Dümmer: Kraniche im Moor (4 Tage/ 3 Nächte)
Die niedersächsische Diepholzer Moorniederung hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Kranichrastplätze Europas entwickelt. Die größtenteils abgetorften Hochmoore sind wiedervernässt worden, wodurch große flache Gewässer entstanden sind. Diese stellen für den Kranich sehr attraktive Schlafplätze dar. Die ausgedehnten Maisfelder der Umgebung bieten den großen Vögeln im Herbst viel Nahrung in Form von Ernteresten. Immer mehr Kraniche machten in den letzten Jahren hier Station, im November 2008 wurde mit bis zu 77.000 gleichzeitig anwesenden Vögeln ein neuer Rekord erreicht. Neben den imposanten Kranichen lassen sich zahlreiche weitere interessante Vogelarten beobachten, darunter Saat- und Blässgänse, Große Brachvögel, Kornweihen, Raubwürger, mit Glück Sing- und Zwergschwäne, Rauhfußbussarde, Sumpfohreulen oder sogar Seeadler. Am Dümmer, dem zweitgrößten nordwestdeutschen Binnensee, können Silberreiher, Gänsesäger und viele weitere Arten in großer Individuenzahl beobachtet werden. Am letzten Tag in der Weseraue rund um Petershagen sind zahlreiche nordische Wasservögel zu erwarten. Die Chance Sing- und Zwergschwäne zu sehen, ist gut.
Aufpreis bei 7 - 9 Teilnehmern: + 20,00 Euro pro Person
Kraniche, Gänse und Enten rund um den Dümmersee
1. Tag: Anreise, Kranichschlafplatz Rehdener Geestmoor
Nach einem Kaffee zum Kennenlernen und der Vorstellung des Reiseprogramms geht es zum größten Kranichschlafplatz der Diepholzer Moorniederung, dem Rehdener Geestmoor. Unterwegs können wahrscheinlich schon erste Kranichtrupps auf den Feldern gesehen werden. Am Spätnachmittag beobachten wir vom Aussichtsturm aus den Einflug Tausender Kraniche, Saat- und Blässgänse in die Moorgewässer. Außerdem kommen oft mehrere Kornweihen sowie Trupps von Großen Brachvögeln zum Übernachten ins Moor.
2. Tag: Morgendämmerung mit Kranichen, Wasservögel am Dümmer
Wir brechen bei Dunkelheit auf, um im ersten Morgengrauen auf dem Aussichtsturm im Rehdener Geestmoor zu sein. Während der Dämmerung erleben wir, wie die Kraniche in langen Ketten das Moor verlassen um die Fressplätze in der umliegenden Ackerlandschaft aufzusuchen. Auch die Gänse, Brachvögel und Kornweihen verlassen in der Morgendämmerung nach und nach das Moor. Wir kehren zum Frühstück zum Hotel zurück. Anschließend wandern wir ein Stück über den Dümmerdeich und beobachten die vielen nordischen Entenvögel. Mit Glück lässt sich auch ein Bartmeisentrupp, eine Wasserralle oder gar eine Rohrdommel blicken. Ziemlich sicher sind Silberreiher in größerer Anzahl zu beobachten. Außerdem sind viele Bläss- und Saatgänse im Ochsenmoor und den anderen Wiesengebieten rund um den Dümmer zu erwarten. Die genaue Fahrt-, bzw. Wanderroute für diesen Tag wird je nach Windrichtung und Windstärke sowie nach den aktuellen Vogelmeldungen festgelegt.
3. Tag: Wanderung durchs Neustädter Moor
Auf der Fahrt in Richtung des Neustädter Moores halten wir nach Kranichschwärmen in der weiten Ackerlandschaft Ausschau. Haben wir einen günstig stehenden Trupp entdeckt, werden wir ihn beim Fressen beobachten und können dabei gut die Familien mit den diesjährigen Jungen sehen. Während einer 7 km langen Wanderung erleben wir die abwechslungsreiche Landschaft am Rand des Neustädter Moores mit sandigen Heideflächen, kleinen Dünen, Hudewaldresten und dem weiten offenen Moor. Es können Kornweihen und Raubwürger beobachtet werden. Am Spätnachmittag genießen wir den Blick vom Aussichtsturm und beobachten den Schlafplatzflug der Kraniche, die hier meist in etwas geringerer Zahl als im Rehdener Geestmoor einfliegen.
