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Donaudelta, Dobrudscha und Karpaten im Spätsommer

Der Unterschied zu den Frühjahrsreisen besteht in der Andersartigkeit des Herbstzuges: Er verläuft zeitlich gestreckter, d.h. in der Regel sind die Konzentrationen der einzelnen Arten nicht so groß. Die Ansammlungen z.B. an Watvögeln sind gemischter und weisen verschiedene Kleider und Zwischenkleider auf. Das hat einen enormen Vorteil: Man kann in Ruhe verschiedenen Kleider von verschiedenen Arten miteinander vergleichen. Auch Juvenil-Kleider sind fast stets neben Adultkleidern zu beobachten, was tolle Übungssituationen hervorbringt. Die Rufaktivität vieler Jungvögel macht auf besondere Arten aufmerksam, wie im Frühjahr der Reviergesang. Auch ist so manche Überraschung möglich: Nach der Brutzeit umherstreifende Exemplare so mancher Rarität (z.B. Habichtskauz bei Tageslicht!). Einen ganz besonderen Reiz übt die Flora aus: Durch die Wärme des Südens gibt es bei Karpatenflora und in den Feuchtgebieten eine Nachblüte, sonst oft getrennt blühender Arten (z.B. Enziane im Bucegi und Schwanenblume im Delta). Bei den Säugern z.B den Braunbären ist die heikelste Zeit des Jahres vorbei: Jetzt bereitet man sich langsam wieder auf die Winterruhe vor. Bei Reptilien ist die Individuendichte enorm, so ist es wahrscheinlicher viele Eidechsen und Schlangen nebeneinander zu sehen.

Nicht zuletzt ist die Vielfalt der Kulinarischen Köstlichkeiten im Spätsommer gross: Wassermelonen und saftige Paprika und Tomaten in einer Hülle und Fülle, die man in Mitteleuropa nicht entdecken wird.

Aufpreis bei 7 - 9 Teilnehmern: + 90,00 Euro pro Person

Bilderbuchnatur im Südosten

Der Unterschied zu den Frühjahrsreisen besteht in der Andersartigkeit des Herbstzuges: Er verläuft zeitlich gestreckter, d.h. in der Regel sind die Konzentrationen der einzelnen Arten nicht so groß. Die Ansammlungen z.B. an Watvögeln sind gemischter und weisen verschiedene Kleider und Zwischenkleider auf. Das hat einen enormen Vorteil: Man kann in Ruhe verschiedenen Kleider von verschiedenen Arten miteinander vergleichen. Auch Juvenil-Kleider sind fast stets neben Adultkleidern zu beobachten, was tolle Übungssituationen hervorbringt. Die Rufaktivität vieler Jungvögel macht auf besondere Arten aufmerksam, wie im Frühjahr der Reviergesang. Auch ist so manche Überraschung möglich: Nach der Brutzeit umherstreifende Exemplare so mancher Rarität (z.B. Habichtskauz bei Tageslicht!). Einen ganz besonderen Reiz übt die Flora aus: Durch die Wärme des Südens gibt es bei Karpatenflora und in den Feuchtgebieten eine Nachblüte, sonst oft getrennt blühender Arten (z.B. Enziane im Bucegi und Schwanenblume im Delta). Bei den Säugern z.B den Braunbären ist die heikelste Zeit des Jahres vorbei: Jetzt bereitet man sich langsam wieder auf die Winterruhe vor. Bei Reptilien ist die Individuendichte enorm, so ist es wahrscheinlicher viele Eidechsen und Schlangen nebeneinander zu sehen. Nicht zuletzt ist die Vielfalt der Kulinarischen Köstlichkeiten im Spätsommer gross: Wassermelonen und saftige Paprika und Tomaten in einer Hülle und Fülle, die man in Mitteleuropa nicht entdecken wird.

Höhepunkte:
  • Im Donaudelta sammeln sich Brutvögel aus der ganzen Schwarzmeerregion, z.B. Raubseeschwalben, Baumfalken, Taucher, Enten
  • In den Steppenseen westlich von Breila sind abziehende Brutvögel wie Triel und Gäste aus der Tundra nebeneinander zu sehen (Watvögel, Enten)
  • Manche Artengruppen, wie Enten und Watvögel bieten eine besondere Herausforderung: Brut-, Schlicht-und Übergangskleider aller möglichen Arten nebeneinander (Wer vorher noch keine Enten im Flug erkennen konnte, kann es nachher bestimmt!)
  • Bei Wetterwechsel und Zugstau kann es zu kuriosen Massenvorkommen von Kleinvögeln im Küstengebiet kommen, z.B. Konzentrationen verschiedener Rohrsängerarten
  • In Ihrem Jahreslauf sind viele Säugetierarten jetzt eifrig unterwegs: Sie treffen Vorbereitungen auf den Winter (z.B. Europäischer Nerz, „Steppen“-Iltis, Ziesel, Braunbären-Weibchen streifen mit Ihren Jungen umher!)
1. Tag: Anreise von Bukarest Richtung Delta

Auf der Fahrt sind bei früher Ankunft bereits Beobachtungen möglich. Die Reise geht mit bequemen Kleinbus durch die Agrarlandschaft bis zu unserem ersten Übernachtungsort. Immer wieder künden die zahlreichen Storchennester – manche davon mit Weidensperlingen als Untermieter- von den nahen Feuchtgebieten.

2. + 3. Tag: Biosphärenreservat Donaudelta

Erwachen im Vogelparadies: Gleich nach dem Aufstehen und wenn man will schon vor dem Frühstück sehen wir erste Ansammlungen von Brutvögeln und herbstlichen Durchzüglern über dem Wasser. Zahlreiche Seeschwalben (z.B. alle drei Wasserschwalbenarten) haben ihre Jungen im „Schlepptau“. Darunter auch die riesigen Raubseeschwalben, die wegen des Fischreichtums besonders jetzt ins Delta kommen. Einige weitere fischfressende Arten (z.B. auch Fischadler) ziehen jetzt durch, andere profitieren von der reichen Kleinvogelwelt (z.B. zahlreiche Baumfalken, die jetzt als Familie auf Jagd gehen). Bei entsprechenden Schlammufern bestehen gute Chancen auf Nahbeobachtungen von Watvögeln und Rallen. Mit Kleinbooten werden wir mehr als einmal die Welt der innerdeltaischen Seen mit teilweise schwimmenden Riedinseln erkunden. Hier heisst es genau aufgepasst: Die Jungvögel der Reiher und der seltenen Zwergdommel sind gut an das Schilf angepasst. Auf dem Wasser sind alle Arten Lappentaucher in verschiedenen Kleidern möglich. Da die offenliegenden Schlammufer der kleinen Wasserarme sich jetzt erwärmen, kann man mit etwas Glück die Europäische Sumpfschildkröte entdecken.

Abends sammeln sich über den Rohrwäldern viele Schwalben, auf die es zahlreiche Baumfalken abgesehen haben. Ein ganz und gar ungewöhnlicher Eindruck sind die Bienenfresser und Blauracken in den Bäumen der Feuchtgebiete. Am zweiten Tag im Kontinentalteil des Deltas bietet sich ein perfekter Blick auf unterschiedliche Biotope: vom Weidenurwald entlang der Kanäle über „Schilfmeere“ bis hin zu Fischteichen und den Gartenlandschaften der Deltadörfer. Je nach Wasserstand werden wir Bootsexkursionen zu den Nahrungsplätzen der Pelikan unternehmen oder sogar einen Ausflug zu einem der „Urwälder“ auf den Dünenbereichen im Delta unternehmen.

4. Tag: Naturschutzgebiet Sãrãturi Murighiol und Steppenhügel am Lagunensee Razim

Wir kehren heute aus der amphibischen Welt zurück in die Gebiete südlich des eigentlichen Deltagebietes. Hier wechseln sich Kulturlandschaften wie schilfreiche Teichgebiete (mit Reihern und Moorenten) und für Europa ungewöhnliche Naturlandschaften, wie der Salzsumpf von Sãrãturi Murighiol ab. Dieser „Purpurne See“, der nach der Farbe des Quellers am Ende der Vegetationszeit benannt ist, stellt ein binnenländisches Brutgebiet für Arten wie Seeregenpfeifer, Kolbenente, Säbelschnäbler, Lachseeschwalbe und Stelzenläufer dar. Jetzt im Spätsommer gesellen sich z.B. zahlreiche nordische Gäste und herumstreifende Rotfußfalken dazu. Je nach Wasserstand besuchen wir die lohnendsten Feuchtgebiete des Raumes am südlichen Rand des Deltas. Die Steppengebiete am Burghügel von Enisala mit seiner prächtigen Aussicht sind ein lohnender Punkt um nach Durchzüglern Ausschau zu halten. Eine weitere Option um diesen Tag abzurunden ist der Felsenpark von Cheia, einem Dorado für 4 Steinschmätzerarten (Stein-, Nonnen-, Isabell- und Balkanschmätzer), wenige Paare Rötelschwalben, Kurzzehen- und Kalanderlerchen.

5. Tag: Feuchtgebietsmosaik bei Vadu und Histria

Wo sich die Routen der von Norden heranziehenden Zugvögel über dem schmaler werdenden Feuchtgebietsstreifen annähern liegt Vadu an einem alten Meeresufer. Direkt am Ortsrand wechseln sich natürliche und künstliche Feuchtgebiete, Steppen- und Riedvegetation und kleine Gehölzgruppen ab. Viele Arten lassen sich hier nah beisammen beobachten. Mit etwas Glück sind jagende Rotfußfalken und Brachschwalben nebeneinander zu sehen. Fast die gesamte Palette an Watvögeln, einschließlich Teichwasserläufer, Sumpfläufer und Wassertretern lässt sich hier studieren. Etwas Zeit braucht es schon um diese Landschaft zu erkunden. Auch lassen wir offen, ob wir unsere weiteren Erkundungen noch auf den weitläufigen Grindul- Chituk (riesiges Seesandgebiet mit viel Schilf) oder an Südspitze des Sinoi-Sees mit interessanten Schlammufern fortsetzen. In dieser noch recht dynamischen Küsten-Wildnis hängt alles von Wetter und Wasserstand ab! Unser Mittagessen bekommen wir heute als Picknick! Am Nachmittag erkunden wir das historisch und vogelkundlich gleichermaßen interessante Ausgrabungsgebiet von Histria. Hier lassen sich bis zu 6 Rohrsängerarten gleichzeitig beobachten! In den Trockenschilfbeständen befinden sich Brutvorkommen des für den euro-asiatischen Steppengürtel der typischen Feldrohrsänger. Nebenbei lassen sich hier gut verschiedene Schlangenarten beobachten.

