Im Laufe des Tages erwarten wir Sie im Gutshaus Federow, unmittelbar am Müritz-Nationalpark. Das ruhig an einem See gelegene Haus, hat sehr großzügige Zimmer. Es liegt direkt in der Einflugsschneise der Kraniche, auf ihrem Weg zum Schlafplatz. Am späten Nachmittag starten wir gleich zur ersten Beobachtungstour. Es geht zu den Kranichschlafplätzen und zur Hirschbrunft.
Der Kranichschlafplatz am Rederangsee ist einer der größeren im Binnenland Ostdeutschlands. Bis zu 7000 Kraniche fallen zum Schlafen ins Flachwasser des Sees ein. Die riesigen Bruch- und Schilfwälder sind zu dieser Jahreszeit Kulisse für die Rothirschbrunft.
Mit Sonnenaufgang starten wir eine Fußwanderung zum „Alten Müritzhof“ – dem Geburtsort des ostdeutschen Naturschutzes. Vorbei an aufgelassenen Ackerflächen, Wäldern und Wiesen, mit guten Beobachtungsmöglichkeiten von ziehenden Kleinvögeln gelangen wir zum Warnker See, einem Wasservogelparadies der besonderen Art.
Zwölf Entenarten und zu dieser Jahreszeit auch Gänse- und Zwergsäger nutzen den See als Schlafgewässer. Die nordischen Tafel- und Reiherenten erreichen hier häufig eine Zahl von über 20.000 Individuen. Aus Nahdistanz sind Kolbenenten und Kormorane zu beobachten. Gleichfalls der Seeadler, der hier immer ausreichend Nahrung findet. Nach dem Mittagessen geht es, ganz exklusiv, in die größte Wacholderheide Mecklenburgs, wo wir neben Vögel, vor allem auch botanische Raritäten, wie Enzian, Sumpfherzblatt und Kuckuckslichtnelke entdecken wollen. Auf der nahegelegenen Müritz sind jetzt schon die nordischen Sing- und Zwergschwäne deutlich zu hören und zu sehen.
An diesem Tag durchqueren wir per Rad ein riesiges Sumpfgebiet am Ostufer der Müritz. In der Stille der herbstlichen Moorlandschaft sind manchmal Bartmeisen zu hören, die im Schneideried überwintern. Erste Wintergäste, wie Raubwürger und Schwärme von Erlenzeisigen werden ebenfalls schon sichtbar. Immer wieder haben wir Gelegenheit Rothirsche zu beobachten. Nachmittags erreichen wir das Dorf der „Alten Bäume“ mit uralten Linden, Eichen und Kiefern. Hier sind es vor allem Spechte, die uns interessieren.
Die Ostseeinsel Usedom ist zu jeder Jahreszeit ein interessanter Beobachtungsort. Unser Interesse gilt vor allem dem Peenemünder Haken, mit seinen Salzgraswiesen und kleineren Strandseen. Im Herbst halten sich hier vor allem Meeresenten, wie Trauer-, Samt- und Eiderenten auf. Auch Spießenten, Ohrentaucher und Mittelsäger können beobachtet werden. Zuvor besichtigen wir am Vormittag die Karrendorfer Wiesen, der Beobachtungsort für durchziehende Limikolen. Neben Alpen-, Sichel- und Zwergstrandläufer, sind in den lagunenartigen Flachwassergebieten auch Pfuhlschnepfen und Dunkle Wasserläufer zu finden. Daneben erwarten wir noch jede Menge später Durchzügler und in deren Begleitung Wanderfalke, Habicht und Sperber.
Eine Kanutour auf den ursprünglichen Seen des Nationalparks ist ein unbedingtes Muss. Mit bequemen Mannschaftskanadiern fahren wir durch die „Alte Fahrt“ - eine besonders urwüchsige Wasserlandschaft der Mecklenburgischen Seenplatte. Hier sehen wir auch Eisvögel, die in mehreren Paaren an frischen Uferabbrüchen brüten! An den Boeker Fischteichen wollen wir Limikolen, Enten und Adler auf den schon abgelassenen Teichen beobachten.
Zum Abschluss überqueren wir mit dem Schiff das „Kleine Meer“ die Müritz und beobachten nordische Gänse und Kraniche am Schlafplatz. Nach einem kurzen Rundgang durch die Warener Altstadt geht es zum Hotel zurück!
Am letzten Tag unternehmen wir eine Busexkursion in den Serrahner Buchen-Urwald. Große Teile des Areals wurden unter dem Großherzog des Landes Mecklenburg-Strelitz – mit eingeschränkter Waldwirtschaft – vordergründig für die Jagd genutzt. Seit 50 Jahren besitzt das Gebiet den Status eines Naturschutzgebietes und unterliegt seither keiner weiteren Nutzung mehr. Nach der Wende wurde es 1990 in den Müritz-Nationalpark integriert und auf 7000 ha erweitert. Die urwaldartigen Strukturen waren Hintergrund für zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen auf dem Gebiet der Fauna und Flora. Sehr lohnenswert sind neben den Wäldern, auch die vielen Moore Serrahns. Ein Moorsteg bringt uns die Vielfalt nährstoffarmer Vegetation näher. Neben Fieberklee und Wasserfeder, wächst hier auch der rundblättrige Sonnentau.
Das sehr ruhig an einem See gelegene Gutshaus ist komplett restauriert und besitzt großzügige Zimmer. Es liegt direkt in der Einflugsschneise der Kraniche, die zu ihren nahe gelegenen Schlafplätzen fliegen. Ein herrlicher Ausgangspunkt für unsere Exkursionen in angenehmer Ruhe inmitten der Natur.
Die Müritz-Region mit dem gleichnamigen Nationalpark, ausgedehnten wald- und seenreichen Naturparken sowie zahlreichen Naturschutzgebieten ist die adlerreichste Region Deutschlands. Neben dem sehr seltenen Schreiadler, sind es besonders See- und Fischadler die hier sehr häufig vorkommen. Mit mehr als 50 Brutpaaren erreicht der Fischadler 10 Prozent der gesamten Brutpopulation Deutschlands. Sehr erfolgreich ist auch die Entwicklung beim Kranich, der allein im Müritz-Nationalpark mit über 100 Paaren vertreten ist. Während der herbstlichen Rast halten sich bis zu 13000 Kraniche in der Region auf gut einem dutzend Schlafplätze auf. Doch auch weniger spektakuläre, aber nicht minder interessante Arten verdienen genannt zu werden. So die Große Rohrdommel in den ausgedehnten Schilfwäldern am Ostufer den Müritz, dass stabile Vorkommen des Ortolans im westlichen Beobachtungsgebiet. Genannt werden sollte auch der Enten- und Limikolenrastplatz auf dem Großen Schwerin in der Müritz, der aufgrund seiner Artenvielfalt seinesgleichen im Binnenland Norddeutschlands sucht.