4. Tag: Abschied von den Kranichen, Wasservögel in der Weseraue
Wir nehmen Abschied von der Diepholzer Moorniederung und fahren zur rund 50 km östlich gelegenen Weseraue zwischen Schlüsselburg und Petershagen. Hier können zahlreiche Wasservögel wie nordische Enten und Säger, mit etwas Glück schon Sing- und Zwergschwäne und verschiedene Greifvögel, darunter durchaus auch Wanderfalke oder Merlin gesehen werden. Auch Prachttaucher treten hier immer wieder auf. Die genaue Route richtet sich nach dem aktuellen Vogelgeschehen.
Programmhinweise
- Änderungen, die den Charakter der Reise nicht beeinflussen, sind zwar nicht vorgesehen, wir behalten sie uns aber vor. Nehmen Sie das Detailprogramm als Vorschlag, aber nicht als Checkliste. Wenn das Programm umgestellt wird, dann nur zu Ihren Gunsten!
Ermäßigungen
- NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
- Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
Zahlungsmodalitäten
- Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 10 %
- Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
- Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann birdingtours bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an.
Generelle Hinweise
- Anforderungen der Reise: geringe Anforderungen, wandern bis 5 km
- Die Gruppengröße dieser Reise beträgt 7 - 14 Personen. Sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht werden, kann die Reise bis 3 Wochen vor Reiseantritt abgesagt werden. Sollte der Fall eintreten, versuchen wir immer die Reise trotzdem durchzuführen. Falls dies nicht möglich ist, erstellen wir Ihnen gerne ein schönes Alternativangebot.
- Aufpreis bei 7 - 9 Teilnehmern: + 20,00 Euro pro Person
Anreise
Mit der Bahn:
Ihr Zielbahnhof heißt Diepholz. Dieser ist ca. 10 km von unserer Unterkunft entfernt. Wir werden deshalb einen Gruppentransfer zum Hotel organisieren. Versuchen Sie deshalb bitte, Ihre Ankunftszeit auf den Treffpunkt der Gruppe abzustimmen, welcher voraussichtlich gegen 14:00 Uhr sein wird.
(Teilen Sie uns auch bitte rechtzeitig Ihre Ankunftszeiten mit!)
Ermäßigungen
- NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
- Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
- NABU/LBV-Mitglieder 3% Rabatt für NABU/LBV Mitglieder €
Leistungen
- Programm wie beschrieben
- 3 Nächte in einem angenehmen Hotel inklusive Halbpension
- erfahrene Reiseleitung
Nicht enthaltene Leistungen
- An-/ Abreise
- Mittagessen
- Fahrgemeinschaften vor Ort
Reiseleiter
Micha Neumann
Veranstalter: birdingtours GmbH
Reisebericht 2011
Birdingtoursreise Diepholzer Moorniederung 7.-10. November 2011
Text und Fotos: Micha A. Neumann
7. November
Die Birdingtoursgruppe trifft sich am frühen Nachmittag zur Begrüßungssuppe im hübschen Hotel Ratsstuben in Rehden. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde geht es gleich raus ins Rehdener Geestmoor. Auch wenn der Himmel sich grau in grau zeigt, bietet der Einflug von mehreren tausend Kranichen und Gänsen ein unvergessliches Schauspiel. Auch ein paar andere Arten werden in der Nähe des Aussichtturms entdeckt: In einem gemischte Drosseltrupp finden wir Rot- und Wacholderdrosseln. Goldammern und Feldsperlinge übernachten in nahergelegenen Büschen und sogar einige Exemplare der seltenen Kornweihe lassen sich beobachten. Ein schöner Reisestart wird durch ein gutes Abendessen im Hotel abgerundet
8. November
Wir brechen früh auf, um den Abflug der Kraniche und Gänse vom Beobachtungsturm aus verfolgen zu können. Auch heute ist die Sicht durch den Nebel eingeschränkt, aber zum Glück fliegen einige Trupps so dicht an uns vorbei, dass wir sie gut erkennen können.
