Zur Navigation. Zum Inhalt. Zur Fußleiste

Moorlands, Lochs und Vogelfelsen (8 Tage/ 7 Nächte)

Schottlands Konturen sind vom Eis geprägt, zwischen den gewaltigen Bergen liegen geheimnisvolle Moorseen und kleine Waldflächen. Wir beobachten die gewaltige Seevogelkolonie auf Handa Island mit Tausenden von Tordalken, Trottellummen, Eissturmvögeln, Gryllteisten und Dreizehenmöwen. In Balnakeil Bay halten sich den Sommer über oft Eistaucher auf. Dort steigen die Ufer zu den grasbedeckten Hängen von Faraid Head an, das im Sommer von zahlreichen Papageitauchern bevölkert wird. Hier in der Nähe von Durness lassen sich im Sommer regelmäßig Wachtelkönige hören und Felsentauben fliegen an den Abhängen, unter denen sich im Meer gelegentlich Wale und Delfine zeigen. Während wir Loch Eriboll und Loch Assynt umfahren, werden wir an verschiedenen Stellen dieser traumhaften Landschaft nach Seetauchern und Grünschenkel, Merlin und Steinadler suchen.

Preis ab: pro Person im DZ

Aufpreis bei 9 - 10 Teilnehmern: +165,00 Euro pro Person (* für 2012 und 2013)

Großbritanniens rauer Norden
1. Tag: Anreise

Die Gruppe wird am Flughafen Inverness in Empfang genommen und für 3 Übernachtungen zum Hotel in North West Sutherland gefahren.

2. und 3. Tag:

Wir bewegen uns in einem wilden, fremdartigen Land mit einer spektakulären Szenerie. Seine Konturen sind vom Eis geprägt, zwischen den gewaltigen Bergen liegen geheimnisvolle Moorseen und kleine Waldflächen. Zu den abgelegensten Winkeln dieses Landes zählt Handa Island. Dorthin gelangen wir mit einem kleinen Boot und beobachten die gewaltige Seevogelkolonie mit Tausenden von Tordalken, Trottellummen, Eissturmvögeln, Gryllteisten und Dreizehenmöwen. In Balnakeil Bay halten sich den Sommer über oft Eistaucher auf. Dort steigen die Ufer zu den grasbedeckten Hängen von Faraid Head an, das im Sommer von zahlreichen Papageitauchern bevölkert wird. Hier in der Nähe von Durness lassen sich im Sommer regelmäßig Wachtelkönige hören, und Felsentauben fliegen an den Abhängen, unter denen sich im Meer gelegentlich Wale und Delfine zeigen. Während wir Loch Eriboll und Loch Assynt umfahren, werden wir an verschiedenen Stellen dieser traumhaften Landschaft nach Seetauchern und Grünschenkel, Merlin und Steinadler suchen.

4. Tag: Fahrt nach Glen Feshie

Kylesku. L. Glendhu.

Wir fahren in die Cairngorms, wo wir unser Quartier für 4 Nächte beziehen werden. Unterwegs passieren wir, vorbei an Gruinard Bay, tiefe Hochlandseen, die sogenannten "Lochs", und dramatisch anmutende Gebirgszüge. Nach Beobachtungen von Seeadler, Prachttaucher, Fischotter und Steinadler kommen wir gegen Abend in unserem Quartier in Glen Feshie an.

5. bis 7. Tag:

Skua

Im alten Kiefernwald von Abernethy führen scheue Auerhennen und Birkhühner ihre Jungen. Wir kennen die Stellen, wo wir die anmutigen Haubenmeisen und Gruppen Schottischer Kreuzschnäbel finden werden. Zwischen den Felsbrocken der Cairngorm-Berge, wo auch den Sommer über noch Schneereste liegen, suchen wir nach Alpenschneehühnern, und wandern dann weiter hinauf auf das Hochplateau, wo es Chancen gibt, Mornellregenpfeifer und Schneeammer zu finden. Auf einsamen Lochs lassen Sterntaucher ihre klagenden Rufe hören. An einer abgelegenen Stelle direkt neben einem Loch können wir dem Fischadler am Horst zusehen, und auch Ohrentaucher brüten an solchen einsamen Waldseen. In vielen Windungen schlängelt sich das Flüsschen Spey zu Tal, dort finden wir Wasseramsel, Gebirgstelzen und die lautstarken Flußuferläufer, andere Watvögel markieren ihre Reviere über den Mooren um Lochindorb und Insh. In tiefen Bergschluchten wollen wir den herrlichen Steinadler bei seinem Horst beobachten, und vielleicht finden wir auch Merlin und Wanderfalken auf den wilden Moors von Dava und den Monadhliaths. Dort läßt sich immer wieder auch der Gesang von Ringdrosseln, das Gackern der Schottischen Moorschneehühner und das klagende Pfeifen des Goldregenpfeifers hören.

8. Tag: Heimreise...

Nach dem Frühstück reisen wir ab zum Inverness Airport, wo der Rückflug nach Deutschland beginnt.

Wanderungen

Meistens sind wir 1-3 Kilometer auf weiten Sandwegen unterwegs. Im Wald kann auch ein Weg von etwa 6 Kilometern dabei sein. In den Cairngorms sind die Wege teilweise steil und uneben; wer hier nicht mitgehen mag oder kann, für den gibt es ausreichend ebene Alternativen zum Selbsterkunden. Wanderschuhe sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Wetter

Erwartungsgemäß wechseln Sonnenschein und Schauer bei 10 bis 25 Grad häufig ab.

Insekten

Insekten können gelegentlich vor allem an Seen und Küsten lästig werden - Mückenschutzmittel also nicht vergessen!

Was wir erwarten können

Eistaucher, Sterntaucher, Prachttaucher, Auerhuhn, Moorschneehuhn, Birkhuhn, Steinadler, Seeadler, Papageitaucher, Wachtelkönig, Felsentaube, Tordalk, Trottellumme, Gryllteiste, Eissturmvogel, Dreizehenmöwe, Haubenmeise, Schottischer Kreuzschnabel, Schneeammer, Ohrentaucher, Rotmilan, Merlin, Wanderfalke, Eissturmvogel, Skua, Schmarotzerraubmöwe, Kolkrabe, Berghänfling, Grünschenkel, Rothirsch, Fischotter, Wale und Delfine.

