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Grünhaus - Vom Tagebau zum Naturparadies (5 Tage/ 4 Nächte)

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Diese 5-tägige Reise wendet sich an alle Naturfreunde, die die Niederlausitz mit ihren außergewöhnlichen Naturlandschaften und ihrer durch den Braunkohletagebau geprägten Vergangenheit kennen lernen möchten. Die NABU-Schutzgebiete Grünhaus und Welkteich und die Highlights des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft im Süden Brandenburgs stehen dabei im Mittelpunkt der Entdeckungsreise, deren Programm vom NABU zusammen mit der Naturwacht und der Naturparkverwaltung entwickelt wurde. Geprägt wurde die Niederlausitz als eine idyllische Altmoränenlandschaft von der vor 180.000 Jahren zu Ende gegangenen Saale-Eiszeit, bis der Mensch im Zuge des Braunkohleabbaus ganze Landstriche im Tagebau überbaggerte. Nach der Einstellung der Tagebaue erleben die Reiseteilnehmer nun die Geburtsstunde einer völlig neuen Landschaft, in der Seen, Wälder und für Deutschland einmalige Naturschutzgebiete neu entstehen. Die einzelnen Stationen unserer Reise zeigen, wie erfreulich weit der Renaturierungs- und Wiederbesiedlungsprozess vielerorts schon gediehen ist: Die durch den Tagebau gerissenen Narben im Gesicht der Landschaft verheilen, seit engagierte Menschen dafür sorgen, dass sich die Selbstheilungskräfte der Natur entfalten können. Eine Vielzahl seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten zeugt davon, warum Naturschützer die ehemaligen Tagebauflächen zu den wertvollsten Flächen des nationalen Naturerbes in Deutschland zählen. Zur Reisezeit im Juni sind diese Flächen besonders bunt und lebendig: Trockenrasen entfalten ihre Blütenpracht, die letzten Heimkehrer unter den Zugvögeln sind eingetroffen und haben ihre Brutreviere besetzt, und zahlreiche Insekten beleben als fliegende Farbtupfen die Landschaft. Abgerundet wird die Reise durch den Besuch zweier Industriedenkmale des Kohleabbaus, die das Leben der Menschen dieser Region geprägt haben. Die ganze Reise begleitet uns ein Reiseleiter von der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Vor Ort führen uns weitere engagierte Menschen aus der Region, die ihr Gebiet gut kennen.

Aufpreis bei 9 - 11 Teilnehmern: + 40,00 Euro pro Person

1. Tag: (Mitttwoch) Anreise

Die Anreise nach Sallgast erfolgt individuell. Treffpunkt ist dort um 15 Uhr im Schlosspark-Hotel (nicht im Bild). Nach der Begrüßung durch den Reiseleiter findet zur Einstimmung eine kleine Wanderung durch den idyllischen Schlosspark statt, der zu DDR-Zeiten beinahe dem Bergbau zum Opfer gefallen wäre. Nach dem Abendessen im Schloss folgt ein Lichtbildvortrag zum Naturparadies Grünhaus und zum Reiseprogramm.