Anschließend stärken wir uns am Frühstückbuffet bevor wir Richtung Dümmersee aufbrechen. Bereits unser erster Stopp bietet einige schöne Überraschungen. Nicht nur Enten verschiedenster Art tummeln sich auf dem Wasser, auch einige Möwen sind dabei. Wir finden ein großes „Sortiment“ verschiedener Arten und können die Unterschiede studieren: Steppenmöwe und Mittelmeermöwe, Heringsmöwe und Mantelmöwe, Lachmöwe und Sturmmöwe. Alle lassen sich gut im Spektiv sehen und vergleichen.
Ein weiteres Highlight bietet eine auffliegende Wasserrallen, die jedoch leider nicht von allen Teilnehmern gesehen wird. Für alle aber gibt es einige Gänsesäger und ein paar hübsche Schellenten. Sehr schön auch ein entferneter Raubwürger, den wir auf einer Buschspitze entdecken.
Wir bewundern mehrere Silberreiher und besichtigen die Ausstellung im Naturschutzhaus. Am Abend sind wir dabei als viele Gänse und Enten zur Rast auf den See einfliegen.
9. November
Der Nebel hält sich zäh und macht die Beobachtungsbedingungen suboptimal. Das hindert uns jedoch nicht, eine ausgiebige Wanderung durch das wunderschöne Neustädter Moor tz machen.
Gleich zu Beginn gibt es mit dem Entdecken einer auffliegenden Waldschnepfe eine besondere Überraschung. Auch viele Drosseln, Gimpel und Meisen lassen sich schön beobachten. Ein paar Spechte rufen, einmal auch ein Kleiber und die winzigen Wintergoldhähnchen turnen in den Baumwipfeln. Dazu eine einmalige herbstliche Moorlandschaft und immer wieder einmal ein rufender Trupp Kraniche, der manchmal ungesehen durch den Nebel fliegt. Klasse!
Auf dem Rückweg sehen wir einen großen Trupp Kiebitze und viele rastende Kraniche.
Nach einem Mittagsimbiss zieht es uns wieder ins Rehdener Geestmoor, wo heute neben den vielen Gänsen und Kranichen auch ein großer Trupp „schaulustiger Holländer“ sein Stelldichein gibt. Einem unserer freundlichen Nachbarn verdanken wir dann auch noch die schöne Beobachtung eines Raubwürgers – viel besser zu sehen heute noch als gestern.
Am Abend hält ein Reiseteilnehmer einen beeindruckenden Bildervortrag über eine Birdingtoursreise nach Helgoland…
10. November
Am letzten Reisetag – die Landschaft ist nach wie vor in Nebel gehüllt – besuchen wir zunächst das Nordufer des Dümmersees. An einer Wasserstelle etwas nördlich des Sees beobachten wir einen großen Trupp Pfeifenten. Auch etliche Greife fliegen vorüber: Kornweihe, Mäusebussard, Turmfalke und sogar ein Wanderfalke!
Einen Höhepunkt stellen auch 4 rufend vorbeizeihende Singschwäne dar. Am Nordwestufer des Dümmersees wandern wir zu einem Aussichtsturm. Als abschließende Überraschung werden wir dort Zeuge wie ein größerer Trupp Bekassinen auffliegt und wenig später wieder in einer Wiese landet.
Anschließend ist die Kälte, die an diesem Tag deutlicher zu fühlen ist als an den Vortagen soweit durch unsere Mäntel und Hosen durchgekrochen, dass nur noch ein heißer Kaffee hilft. Wir finden eine nette Lokalität, wo wir gut zu essen und zu trinken bekommen und gebührend von einander Abschied nehmen können.