Generelle Hinweise
  • Anforderungen der Reise: geringe Anforderungen, wandern bis 5 km
  • Die Gruppengröße dieser Reise beträgt 8 - 12 Personen. Sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht werden, kann die Reise bis 3 Wochen vor Reiseantritt abgesagt werden. Sollte der Fall eintreten, versuchen wir immer die Reise trotzdem durchzuführen. Falls dies nicht möglich ist, erstellen wir Ihnen gerne ein schönes Alternativangebot.
  • Aufpreis bei 9 - 10 Teilnehmern: +165,00 Euro pro Person (* für 2012 und 2013)
Zahlungsmodalitäten
  • Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 10 %
  • Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
  • Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann birdingtours bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an
Ermäßigungen
  • NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
  • Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
Leistungen
  • Programm wie beschrieben
  • 7 Nächte mit Vollpension in zwei schönen Unterkünften
  • erfahrene Reiseleitung sowie einen lokalen Führer
  • alle Transfers im Kleinbus
  • Flug von Düsseldorf nach Inverness mit Lufthansa - voraussichtliche Flugzeiten:

30.06.2012 Düsseldorf - Inverness 10:50 Uhr - 11:50 Uhr

07.07.2012 Inverness - Düsseldorf 13:05 Uhr - 16:00 Uhr

Nicht enthaltene Leistungen
  • Persönliche Ausgaben
  • Zubringerflug bis / ab Düsseldorf, zum Beispiel von Frankfurt aus gegen Aufpreis möglich - gerne buchen wir Ihnen auch ein Rail & Fly (''Zug zum Flug'') Ticket. Die Kosten hierfür erhalten Sie auf Anfrage. Bitte beachten Sie, dass wir zwar versuchen, Zubringerflüge als Gesamtreise auf ein Ticket zu buchen, dies aber nicht immer möglich ist. Sollten Sie auf Grund einer Verspätung Ihren Anschlussflug nicht erreichen, haftet birdingtours für eventuell entstehende Kosten einer Umbuchung nicht.
Reiseleiter

Carsten Brinckmeier

Veranstalter: birdingtours GmbH
Reisebericht 2011

„Lochs, Moore und Seevögel“

Birdingtours Schottland 2011

105 Vogelarten, 14 Säugerarten, u. v. m

Reiseleiter Carsten Brinckmeier , Orts-/Co-Reiseleiter: Malcolm O´Reilly

6. bis 13. Juli 2011

Magische Momente:

Die Weite - der Ruhe ausstrahlende Blick in die Fjorde von Sutherland, die einen die Hektik vergessen lassen

Sterntaucher vom Strand in einer Bucht bei Handa Insel

Blumenvielfalt und Orchideen am Nordatlantikufer an der Balnakeil Bucht

Fischotter frisst einen riesigen Lachs auf einer Felsinsel (Balnakeil Bay)

Das Gefühl Schottische Schneehühner auf der weiten Heideflächen zu finden

Die seltsam berührende Regenstimmung unter den alten Kaledonischen Kiefern

Wie sich Granitklumpen in lebende Mornellregenpfeifer verwandelten

Die Eleganz, Aufmerksamkeit und Heimlichkeit des Baummarders

Tag 1 – 6. Juli EDINBURGH – SUTHERLAND

Viel Regen im Hochland, später nur noch Wind.

„Unter dem Regen durchschlüpfen und stromlinienförmige Seeschwalben beobachten“

Von verschiedenen Heimatflughäfen hatte sich unsere Gruppe in Edinburgh mittags eingefunden und auch unser lokaler Reiseleiter Malcolm war mit einem Kleinbus dazugestoßen, um uns abzuholen. Dann ging es los über die berühmte Firth of Forth Brücke. Es dauerte nicht lange und es fing an zu regnen. Bekanntlich wird das Klima in Europa gen Atlantik immer nasser! Es hätte also bei unserer langen Diagonale von Südost-Schottland nach Nordwest-Schottland in das große County Sutherland auch gut immer mehr Regen haben können. Es war aber genau umgekehrt. Wir durchfuhren die Regenfront, die später noch Inverness unter Wasser setzen sollte nach Westen und als wir westlich der Highlands ankamen waren nur noch Windböen übrig vom schlechten Wetter. Das sollte die nächsten Tage so bleiben.

Hier wo die Berge fast keine Bäume mehr tragen und viele Felsen und Moorflächen die Landschaft bestimmen huschte uns ein Dachs über die Straße, der sogar für unseren ortskundigen Biologen eine Neuheit für die Region war. Hirsche (Rot- und Sikahirsch, sowie eine Mischung daraus!) standen in der Heide.

Unsere ersten richtigen Vogelbeobachtungen waren spektakuläre Starkwindflüge: Wir sahen Küsten- und Flußseeschwalbe, sowie erste Gryllteisten. Unter einer Brücke mit starker Tidenströmung zeigte sich ein erster Meeressäuger: Ein Seehund. So ist unser erster Tag mit viel pompösen Naturgewalten und mit einem tiefen Einblick in das was man atlantisches perhumides Klima nennt, zuende gegangen. Bei einem genüsslichen Abendessen im Hotel am „Sea-Loch“ Inchard sind wir in einen guten erholsamen Schlaf gefallen.

Tag 2 – 7. Juli SUTHERLAND: HANDA ISLAND

Sonnig, etwas windig, kein Regen.

„Bei den großen Raubmöwen -den Skuas- zuhause und „Papageien“ des Nordens“

Für eine Teilnehmerin war die Neugier gar so groß, dass sie früh aufstand und als Belohnung Fischotter vor dem Frühstück schon vom Zimmer aus im Fjord spielen sah. Dass zunächst nur Annegret sie sah, weckte mit Sicherheit einigen Ehrgeiz, der noch die nächsten Tage prägen sollte.

Heute stand –wegen dem guten Wetter keine Frage- unser Ausflug auf die Seevogelinsel „Handa“ auf dem Programm.