6. Tag: Greifvögel und Steinschmätzer Macin-Gebirge und Donauüberquerung

Wir verlassen Tulcea in Richtung Brãila. Einen ersten Stopp machen wir in den Steppenhügeln am Rand des Deltas, hier erholen sich die Böden von jahrzehntelanger Nutzung als Ackergebiet und werden langsam wieder zur Steppe. Erste Greife, zahlreiche Reptilien und typische Vögel der Steppenheidewälder (z.B. Heidelerchen mit Herbstgesang) sind möglich. Danach steigen wir für 5 -6 Stunden auf Europas ältestes Gebirge, den nur 400 m hohen aber felsigen Mãcin. Beeindruckend hier die hohe Artenvielfalt bei den Kleinvögeln: Nonnen-, Balkan- und Isabellsteinschmätzer, Steinrötel, Brachpieper, Trauermeise und Ortolan. Auf einem Pass besuchen wir das Greifvogelcamp von Milvus (einer rumänischen Naturschutzorganisation, die sich besonders der Rettung der Rotfußfalken verschrieben hat) und erleben mit etwas Glück ziehende Adler (Zwerg-, Schrei- und Schlangenadler) und andere Großvögel (Regelmäßig Schwarzstorch). In der Nähe brüten Adlerbussard und Kurzfangsperber. Bobby, der Leiter des Camps hat hier seit 2002 bereits 29 Greifvogelarten nachgewiesen. Nachts heulen hier Goldschakale und mit Glück sehen wir Ziesel im steppigen Hügelvorland. Abends überqueren wir die beeindruckend breite Donau bei Brãila, dem heutigen Übernachtungsort.

7. Tag: Steppenseen

Es geht in die Rumänische Tiefebene, den „Bãrãgan“, wo wir mehrere interessante Steppenseen besuchen: Lutul Alb, Movila Miresei, Balta Albã oder Lacul Amara. Tausende rastender Kampfläufer, hunderte schwimmender Dunkelwasserläufer, Brachschwalbe, Stelzenläufer und Säbelschnäbler, Triel, Strandläufer, Löffler und Sichler sowie Moorenten und anderes Wassergeflügel sind hier möglich. Gegen Abend geht es weiter über Ploiesti hinauf in die Karpaten, wo wir in Zarnesti, einem Luftkurort zu Füssen der Karpaten, Quartier beziehen. Unser Wirt, der „Siebenbürgersachse“ Sache Gigi, erzählt uns gerne von der Entstehung seiner Pension und der Bedeutung von Wölfen und Bären für die Natur der Karpaten.

8. Tag: Schluchten in den Kalk-Karpaten und abendlicher Bärenansitz

Adlerbussard (P.Meister)

Nach dem Frühstück werden wir vormittags zu Füßen des Königssteins wandern. Möglich sind hier Mauerläufer, Alpensegler und Felsenschwalben. Der seltene und hübsche Schwalbenwurz Enzian klammert sich wie andere seltene Pflanzen an die Felsen. Einen Hauch von Heimat zaubern die in den Hängen rauschenden Buchenwälder herbei. Am Nachmittag besuchen wir eine der idyllischen Burgen in der Vorgebirgslandschaft mit ihren herrlichen Wiesen und dem siebenbürgischen Flair.

9. Tag: Alpine Matten und uralte Wälder

Von Sinaia fahren wir mit der Seilbahn hinauf auf einen Höhenrücken ins Bucegi-Massiv auf über 2000 m. Auf einem Rundgang über die alpinen Matten haben wir gute Chancen auf Bergpieper und Alpenbraunelle. Hier brütet auch die in Rumänien nur an wenigen Orten vorkommende Balkan-Ohrenlerche. In den Wäldern an der Baumgrenze lassen sich Ringdrosseln und Gimpel beobachten. Am Nachmittag kann auf Wunsch das Schloss Pelesch besucht werden oder wir versuchen unser Glück auf einem Waldspaziergang in die Reviere von Weißrückenspecht und Habichtskauz. Unter riesigen Weißstannen, Buchen und Fichten finden sich Hochstaudenfluren, die floristisch schon in den Balkan und den Kaukasus überleiten: Mannshohe Große Telekien (Bild kommt nach!) entfalten jetzt im Spätsommer ihre volle Pracht.

10. Tag: Abreise

Rückflug nach Deutschland.

Anreise

Sie können bei dieser Reise auch mit der Bahn oder mit dem Bus anreisen, wenn Sie ungerne fliegen. In dem Fall können Sie Euro 300 vom Reisepreis abziehen.

Generelle Hinweise
  • Anforderungen der Reise: geringe Anforderungen, wandern bis 5 km
  • Die Gruppengröße dieser Reise beträgt 7 - 14 Personen. Sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht werden, kann die Reise bis 3 Wochen vor Reiseantritt abgesagt werden. Sollte der Fall eintreten, versuchen wir immer die Reise trotzdem durchzuführen. Falls dies nicht möglich ist, erstellen wir Ihnen gerne ein schönes Alternativangebot.
  • Aufpreis bei 7 - 9 Teilnehmern: + 90,00 Euro pro Person
Ermäßigungen
  • NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
  • Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
Leistungen
  • Flug ab/ bis Frankfurt bzw. nach Absprache
  • Transport in Kleinbussen/ Schiff
  • 9 Nächte in Hotels und Pensionen
  • Vollverpflegung
  • Eintrittsgelder
Nicht enthaltene Leistungen
  • Persönliche Ausgaben und Getränke
Zahlungsmodalitäten
  • Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 10%
  • Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
  • Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann travel-to-nature bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an.
Reiseleiter

Carsten Brinckmeier

Veranstalter: birdingtours GmbH
1. Tag: Fahrt ins Delta

Trotz sehr verschiedener Ankunftszeiten waren wir alle pünktlich auf dem Otopeni Flughafen von Bukarest eingetroffen und wurden vom Chef des Busfahrers und Sorin, unserem Busfahrer, für die nächsten 10 Tage begrüßt.

Was schon am ersten Tag beeindruckte: Das unerwartete Auftreten von besonderen Arten an Stellen, die nicht brühmt dafür sind. Am Strachina See nicht weit von unserer Expressroute nach Osten sahen wir gleich 8 Moorenten und über uns ein kopfstarker Trupp Wespenbussarde. Die Nachmittagsthermik war gerade noch stark genug für Greifvögel:

Rohrweihenzug, Sperber und Mäusebussard waren dabei. Weitere Entenarten des kurzen Stopps - Krick- und Löffelenten - gaben eine gute Bestimmungsübung ab, denn im Spätsommer spielen Größe und Form eine große Rolle bei der Bestimmung.

Die meisten Flugbewegungen über uns stammten von Schafstelzen, die auf dem Rückweg schon ihre Übernachtungsplätze im Schilf suchten. Auch wenn zunächst Watvögel (Limikolen: Bekassine, Alpenstrandläufer, Kiebitz und diverse Wasserläufer) im Luftraum die Aufmerksamkeit auf sich zogen, das eigentliche vorherrschende Ereignis war der Massenzug

der Schafstelze mit mindestens drei Unterarten (Nordische Schafstelze ssp thunbergi, Wiesenschafstelze ssp flava und Maskenstelze ssp feldegg). Zu kurz um von allen gesehen zu werden. Dann plötzlich die zweite Besonderheit des Tages: Eine Zwergdommel im Flug. Unverkennbar mit ihrem unsteten flatterhaften Flug und den schief ovalen Flügelfeldern. Mit dem letzten Licht noch vor Ankunft in unserer Zielregion sahen wir die ersten bunten

Highlights: Blauracke und Bienenfresser.

2. Tag: Südlich vom Delta: Histria, Vadu und Steppenhügel

Nach einem schönen Bufet-Frühstück ging es bei bestem Wetter los in die hügelige Steppenregion südlich vom Donau-Delta. Bei einem Kloster nicht weit von der türkisch bevölkerten Stadt Babadag sahen wir den ersten Zwergadler, den es eilig nach Süden zog.

In den Wäldern der Dobrudja war es hingegen still: Lediglich die Heuschrecken und Zikaden belebten die Klangsphäre. Dennoch war auch der Babadag-Spaziergang lohnend, denn über den Wipfeln kam ein zweiter Zwergadler durch. Und auf kleinen Lichtungen waren zahlreiche Schmetterlinge zu sehen. Unter anderem ein bei uns seltener Edelfalter (Nymphalidae) – der

Weiße Waldportier. Auf den offenen Bereichen auch eine Berghexe – ein bei uns sehr seltener Falter. Etwas später schon nach unserem Abzweig nach Vadu wurde ein Schlangenadler

gesehen, der Beuteglück in der Nähe eines pflügenden Traktors zu erhöhen versuchte, bevor in Richtung Bulgarien entschwand.