Fazit: Wer die herbstlichen Wetterlagen nicht scheut, auf den wartet auch im November am Dümmersee und in der Diepholzer Moorniederung ein beeindruckendes Naturerlebnis mit erstaunlich vielen Vogelarten und spektakulären Kranichbeobachtungen!
Reisebericht 2010
Birdingtoursreise Diepholzer Moorniederung 8.-11. November 2010
Micha A. Neumann
8. November
Wir brechen früh auf, um den Abflug der Kraniche und Gänse vom Beobachtungsturm aus verfolgen zu können. Auch heute ist die Sicht durch den Nebel eingeschränkt, aber zum Glück fliegen einige Trupps so dicht an uns vorbei, dass wir sie gut erkennen können.
Anschließend stärken wir uns am Frühstückbuffet bevor wir Richtung Dümmersee aufbrechen. Bereits unser erster Stopp bietet einige schöne Überraschungen. Nicht nur Enten verschiedenster Art tummeln sich auf dem Wasser, auch einige Möwen sind dabei. Wir finden ein großes „Sortiment“ verschiedener Arten und können die Unterschiede studieren: Steppenmöwe und Mittelmeermöwe, Heringsmöwe und Mantelmöwe, Lachmöwe und Sturmmöwe. Alle lassen sich gut im Spektiv sehen und vergleichen.
Ein weiteres Highlight bietet eine auffliegende Wasserrallen, die jedoch leider nicht von allen Teilnehmern gesehen wird. Für alle aber gibt es einige Gänsesäger und ein paar hübsche Schellenten. Sehr schön auch ein entferneter Raubwürger, den wir auf einer Buschspitze entdecken.
Wir bewundern mehrere Silberreiher und besichtigen die Ausstellung im Naturschutzhaus. Am Abend sind wir dabei als viele Gänse und Enten zur Rast auf den See einfliegen.
Die Birdingtoursgruppe trifft sich am Nachmittag zu Kaffee, Kuchen und Kennen lernen im Hotel Seeschlösschen. Anschließend geht es gleich auf Tour. Der Einflug der Kraniche und Gänse erwartet uns im Rehdener Geestmoor. Erst sind es nur einige wenige Vögel, später werden es immer mehr. Ein beeindruckendes Schauspiel, wie die Kraniche laut trompetend teilweise unmittelbar an unserem Aussichtsturm vorbeifliegen. Ein begeisternder Auftakt für die Reise!
9. November
Der Nebel hält sich zäh und macht die Beobachtungsbedingungen suboptimal. Das hindert uns jedoch nicht, eine ausgiebige Wanderung durch das wunderschöne Neustädter Moor tz machen.
Gleich zu Beginn gibt es mit dem Entdecken einer auffliegenden Waldschnepfe eine besondere Überraschung. Auch viele Drosseln, Gimpel und Meisen lassen sich schön beobachten. Ein paar Spechte rufen, einmal auch ein Kleiber und die winzigen Wintergoldhähnchen turnen in den Baumwipfeln. Dazu eine einmalige herbstliche Moorlandschaft und immer wieder einmal ein rufender Trupp Kraniche, der manchmal ungesehen durch den Nebel fliegt. Klasse!
Auf dem Rückweg sehen wir einen großen Trupp Kiebitze und viele rastende Kraniche.
Nach einem Mittagsimbiss zieht es uns wieder ins Rehdener Geestmoor, wo heute neben den vielen Gänsen und Kranichen auch ein großer Trupp „schaulustiger Holländer“ sein Stelldichein gibt. Einem unserer freundlichen Nachbarn verdanken wir dann auch noch die schöne Beobachtung eines Raubwürgers – viel besser zu sehen heute noch als gestern.