Vom Hotel nach nicht langer Fahrt auf der A 838 kommt hinter einer Kurve Laxford Bay zum Vorschein. An dieser Bucht voller Steine, deren Tangbewuchs farblich die infolge Niedrigwasser freiliegenden Meeresgegenden prägt, konnten wir gleich Brachvögel und Austernfischer sehen. Als eine Skua auftaucht stürzen sich die Brachvögel in wilde Trudelmanöver um schon im Vorfeld zu verhindern angegriffen zu werden. Wir hören Sterntaucher, sehen sie aber nicht. Dafür ein Trupp Bluthänflinge, die –laut Malcolm- hier eher seltener als die begehrten Berghänflinge sind. Farbenpracht im Reich der Botanik offenbart sich in Form des Beinbrech und des Kreuzblümchens. Beinbrech auch gelbe Moorlilie genannt, heißt auch auf Englisch „Bonebraker“. Sie ist in Deutschland aufgrund der Moorzerstörungen in der Vergangenheit sehr selten geworden.

Wir fuhren weiter um an einer kleinen Bucht mit Restaurant, Bootssteg und Hausgänsen zu parken. Bald wurde es Zeit für unseren Inselritt. Zunächst ging es mit „Zodiak“ an einen Strand, der auch hätte in der Südsee liegen können. Im Windschatten der Insel Krähenscharben und Gryllteisten beim Fischen. Auf der Handa Insel selber haben wir dann im Zentrum mit Skua und Schmarotzerraubmöwen gespeist, wobei die sich nicht für unsere leckeren mitgebrachten Sandwiches interessierten. Aber ein Pärchen aus dunkler und heller Morphe der kleineren eleganteren Raubmöwe vertrieb vor unseren Augen eine Skua in Nestnähe. Die Großen Raubmöwen selber waren kurz danach wie auf Besuch im Paradies total unscheu am Wegesrand zu besuchen. Schaut man solch einem „Geier des Meeres“ auf 4 m in die Augen und sieht die Entspanntheit darin, ist kaum mehr vorstellbar mit welcher Brutalität diese Tiere die Jungen und auch die adulten Tiere anderer Seevögel zerhacken und an ihre eigenen Jungen verfüttern.

Der eigentliche Grund für die ungeheure Konzentration an ca. 600 Brutpaaren Skua sind die nahen Vogelfelsen und denen sollten wir bald sehr nah kommen. Aber unterwegs viel unser Gästeblick zunächst auf eine andere wichtige Requisite im Wohnzimmer der Großen Raubmöwen: Der Badeteich. Ist eine Episode im blutigen Drama eines Raubmöwentages zuende gegangen, kommt die Gefiederpflege an die Reihe. Dies tun vor unseren Augen ca. 50 Skuas gleichzeitig. Sie belegen den Badeteich mit Meerblick exklusiv für die Art der Stercorarius skua. Die Tiere landen nachdem sie die Spuren ihres blutigen Geschäfts soweit bereinigt haben, daß die Stromlinienförmigkeit des Gefieders wieder hergestellt ist nebendran auf dem Trocknungshügel. Kurz nach diesem Tundra-Teich – fast erschreckend unvermittelt- stehen wir vor einem Abgrund von dem ein intensives Getöse herauftönt. Sehen können wir die Verursache aus der Familie der Alken und Möwen gleich gegenüber: Dort ist –fast wie ein Spiegelbild- noch eine Steilwand zu sehen. Auf nackten Fels fällt der Blick hier nur teilweise, obwohl unterhalb der Kante nur Fels vorhanden ist. Der Fels ist überdeckt von sehr viel Leben: Überall dort wo der Sandstein einen kleinen Sims ausgebildet hat, stehen eng beisammen Trottellummen und Dreizehenmöwen in unübersichtlicher Menge. Schon mit Fernglas können auch Tordalken und erste Papageitaucher ausgemacht werden. Toll – für viele von uns ein Initialerlebnis – gleich Vier Alkenvögel beisammen, denn unten am Fuß des „Hochhauses der Alken“ schwimmen auch Teisten. Der Blick durch´s Spektiv erbringt auch eine Ringellumme. Fast gar keine Optik braucht man für die Eissturmvögel, die mit steifen Schwingen fast ganz ohne Kraftaufwendung wie kleine Albatrosse die Kliffkanten entlangfliegen. Dort wo keine Meeresvögel sitzen ist viel Weiß zu sehen: Guano ziert die verlassenen Wohnzimmer. Türschwelle und Fundament bestehen daraus. Und dort wo kein fischiger Anstrich aus den Ausscheidungen der Alken zu sehen ist, haben teilweise Pflanzen ihr Reich eingerichtet: Wie in Balkonkästen wachsen Mageriten als gäbe es keinen Sturm und kein Getöse. Was machen diese Pflanzen nur mit all dem Phosphat und dem weiteren Dünger?

Bei all dem Leben in den Felsen und dem wieder darauf aufbauendem Leben (z.B die Blumen auf dem Guano) vergessen wir fast auf das Wasser zu achten. Dabei ist gerade dies hier sehr wichtig: Meeressäuger nutzen die nährstoffreichen Fanggründe ebenso wie Vögel. Es brauch nicht lange und wir finden eine Kegelrobbe, die wir wie aus einem Flugzeug von oben beobachten. Sie ist dem kristallklaren azurtöne wiederspiegelnden Wasser mehr zuhause als bei uns daheim in der Nordsee – Felsküsten sind ihr eigentlicher Lebensraum, daß die Art wenngleich sehr selten auch in der deutschen Bucht vorkommt ist eine große Ausnahme.

Übrigens brüten auf Handa auch kleine Vögel, die nicht viel von den Raubmöwen zu befürchten haben – einfach weil sie so klein sind und wohl neben fetten Lummen und Alken keine rechte Mahlzeit abgeben: Schilfrohrsänger, Berghänfling, Wiesenpieper und Steinschmätzer, die wir allesamt feststellen konnten. Besonders die Schilfrohrsänger verdutzen, weil sie doch in einem ungewöhnlichem Habitat vorkommen: Gebüsche mit etwas Gras – kein Röhricht wie sie es bei uns bevorzugen würden.

Als letzte Gruppe verlassen wir mit dem Zodiak die Insel und fahren nach einer Teepause an Malcolms VW-Bus-Bar wieder nach Rhiconich.

Bei der ungemein fröhlichen Heather –unserer Gastronomin- gibt es passend zum Tag auch leckeren Fisch oder andere Gerichte zur Wahl.