2. Tag: (Donnerstag) Naturparadies Grünhaus und Besucherbergwerk F 60

Vormittags wandern wir durch das Naturparadies Grünhaus. Unsere Wanderung führt uns vom Heidesee über die Hochkippe, bietet wunderschöne Aussichten auf das Naturschutzgebiet und ermöglicht einzigartige Beobachtungen aus der Tier- und Pflanzenwelt. Von 1945 bis 1990 durchwühlten hier Braunkohlebagger die beschauliche Landschaft und hinterließen eine gigantische Bergbauwüste, wo einst Wälder standen und Auerhähne balzten. Obwohl die Sanierung des stillgelegten Tagebaus noch längst nicht abgeschlossen ist, kehrt über ausgedehnten Sandplateaus, blumenreichen Fluren, nährstoffarmen Seen und jungen Wäldern langsam Ruhe ein. Die Naturschützer erkannten bald die Chance der ehemaligen Bergbauwüste als Refugium für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Bereits im Jahr 2001 wurden am Tag der Artenvielfalt 1.300 Arten an nur einem einzigen Tag gezählt. Gegenwärtig sind in dem Gebiet rund 3000 Pflanzen- und Tierarten nachgewiesen. Rote-Liste-Arten wie Steinschmätzer Brachpieper und Wiedehopf machen die Bedeutung deutlich, die dieses Gebiet schon heute für den Naturschutz besitzt. Kranich und Seeadler, aber auch Großsäuger wie Wildschwein und Rothirsch haben das Gebiet schon für sich entdeckt. Und auch die Spuren des Wolfes werden immer häufiger entdeckt. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat hier eine Fläche von fast 20 Quadratkilometern gekauft, um der Natur eine ungestörte Entwicklung zu ermöglichen und um Mitsprache bei der gesetzlich vorgeschriebenen Bergbausanierung zu erlangen. Während der Grünhauswan-derung erhalten Sie vom Projektleiter der NABU-Stiftung aus erster Hand Informationen über den Stand der Entwicklung. Die geführte Wanderung erstreckt sich über rund 6 Kilometer und dauert etwa vier Stunden. Dazu wird ein Lunchpaket gereicht. Nachmittags fahren wir zum Besucherbergwerk Förderbrücke F 60. Die F60, der „liegende Eiffelturm“ der Niederlausitz, befindet sich Luftlinie nur 5 Kilometer vom Naturparadies Grünhaus entfernt und ist uns schon vormittags als markantes Gebilde am Horizont aufgefal-len. Dieses Industriedenkmal macht die gigantischen Verhältnisse der Landschaftszerstörung erst richtig deutlich. Es kann auf voller Länge (501 Meter) begangen werden. Wir nehmen an einer Führung teil, bei der wir viel Wissenswertes über den Braunkohlenbergbau im Lausitzer Revier erfahren. Am späten Nachmittag machen wir einen Abstecher in die liebevoll restau-rierte Sängerstadt Finsterwalde mit der Gelegenheit zu einem kleinen Bummel. Zum Abend-essen kehren wir zum Schloss Sallgast zurück.

3. Tag: (Freitag) Revier 55, Altbergbaugebiet Tröbitz-Domsdorf, Brikettfabrik Louise

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie das Naturparadies Grünhaus an manchen Stel-len in 50 Jahren aussehen könnte, unternehmen wir vormittags einen Abstecher in das Revier 55 bei Lauchhammer. Das Revier 55 liegt auf einer bergbaulichen Abraumförderbrückenkippe, die in den 1930er Jahren aufgeschüttet wurde. Eine Sanierung unterblieb aus ökonomi-schen Gründen. So blieb die auffällige Schüttrippenstruktur mit den dazwischen liegenden Senken erhalten, die dem Gebiet einen ganz besonderen Reiz verleiht. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich hier größtenteils durch natürliche Wiederbesiedlung ein Wald mit urwald-ähnlichem Charakter. An botanischen Besonderheiten finden sich hier zum Beispiel Wintergrüngewächse und Braunroter Sitter. Gelegenheit zum Mittagessen erhalten wir in einem Restaurant in der Nähe von Bad Liebenwerda. Nachmittags besichtigen wir das technische Denkmal Brikettfabrik Louise, die älteste Brikettfabrik Europas. Sie wurde 1882 in Betrieb genommen und fast unverändert bis kurz nach der Wende betrieben. Zuletzt bezog sie die Rohbraunkohle per Eisenbahn über viele Kilometer aus dem Bereich des heutigen Naturparadieses Grünhaus. Im Anschluss fahren wir nach Bad Liebenwerda. Hier besteht die Gelegenheit zur Besichtigung des Naturparkhauses, zum Stadtbummel und zum Besuch eines netten Cafés. Zum Abendessen kehren wir nach Sallgast zurück.

4. Tag: (Samstag) Niedermoore, Eichenwälder und Heiden

Der heutige Tag vermittelt Eindrücke von charakteristischen Landschaftselementen der Niederlausitz, die maßgeblich noch durch die vorletzte Eiszeit bestimmt wurden und heute als naturnahe Relikte in einer ansonsten land- und forstwirtschaftlich oder bergbaulich geprägten Landschaft unter Naturschutz gestellt sind. Vormittags durchwandern wir das geheimnisum-witterte Flachmoor Loben. Der Name leitet sich vom altslawischen Wort „lom“ für Wald-bruch ab. In diesem Wald-, Wiesen- und Moorkomplex wurden 45 Lebensraumtypen nachgewiesen, darunter Torfmoosmoore, Feuchtwiesen, Torfstiche und Erlenbruchwald. 316 Pflanzenarten wurden gefunden, 32 davon gelten als gefährdet. Bemerkenswert sind vor allem die Vorkommen von Bärlapp, Sonnentau, Wasserschlauch, Wollgras, Glockenheide, Moorfrosch, Kranich, Rauhfußkauz, Glattnatter und Kreuzotter. Entwässerung und Torfabbau brachten das Gebiet in Gefahr, doch können wir heute den Erfolg der ergriffenen Renaturierungsmaßnahmen besichtigen. Nach der Einkehr in einem Gasthaus durchqueren wir nachmittags mit dem Kremser das 4000 Hektar große Naturschutzgebiet „Forsthaus Prösa“. Hier blieb seit dem Mittelalter einer der größten unzerschnittenen Traubeneichenwälder Deutschlands, die Prösa, erhalten. Sie beherbergt Tierarten wie Schwarzstorch, Mittelspecht, Hohltaube und Hirschkäfer. Eine 30-jährige militärische Nutzung als Truppenübungsplatz bis 1988 hat in diesem Bereich offene Silbergrasfluren und weite Calluna-Heiden hinterlassen. Dadurch stellten sich seltene Arten wie Schafstelze, Ziegenmelker, Wachtel, Kiesbankgrashüpfer ein. Ein Schäfer mit seiner Heidschnuckenherde pflegt die im Herbst violett und vereinzelt weiß blühende Heide.