Am Abend hält ein Reiseteilnehmer einen beeindruckenden Bildervortrag über eine Birdingtoursreise nach Helgoland…
Heute starten wir schon vor dem Frühstück, um den Abflug der Kraniche vom Beobachtungsturm aus verfolgen zu können. Es ist kalt, aber das Warten lohnt sich. Erneut gelingen uns tolle Beobachtungen von Kranichtrupps in unterschiedlichen Größen. Das anschließende Frühstück im Hotel schmeckt besonders gut. Danach geht es zum Dümmersee. Von verschiedenen Ausgangspunkten aus erlaufen wir uns das Seeufer mit seinen unterschiedlichen Lebensräumen. Auf dem Wasser schwimmen verschiedenste Entenarten, an deren Bestimmung wir uns erproben. In den Büschen sitzen und rufen Drosseln, Meisen, Finken, Zeisige, sogar ein paar Gimpel.
Noch mehr Aufmerksamkeit aber widmen wir den überraschend häufigen Silberreihern auf den Wiesen und den rastenden Bläss- und Graugänsen. Einer der Tageshöhepunkte ist auch die Beobachtung eines jungen Wanderfalken, den wir vom Auto aus aus relativ kurzer Distanz bewundern können.
Am Abend erwarten wir den Einflug von Gänsen, Möwen, Silberreihern und Dohlen am Seeufer. Auch ein größerer Trupp Stare gibt sich noch die Ehre. Ein schöner Tag wird mit gutem Essen und Trinken abgerundet.
10. November
Am letzten Reisetag – die Landschaft ist nach wie vor in Nebel gehüllt – besuchen wir zunächst das Nordufer des Dümmersees. An einer Wasserstelle etwas nördlich des Sees beobachten wir einen großen Trupp Pfeifenten. Auch etliche Greife fliegen vorüber: Kornweihe, Mäusebussard, Turmfalke und sogar ein Wanderfalke!
Einen Höhepunkt stellen auch 4 rufend vorbeizeihende Singschwäne dar. Am Nordwestufer des Dümmersees wandern wir zu einem Aussichtsturm. Als abschließende Überraschung werden wir dort Zeuge wie ein größerer Trupp Bekassinen auffliegt und wenig später wieder in einer Wiese landet.
Anschließend ist die Kälte, die an diesem Tag deutlicher zu fühlen ist als an den Vortagen soweit durch unsere Mäntel und Hosen durchgekrochen, dass nur noch ein heißer Kaffee hilft. Wir finden eine nette Lokalität, wo wir gut zu essen und zu trinken bekommen und gebührend von einander Abschied nehmen können.
Fazit: Wer die herbstlichen Wetterlagen nicht scheut, auf den wartet auch im November am Dümmersee und in der Diepholzer Moorniederung ein beeindruckendes Naturerlebnis mit erstaunlich vielen Vogelarten und spektakulären Kranichbeobachtungen!
Dieser Tag geht als Regentag in die Annalen. Ein Wunder, dass es uns gelingt, die Zeiten ausgiebigsten Regens im Auto zu verbringen. Unsere Wanderung durch das wunderschöne Neustädter Moor gelingt uns sogar mit zwischenzeitlich trocknen Phasen.
Neben der beeindruckenden Landschaft begeistert uns vor allem die Entdeckung des seltenen Raubwürgers, den wir ausgiebig und gut beobachten können. Auch der Fund eines Raufußbussards erfreut die Gemüter. Weil es sich anschließend mehr oder weniger einregnet, kehren wir erst einmal ein. Wir finden ein nettes Restaurant in einem Hotel mit kompetenter Bedienung und leckeren Speisen.
Anschließend geht es erneut zum Beobachtungsturm im Rehdener Geestmoor. Wir werden für unsere Geduld belohnt: Der Kranicheinflug ist an diesem Abend noch gewaltiger und beeindruckender als am ersten Abend.
11. November
Die Sonne kommt raus. Der Herbst zeigt sein schönstes Gesicht. Am Nordufer des Dümmersees können wir viele Vögel beobachten: Kiebitze, Bussarde und Kornweihen, Stieglitze, Zeisige und verschiedene Meisenarten.