Vadu selber mit seinen Lehmhängen bot zunächst erste nahe Beobachtungen von Wiedehopf, Blauracke und Bienenfresser. Ein Wendehals verrenkte sich nicht lange den Hals sondern war sehr gut in einem schattigen Gebüsch zu sehen. Die Eigentümlichkeit der dorfnahen Biotope zeigte sich bald: Wasservögel aus fernen Regionen mischen sich mit mancher halbzahmen Gans (Hausgans x Brandgans Hybride) und den Aktivitäten der Dorfbevölkerung (Reifenflicken im Quellerbestand) – dadurch wird das gesamte Federvieh weniger scheu. Ungeahnte Vielfalt an Watvögeln tat sich für uns auf: Insgesamt 20 Arten waren in den verschiedenen schlammigen und flach unter Wasser stehenden Flächen östlich und nördlich von Vadu zu sehen. Nah sah man zunächst auch den Teichwasserläufer und den Temminckstrandläufer. Triele waren im

östlich gelegenen Becken gut versteckt aber ließen sich zu einigen Flugbewegungen am Tag herab – eine glückliche Fügung. Aber der Glücksbogen an diesem Tag war weit gespannt: Als wir mit dem Bus nah an einem hügeligen Steppenstück fuhren und gerade unsere ersten Isabellschmätzer gesehen hatten, streifte mit für einen Falken langsamen Flügelschlag ein Würgfalke vor uns entlang. Kurz darauf sahen wir auch Jungvögel – so daß es insgesamt mindestens drei waren. Diese Art ist für Rumänien kein sicherer und alljährlicher Brutvogel mehr. Die Art hängt u. a vom Vorkommen des Ziesels ab, den es hier zwar gibt, aber nicht auf

ausreichend großer Fläche. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um Ukrainische Tiere handelte. Zu dieser kleinen Sensation gesellte sich eine zweite aus dem Reich der Säugetiere: Mitten in der Mittagshitze stromert ein Goldschakal vorbei. Um die Hügelsteppe waren zahlreiche Lachseeschwalben auf Landjagd. Weiter weg über den Wasserflächen von der Hügelkrone aus zu sehen auch andere Seeschwalben und v.a. beide Pelikanarten. Als das Nachmittagslicht besser wird bewegen wir uns als Gruppe sehr langsam landseitig am Sinoie Ufer entlang. Das hat sicher zu unserem Riesenglück mit den Sumpfläufern beigetragen – ein

wahrer Pirs cherfolg! Über eine wunderschöne Stunde hinweg bewegten wir uns in den spätsommerlich trockenen Randsümpfen bei bestem Schräglicht an eine Bucht heran. Aber während unsere Langsamkeit von äußerst nahen Beobachtungen einiger Schwarzstirnwürger belohnt wurde, konnten wir später noch den Nutzen daraus ziehen durch ein „Fenster“ im Schilfsaum etliche Limikolen ins Visier zu bekommen. Darunter eben auch ganze 12 Sumpfläufer zwischen Alpen- und Sichelstrandläufern. Zwei etwas abseits stochernde Exemplare, deren doppelter Überaugenstreif sogar zu erkennen war, wurden gemeinsam mit einer Rotflügelbrachschwalbe und einigen Bartmeisen ins Gesichtsfeld der Spektive gebracht. Nach soviel Besonderem tat ein kultureller Besuch in Histria sehr gut. Dort noch einen Kuckuck auf Raupenfang nah und frei in einem fast kahlen Busch und ein Blassspötter im Gebüsch. Schlangen konnten wir nur sehr kurz wahrnehmen – offenbar war eines der Exemplare eine Ringelnatter.

3. Tag: Steppenseen von Murighiol u. Fahrt ins Delta

Der Morgen war einem Besuch bei einigen Steppenseen gewidmet: Murighiol – eine salzige Senke mit großen Möwenkolonien. Auch hier überraschte die Limikolen-Vielfalt. Neu waren Sanderling und Steinwälzer – hier ungewöhnlicherweise auf Schlamm und nicht auf Sand oder

Stein. Besonders erfreut waren wir über die ersten Krauskopfpelikane und einen von Turmfalken attackierten Rotfussfalken. Über 40 Schwarzhalstaucher schwammen mit anderen Schwimmvögeln im Wasser. Für nur wenige Momente, wie schon am Vortag zeigte sich eine

Kurzzehenlerche. Die Natur des Spätsommers hält auf den Salzböden schöne Farben bereit, so wurde der Vormittag zu einem umfassenden Naturgenuss. Nach einer kleinen Busfahrt ging es per Boot ins südliche Delta – unser Gepäckdabei auf einem Extraboot. Erste größere Gruppen von Weißbartseeschwalben in allen möglichen Zwischenkleidern begleiteten uns und erfreuten die Fotografen. Ein Schmankerl war der Besuch der Wassernuß-Treibfelder auf dem Lácul Erenciuk. Bei Einfahrt in das Gewässer saß einer der vielen Rallenheiher so nahe, daß man ihn wegzoomen mußte, um ihn auf den Fotochip in Gänze zu bannen. Auch ein Baumfalke war nahezu zum Greifen nahe.

4.Tag: Schilfpirsch bei Sf. Gheorghe und Halbinsel Sachalin; Baden

Nach einem Frühstück bei unserer Fischerfamilie ging es bei etwas windigem Wetter los in die weit verzweigten Wasserarme südlich von Sfantu George. Besonders beeindruckend: Spielende, jagende und rastende Baumfalken an mehreren Stellen als ideales Fotomotiv. In der geschützten Bucht von Sachalin lichtet sich das Schilf sehr bald und man befindet sich in einer amphibischen Welt: Alles ist beweglich und doch per Wurzel untereinander verbunden. Vor allem die Wassernuß-Schwimminseln werden von Reihern, Löfflern und Enten zur Rast und zum Nahrungserwerb genutzt. Hier sehen wir auch unseren ersten Sichler und zahlreiche Watvögel sowie Kormoran und Zwergscharbe. In der offenen Wasserfläche tummeln sich große Gruppen von gemeinschaftlich jagenden Pelikanen.

Dann ist es soweit: Die Boote kommen kaum weiter und wir gehen wie die zahlreichen Watvögel auf Grund mit Wasser bis in die Kniekehlen. Auf der Halbinsel hielten sich neben

sehr vielen Regenpfeifern und anderen Arten auch ein sehr großer Seeschwalbentrupp aus 6 Arten auf – darunter unsere einzigen Trauerseeschwalben. Ein Regenbrachvogel erfreut durch seinen Überflug mit Trällern. Auf den unterschiedlichsten treibenden Wasserpflanzen zählen wir insgesamt 50 Rallenreiher.

Nachmittags machen wir einen Landgang Richtung Strand. Schon am Dorfrand fallen verschiedene seltene Wasserfarne auf: Schwimm-, Klee- und Algenfarn. Die Landschaft dahinter ist weder eines der einheitlichen Riedgebiete noch eine ununterbrochene Flachwasserzone, sondern genau eine Mischung daraus. In den gewittrigen letzten Stunden des Tages lassen wir uns von Meer, Wolken und Tierwelt auf fast allen Sinneskanälen beeindrucken.

5.Tag: Morgenstreich und alte Fischteiche bei Sfantu Gheorghe; Baden

An diesem Tag werden zahlreiche Neulinge für unsere Reise gefunden. Dazu sind wir bereits früh auf den Beinen in dem Gebüsch/Sumpfmosaik direkt östlich vom Dorf. Zu den heimlichsten davon gehören neben Zwergdommel auch Sprosser und Nachtigall. Besser zu sehen: Zwergschnäpper – neben dem Neuntöter einer der häufigsten Durchzügler. Nur ein einziges mal dafür aber nah und spannend: Eine diesjährige Wiesenweihe.

Nach einem Frühstück gehen wir nach Westen. Zunächst interessieren die Dorfwildkräuter: Insbesondere die von Hausgänsen niedergeweideten Flächen mit Salzbeeinflussung enthalten spezielle Arten wie die Spitzklette oder den Krähenfuß-Wegerich (Plantago coronopus) mit seltsam geschlitzten Blättern. An den noch salzigeren Stellen auch Portulak-Keilmelde und Queller - mitten im Dorf!

In den flachen Becken weiter westlich wird es interessant: Erste Bartmeisen kündigen sich mit ping-ping Rufen aus dem Schilf an. Wo die Wasserfläche frei ist und viel nasser Schlamm am Ufer einen reich gedeckten Tisch garantiert, wimmelt es von Watvögeln. Bis zu 400 Säbelschnäbler sind darunter. Kampfläufer in unterschiedlichen Kleidern lassen sich prima mit den zierlicheren Wasserläufern (Dunkler, Bruch-, Wald – und Teichwasserläufer) auf nahe Distanz vergleichen. An den alten teilweise am Rand auch schilfigen Fischteichen beobachten wir bis in den frühen Nachmittag. Absolutes Highlight ist eine sehr nahe Dünnschnabelmöwe.

Sehr hübsch auch: Gleich 4 junge Beutelmeisen übereinander auf einem einzigen Schilfhalm. Über uns: In gleicher Zahl ziehende Schwarzstörche. Heute ist ein Tag mit individuellen Spielräumen: Einige gehen im Dorf spazieren, andere fotografieren und noch andere finden sogar eine Europäische Sumpfschildkröte. Besondere verhaltensbiologische Beobachtungen:

Viele durchziehende Arten der Wälder und Gebüsche (Pirol, Zwergschnäpper,...) bevorzugen wieder den Dorfrand. Der Abend klingt aus bei wiederum sehr gutem Fischessen.

Bei abendlichem Schräglicht sehen wir am Pericopan – Höhenzug einen Kurzfangsperber – ein hochkreisendes Weibchen, welches wir ins Spektiv bekommen . Nach einem malerischen Flötenspiel verlässt uns hier unser Ortskenner Alex Ifrim. Auch einige Rohrweihen und sehr hochziehende Wespenbussarde verlassen das kleine Gebirge. Wir bleiben noch eine Weile um

gemeinsam mit Nasenschrecken, Gottesanbeterinnen, Bläulingen und Taurischen Mauereidechsen die karge Vegetation zu bevölkern. Ganz verzaubert sind einige von uns von den sanften schönen Farben der abgetrockneten Steppen i n Kombination mit den Felsen, die einer Wollsackverwitterung ausgesetzt waren. Nachdem uns auch Adlerbussarde und gleich 5 Blutspechte die Aufwartung gemacht haben, ziehen wir weiter und überqueren die Donau bei

Braila, wo wir für eine Nacht Quartier beziehen.