Tag 3 - 8. Juli SUTHERLAND: Richtung Kap FARAID

Sonnig, etwas windig.

„Deckenmoore, Otterglück und Golf-Orchideen-Rasen“

Mit viel Glück kamen wir auch an diesem Tag ohne Regen durch. Aber der Reihe nach: Wegen besagtem Otter-Ehrgeiz brachen wir zu Dritt schon vor dem Frühstück auf. Und der frühe Wurm wurde nicht nur von uns gefangen d.h. dingfest gemacht, sondern es kamen zu dem „Hauptwurm“ Fischotter sogar noch kleine „Würmchen“ in Form von Vögeln hinzu. Ein Schilfrohrsänger drängte sich geradezu auf, im Spektiv beim Gesang betrachtet zu werden.

Den ersten Otter sahen wir weit draußen auf dem Fjord. Bald wurde klar, daß es 2 und wahrscheinlich Geschwister sind. Sie kamen so nah ans Ufer, daß wir sie nicht mehr sehen konnten! Warum? Weil der Fels unterhalb von uns den Uferabschnitt verdeckte. Hier konnte nur der deutsche Reiseleiter sie kurz aus einem Winkel ans Ufer gehen sehen, dann verschwanden sie in einem Zwischenraum. Einige Minuten später sehen wir wieder Otter. Diesmal 2 und einen 3. Otter, aber mit etwas Abstand zu den anderen. Wie die 2 vom Ufer in die offene Wasserfläche gekommen sind, bleibt ein Rätsel.

Die Otter gehörten alle zu einer Familie und als die beiden Geschwister einige kleinere Fische im Fjord verspeist hatten, fing einer der beiden einen riesigen Krebs in der Tidenzone. Dieser wurde -als hätte er gar keine harte Schale- einfach zerkaut. So gut konnten wir die Nasen der Otter sehen, daß wir beide unterschieden: Einer bekam den Namen „Pinki“, denn er hatte eine pinkfarbene Stelle an der Nase. Ob er wegen seines Nasenmals wohl schon einmal Lehrgeld beim Krebsfang zahlen mußte? Nachdem Pinki sein „Frutti di Mare-Festmahl“ hinter sich hatte, kam auch der andere halbwüchsige Otter ganz an Land. Eine Weile spielten die beiden wie junge Hunde und dann wurde auf einem kleinen Sofa aus Blasentang geschlafen. Zeit für uns zu gehen und das leckere Frühstück im Hotel einzunehmen.

Dann ging es los Richtung Norden: Zunächst genossen wir die Weite in einem riesigen Deckenmoor auf einem breiten Höhenrücken südlich des „Strath Dionard“ (Dionard Fluß). Hier konnten wir auch weitere Moorpflanzen finden und etwas Moorökologie anwenden. Wo das Plateau abfällt, öffnet sich das nur sehr dünn besiedelte Tal des Dionard River hin zum Kyle of Durness. Dies ist eine Flußmündung mit ausgesprochen weiten tidenbeeinflussten Schlammflächen. Aber schon vor unserem eigentlichen Stopp kam etwas sehr nahe vorbeigeschossen: Ein Merlin. Der Sofortstopp erbrachte den Blick auf ein kurzes Absitzen des Vogels auf einem Hügel. Aber als die Spektive aufgebaut waren, war der kleine Edelfalke bereits wieder wie weggezaubert. Vielleicht war es solch eine Situation, die dem kleinen Vogeljäger der Tundren und nördlichen Taigaränder den Namen des edlen „Zauberers“ und zwielichtigen Beraters des Keltenkönigs Arthus eingebracht hat.

Nach einer kleinen Wanderung lag dann das Wattengebiet vor uns: Wir kamen bei ziemlich niedrigem, auflaufendem Wasser und die Limikolen der örtlichen Brutvorkommen wurden dadurch an die Ufer gebracht: Grün- und Rotschenkel, Flußuferläufer und Sandregenpfeiffer. Eine kleine Schafherde wurde durch die Flut geteilt und brachte etwas Spannung für die nächsten ein bis zwei Stunden. Denn zwei Jungschafe wurden von den Wassermassen eingeschlossen, ertranken fast und konnten sich dann an ein Ufer retten aber mussten dann feststellen, daß es nicht das Ufer ihrer Herde war. Naja: Das nächste Niedrigwasser kommt bestimmt.

Unser Mittag nahmen wir in der Nähe einer sehr besonderen Pflanze zu uns: Der Schottischen Mehlprimel. Sie ist klein, selten und endemisch. Sie steht zusammen mit zahlreichen Orchideen (z.B dem Purpurblütigem Knabenkraut, welches nicht mit dem Purpur-Knabenkraut verwechselt werden sollte) und schönen Kräutern am Rand eines Golfplatzes, der nicht gedüngt wird und zu einer uralten Kalkklippe hin abfällt. Merke: Dieser Kalk ist aus der Zeit weit vor dem Trias-Zeitalter etwa kurz nachdem die Evolution nach scheinbar langer Pause eine verschwenderische Zahl von Formen erfand – aus dem Kambrium. Das ausgerechnet solch seltsame Wesen wie Orchideen und Menschen erfunden würden, die Golfplätze bauen, auf denen man wegen der Orchideen die „Greens“ nicht düngen darf und die deshalb ungemein bunt sind, konnte damals noch keiner wissen. Dank des botanischen Wissens von Malcolm konnten wir diesen Gedanken nachhängen und gleichzeitig den schönen Nachmittag genießen. Der schöne Magerrasen lud ein, sich zu setzen und die vor uns liegende Bucht zu betrachten.

Die hatte es in sich: Nicht nur, dass sie Jagdraum für Eissturmvögel abgibt, die uns praktisch vor den Füssen einen Blick bis in die Röhren ihrer Röhrennasen boten, sondern auch Badewanne weiterer Fischotter, die sich uns zeigten: Ein altes Männchen beim „Relaxen“ auf einem Fels weit draußen und ein weiteres halbwüchiges Tier im Wasser. So wurden die üblichen Seevögel schon beinahe kurz zur Nebensache: Alken, Raubmöwen, weitere Möwen und Krähenscharbe waren auch gut zu sehen, z.T beim füttern der Jungvögel. Was sicher eher unüblich ist: Dass sich Eistaucher im Sommer so weit südlich aufhalten. Dennoch hatten wir derer 2 und später noch fischende Basstölpel. Bei so viel Spektakulärem am Kap Faraid zeugt es von Feinsinn und Ausdauer sich nocheinmal einem kleinen, braunen aber nichtsdestotrotz besonderen Pieper zu widmen: Dem Strandpieper. Den nahen Verwandten unseres Bergpiepers konnten wir im Spektiv ausgiebig studieren. Der 5-Uhr Tee und Kaffee Abschiedsstopp fand etwas östlich beim seeseitigen Ende des Loch Eribol statt und brachte im wesentlichen gemütliches Sitzen in sonniger Heide mit Meerblick.