Anschließend geht es zum Dammer Bergsee. Dieser im Hügelland und im Wald versteckte kleine See beherbergt an diesem Tag einen großen Trupp Nilgänse und auch verschiedene Möwenarten. Im Wald rufen Meisen und Spechte und auch ein Kleiber lässt sich schön beobachten. Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen im herbstlichen Laub, bevor der angekündigte Sturm heraufzieht. Zu dem Zeitpunkt haben wir uns aber längst voneinander verabschiedet und befinden uns auf dem Heimweg.
Eine schöne Reise ist zu Ende gegangen. Auf Wiedersehen Diepholzer Moorniederung!
Reisebericht 2009
Kranichschwärme in weiten Mooren - Diepholzer Moorniederung und der Dümmer
Sa., 7.11.:
Nach reibungsloser Anreise aller Teilnehmer gab es zunächst um 14 Uhr Kaffee und Kuchen im Hotel. Das Hotel „Seeschlösschen“ liegt im Örtchen Lembruch nur wenige 100m vom Dümmer-See entfernt. Ziel der anschließenden ersten Tour war der größte Kranichschlafplatz der Region, das Rehdener Geestmoor. Aufgrund des Massenandrangs von Kranichtouristen am Aussichtsturm beschlossen wir, diesen zu meiden und die Kraniche von den Feldwegen aus zu beobachten. Schon nach wenigen Minuten Fahrt trafen wir den ersten Trupp von rund 300 Kranichen auf einem Acker an, wenig später einen zweiten von rund 400 Vögeln. Schließlich positionierten wir uns vor Beginn der Abenddämmerung auf einem Feldweg nordwestlich des Geestmoores. Ein nur rund 300m entfernt stehender Kranichtrupp ließ sich in aller Ruhe beobachten, bevor er in der Dämmerung zum nahen Moor flog, viele weitere Ketten von Kranichen zogen vor rotem Abendhimmel ins Moor, allerdings verlief der Einflug der größten Massen in einiger Entfernung. Offensichtlich gab es im Moor massive Störungen, denn mehrfach flog dort ein Großteil der Kraniche auf. Auch mehrere Kornweihen waren beim abendlichen Schlafplatzflug zu beobachten. Trotz des schönen abendlichen Farbenspiels am Westhorizont wollte es leider nicht aufhören zu regnen.
So, 8.11.:
Schon um 6 Uhr morgens brachen wir zum Aussichtsturm im Rehdener Geestmoor auf, um den morgendlichen Abflug der Kraniche von Anfang an zu erleben. Auf dem Hinweg sahen einige der Teilnehmer eine Schleiereule. Dichter Bodennebel lag über dem Moor, nur die Bäume und Büsche am Moorrand ragten hinaus, das ganze gespenstisch beleuchtet vom fahlen Licht des hoch stehenden Mondes und dem ersten Morgengrauen. Die anfangs vereinzelten Kranichrufe wuchsen immer mehr zu einem eindrucksvollen Konzert an. Allerdings füllte sich der Aussichtsturm allmählich und einige der Besucher waren nicht wirklich leise. Als jedoch endlose Kranichkettenlaut trompetend aus dem Nebel stiegen und vor dem Morgenrot dahinzogen, herrschte sprachlose Stille – ein grandioses Schauspiel in mystischer Atmosphäre! Nach dem ausgiebigen Frühstück beobachteten wir am nur 5min zu Fuß vom Hotel entfernten Dümmerufer Wasservögel. Der Nebel wich mildem Sonnenschein und auf dem nahezu spiegelglatten See sahen wir einige Gänsesäger und eine Schellente. Es zogen zahlreiche große Gänseschwärme, weitaus überwiegend Saatgänse hoch am blauen Himmel vorbei. Eine aufmerksame Teilnehmerin entdeckte die drei recht hoch überfliegenden Bartmeisen. Nach einem kleinen Mittagessen im Hotel beobachteten wir Tausende von Blässgänsen auf den Wiesen des Ochsenmoores und sahen dort außerdem mindestens 38 Silberreiher, einen Wanderfalken, ein Schwarzkehlchen und einige Pfeifenten. Der kurze Novembertag neigte sich rasch dem Ende, die Abenddämmerung verbrachten wir an der Südbucht des Dümmer. Mehr als 1.000 Löffelenten, mindestens ebenso viele Tafelenten, außerdem Krickenten, Schnatterenten und vier Zwergsäger-Weibchen ruhten auf dem Wasser. Plötzlich rauschten in riesigen Ketten und mehrere 100m breiten Fronten die Blässgänse im Tiefflug über uns hinweg. Tosendes Geschrei, eindrucksvolles Flügelrauschen und anschließend das Geräusch der Landung auf dem Wasser – sicher mehr als 10.000 Gänse fielen zum Schlafen auf dem See ein. Ein weiteres gewaltiges Schauspiel hautnah – besonders hautnah für den einen Teilnehmer, der die feuchtwarme Hinterlassenschaft einer Gans zu spüren bekam… Gleichzeitig formierte sich eine weitere gewaltige Vogelansammlung, eine riesige Wolke von vielen Tausend Dohlen und Saatkrähen kreiste in der Dämmerung und fiel zum Schlafen in dem Wäldchen am Südufer ein.