7.Tag: Fahrt durch die Moldau und die Walachei mit zahlreichen Limis am Balta Alba

Heute fahren wir durch die Provinzen Moldau und Wallachei bis nach Transsilvanien. Allzu früh sind wir nicht auf den Beinen, aber vor der Abfahr t gehen wir noch direkt in den Park nebenan: Zwergschnäpper und Spechte machen sich bemerkbar. Kurz vor der Mittagsrast an dem Steppensee Balta Alba versuchen wir unser Glück durch Anschleichen im Schutze eines Dammes und werden belohnt: Gleich hinter der Dammkrone finden sich vielerlei Limikolen – darunter auch sehr nahe Temminckstrandläufer. Die andere Blickrichtung offenbart die salzigere Seite des Balta Alba mit Triel (18! Minimum) , Regen - und Großbrachvogel. Unter den Großvögeln finden sich wieder Rallen- , Silber- , Seiden- , Grau- und Purpurreiher. Auch ein Schwarzstorch zeigt sich. Sehr imposant aber nicht nah : Von dem Schwimm-Ponton an der Heilbad - Station lassen sich bis zu 300 Kampfläufer und viele Uferschnepfen beobachten.

Überraschung zum Mittag: Der Turbo wurde mit einem Ersatzteil aus Bukarest wieder in Gang gesetzt. Jetzt kann es hoch gehen in die Berge.

Noch im Bergwald der Karpaten machen wir Bekanntschaft mit ersten Goldhähnchen (Herbstgesang des Sommergoldhähnchen) und ersten Bergblumen.

8.Tag: Die Zarnesti-Klamm, das Drakula-Schloß Bran, Habichtskauz und Bären

Ein typisch reichhaltig transsilvanisches Frühstück stärkt uns für die Wanderung in Prapastile Zaranestilor (Klamm von Zarnesti). Obwohl schwer in dieser Jahreszeit sehen, wir beinahe die gesamte Palette der Meisen (Sumpf-, Weiden- , Blau- und Kohl, sowie akustisch Hauben- und Tannenmeisen). Außergewöhnlich oft stellen wir den Tannenhäher fest. Und auf dem Weg nach Bran sehen wir einen Habicht kurz aus dem Busfenster neben uns herfliegen. Schlossbesichtigung ohne Vampirbisse überstanden - und weiter geht´ s, denn wir sind mit einem Wildhüter im Tal vom Striba – Bach verabredet und fahren noch 1 ¼ Stunde dorthin.

Das kühlere Wetter hat starken Schwalbenzug ausgelöst und so lässt auch wieder ein Baumfalke nicht lang auf sich warten. Vielleicht waren auch deswegen keine Felsenschwalben mehr an den Brutplätzen.

Auf dem Weg ins Karpaten - Vorland erwischt uns ein Platzregen in Sinca Nuova. Der urtümliche Dorfladen nimmt uns alle auf und macht den Kaffeeumsatz des Monats. Vielleicht weil er in einem oben offenen hohlen Buchenstamm gesessen hat, ist er ganz nass geworden: Der Habichtkauz der plötzlich über dem schmalen Erdweg in einer mächtigen Weide sitzt. Noch zweimal fliegt die riesige Eule und sitzt wieder, so dass alle einen Blick mit Spektiv - Qualität auf sie richten können – ein Riesenglück. Diese Strähne setzt sich fort: Am Futterplatz sehen wir insgesamt 11 Bären – darunter auf eine Mutter mit 3 Halbwüchsigen.

9.Tag: Hochgebirge mit Ohrenlerchen und riesige Tannen

Nach einem liebevoll gestalteten Frühstück machen wir uns per Bus auf nach Sinaia. Ohne einen Ausflug auf über 2000 m ist das Bucegi Massiv nicht gut zu begreifen. Aufgrund der dichten Wolken verschieben wir den Ausflug per Seilbahn aber auf den Nachmittag. So wird der Besuch in den Schlossgärten, dem Kloster und den alten Wäldern mit der Suche nach Spechten und Kleinvögeln verbunden. Ein typischer Anblick urwaldartiger Bestände in den Karpaten, der aber nur noch selten zu finden ist, erfreut die Seelen:

Über 50 m hohe Bäume (Tanne, Fichte, Buche) und viele Spuren von Spechten. Fündig werden wir bei Baumläufern und Goldhähnchen.

Dass eine Reise in die Karpaten für einige Arten bereits den biogeographischen Sprung in den Balkan darstellt, zeigt sich an der Ohrenlerche: Deren Unterart Balkan - Ohrenlerche finden wir in 8 Exemplaren. Bergpieper machen vor allem akustisch auf sich aufmerksam und wir sehen sie nur kurz im Überflug. Hübsches am Boden in den Borstgrasrasen: Der Raue Kranzenzian und die Alpenrosen blühen noch. Der letzte Abend bei Gigi wird wieder von Elena kulinarisch auf höchstem Niveau gestaltet. Mit etwas Wehmut sehen wir der Rückreise entgegen.

10.Tag: Storchenzug, Lotusblüten und Rückflug

Nach einem wieder tollen Frühstück fahren wir los auf unsere letzte gemeinsame Fahr t durch die Berge nach Süden. Nach der Überquerung der Südkarpaten haben sich mehrere Gruppen Störche im Flachland bei Ploiestie eingefunden – da runter auch e in Schwarzstorch. Aufgrund unseres zügigen Vorankommens haben wir noch Zeit an einem See halt zumachen und einen Kaffee zu trinken: Der Snagovsee liegt inmitten von ehemaligen Hute- und Mittelwäldern aus Linden, Hainbuchen und Eichen direkt vor den Toren von Bukarest. Durch seine mit Lotus bewachsenen Buchten macht er einen südlichen Eindruck. Einige inzwischen „ altbekannte“Arten: Rallenreiher, Weißbartseeschwalbe, Zwergmöwe und Seidenreiher sind

schön anzuschauen. Dann sagen wir uns allen am Flughafen noch einmal „Drum Bun “ – gute Wege.

Und zum Schluss:

Der Bericht über diese wunderschöne, harmonische Reise darf nicht enden ohne ein großes Dankeschön an unseren kenntnisreichen, stets sehr engagierten Reiseleiter Carsten Brinckmeier. Er hat sich nicht nur darum bemüht, uns die letzten Feinheiten der Vogelbestimmung nach Aussehen und Stimme (hier mit iPod) beizubringen, sondern hat auch für unsere sonstige landeskundliche Bildung und unser leibliches Wohlergehen stets bestens gesorgt.

Vielen Dank, Carsten!

Text des Reiseberichts: Carsten Brinckmeier

Bildautoren: Thomas Pleschke, C. Brinckmeier, P. Lenk

Gestaltung: Peter Lenk

ehemals siebenbürgisches Dorf Carnesti Pension unserer lieben Wirtsleute Elena und Gigi Popa

Reisebericht 2011

Rumänien Herbstvögel und Landschaften 2011

Birdingtoursreise mit C. Brinckmeier

Höhepunkte:
  • Bunte Vögel: zahlreiche Blauracken und Bienenfresser
  • sensationeller Watvogelzug mit Sumpfläufer, Teichwasserläufer u.a – insgesamt 29 Arten der Limikolen in verschiedenen Kleidern
  • Die besonderen Arten des rumänischen Donautieflandes: Rosa- und Krauskopfpelikane, Zwergscharben und Moorenten
  • Dünnschnabel- und Fischmöwe im Donaudelta
  • Riesige Sakerfalken – 2 junge und ein alter auf Zieseljagd
  • ultranahe juvenile Schwarzstirnwürger
  • Goldschakal – lässig im Trab während unserer Mittagspause
  • Baumfalken an fast jedem Tag der Reise in unterschiedlichen Kleidern und auch ganz nah
  • Blassspötter als östliche Spezialität
  • Habichtskauz – ausführlich und nah bei Tag
  • wildlebende Braunbären bei Sinca Nuova
  • Balkan-Ohrenlerchen auf dem Bucegi-Plateau
Reiseverlauf:
  • Otopeni – Lacul Strachina – Tulcea.
  • Tulcea – Babadag - Vadu – Histria – Tulcea.
  • 1.09. Tulcea – Murighiol – Lacul Erenciuc - Sf. Gheorghe.
  • Sf. Gheorghe – Sacalin – Sf. Gheorghe.
  • 3.09.b Sf. Gheorghe – alte Fischteiche - Strand – Sf. Gheorghe.
  • Sf. Gheorghe – Mahmudia – Macin – Braila.
  • Braila – Balta Alba – Ploiesti – Zarnesti.
  • Zarnesti – Zarnesti-Klamm – Bran –Strimba-Tal– Zarnesti.
  • Zarnesti – Sinaia, Peles – Cota 1400 – Cota 2000 – Zarnesti.
  • Zarnesti – Snagov-See– Otopeni.
1. Tag: Fahrt ins Delta

Trotz sehr verschiedener Ankunftszeiten waren wir alle pünktlich auf dem Otopeni Flughafen von Bukarest eingetroffen und wurden vom Chef des Busfahrers und Sorin, unserem Busfahrer für die nächsten 10 Tage begrüßt.