Tag 4 – 9. Juli SUTHERLAND bis ins FESHIE-TAL in den Cairngorms

Fahrttag.

„Von den Eistaucher-Buchten über die Kaledonischen Berge nach Osten“

Vor uns lag eine lange Fahrt. Das Ziel: Die Grampian Mountains mit den höchsten Bergen Schottlands – den Cairngorms. Die Fahrt war stets kurzweilig und wir hatten viel Zeit uns von der Atlantikseite Schottlands zu verabschieden. Optimiert wurden die Orni-Stopps zwischendurch durch die Gebietskenntnisse von Malcolm. Gleich noch in Sutherland konnten wir endlich ausgiebig Prachttaucher auf dem einsamen in einer rosa Gneiss- und Purpurheidelandschaft liegenden Loch Na Claise Fearna beobachten. Sterntaucher unterwegs mehrfach über Bergrücken bei ihren Pendelflügen zwischen dem Atlantik und kleinen Bergseen. Ein uns bereits bekannter Ort diente als idealer Platz für eine Kaffeepause: Kylesku. Dort –diesmal ohne Starkwind- Küsten- und Flußseeschwalbe an einer Kolonie.

Da sich das Wetter zunächst gut hielt sah es auch für unseren etwas verwegenen Tageswunsch „Wachtelkönig“ nicht schlecht aus. Die Art kommt eher auf den Hebriden vor und ist wie alle unsere Rallen (außer Bless- und Teichhuhn) extrem schwer zu sehen. Dieses Jahr war aber bereits das „Crex crex“ in einer mosaikartigen Landschaft aus hangigen Wiesen und Weiden zu hören gewesen, wie Malcolm wusste. Aber weder der richtige Platz bei Scourie noch die Klangattrappe konnte die seltene Wiesenralle auf die Bühne locken. Dafür blieb uns das Taucherglück hold und wurde sogar getoppt: In der Gruinard Bucht gleich 6 Eistaucher und einer davon recht nah. Das hatte selbst ein uns auf Schritt und Tritt in einem VW-Bus verfolgendes britisches Veteranen-Vogelgucker-Pärchen noch nicht erlebt. Eine Entdeckung der besonderen Art war eine Zweigestreifte Quelljungfer, die sich mit der Hand fangen ließ.

Bei einem späteren Stopp versuchten wir von einem Hochufer aus auch Wale zu entdecken. Es blieb bei einem sehr viel profaneren Säugetier. Ein Hund aus Wales, der uns mehr liebte als seinen Besitzer.

An einem Steinbruch im Binnenland werden wir Zeuge, wie ein Wanderfalke auf Steigflug geht. Unsere Fahrt geht erst in den Sinkflug als es Abend ist: Gleich ist das „Steading“ im Glen Feshie wie ein Zuhause. Nach einem guten Abendessen, fallen alle in einen erholsamen Schlaf.

Tag 5 – 10. Juli SPEYSIDE

Sanfter Regen kein Wind.

„Kaledonische Kiefern, wilde Flüsse und ein Haus für Tierbeobachter “

Nach der langen Fahrt am Vortag tat es richtig gut in den ruhigen Wäldern des Speytales spazierenzugehen. Hier wächst alles was zu einem ursprünglichen Borealen Wald Schottlands gehört: Die richtigen Moose, Linea borealis -die Lieblingsblume Carl von Linnes- und die allgegenwärtigen Heidekrautgewächse. Das ornithologische Ziel wurde schon beim Frühstück besprochen: Die Beobachtung besonderer Kreuzschnäbel (Gattung Loxia). Aber da die Grampian Mountains keine absolute Barriere darstellen, hat sich nicht wirklich eine stark abweichende Art herausgebildet. Es ist nicht allzu einfach Schottischen-, Fichten und Kiefernkreuzschnabel auseinanderzuhalten. Darwinfinken sind leichter zu unterscheiden. Der „Schottische“ Kreuzschnabel liegt eben irgendwie in der Mitte was Schnabelgröße- und – Höhe, sowie die Rufe angeht. Dennoch: Evolution ist immer spannend. Auch wenn wir keine Kreuzschnäbel finden konnten.

Bei leichtem Regen zeigten sich Haubenmeisen, Birkenzeisige, Zaunkönig und wir konnten Malcolms Kunst des Spurenlesens bewundern. Der Hinweis auf Auerhuhn bestand aus einer Winterlosung und einer möglichen Staubbadestelle.

Mittags mit Austernfischern am Speyufer: Hier kamen uns Kanuten entgegen, die wieder einmal von der fröhlichen Ader der Schotten zeugten. Von unten Wasser und von Oben – dennoch hört die Unbekümmertheit nicht auf. Auch wir nehmen die Kreuzschnabel-Schlappe sportlich und freuen uns am Abend über Schellenten, Dohlen, Schwalben, Birkenpilze und Orchideen.