Mo. 9.11.:
Auf dem Weg zum rund 25km entfernt gelegenen Neustädter Moor machten wir noch einmal Halt im Rehdener Geestmoor und erlebten ein schönes Schauspiel: Viele Hundert Kraniche standen im goldfarbigen Pfeifengras des Moores, ebenso viele Kraniche flogen ziemlich unruhig in unterschiedlich großen Trupps umher. Allmählich wurde der Grund der Unruhe unter den Kranichen deutlich: Nach und nach formierten sich große Schwärme am Himmel, schraubten sich Hunderte Meter in die Höhe, ordneten sich zu typischen Formationen und zogen nach Südwesten fort. Nordostwind und gute Fernsicht (aber ohne Sonnenschein) hatten einen Teil der Kraniche zum Weiterzug angeregt. Zahlreiche weitere Kranichtrupps zogen im Laufe des Vormittags vorbei. Nach einiger Suche fanden wir auch den Raubwürger und konnten ihn aus nur rund 50m Entfernung mit den Spektiven in Ruhe betrachten. Kornweihen, zwei weitere Raubwürger und mehrere Hundert Kraniche waren bei der rund 7km langen Moorwanderung durch das Neustädter Moor zu beobachten. Die Wege waren so trocken, dass sogar Halbschuhe völlig ausreichten – was hier nicht immer so ist! Vom Aussichtsturm aus konnten wir bei guter Sicht und zum Glück weitgehend abgeflautem Wind rund 5.000 Kraniche genießen, die größtenteils schon recht früh ins Moor kamen. Der Einflug verlief hier störungsfrei und recht zügig, die Kraniche sammelten sich erst an verschiedenen Stellen im Moor und kamen im Laufe der Dämmerung fast alle an einem Ort zusammen. Außerdem fielen Tausende Wacholderdrosseln in den Weidengebüschen am Moorrand ein und ein Kornweihen-Männchen flog ganz tief und sehr nah am Aussichtsturm vorbei.
Di. 10.11.:
Wir nahmen Abschied von der Diepholzer Moorniederung und fuhren in die rund 50km östlich gelegene Weseraue. Bei kaltem Dauerregen beobachteten wir Wasservögel auf den ehemaligen Kiesbaggerseen der Windheimer Marsch. Nach einigen Silberreihern und Schellenten trafen wir am letzten der Teiche vier Singschwäne an, die wir aus geringer Entfernung schön beobachten konnten. Der Gang durch den Regen hatte sich damit gelohnt – vor allem für die süddeutschen Teilnehmer, die sehr auf nordische Schwäne gehofft hatten. Aufgrund des heftigen Regens bei klammen 5 Grad beendeten wir die Tour bereits gegen 12 Uhr.