Was schon am ersten Tag beeindruckte: Das Unerwartete auftreten von besonderen Arten an Stellen, die nicht berühmt dafür sind. Am Strachina See nicht weit von unserer Expressroute nach Osten sahen wir gleich 8 Moorenten und über uns ein kopfstarker Trupp Wespenbussarde. Die Nachmittagsthermik war gerade noch stark genug für Greifvögel: Rohrweihenzug, Sperber und Mäusebussard waren dabei. Weitere Enten-Arten des kurzen Stopps -Krick- und Löffelenten- gaben eine gute Bestimmungsübung ab, denn im Spätsommer spielen Größe und Form eine große Rolle bei der Bestimmung.

Die meisten Flugbewegungen über uns stammten von Schafstelzen, die auf dem Rückweg schon ihre Übernachtungsplätze im Schilf suchten. Auch wenn zunächst Watvögel (Limikolen: Bekassinen, Alpenstrandläufer, Kiebitz und diverse Wasserläufer) im Luftraum die Aufmerksamkeit auf sich zogen, das eigentliche vorherrschende Ereignis war der Massenzug der Schafstelze mit mindestens drei Unterarten (Nordische Schafstelze ssp thunbergi, Wiesenschafstelze ssp flava und Maskenstelze ssp feldegg). Zu kurz um von allen gesehen zu werden dann plötzlich die zweite Besonderheit des Tages: Eine Zwergdommel im Flug. Unverkennbar mit ihrem unsteten flatterhaften Flug und den schief ovalen Flügelfeldern. Mit dem letzten Licht noch vor Ankunft in unserer Zielregion sahen wir die ersten bunten Highlights: Blauracke und Bienenfresser.

2. Tag Südlich vom Delta: Histria, Vadu und Steppenhügel

Nach einem schönen Bufet-Frühstück ging es bei bestem Wetter los in die hügelige Steppenregion südlich vom Donau-Delta. Bei einem Kloster nicht weit von der türkisch bevölkerten Stadt Babadag sahen wir den ersten ziehenden Zwergadler, den es eilig nach Süden zog.

In den Wäldern der Dobrudja war es hingegen still: Lediglich die Heuschrecken und Zikaden belebten die Klangspähre. Dennoch war auch der Babadag-Spaziergang lohnend, denn über den Wipfeln kam ein zweiter Zwergadler durch. Und auf kleinen Lichtungen waren zahlreiche Schmetterlinge zu sehen. Unter anderem ein bei uns seltener Edelfalter (Nymphalidae) – der Weiße Waldportier. Auf den offenen Bereichen auch eine Berghexe – ein bei uns sehr seltener Falter. Etwas später schon nach unserem Abzweig nach Vadu wurde ein Schlangenadler gesehen, der Beuteglück in der Nähe eines pflügenden Traktors zu erhöhen versuchte bevor in Richtung Bulgarien entschwand. Vadu selber mit seinen Lehmhängen bot zunächst erste nahe Beobachtungen von Wiedehopf, Blauracke und Bienenfresser. Ein Wendehals verrenkte sich nicht lange den Hals sondern war sehr gut in einem schattigen Gebüsch zu sehen. Die Eigentümlichkeit der dorfnahen Biotope zeigte sich bald: Wasservögel aus fernen Regionen mischen sich mit mancher halbzahmer Gans (Hausgans x Brandgans Hybride) und den Aktivitäten der Dorfbevölkerung (Reifenflicken im Quellerbestand) – dadurch wird das gesamte Federvieh weniger Scheu. Ungeahnte Vielfalt an Watvögeln tat sich für uns auf: Insgesamt 20 Arten waren in den verschiedenen schlammigen und flach unter Wasser stehenden Flächen östlich und nördlich von Vadu zu sehen. Nah sah man zunächst auch den Teichwasserläufer und den Temmickstrandläufer. Triele waren im östlich gelegenen Becken gut versteckt aber liessen sich zu einigen Flugbewegungen am Tag herab – eine glückliche Fügung. Aber der Glücksbogen an diesem Tag war weit gespannt: Als wir mit dem Bus nah an einem hügeligen Steppenstück fuhren und gerade unsere ersten Isabellschmätzer gesehen hatten, streifte mit für einen Falken langsamen Flügelschlag ein Würgfalke vor uns entlang. Kurz darauf sahen wir auch Jungvögel – so daß es insgesamt mindestens drei waren. Diese Art ist für Rumänien kein sicherer und alljährlicher Brutvogel mehr. Die Art hängt u.a vom Vorkommen des Ziesels ab, den es hier zwar gibt, aber nicht auf ausreichend großer Fläche. Die Vermutung liegt nahe, daß es sich um Ukrainische Tiere handelte. Zu dieser kleinen Sensation gesellte sich eine zweite aus dem Reich der Säugetiere: Mitten in der Mittagshitze stromert ein Goldschakal vorbei. Um die Hügelsteppe waren zahlreiche Lachseeschwalben auf Landjagd. Weiter weg über den Wasserflächen von der Hügelkrone aus zu sehen auch andere Seeschwalben und v.a. beide Pelikanarten.

Als das Nachmittagslicht besser wird bewegen wir uns als Gruppe sehr langsam landseitig am Sinoie Ufer entlang. Das hat sicher zu unserem Riesenglück mit den Sumpfläufern beigetragen – ein wahrer Pirscherfolg! Über eine wunderschöne Stunde hinweg bewegten wir uns in den spätsommerlich trockenen Randsümpfen bei bestem Schräglicht an eine Bucht heran. Aber während unsere Langsamkeit von äußerst nahen Beobachtungen einiger Schwarzstirnwürger belohnt wurde, konnten wir später noch den Nutzen daraus ziehen durch ein „Fenster“ im Schilfsaum etliche Limikolen ins Visier zu bekommen. Darunter eben auch ganze 12 Sumpfläufer zwischen Alpen- und Sichelstrandläufern. Zwei etwas abseits stochernde Exemplare, deren doppelter Überaugenstreif sogar zu erkennen war, wurden gemeinsam mit einer Rotflügelbrachschwalbe und einigen Bartmeisen ins Gesichtsfeld der Spektive gebracht. Nach soviel Besonderem tat ein kultureller Besuch in Histria sehr gut. Dort noch einen Kuckuck auf Raupenfang nah und frei in einem fast kahlen Busch und ein Blassspötter im Gebüsch. Schlangen konnten wir nur sehr kurz wahrnehmen – offenbar war eines der Exemplare eine Ringelnatter.

3. Tag Die Steppenseen von Murighiol und Fahrt ins Delta

Der Morgen war einem Besuch bei einigen Steppenseen gewidmet: Murighiol – eine salzige Senke mit großen Möwenkolonien. Auch hier überraschte die Limikolen-Vielfalt. Neu waren Sanderling und Steinwälzer – hier ungewöhnlicherweise auf Schlamm und nicht auf Sand oder Stein. Besonders erfreut waren wir über die ersten Krauskopfpelikane und einen von Turmfalken attackierten Rotfussfalken. Über 40 Schwarzhalstaucher schwammen mit anderen Schwimmvögeln im Wasser. Für nur wenige Momente, wie schon am Vortag zeigte sich eine Kurzzehenlerche. Die Natur des Spätsommers hält auf den Salzböden schöne Farben bereit, so wurde der Vormittag zu einem umfassenden Naturgenuß. Nach einer kleinen Busfahrt ging es per Boot ins südliche Delta – unser Gepäck dabei auf einem Extraboot. Erste größere Gruppen von Weißbartseeschwalben in allen möglichen Zwischenkleidern begleiteten uns und erfreuten die Fotografen. Ein Schmankerl war der Besuch der Wassernuß-Treibfelder auf dem Lácul Erenciuk. Bei Einfahrt in das Gewässer saß einer der vielen Rallenheiher so nahe, daß man ihn wegzoomen mußte, um ihn auf den Fotochip in Gänze zu bannen. Auch ein Baumfalke war nahezu zum Greifen nahe.

4. Tag Schilfpirsch bei Sankt Gheorghe und die Halbinsel Sachalin, Baden

Nach einem Frühstück bei unserer Fischerfamilie ging es bei etwas windigem Wetter los in die weit verzweigten Wasserarme südlich von Sfantu George. Besonders beeindruckend: Spielende, jagende und rastende Baumfalken an mehreren Stellen als ideales Fotomotiv. In der geschützten Bucht von Sachalin lichtet sich das Schilf sehr bald und man befindet sich in einer amphibischen Welt: Alles ist beweglich und doch per Wurzel untereinander verbunden. Vor allem die Wassernuß-Schwimminseln werden von Reihern, Löfflern und Enten zur Rast und zum Nahrungserwerb genutzt. Hier sehen wir auch unseren ersten Sichler und zahlreiche Watvögel sowie Kormoran und Zwergscharbe. In der offenen Wasserfläche tummeln sich große Gruppen von gemeinschaftlich jagenden Pelikanen.

Dann ist es soweit: Die Boote kommen kaum weiter und wir gehen wie die zahlreichen Watvögel auf Grund mit Wasser bis in die Kniekehlen. Auf der Halbinsel hielten sich neben sehr vielen Regenpfeifern und anderern Arten auch ein sehr großer Seeschwalbentrupp aus 6 Arten auf – darunter unsere einzigen Trauerseeschwalben. Ein Regenbrachvogel erfreut durch seinen Überflug mit Trellern. Auf den unterschiedlichsten treibenden Wasserpflanzen zählen wir insgesamt 50 Rallenreiher.

Nachmittags machen wir einem Landgang Richtung Strand. Schon am Dorfrand fallen verschiedene seltene Wasserfarne auf: Schwimm- Klee- und Algenfarn. Die Landschaft dahinter ist weder eines der einheitlichen Riedgebiete noch eine ununterbrochene Flachwasserzone, sondern genau eine Mischung daraus. In der gewittrigen letzten Stunden des Tages lassen wir uns von Meer, Wolken und Tierwelt auf fast allen Sinneskanälen beeindrucken.