Abends dann nach einem sehr guten Abendessen, fuhren wir in einen sehr komfortablen „Hide“ - sprich ein ganzes Haus mit großen Panoramafenstern (rundherum), Videoübertragung, Stühle, Peanutbutter, schwarze Wand als Hintergrund damit die Silhoutten der Menschen von außen nicht gehen werden, ... und Heizung. Das ganze wurde ausschließlich zum Zweck der Tierbeobachtung gebaut. Damit die Tiere auch kommen, wurde auf 2 Seiten des Hauses „angekirrt“, d.h es wurde Erdnuß-Butter, ganze Erdnüsse, rohe Eier, Rosinen ausgelegt. Einige Futter-Utensilien liegen auf einem „Bird-Table“ (mit einem Zweig drapiert), anderes liegt an Fraß-Stellen bodennah. Wir waren zunächst skeptisch, ob wir überhaupt etwas zusehen bekommen würden. Müde waren wir auch. Dann, aber: 30 Stück Rotwild kommen äsend langsam auf die „Grasblösse“ (d.h eine Lichtung). Drei von den Hirschen kommen sogar auf 2m heran und fressen Erdnüsse – ein Kalb und 2 weibliche Tiere. Die nächsten Tiere die wir zu sehen bekamen waren Waldmäuse, die aus den Ritzen auf der Rückseite des „Riesenhides“ kamen (Distanz: 50 cm). Weitere Nager kamen nicht, dafür wieder größere Tiere nämlich Dachse und zwar zunächst ein „Grimmbart“, d.h ein männlicher Dachs. Dann zwei junge Tiere, die erst fressen durften als der Alte ein gutes Pfund Erdnüsse gegessen hatte. Zwischendurch wurden die halbwüchsigen „verbissen“, d.h er biß um sich und vertrieb sie. Ein weiterer Marderartiger war zeitgleich zu sehen. Dabei handelt es sich um eine Art, die zwar in Deutschland flächig verbreitet ist, aber selten zu sehen ist: Der Baummarder.

In England ist der Baummarder in vielen Gebieten ausgerottet. Vor 20 Jahren gab es die letzten Baummarder der Britischen Inseln in der Nähe von Gairloch. Von diesem Refugium haben sie sich wieder ausgebreitet. Also ist es ein besonderes Ereignis einen erwachsenen männlichen Baummarder –sogar beleuchtet- in freier Wildbahn zu sehen. Insgesamt haben wir ihn 15 min lang gesehen. Dabei war der gelbe Latz als Merkmal gut zu sehen und sogar das Individualmerkmal eine Narbe im Gesicht. Als der Marder abging waren die jungen Dachse schon sehr frustriert und haben mit Hilfe der Nase versucht an neue Futterstellen zu gelangen. Erst als der Alte Grimmbart gegangen war, konnten sie die Reste ergattern. Sie trollten sich als letzte. Leicht müde aber auch freudig erregt fuhren auch wir. Aber die Cairngorms wären nicht die Cairngorms, wenn nicht auch die Rückfahrt noch spannend würde: Wie bestellt sehen wir einen Waldkauz über die Waldstraße fliegen, kurz darauf einen aufgebaumten jungen Waldkauz und noch einen 5 min später. Erfüllt und mit Lebenserstbeobachtungen von lebenden Dachsen konnten wir völlig glücklich schlafen.

Tag 6 – 11. Juli SPEYSIDE

Kein Regen, kein Wind, später sogar heiter.

„Ohrentaucher und Schneehuhn-Heide“

Liebe geht durch den Magen und deshalb ist an einem Tag, an dem man Schottische Moorschneehühner sucht ein gutes Frühstück angesagt: Es gab es ein typisches Steading Frühstück: Kräftig und reichhaltig. Dann ging es los nach Carrbridge, wo schon der Fluß mit seinen dynamischen braun-opaken Wassermassen ein tiefes Erlebnis darstellte – hier kommt der Regen der letzten Tage aus den moorigen Hochflächen unter einer engen alten Stein-Brücke entlang. Dem Wasser entgegen -weiter am Findhorn- ging es hoch auf die Carr-Road, wo die Landschaft für das „Red Grouse“ gemanaged wird.

Bevor wir in die offene Weite vorstießen, konnten wir einen Großen Brachvogel ausmachen, der ganz nah in einem hangigen Wiesenstück landete. Es sollte nicht der einzige Watvogel bleiben, den wir gut sehen können. Aber erst zu den Raufusshühnern: Die ersten sahen wir nicht weit entfernt und es waren Küken mit ihrer Mutter, die wir schön im Spektiv sahen. Etwas später gab es ganze vier Exemplare auf einmal zu sehen und eine Überraschung dazu: Ein in voller Größe sich gegen den Himmel abzeichnender Goldregenpfeifer mit dunklem Bauch, der auch ab und zu rief sich aber kaum bewegte.

Die zweite Überraschung war ein Rotmilan. Dieser Greif war in Groß Britannien fast ausgestorben und hat in Schottland nur einen Bestand von ca. 60 Brutpaaren. Er tat uns den Gefallen parallel zum Auto zu fliegen und war so sehr gut zu sehen. Die lange Fahrt zum Loch Ruthven war sehr schön und als wir ankamen gab es erstmal Tee. Die Sandwiches nahmen wir an einem Strand des vom RSPB betreuten Gewässers zu uns. In der Entfernung konnten wir schon die ersten seltsamerweise paarweise (Juli sollte Brutzeit sein!) auftretenden Ohrentaucher sehen. Sehr nah sogar kamen uns Zwergtaucher, die hier auch in einem nicht sehr dichten Röhricht aus der Schnabelsegge brüten. Diese Komposition: Schnabelseggenried im Wasser mit guter Sichttiefe und Insekten und Kleinfischen (Stichlinge!) gibt es öfter mal in Schottland, aber nur ca. 40 Meilen um Inverness brüten Ohrentaucher. Am Ruthven waren es einst 25 Brutpaare – jetzt sind es 7 wie eine junge Ornithologin, die beim RSPB arbeitet uns erklärt. Eine Mögliche Ursache für den Rückgang: Die Zunahme der Fischotter. Die Nester werden von wissenschaftlich motivierten Kameras beobachtet, so will man herausfinden, ob es wirklich daran liegt. Dieses Jahr scheint aber ein anderes Problem zu bestehen: Der große Regen hat wahrscheinlich die Schwimmnester niedergeplätscht oder unter Wasser gesetzt. Vielleicht deshalb sehen wir so viele Paare (insgesamt 3!) im offenen Wasser. Ab und zu schwimmen einzelne Tiere in die Ufervegetation und es scheint als bauen sie schon an neuen Nestern.

Einer von uns konnte in seiner langen Pause am Bus sogar noch eine Kornweihe beobachten. Dann ging es gestärkt durch Tee und Shortbread (Marke: Hausgemacht) wieder in Richtung Steading.

Ein wunderbarer Tag voller nordischer Eindrücke!

Tag 7 – 12. Juli CAIRNGORMS

Kein Regen, zunächst aber bedeckt dann sogar Sonne.

