasaatgans 1 60 9 9 55
  • Graugans 3
  • Brandgans 3 2
  • Stockente 2 2 2 6 2 1 2
  • Spießente 4 4 2 4 4
  • Eisente 20 70 30 200 20
  • Pfeifente 10 20 2 2 4
  • Krickente 9 2 4 2 6 4
  • Bergente 5 3
  • Reiherente 10 30 2 30
  • Trauerente 10 2 1 10 2
  • Samtente 35 30 20
  • Schellente 20 20 10 10
  • SCHECKENTE 1w 9 3 3
  • Eiderente 30 70 50 20 20
  • PRACHTEIDERENTE 1m 1m
  • Gänsesäger 5 10 15 10 10 30 5
  • Mittelsäger 6 25 10 20 5 10 5
  • Zwergsäger 3 1 2
  • STEPPENWEIHE 1m K3
  • Raufußbussard 2 2 10 1
  • Seeadler 4 10 1 10 5
  • Fischadler 2
  • Turmfalke 2 1
  • Merlin 2
  • GERFALKE 2 1
  • MOORSCHNEEHUHN 5 2 4
  • ALPENSCHNEEHUHN 5 1
  • Birkhuhn 3
  • Auerhuhn 1 1w tot
  • Haselhuhn 1
  • Austernfischer 5 20 10 10 10
  • Goldregenpfeifer 25 100 50 50 10 5
  • Sandregenpfeifer 2 2 100 10 20 1
  • Flussregenpfeifer 1
  • MORNELL 2
  • Kiebitz 1 2
  • Temminckstrandläufer 7 1 1 1
  • Zwergstrandläufer 3
  • SUMPFLÄUFER 1
  • Knutt 254 50 50
  • Alpenstrandläufer 1 4 500 3 200 20
  • Meerstrandläufer 20 20 20 30 20
  • Kampfläufer 2 2 10 1 7
  • Bekassine 2 1 1 2
  • Großer Brachvogel 2 1 1
  • Regenbrachvogel 1 3 2 7 2 1
  • Pfuhlschnepfe 50 10
  • Bruchwasserläufer 5 5 1 1 2 1 2
  • Flussuferläufer 1 3 1 1 3 2
  • Grünschenkel 2
  • Rotschenkel 8 10 1 5 5
  • Steinwälzer 7 10 2 10 10
  • Odinshühnchen 1 6 38
  • Schmarotzerraubmöwe 4 20 6 10 3
  • FALKENRAUBMÖWE 1 2
  • Zwergmöwe 4 4
  • Lachmöwe 3 10 Hel.
  • Sturmmöwe 3 30 20 10 10 10 5
  • Silbermöwe 50 100 100 100 20 2
  • Heringsmöwe (L.f.fuscus) 1 1 Hel.
  • Tundramöwe 2
  • Mantelmöwe 20 100 50 100 20
  • Dreizehenmöwe 30 100 >1000 1000 1000
  • Eismöwe 1 1
  • Polarmöwe 1 1 1
  • Flussseeschwalbe 2 2 2 10
  • Küstenseeschwalbe 2 20 20 500 100
  • Tordalk 1 50
  • Trottellumme >200
  • DICKSCHNABELLUMME 50
  • Gryllteiste 2 5 10 5 3
  • PAPAGEITAUCHER 1 50 2
  • Ringeltaube 1 8 Hel.
  • Straßentaube 1 8 15 2 5 Hel.
  • Kuckuck 1
  • SPERBEREULE 1
  • Sumpfohreule 2 1 1
  • Mauersegler 5 Hel.
  • Feldlerche 1 3 Hel.
  • Ohrenlerche 4 10 2 1
  • Uferschwalbe 1
  • Rauchschwalbe 2 3 2 1
  • Mehlschwalbe 12 6
  • Strandpieper 10
  • Wiesenpieper 15 30 30 20 30 5
  • Baumpieper 1
  • Rotkehlpieper 1
  • Bachstelze 2 5 6 30 5 5 5
  • Thunbergstelze 2 2 5 3
  • Wasseramsel 2
  • Seidenschwanz 2 15 5 5
  • Heckenbraunelle 2
  • Rotkehlchen 3
  • Sprosser 2 Hel.
  • Blaukehlchen 1
  • Gartenrotschwanz 2
  • Steinschmätzer 2 7 1 10 10 5 3
  • Singdrossel 5
  • Rotdrossel 3 20 10 30 10 10 5
  • Wacholderdrossel 20 40 30 30 5 10 10
  • Ringdrossel 2
  • Gartengrasmücke 1 Hel.
  • Dorngrasmücke 3 Hel.
  • Fitis 1 1 1 5
  • Schilfrohrsänger 1 Hel.
  • Sumpfrohrsänger 2 Hel.
  • Trauerschnäpper 1 1 1 3 1
  • Kohlmeise 4 1 2 2
  • Weidenmeise 1
  • LAPPLANDMEISE 1 2
  • Raubwürger 1
  • Elster 3 10 10 2 2 5 6
  • UNGLÜCKSHÄHER 1
  • Nebelkrähe 5 10 15 5 5 5 10
  • Kolkrabe 3+ Nest 4 5 5 5 10
  • Dohle 2
  • Star 1 1 2 Bv.! 10 Hel.
  • Haussperling 5 10 10 20 20 5
  • Feldsperling 3 Hel.
  • Buchfink 1 2 2
  • Bergfink 70 2 25
  • Grünfink 2 40 25 5 Hel.
  • Erlenzeisig 1 1
  • Gimpel 1 1
  • HAKENGIMPEL 3,3 1w
  • Berghänfling 5 6
  • Taigabirkenzeisig 10 3
  • POLARBIRKENZEISIG 1 1
  • Fichtenkreuzschnabel 5 1 2 1 1
  • Rohrammer 5 1 2 1 1
  • Goldammer 1
  • Spornammer 4 10 4 15 3
  • Schneeammer 50 100 10 20 3
Anzahl Vogelarten/Tag 43 83 69 63 61 72 61
Gesamtzahl Vogelarten 134
Beobachtete Säugetiere:
  • Schweinswal
  • Ringelrobbe
  • Eichhörnchen
  • Bisamratte
  • Fuchs
  • Wiesel
  • Schneehase
  • Rentier