Artenliste:
- Haubentaucher viele auf dem Dümmer, einige in der Weseraue
- Zwergtaucher einer in der Weseraue (Windheimer Marsch)
- Kormoran zahlreich am Dümmer, einige in der Weseraue
- Silberreiher mind. 38 Ex. im Ochsenmoor
- Graureiher
- Höckerschwan
- Singschwan 4 Ex. in der Weseraue (Windheimer Marsch)
- Blässgans viele 1.000 im Ochsenmoor und auf dem Dümmer
- Saatgans v.a. zahlreiche ziehende Trupps
- Graugans v.a. im Ochsenmoor
- Weißwangengans eine im Ochsenmoor
- Nilgans
- Pfeifente einige (rund 10) im Ochsenmoor
- Löffelente über 1.000 in der Dümmer-Südbucht
- Krickente Dümmer und Weseraue
- Schnatterente wenige (>10) in der Dümmer-Südbucht
- Stockente v.a. sehr viele auf dem Dümmer
- Schellente Dümmer und Weseraue, insgesamt rund 6 Stück
- Tafelente weit mehr als 1.000 auf dem Dümmer
- Reiherente
- Gänsesäger einige auf dem Dümmer, ein Weibchen Weseraue
- Zwergsäger 4 Weibchen in der Dümmer-Südbucht
- Mäusebussard an vielen Orten
- Sperber
- Habicht
- Kornweihe Rehdener Geestmoor und Neustädter Moor
- Turmfalke
- Wanderfalke ein Ex. im Ochsenmoor
- Fasan
- Blässhuhn
- Kranich insgesamt deutlich über 10.000 Stück gesehen
- Kiebitz Wiesen bei Windheim (Weser)
- Großer Brachvogel früh morgens im Rehdener Geestmoor
- Lachmöwe
- Sturmmöwe
- Silbermöwe
- Ringeltaube
- Schleiereule früh morgens auf dem Weg zum Geestmoor
- Buntspecht
- Kleinspecht einer am Rand des Neustädter Moores
- Feldlerche wenige auf den Äckern
- Wiesenpieper wenige, v.a. in der Weseraue
- Zaunkönig
- Heckenbraunelle
- Rotkehlchen
- Schwarzkehlchen ein Ex. im Ochsenmoor
- Amsel
- Rotdrossel
- Wacholderdrossel beeindruckende Schwärme im Neustädter Moor!
- Zilpzalp immer noch ein Ex. im Neustädter Moor
- Wintergoldhähnchen
- Kohlmeise
- Blaumeise
- Sumpfmeise
- Weidenmeise
- Haubenmeise
- Schwanzmeise
- Bartmeise 3 Ex. am Dümmerufer bei Lembruch fliegend
- Gartenbaumläufer an mehreren Orten
- Kleiber
- Raubwürger Rehdener Geestmoor und Neustädter Moor
- Elster
- Eichelhäher
- Dohle riesige Ansammlung im Wäldchen am Ochsenmoor
- Saatkrähe v.a. am Dümmer, dort sehr viele
- Rabenkrähe
- Kolkrabe gehört
- Star
- Haussperling
- Feldsperling in Lembruch
- Buchfink
- Bergfink im Flug gehört (Quäken)
- Birkenzeisig am Rehdener Geestmoor fliegend und rufend
- Grünfink v.a. in Lembruch
- Kernbeißer in Lembruch, nur gehört
- Fichtenkreuzschnabel am Neustädter Moor
- Goldammer
- Rohrammer mehrere im Neustädter Moor
Moin Micha,
danke für Deine ausführliche Mail mit den schönen Fotos und dem Bericht! Du
hast Dir viel Arbeit damit gemacht.
Es waren wirklich ganz schöne Tage und Du hast es durchaus geschafft, mein
Interesse an der Bestimmung der Vögel zu wecken! Aber bis zu Eurer
Perfektion werde ich es nie bringen ...
Hab herzlichen Dank! Dir und Deiner Familie eine frohe Adventszeit und
besinnlich schöne Festtage.
Herzliche Grüße, Hanne

