„ Oberhalb der Heide - im Land von unserem Freund dem Regenpfeifer “

Nach einem frühen Start für Birkhühner, die sich gewissermaßen aus belanglosen Gründen sich dem Blick entzogen und auch kein Kullern in die Morgenluft gelangen ließen (keine Lust mehr zu balzen!!!) fuhren wir zurück ins Steading. Immerhin konnten wir unser Morgenmahl mit wunderbaren Heidelandschaftsblicken im Kopf zu uns nehmen. Etwas freudige Erwartung war auch schon dabei, nicht unbegründet, denn dieser Tag sollte uns mit einem ganz anderen Vogel beglücken.

Zuerst fuhren wir über einige Serpentinen aus der Kiefernwaldzone heraus zum Parkplatz an einer Talstation einer Bergbahn auf ca. 600 m ü NN. Hier war es schon ein wenig kalt. Von diesem Parkplatz starten auch mehrere Bergpfade auf die Gipfel der Umgebung. Unser Guide hatte für uns den Fiacaill Na Leth-choin (Fiechel na le choin) ausgesucht. Der Name bedeutet in etwa soviel wie „Der Grad des Lurcher-Hundes“ und der Berg ist ein guter Platz um Tundravögel zu suchen. Aber erst mußten wir ca. 400m aufsteigen. Dieser Berg liegt in dem Teil der Cairngorms der zum Brutareal des Mornellregepfeifers und der Schneeammer gehört und hat eine sehr flache Kuppe, die von Moos-Tundra bewachsen ist. Es ist allerdings schwierig die Arten, die hier alle keine hohe Dichte haben nach der Balzzeit zu finden. Die generellen Bedingungen sahen dafür im Sinne unseres Vorhabens morgens nicht ganz schlecht aus. Aber die Sicht ließ noch zu wünschen übrig. Auf dem ersten Kilometer ging es noch durch Heide mit vielen Spuren von Schneehühnern, derer wir aber nicht gewahr worden.

Für einige Teilnehmer wurde es schon sehr anstrengend und ohne den ausgezeichnet befestigten alpinen Pfad hätten wir es wohl nicht ganz geschafft. Aber nach 2 Stunden zeigte der Höhenmesser 1000m an und an der Pflanzendecke sah man, daß wir praktisch in eine andere Vegetationszone aufgestiegen waren. Dazu waren nur 400 m nötig. Nach einer Erholungs –und Sandwichpause haben wir dann zwei Gruppen gebildet, die in einigem Abstand und mit Kuh-Effekt durch die Flache Hochlandschaft liefen. Nach ca. 500 m liefen dann plötzlich vor uns einige Steine los, die natürlich keine Steine waren, sondern tatsächlich Jungvögel vom Mornell. Das Männchen war auch sofort zu sehen und die zweite Gruppe wurde per Funk herbeigerufen. So konnten wir eine gute halbe Stunde lang den Vater mit den Dunenjungen bei der Nahrungssuche beobachten. Dabei waren Brustlinie, orangebraune Bauchplatte und die sich im Nacken berührenden Überaugenstreifen gut zu sehen. Letzteres Merkmal erinnert ein wenig an die Mode der Engländer in den 20er Jahren. Ab und zu waren sehr feine Verständigunglaute zu hören, die den Zusammenhalt in der Gruppe fördern. Öfter kam sogar die Sonne raus. Nach dieser einmaligen Beobachtung gingen wir wieder mit vielen Stopps zum Auto zurück. Auf dem Rückweg noch ein kurzer Fischadlerstopp am Spey.

In dem sehr romantischen Dach des Steading liessen wir den Tag bei Whiskey ausklingen und stellten fest: 104 Arten gesehen (mit den nur gehörten auch 106) ist für den hohen Norden sehr gut.

Der Tag ging auch ohne Birkhühner, glücklich zu Ende.

Tag 8 – 13. Juli aus den CAIRNGORMS zurück nach EDINBURGH

„ Firth of Forth – Kinderstube der Eiderenten “

Nach einem guten Frühstück und einer Verabschiedung von einem Teil der Gruppe, der nach Skye weiterreist, fuhren wir noch einmal bei prächtigem Morgenlicht am Speyufer entlang. Der Fischadler in seinem Nest, die Rauchschwalben spielen über dem Wasser und die Berge spiegeln sich auf der kreuselfreien Oberfläche – eine friedliche Szenerie. An einem alten aus Urgestein gemauerten Haus, sehen wir Mauersegler anfliegen, die jetzt noch füttern, aber in 3 Wochen schon wieder im Süden sein werden. So fällt der Abschied nicht so schwer, denn wir müssen auch gen Süden. Eine letzte Beobachtung war noch möglich am Firth of Forth dem großen Trichterförmigen Fjord vor den Toren Edinburghs: Gleich 2 weibliche Eiderenten mit ihrem Nachwuchs kamen uns am Ufer so nahe, daß wir die jungen Eiderlinge dabei sehen konnten wie sie mit den unterschiedlichsten Nahrungstieren zurechtkommen mussten: Muscheln, Seepocken und einen richtigen Krebs. Durch grüne bewaldete Hänge fahren wir gen Flughafen und sind bald alle daheim.