5. Tag Morgenstreich und alte Fischteiche bei Sankt Gheorghe, Baden

An diesem Tag werden zahlreiche Neulinge für unsere Reise gefunden. Dazu sind wir bereits früh auf den Beinen in dem Gebüsch/Sumpfmosaik direkt östlich vom Dorf. Zu den heimlichsten davon gehören neben Zwergdommel auch Sprosser und Nachtigall. Besser zu sehen: Zwergschnäpper – neben dem Neuntöter einer der häufigsten Durchzügler. Nur ein einiges mal dafür aber nah und spannend: Eine diesjährige Wiesenweihe.

Nach einem Frühstück gehen wir nach Westen. Zunächst interessieren die Dorfwildkräuter: Insbesondere die von Hausgänsen niedergeweideten Flächen mit Salzbeeinflussung enthalten spezielle Arten wie den Krähenfuß-Wegerich (Plantago coronopus) mit seltsam geschlitzten Blättern. An den noch salzigeren Stellen auch Portulak-Keilmelde und Queller – mitten im Dorf!

In den flachen Becken weiter westlich wird es interessant: Erste Bartmeisen kündigen sich mit ping-ping Rufen aus dem Schilf an. Wo die Wasserfläche frei ist und viel nasser Schlamm am Ufer einen reich gedeckten Tisch garantiert wimmelt es von Watvögeln. Bis zu 400 Säbelschnäbler sind darunter. Kampfläufer in unterschiedlichen Kleidern lassen sich prima mit den zierlicheren Wasserläufern (Dunkler, Bruch, Wald – und Teichwasserläufer) auf nahe Distanz vergleichen. An den alten teilweise am Rand auch schilfigen Fischteichen beobachten wir bis in den frühen Nachmittag. Absolutes Highlight ist eine sehr nahe Dünnschnabelmöwe. Sehr hübsch auch: Gleich 4 junge Beutelmeisen übereinander auf einem einzigen Schilfhalm. Über uns: In gleicher Zahl ziehende Schwarzstörche. Heute ist ein Tag mit individuellen Spielräumen: Einige gehen im Dorf spazieren andere fotographieren und noch andere finden sogar eine Europäische Sumpfschildkröte. Besondere verhaltens-biologische Beobachtungen: Viele durchziehende Arten der Wälder und Gebüsche (Pirol, Zwergschnäpper, ...) bevorzugen wieder den Dorfrand.

Der Abend klingt aus bei wiederum sehr gutem Fischessen bei unserer Wirtsfamilie.

6. Tag Abschied von Sankt Gheorghe und das Macin-Gebirge

Am Morgen des Abreise-Tages aus dem Delta nehmen wir das offizielle Pasagierschiff und erreichen nach ca. 2,5 Stunden Mahmudia. Neuheiten für unsere Reise: U.a. Seeadler, Grauspecht und Hohltaube. Kurz vor dem Hafen sind am Ufer lauter Waldwasserläufer zu sehen. In Tulcea machen wir einen Rundgang durch das Delta-Museum um dann weiter in die westlich gelegenen Nationalpark-Gebiete zu fahren, die wegen ihren Steppen- und Wäldern unter Schutz stehen. Dem einzigen bekannte Buchenbestand der Dobrudja im Valea Fagilor mit nur 1500 Bäumen statten wir einen Besuch ab. Hier sehen wir auch einmalig seltene Baumarten wie den Tatarischen Steppen-Ahorn und die Waldformation der Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia). Die Suche nach den 7 Spechtarten bleibt leider erfolglos. Nach unserem Stopp wird deutlich wie langsam unser Bus ohne Turbo ist. Fahrer Sorin hat den Schlauch notdürftig mit „Tape“ repariert. Dennoch erreichen wir die karge Steppen-Seite des Gebirges noch rechtzeitig für einige Beobachtungen.

Bei abendlichem Schräglicht sehen wir am Pericopan-Höhenzug einen Kurzfangsperber – ein hoch kreisendes Weibchen, welches wir ins Spektiv bekommen. Nach einem malerischen Flötenspiel verläßt uns hier unser Ortskenner Alex Ifrim. Auch einige Rohrweihen und sehr hoch ziehende Wespenbussarde verlassen das kleine Gebirge. Wir bleiben noch eine Weile um gemeinsam mit Nasenschrecken und Taurischen Mauereidechsen die karge Vegetation zu bevölkern. Ganz verzaubert sind einige von uns von den sanften schönen Farben der abgetrockneten Steppen in Kombination mit den Felsen, die einer Wollsackverwitterung ausgesetzt waren. Nachdem uns auch Adlerbussarde und gleich 5 Blutspechte die Aufwartung gemacht haben, ziehen wir weiter und überqueren die Donau bei Braila, wo wir für eine Nacht Quartier beziehen.

7.Tag Fahrt durch die Moldau und die Walachei mit zahlreichen Limis am Balta Alba

Heute fahren wir durch die Provinzen Moldau, Wallachei bis nach Transsilvanien. Allzu früh sind wir nicht auf den Beinen, aber vor der Abfahrt gehen wir noch direkt in den Park nebenan: Zwergschnäpper und Spechte machen sich bemerkbar. Kurz vor der Mittagsrast an dem Steppensee Balta Alba versuchen wir uns Glück durch Anschleichen im Schutze eines Dammes und werden belohnt: Gleich hinter der Dammkrone finden sich vielerlei Limikolen – darunter auch sehr nahe Temminckstrandläufer. Die andere Blickrichtung offenbart die salzigere Seite des Balta Alba mit Triel (18! minimum), Regen- und Großbrachvogel. Unter den Großvögeln finden sich wieder Rallen-, Silber-, Seiden-, Grau- und Purpurreiher. Auch ein Schwarzstorch zeigt sich. Sehr imposant aber nicht nah: Von dem Schwimm-Ponton an der Heilbad-Station lassen sich bis zu 300 Kampfläufer und viele Uferschnepfen.

Überraschung zum Mittag: Der Turbo wurde mit einem Ersatzteil aus Bukarest wieder in Gang gesetzt. Jetzt kann es hoch gehen in die Berge.

Noch im Bergwald der Karpaten machen wir Bekanntschaft mir ersten Goldhähnchen (Herbstgesang des Sommergoldhähnchen) und ersten Bergblumen.

8.Tag Die Zarnesti-Klamm, das Drakula-Schloß Bran, Habichtskauz und Bären

Ein typisch reichhaltig Transsilvanisches Frühstück stärkt uns für die Wanderung in Prapastile Zaranestilor (Klamm von Zarnesti). Obwohl schwer in dieser Jahreszeit sehen, wir beinahe die gesamte Palette der Meisen (Sumpf- Weiden-, Blau- und Kohl; sowie akustisch Hauben- und Tannenmeisen). Außergewöhnlich oft stellen wir den Tannenhäher fest. Und auf dem Weg nach Bran sehen wir einen Habicht kurz aus dem Busfenster neben uns herfliegen. Schloßbesichtigung ohne Vampirbisse überstanden und weiter geht´s, denn wir sind mit einem Wildhüter im Tal vom Striba-Bach verabredet und fahren noch 1 ¼ Stunde dorthin.

Das kühlere Wetter hat starken Schwalbenzug ausgelöst und so lässt auch wieder ein Baumfalke nicht lang auf sich warten. Vielleicht waren auch deswegen keine Felsenschwalben mehr an den Brutplätzen.

Auf dem Weg ins Karpaten-Vorland erwischt uns ein Platzregen in Sinca Nuova. Der urtümliche Dorfladen nimmt uns alle auf und macht den Kaffeeumsatz des Monats. Vielleicht weil er in einem oben offenen hohlen Buchenstamm gesessen hatm, ist er ganz naß geworden: Der Habichtskauz der plötzlich über dem schmalen Erdweg in einer mächtigen Weide sitzt. Noch zweimal fliegt die riesige Eule und sitzt wieder, so daß alle einen Blick mit Spektiv-Qualität auf sie richten können – ein Riesenglück. Diese Strähne setzt sich fort: Am Futterplatz sehen wir insgesamt 11 Bären – darunter auf eine Mutter mir 3 Halbwüchsigen.

9.Tag Hochgebirge mit Ohrenlerchen und riesige Tannen

Nach einem liebevoll gestalteten Frühstück machen wir uns per Bus auf nach Sinaia.

Ohne einen Ausflug auf über 2000 m ist das Bucegi Massiv nicht gut zu begreifen. Aufgrund der dichten Wolken verschieben wir den Ausflug per Seilbahn aber auf den Nachmittag. So wird der Besuch in den Schloßgärten, dem Kloster und den alten Wäldern mit der Suche nach Spechten und Kleinvögeln verbunden. Ein typischer Anblick urwaldartiger Bestände in den Karpaten, der aber nur noch selten zu finden erfreut die Seelen: Über 50 m hohe Bäume (Tanne, Fichte, Buche) und viele Spuren von Spechten. Fündig werden wir bei Baumläufern und Goldhähnchen.

Dass eine Reise in die Karpaten für einige Arten bereits den biogeographischen Sprung in den Balkan darstellt, zeigt sich an der Ohrenlerche: Deren Unterart Balkan-Ohrenlerche finden wir in 8 Exemplaren. Bergpieper machen vor allem akustisch auf sich aufmerksam und wir sehen sie nur kurz im Überflug. Hübsches am Boden in den Borstgrasrasen: Der Raue Kranzenzian und die Alpenrosen blühen noch. Der letzte Abend bei Gigi wird wieder von Elena kulinarisch auf höchsten Niveau gestaltet. Mit etwas Wehmut sehen wir der Rückreise entgegen.