5. Tag: (Sonntag) Naturparadies Welkteich

Am Sonntag erwartet uns vormittags ein weiterer Höhepunkt, das Naturschutzgebiet Welk-teich bei Grünewalde. Der Name „Welk“ kommt von Wolf, der lange ausgestorben war und jetzt immer häufiger in der Region beobachtet wird. Einige visionäre Naturschützer küm-merten sich seit den 1970er Jahren um dieses ehemalige Teichgebiet, das durch Randerscheinungen des Bergbaus stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Als geplant war, in diesem Gebiet den Wasserhaushalt zu renaturieren, trat zum richtigen Zeitpunkt unerwartet ein Verbündeter auf den Plan, der sich als bester Wasserbauingenieur erwies: Der Biber. Die heutige Lebensgemeinschaft einschließlich Rohrdommel und Fischotter verdankt ihr Dasein dessen meisterlicher Bautätigkeit. Große Teile wurden von der NABU-Stiftung erworben, um der Natur eine ungestörte Entwicklung zu sichern. Um etwa 12:30 Uhr kehren wir nach Sallgast zurück. Hier endet der offizielle Teil der Reise.

Anreise

Mit der Bahn: Sie fahren bis Bahnhof Finsterwalde. Bitte teilen Sie uns Ihre Ankunftszeit mit. Das Hotel wird einen Transfer gegen 13:30 anbieten, wir werden das für Sie organisieren. (Auf Anfrage.)

Mit dem Auto: Auf der A13 Ausfahrt Großräschen. Dann Richtung Finsterwalde und auf halber Strecke links abbiegen nach Sallgast. Entfernungen: (ca.-Angaben) Gem. Sallgast - Berlin 130 km Gem. Sallgast - Leipzig 130 km Gem. Sallgast - Dresden 70 km Gem. Sallgast - Spreewald 40 km

Generelle Hinweise
  • VERANSTALTER: NABU-Reisen in Zusammenarbeit mit birdingtours GmbH, verantwortlich im Sinne des Reiserechts ist birdingtours GmbH.
  • Bei dieser Reise können Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und sind auch nicht auf private Pkw's vor Ort angewiesen. Alle Transfers während der Reise sind organisiert.
  • Anforderungen der Reise: mittelschwer, mit längeren Wanderungen bis 7km
  • Aufpreis bei 9 - 11 Teilnehmern: + 40,00 Euro pro Person
  • Gerne erstellen wir individuelle Angebote für Gruppen

Für Vereine/NABU-Ortsgruppen u.ä. gibt es die Möglichkeit, dass wir die Reise auf die Wünsche der Gruppe zuschneiden. Der Reisetermin kann ebenso individuell vereinbart werden wie die einzelnen Programmpunkte. Auf diese Weise haben im Jahr 2009 sowohl der NABU Reutlingen wie auch die „Wetterauische Gesellschaft für die gesamte Naturkunde zu Hanau“ einen unvergesslichen Vereinsausflug nach Grünhaus und in die Niederlausitz unternommen.

Ermäßigungen
  • NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
  • Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
Zahlungsmodalitäten
  • Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 10 %
  • Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
  • Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann birdingtours bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an.
Leistungen
  • 4 Nächte im Hotel in Sallgast mit Halbpension
  • 5 Tage Programm wie beschrieben
  • Alle Transfers vor Ort laut Reiseprogramm
  • Alle Eintritte und Besichtigungen
  • NABU-Reiseleitung
Nicht enthaltene Leistungen
  • Mittagessen
  • An-/ und Abreise bis Sallgast
Reiseleiter

Dr. Stefan Röhrscheid

Veranstalter: birdingtours GmbH