Artenliste:
  1. Sterntaucher Gavia stellata
  2. Prachttaucher Gavia arctica
  3. Eistaucher Gavia immer
  4. Zwergtaucher Tachybaptus ruficollis
  5. Ohrentaucher Podiceps auritus
  6. Eissturmvogel Fulmarus glacialis
  7. Basstölpel Morus bassanus
  8. Kormoran Phalacrocorax carbo
  9. Krähenscharbe Phalacrocorax aristotelis
  10. Graureiher Ardea cinerea
  11. Singschwan Cygnus cygnus
  12. Graugans Anser anser
  13. Brandgans Tadorna tadorna
  14. Krickente Anas crecca
  15. Stockente Anas platyrhynchos
  16. Reiherente Aythya fuligula
  17. Eider Somateria mollissima
  18. Schellente Bucephala clangula
  19. Mittelsäger Mergus serrator
  20. Gänsesäger Mergus merganser
  21. Rotmilan Milvus milvus
  22. Kornweihe Circus cyaneus
  23. Sperber Accipiter nisus
  24. Mäusebussard Buteo buteo
  25. Fischadler Pandion haliaetus
  26. Turmfalke Falco tinnunculus
  27. Merlin Falco columbarius
  28. Wanderfalke Falco peregrinus
  29. Schottisches Moorschneehuhn Lagopus lagopus
  30. Rothuhn Alectoris rufa – rein akustisch
  31. Fasan Phasianus colchicus
  32. AusternfischerHaematopus ostralegus
  33. Sandregenpfeifer Charadrius hiaticula
  34. Mornell Charadrius morinellus
  35. Goldregenpfeifer Pluvialis apricaria
  36. Kiebitz Vanellus vanellus
  37. Bekassine Gallinago gallinago – rein akustisch
  38. Gr. Brachvogel Numenius arquata
  39. Rotschenkel Tringa totanus
  40. Grünschenkel Tringa nebularia
  41. Flußuferläufer Tringa hypoleucos
  42. Schmarotzerraubmöwe Stercorarius parasiticus
  43. Skua Catharacta skua
  44. Lachmöwe Larus ridibundus
  45. Sturmmöwe Larus canus
  46. Heringsmöwe Larus graellsii
  47. Silbermöwe Larus argentatus
  48. Mantelmöwe Larus marinus
  49. Dreizehenmöwe Rissa tridactyla
  50. Brandseeschwalbe Sterna sandvicensis
  51. Flußseeschwalbe Sterna hirundo
  52. Küstenseeschwalbe Sterna paradisaea
  53. Trottellumme Uria aalge
  54. Tordalk Alca torda
  55. Gryllteiste Cepphus grylle
  56. Papageitaucher Fratercula arctica
  57. Felsentaube Columba livia
  58. Ringeltaube Columba palumbus
  59. Türkentaube Streptopelia decaocto
  60. Kuckuck Cuculus canorus
  61. Waldkauz Strix aluco
  62. Mauersegler Apus apus
  63. Buntspecht Dendrocopos major
  64. Feldlerche Alauda arvensis
  65. Uferschwalbe Riparia riparia
  66. Rauchschwalbe Hirundo rustica
  67. Mehlschwalbe Delichon urbica
  68. Baumpieper Anthus trivialis
  69. Wiesenpieper Anthus pratensis
  70. Strandpiper Anthus petrosus
  71. Trauerbachstelze Motacilla alba yarrellii
  72. Zaunkönig Troglodytes troglodytes
  73. Heckenbraunelle Prunella modularis
  74. Rotkehlchen Erithacus rubecula
  75. Schwarzkehlchen Saxicola torquata
  76. Steinschmätzer Oenanthe oenanthe
  77. Amsel Turdus merula
  78. Singdrossel Turdus philomelos
  79. MisteldrosselTurdus viscivorus
  80. Schilfrohrsänger Acrocephalus schoenobaenus
  81. Dorngrasmücke Sylvia communis
  82. Fitis Phylloscopus trochilus
  83. Wintergoldhähnchen Regulus regulus
  84. Grauschnäpper Muscicapa striata
  85. Schwanzmeise Aegithalos caudatus
  86. Haubenmeise Parus cristatus
  87. Tannenmeise Parus ater
  88. Blaumeise Parus caeruleus
  89. Kohlmeise Parus major
  90. Baumläufer Certhia familiaris
  91. Elster Pica pica
  92. Dohle Corvus monedula
  93. Saatkrähe Corvus frugilegus
  94. Rabenkrähe Corvus corone corone und Corvus cornix
  95. Kolkrabe Corvus corax
  96. Star Sturnus vulgaris
  97. Haussperling Passer domesticus
  98. Buchfink Fringilla coelebs
  99. Grünfink Carduelis chloris
  100. Stieglitz Carduelis carduelis
  101. Erlenzeisig Carduelis spinus
  102. Bluthänfling Carduelis cannabina
  103. Berghänfling Carduelis flavirostris
  104. Birkenzeisig Carduelis cabaret
  105. Gimpel Pyrrhula pyrrhula
Säuger:
  • Spitzmaus Art? vermutlich Sorex araneus
  • Waldmaus Apodemus sylvaticus
  • Eichhörnchen Sciurus vulgaris
  • Kaninchen Oryctolagus cuniculus
  • Feldhase Lepus europaeus
  • Baummarder Martes martes
  • Fischotter Lutra lutra
  • Dachs Meles meles
  • Fledermaus wahrscheinlich Zwerg- oder Wasserfledermaus
  • Rothirsch Cervus elaphus
  • Sikahirsch Cervus nippon
  • Reh Capreolus capreolus
  • Seehund Phoca vitulina
  • Kegelrobbe Halichoerus grypus
Reptilien:
  • Waldeidechse Podarcis muralis
Amphibien:
  • 1 Grasfrosch Rana temporaria
  • 2 Erdkröte Bufo bufo

 

Pflanzen

(nur eine Auswahl von 11 aus den vielen Pflanzen, die wir sahen)

Gebiete:
  • Northern Highlands (Sutherland Coast and coastal mountains) und
  • Cairngorms (including trip on Fiacaill Na Leth-choin)
  • Primula scotica – Schottische Mehlprimel
  • Pinguicula vulgaris – Gemeines Fettkraut
  • Drosera longifolia- Langblättriger Sonnentau
  • Drosera rotundifolia - Rundblättriger Sonnentau
  • Myrica gale- Gagel
  • Dactylorhiza purpurella - Purpurblütiges Knabenkraut
  • Dactylorhiza fuchsii – Fuchs Knabenkraut
  • Gymnadenia conopsea - Mückenhändelwurz
  • Narthecium ossifragum - Beinbrech (Gelbe Moorlilie)
  • Erica tetralix –Glockenheide
  • Erica cinerea –Graue Heide
  • 10 typische Gräser, die wir gesehen haben

  • Nardus stricta -Borstgras
  • Festuca ovina - Schafschwingel
  • Molinia coerulea - Pfeifengras
  • Carex muricata - Igelsegge
  • Carex flacca – Blaugrüne Segge
  • Carex pilulifera - Pillensegge
  • Breitblättriges Wollgras
  • Trichophorum cespitosum Rasenbinse
  • Trichophorum alpinum
  • Deschampsia cespitosa 'Schottland' - Wald-Schmiele