10.Tag Storchenzug, Lotusblüten und Rückflug

Nach einem wieder tollen Frühstück fahren wir los auf unsere letzte gemeinsame Fahrt durch die Berge nach Süden. Nach der Überquerung der Südkarpaten haben sich mehrere Gruppen Störche im Flachland bei Ploiesti eingefunden – darunter auch ein Schwarzstorch. Aufgrund unserem zügigen Vorankommens haben wir noch Zeit an einem See haltzumachen und einen Kaffee zu trinken: Der Snagovsee liegt inmitten von ehemaligen Hute- und Mittelwäldern aus Linden, Hainbuchen und Eichen direkt vor den Toren von Bukarest. Durch seine mit Lotus bewachsenen Buchten macht er einen südlichen Eindruck. Einige inzwischen „altbekannte“ Arten: Rallenreiher, Weißbartseeschwalbe, Zwergmöve und Seidenreiher sind schön anzuschauen. Dann sagen wir uns alle am Flughafen nocheinmal „Drum Bun“ – gute Wege.

Und hier gehts zu den Bildern: https://picasaweb.google.com/112968177031506535713/RumanienImSpatsommer2011MitCarstenBrinckmeier

Artenliste Vögel: 171
  • Haubentaucher (3)
  • Zwergtaucher (3)
  • Schwarzhalstaucher (50)
  • Kormoran (25)
  • Zwergscharbe (5)
  • Rosapelikan (300)
  • Krauskopfpelikan (2)
  • Zwergdommel (1)
  • Nachtreiher (10)
  • Rallenreiher (50)
  • Seidenreiher (30)
  • Silberreiher (1)
  • Graureiher (5)
  • Purpurreiher (3)
  • Schwarzstorch (4)
  • Weißstorch (30)
  • Sichler (1)
  • Löffler (8)
  • Höckerschwan (150)
  • Graugans (100)
  • Brandgans (2)
  • Stockente (30)
  • Schnatterente (6)
  • Krickente (50)
  • Knäkente (30)
  • Löffelente (12)
  • Spießente (2)
  • Tafelente (20)
  • Moorente (8)
  • Wespenbussard (32)
  • Seeadler (1)
  • Schlangenadler (1)
  • Rohrweihe (5)
  • Wiesenweihe (1)
  • Sperber (1)
  • Kurzfangsperber (1)
  • Habicht (1)
  • Mäusebussard (1)
  • (Falkenbussard) (1)
  • Adlerbussard (2)
  • Zwergadler (1)
  • Turmfalke (1)
  • Rotfußfalke (1)
  • Baumfalke (14)
  • Saker (3)
  • Teichhuhn (5)
  • Bläßhuhn (20)
  • Austernfischer (15)
  • Stelzenläufer (5)
  • Säbelschnäbler (400)
  • Triel (18)
  • Rotfl.-Brachschwalbe (1)
  • Flußregenpfeifer (1)
  • Sandregenpfeifer (25)
  • Kiebitzregenpfeifer (3)
  • Goldregenpfeifer (3)
  • Kiebitz (70)
  • Bekassine (9)
  • Uferschnepfe (300)
  • Großer Brachvogel (5)
  • Regenbrachvogel (1)
  • Dunkelwasserläufer (15)
  • Rotschenkel (30)
  • Teichwasserläufer (11)
  • Grünschenkel (1)
  • Waldwasserläufer (5)
  • Bruchwasserläufer (70)
  • Flußuferläufer (5)
  • Kampfläufer (300)
  • Zwergstrandläufer (2)
  • Temminckstrandl (2)
  • Sichelstrandläufer (2)
  • Alpenstrandläufer (30)
  • Sanderling (1)
  • Sumpfläufer (10)
  • Steinwälzer (20)
  • Steppenmöwe (10)
  • Lachmöwe
  • Schwarzkopfmöwe
  • Zwergmöwe (4)
  • Dünnschnabelmöwe (1)
  • Fischmöwe (1)
  • Lachseeschwalbe (20)
  • Raubseeschwalbe (5)
  • Brandseeschwalbe (120)
  • Zwergseeschwalbe (5)
  • Flußseeschwalbe (10)
  • Weißbart-Seeschw. (500)
  • Trauerseeschwalbe (2)
  • Weißflügel-Seeschw. (15)
  • Straßentaube
  • Ringeltaube
  • Türkentaube
  • Turteltaube (2)
  • Hohltaube (3)
  • Kuckuck (1)
  • Habichtskauz (1)
  • Eisvogel (1)
  • Bienenfresser (50)
  • Blauracke (10)
  • Wiedehopf (5)
  • Grünspecht
  • Grauspecht
  • Schwarzspecht
  • Buntspecht
  • Blutspecht (5)
  • Kleinspecht
  • Kurzzehenlerche (1)
  • Haubenlerche (2)
  • Balkan-Ohrenlerche (8)
  • Uferschwalbe
  • Felsenschwalbe
  • Rauchschwalbe
  • Mehlschwalbe
  • Brachpieper
  • Bergpieper
  • Bachstelze
  • Schafstelze ssp.
  • Gebirgstelze
  • Zaunkönig
  • Rotkehlchen
  • Sprosser
  • Nachtigall
  • Hausrotschwanz
  • Braunkehlchen
  • Isabellschmätzer (3)
  • Steinschmätzer
  • Amsel
  • Singdrossel
  • Schilfrohrsänger
  • Blaßspötter
  • Fitis
  • Zilpzalp
  • Mönchsgrasmücke
  • Dorngrasmücke
  • Klappergrasmücke
  • Wintergoldhähnchen
  • Sommergoldhähnchen
  • Grauschnäpper
  • Zwergschnäpper
  • Bartmeise
  • Schwanzmeise
  • Sumpfmeise
  • Weidenmeise
  • Tannenmeise
  • Haubenmeise
  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Beutelmeise (4)
  • Kleiber
  • Waldbaumläufer
  • Pirol
  • Neuntöter
  • Schwarzstirnwürger (3)
  • Eichelhäher
  • Elster
  • Tannenhäher
  • Dohle
  • Saatkrähe
  • Nebelkrähe
  • Kolkrabe
  • Star
  • Haussperling
  • Feldsperling
  • Weidensperling
  • Buchfink
  • Grünling
  • Stieglitz
  • Bluthänfling
  • Gimpel
  • Rohrammer
Säugetiere:
  • Europäischer Braunbär (11 Individuen)
  • Goldschakal
  • Steppenziesel
  • Igel (leider platt)
  • Eichhörnchen
  • Maus
Reptilien-Liste:
  • Ringelnatter
  • Würfelnatter
  • Europäische Sumpfschildkröte
  • Taurische Mauereidechse
  • Waldeidechse
Schmetterlinge:
Schwalbenschwanz Papilio machaon

  • Großer Kohlweißling Pieris brassicae
    Kleiner Kohlweißling Artogeia rapae
    Resedafalter
    Pontia edusa
    Lieblicher Heufalter
    Colias erate, wahrscheinlich nicht
    Goldene Acht
    Colias hyale (Foto?)
    Postillon, Wandergelbling
    Colias crocea
    Himmelblauer Bläuling Lysandra bellargus
    Icarus Bläuling Polyommatus icarus
    Admiral Vanessa atalanta
    Distelfalter Vanessa cardui
    C - Falter
    Nymphalis c-album
    Kaisermantel Argynnis pandora
    Weißer Waldportier Brintesia circe
    Berghexe
    Chazara briseis
    Rotes Ordensband

    (Catocala nupta)

    Heuschrecken, sonstige Arten:

    Nasenschrecke

    (Acrida ungarica)

    Alpine Gebirgsschrecke

    (Miramella alpina oder Miramella carinthica, Miramella irena, Miramella formosanta)

    Blauflügel Ödlandschrecke

    Reisebericht Spätsommer 2008
    Beobachtungsorte:

    Tandarei, Babadag, Cheia, Vadu, Salzsee Murighiol, Donaudelta (Sfantu Gheorghe, Lacul Rosu, Lacul Puiu, Lacul Erenciuc, Insel Sacalin), Macin-Gebirge, Steppenseen Lutul Alb, Movila Miresei und Balta Alba, Zarnesti-Schlucht und Berghang bei Zarnesti.

    Besondere Beobachtungen:

    Schon bei der ersten Kaffeepause zeigen sich innerhalb einer Viertelstunde gleich 6 Reiherarten und eine Kette überfliegender Zwergscharben.
  • Insgesamt 79 Blauracken (!) in der Dobrudscha, meist auf Telefonleitungen sitzend, bieten immer wieder Gelegenheit diese herrlichen Vögel zu studieren.
  • Die Gegend von Cheia mit seinen felsigen Hängen und Steppenhügeln erweist sich wieder einmal als lohnender „Umschlagplatz“ für ziehende Greife: im Minutentakt erscheinen Schlangenadler (insgesamt 10!), Adlerbussard, Zwergadler, Schreiadler, Kurzfangsperber und Rotfußfalken - ein herrliches Rotfuß-Männchen streicht wenige Meter an uns vorbei.
  • Ein besonderes Schauspiel bietet ein Schwarm von 400 Weißstörchen, die in der Termik kreisen und dann weiterziehen.
  • bei Vadu rastet in einer nahrungsreichen Flachwasserzone eine große Zahl an Wasservögeln: über 50 Rostgänse verteilen sich als Farbtupfer in der Lagune, Rosa- und Krauskopfpelikane sowie 25 Limikolenarten, darunter Teichwasserläufer, Sumpfläufer, Odinshühnchen und viele(!) Temminckstrandläufer.
  • Am Spätnachmittag ziehen Purpurreiher (insgesamt 230!) und Braune Sichler in großen Trupps über die Lagunenseen

    knapp 1000 Schwarzkopfmöwen rasteten auf einem frisch gepflügten Feld, dabei lassen sich die verschiedenen Altersstufen schön unterscheiden. Anbei füttern Lachseeschwalben ihre bettelnden Jungen mit Großheuschrecken.

  • Ein Grauspecht sucht an einer von Bienenfressern bewohnten Löswand nach Insekten.
  • Zwei sonst sehr heimliche Bewohner des Schilfwaldes lassen sich vom Boot aus an einem bewachsenen Kanal im Donaudelta bewundern und fotografieren: ein Kleines Sumpfhuhn und ein Mariskenrohrsänger spazieren minutenlang auf dem Teichrosen- und Wassernussteppich.
  • In der Lagune bei Sachalin fischt ein Riesenschwarm Kormorane, daraufhin segeln einzelne Rosapelikane aus einem größeren rastenden Trupp als Späher zum Ort des Geschehens. Raubseeschwalben und Steppenmöwen begleiten das Große Fressen lautstark aus der Luft.
  • Fischadler und Seeadler über der Donau, Sperber und Kurzfangsperber über den alten Gebirgsstöcken des Macin. Ein junger Adlerbussard sitzt lange auf einem der Grate. Da er fast weißköpfig ist, nennen wir ihn unseren „Weißkopfseeadler“.
  • Isabell- und Nonnenschmätzer, Brachpieper und Braunkehlchen bevölkern die Zieselwiese zu Füßen der Macin-Gebirges.
  • Herrliche Abendstimmung bei Zarnesti: vor der schartigen Kulisse des Königssteins jagen Bienenfresser, Schwalben und Abendsegler gemeinsam über einer naturnahen Hutweide, die einzeln stehenden Eichen sind von unzähligen Grauschnäppern und Neuntötern bevölkert, ein Zeichen vom Insektenreichtum dieser siebenbürgischen Vorgebirgslandschaft.
  • Artenliste Vögel:

    Zwergtaucher
  • Haubentaucher
  • Schwarzhalstaucher
  • Kormoran
  • Zwergscharbe
  • Rosapelikan
  • Krauskopfpelikan
  • Zwergrohrdommel
  • Nachtreiher
  • Rallenreiher
  • Seidenreiher
  • Silberreiher
  • Graureiher
  • Purpurreiher
  • Schwarzstorch
  • Weißstorch
  • Sichler
  • Löffler
  • Höckerschwan
  • Graugans
  • Rostgans
  • Brandgans
  • Pfeifente
  • Schnatterente
  • Krickente
  • Stockente
  • Spießente
  • Knäkente
  • Löffelente
  • Moorente
  • Fischadler
  • Wespenbussard
  • Seeadler
  • Schlangenadler
  • Rohrweihe
  • Wiesenweihe
  • Sperber
  • Kurzfangsperber
  • Habicht
  • Mäusebussard
  • Adlerbussard
  • Schreiadler
  • Zwergadler
  • Turmfalke
  • Rotfußfalke
  • Baumfalke
  • Wanderfalke
  • Fasan
  • Wasserralle
  • Kleines Sumpfhuhn
  • Teichhuhn
  • Blässhuhn
  • Austernfischer
  • Stelzenläufer
  • Säbelschnäbler
  • Triel
  • Rotflügel-Brachschwalbe
  • Flußregenpfeifer
  • Sandregenpfeifer
  • Seeregenpfeifer
  • Goldregenpfeifer
  • Kiebitzregenpfeifer
  • Kiebitz
  • Bekassine
  • Uferschnepfe
  • Pfuhlschnepfe
  • Großer Brachvogel
  • Dunkelwasserläufer
  • Rotschenkel
  • Teichwasserläufer
  • Grünschenkel
  • Waldwasserläufer
  • Bruchwasserläufer
  • Flußuferläufer
  • Zwergstrandläufer
  • Temminckstrandläufer
  • Sichelstrandläufer
  • Alpenstrandläufer
  • Sumpfläufer
  • Kampfläufer
  • Odinshühnchen
  • Steppenmöwe
  • Mittelmeermöwe
  • Lachmöwe
  • Schwarzkopfmöwe
  • Zwergmöwe
  • Lachseeschwalbe
  • Raubseeschwalbe
  • Brandseeschwalbe
  • Flußseeschwalbe
  • Weißbartseeschwalbe
  • Trauerseeschwalbe
  • Weißflügelseeschwalbe
  • Straßentaube
  • Ringeltaube
  • Türkentaube
  • Turteltaube
  • Kuckuck
  • Steinkauz
  • Mauersegler
  • Eisvogel
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    dazu die sehr prägnanten Unterarten Falkenbussard (zu Mäusebussard) und Maskenstelze (zu Schafstelze)

    Säuger:
    Reptilien:

    Östliche Smaragdeidechse
  • Riesen-Smaragdeidechse
  • Taurische Eidechse
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  •  

    Rumänien 2011

    Dem Donaudelta galt die Reise,

    die ich beschreib auf meine Weise.

    Unser Treffpunkt war Bukarests Airport,

    wir konnten uns erstmals beschnuppern dort.

    Im kleinen Bus gings dann schnell weiter,

    das Wetter war warm, der Himmel heiter.

    Nach einem Stopp zum Vögel sehn

    Erreichten wir Tulcea nicht viel vor zehn.

    Das nächste Ziel, Dobrudscha genannt,

    war mit der Vogelwelt schon interessant.

    Doch dann kam das Highlight eigentlich:

    Im Boot auf der Donau zu fahren endlich.

    Auf dem südlichen Arm, Sfan Gheorge mit Namen

    Zum gleichnamigen Ort wir abends kamen.

    In schlichten Pensionen wohnten wir,

    aßen täglich Fisch und tranken viel Bier

    und erlebten vom Boot aus oder zu Fuß

    was man von der Natur hier sehen muss:

    Aus Flora und Fauna warns die Vögel vor allem,

    die der Gruppe konnten gefallen.

    Am vierten Tag gings zurück nach Mahmudia,

    wo Sorin mit dem Bus schon wieder da war.

    Im Macin-Gebirge machten wir Halt,

    bevor wir dann Braila erreichten bald.

    Die Ostkarpaten warn das nächste Ziel,

    wo es uns bei Gigi sehr gut gefiel..

    Die Touren von dort aus, z.B. nach Bran,

    nach Sinaia und Perles, in die Königstein Klamm

    waren ein großes Erlebnis erneut

    und das Fahren dorthin hat keinen gereut.

    Doch das alles wäre unvollkommen,

    hätten wir Carsten nicht mitgenommen.

    Noch jung und drahtig, voller Elan,

    führte er unsere Gruppe an.

    Er sah jeden Vogel mit sicherem Blick,

    auch für deren Stimmen hatte er viel Geschick.

    Sogar der Flora sein Wissen galt,

    kannte selbst Falter und Schrecken in deren Vielfalt,

    wußt über Land und Leut zu berichten,

    erzählte auch gern von deren Geschichten.

    Mit seiner Begeisterung von früh morgens an,

    steckte er alle in der Gruppe an.

    Um jeden von uns war er sehr bemüht

    Dass niemand ein Highlight übersieht.

    Zum Schluss alle zufrieden waren,

    denn es war eine Freude, mit ihm zu fahren.

    Wer nahm teil an dieser Fahrt?

    Ich skizzier es wieder auf meine Art.

    Gesine aus Hamburg angereist kam.

    Sie Foto, Fernglas, Spektiv mitnahm,

    dass sie festhalten konnte mit Augen und Platte,

    was die Natur hier zu bieten hatte.

    Manchmal kam sie auf ihren Beruf zurück,

    wenn sie etwas anmerkte mit psychologischem Blick.

    Jürgen, man hört es, kam aus Hessen.

    Als typischer Orni schon mit viel Wissen

    War er mit viel Interesse dabei.

    Aber auch er lernte noch allerlei,

    denn in dem schönen Hessenland

    sind Limikolen selten und nicht sehr bekannt.

    Lothar und Waltraud aus Kettwig bei Essen

    Waren begeistert und ganz versessen,

    alles zu sehen und mit zu hören,

    ohne dabei die Experten zu stören.

    Sie lernten viel neue Arten kennen

    Und können sie auch mit Namen nennen.

    Sie werden, glaub ich, noch lange dran denken

    Und dem Nabu zu Hause viel Beachtung schenken.

    Peter aus Bayreuth auch vom Fache war.

    Er kam mit ganz neuer Kamera sogar.

    Mit deren Zoom, dem 15-fachen

    Hielt er fest ferne und kleine Sachen.

    Er sah nicht auf die Vögel nur,

    sondern ihm gings um die ganze Natur.

    Mit seinen Bildern will er daheim

    Im Vortrag auch andere Menschen erfreun.

    Thomas war Meister im Fotografieren,

    dabei suchte er nicht nur nach seltenen Tieren.

    Mit Kamera, Stativ und drei Objektiven

    Guckte er stets nach guten Motiven.

    Die Bilder oft brachten Details heran,

    die unser Auge sonst nicht sehen kann.

    Ulrike, Frohnatur vom Rheinland,

    oft ein keckes Sprüchlein fand.

    Sie hat schon viel von der Welt gesehn,

    fand es mit uns aber auch sehr schön.

    Begeistert war sie von den Bären

    „wenn sie doch auch auf dem Foto wären“.

    Oft warn die Gedanken bei ihrem Hund,

    ob zu Hause wohl alles liefe rund.

    Mit Schokolade sie uns verwöhnte:

    Wenn mans doch immer so haben könnte.

    Wolfgang, dem Senior von uns allen

    Hats trotz Anstrengung auch gut gefallen.

    War der Weg auch manchmal schwer,

    er sagte nie, es geht nicht mehr.

    Als Biologe war ihm vieles bekannt,

    doch hat er es meist nur im Stillen benannt.

    Aber er alles genau registrierte

    Und auf kleinen Zetteln sich notierte.

    Am Schwarzen Meer er sich überwand

    Und nahm auch ein Bad am Badestrand.

    Der Schreiber fand die Reise schön,

    was gab es nicht alles dort zu sehn.

    Die Vögel im Fokus, aber nicht diese nur,

    auch Amphibien und Flora als Teil der Natur

    wurden beachtet und auch erklärt.

    Kurzum, die Reise war mir viel wert.

    Ein weiteres Treffen wäre schön,

    ich hoffe auf ein Wiedersehen.

    Dietrich B.