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Der hohe Norden (Finnland) 7 Tage/ 6 Nächte

Frank Wichmann war im Mai 2006 mit einer kleinen Gruppe in Finnland unterwegs. In Kooperation mit unseren finnischen Partnern ist es zu einer ganz besonderen Reise geworden. Zusammen mit unserem hervorragenden finnischen Reiseleiter wollen wir Ihnen die sagenhafte Avifauna des skandinavischen Landes näherbringen. Kommen Sie mit uns auf die Suche nach Auer-, Birk- und Moorschneehuhn, entdecken Sie mit uns Bartkauz, Unglückshäher u.v.m.

Reisephilosophie

Während der botnische Meerbusen endlich auftaut, ziehen Tausende arktische Wasservögel entlang der finnischen Küste zurück in ihre Brutgebiete – Stern- und Prachttaucher, Trauer- Samt- und Eisenten, um nur die häufigsten zu nennen. Viele nordische Brutvögel Finnlands haben ihre Brutplätze aber bereits besetzt und sind nun gut zu beobachten: u.a. Seidenschwanz, Lapplandmeise, Unglückshäher und Waldammer. In eindrucksvollen Mooren brüten Regenbrachvogel, Grünschenkel und Uferschnepfe und an den zahlreichen Seen finden wir Zwergmöwen, Singschwäne, 3 Seeschwalbenarten und Schmarotzerraubmöwen.

Aufpreis bei 6 - 9 Teilnehmern: + 70,00 Euro pro Person

Spezialitäten der Taiga

Die Wälder sind erfüllt vom Gesang der zahlreichen Rotdrosseln und Gartenrotschwänze. Die heimlichen Bewohner Auer-, Hasel-, Birk- und Moorschneehuhn sind nun sehr aktiv! Den faszinierenden Eulen schenken wir ein besonderes Augenmerk: Rauhfuß-, Habichts-und Bartkauz sind stark vom Wühlmausangebot abhängig, mit Glück ist auch die Sperbereule möglich, wohin gegen die Brutdichte des Sperlingskauzes weniger stark schwankt. So hübsche Arten wie Zwergsäger und Ohrentaucher werden wir genau so im Brutgebiet erleben wie Sumpfohreule und Dreizehenspecht. Und als absolute Rarität hoffen wir den Blauschwanz zu finden!

1.Tag: Flug bis Oulu

Bezug des Hotels am Rande von Oulu (interessantes Feuchtgebiet direkt hinterm Hotel!!); 1.Exkursion Rotdrossel, Trauerschnäpper, Bekassine und Großer Brachvogel können sie von ihrem Hotelzimmer aus hören!

2. Tag: Auf der Suche nach den Eulen

Die großen Waldgebiete in der Umgebung von Oulu sind für ihr Vorkommen an Eulen berühmt: Uhu, Habichtskauz, Bartkauz, Sperlings- und Rauhfußkauz, Sumpfohreule und in manchen Jahren auch Sperbereule. Darüberhinaus wollen wir auch die Rauhfußhühner aufspüren: Auer-, Birk- und Haselhuhn brüten hier und sind zu dieser Jahreszeit sehr aktiv. Wie Schwarz- und Dreihzehenspecht sind die genannten Arten alle auch in der Region von Kuusamo anzutreffen - der 2. Station dieser besonderen Finnlandreise.

3. Tag: Arktischer Vogelzug

Die Bucht von Liminka bei Oulu ist das bedeutendste Feuchtgebiet Finnlands und zu dieser Jahreszeit Schauplatz eines faszinierenden Phänomens - der arktische Vogelzug! Hunderttausende Wasservögel ziehen durch den Bottnischen Meerbusen in ihre Brutgebiete im hohen Norden. Bei einer Frühexkursionen wollen wir Eisenten, Pracht- und Sterntaucher, Trauer- und Samtenten über dem Meer beobachten - mit etwas Glück in großer Zahl! Aber auch verschiedene Limikolen, Möwen und Seeschwalben rasten oder brüten in diesem Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Junge Singschwäne und Kraniche verbringen hier den Sommer.

4. Tag: Fahrt nach Kuusamo

Bei unserer Fahrt Richtung Nordosten durch die herrliche nordische Landschaft werden wir das Schutzgebiet „Hirvisuo“ („Elchmoor“) besuchen - hier brüten Goldregenpfeifer, Regenbrachvogel, Raubwürger, Wanderfalke und Steinadler lassen sich hier bei der Jagd beobachten. Bezug unseres Hotels in Kuusamo, direkt am See gelegen!

5. Tag: Auf der Suche nach Rauhfußhühnern

In den ausgedehnten Wäldern an der russischen Grenze erwartet uns eine Fülle an nordischen Spezialitäten wie Blauschwanz, Waldammer, Hakengimpel, Unglückshäher, Lapplandmeise, Moorschneehuhn, Birk- und Auerhuhn, Haselhuhn. An den Seen und in den Moorgebieten brüten Rothals- und Ohrentaucher, Zwergmöwe und Zwergschnepfe. Für seine urigen Wälder und wilden Stromschnellen ist der Oulanka Nationalpark bekannt, über 270 Quadratkilometer groß und Rückzugsgebiet vieler seltener Arten.

6. Tag: Valtavaara Reservat – Blauschwanz-Pirsch

Der Berg "Valtavaara" ist berühmt für den Blauschwanz, der hier sein einziges Brutvorkommen in Skandinavien hat. Am Kuusamo See lassen sich nordische Wasservögel wie Prachttaucher, Zwergsäger und Singschwan beobachten.

7. Tag: Beobachtung später Heimzieher

Wir versuchen heute v.a. die Arten zu finden, die sich bisher noch nicht gezeigt haben bzw. erst in den letzten Tagen zurückgekehrt sind. Rückflug ab Kuusamo über Helsinki am frühen Nachmittag und Ankunft in Frankfurt am Abend.

Generelle Hinweise
  • Anforderungen der Reise: geringe Anforderungen, wandern bis 5km
  • Sie können im Anschluss an diese Reise weiter mit uns bis an das Polarmeer reisen - quer durch die Tundra! Lappland - durch die Tundra bis an den Varanger Fjord - siehe unter Reiseziel "Finnland"
  • Aufpreis bei 6 - 9 Teilnehmern: + 70,00 Euro pro Person
Ermäßigungen
  • NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
  • Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
Zahlungsmodalitäten
  • Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 10 %
  • Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
  • Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann birdingtours bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an.
Leistungen
  • Flug ab/bis Frankfurt in der Economy Class
  • erfahrene deutschsprachige lokale Reiseleitung
  • Programm mit allen Transfers im Kleinbus wie beschrieben
  • 6 x Übernachtung/Frühstück/Abendessen
  • 1 x Mittagessen im Oulanka NP
Nicht enthaltene Leistungen
  • teilweise Mittagessen oder Lunchpaket
Reiseleiter

Markku Hukkanen

Veranstalter: birdingtours GmbH
Reisebericht 2008

Birdingtours Reisebericht Finnland 17.-23.05.2008

Bericht und Fotos von Micha A. Neuman

17. Mai 08:

Die Birdingtours Reisegruppe trifft sich mit ihrem deutschen Reisebegleiter Micha Neumann am Flughafen Helsinki und fliegt gemeinsam nach Oulu. Dort wartet schon unser finnischer Reiseleiter Markku Hukkanen mit 2 VW Bussen, die für die kommenden Tage unsere Fortbewegungsmittel sein werden. Das nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernte Hotel liegt unmittelbar an einer Bucht. Die Zimmer haben große Fenster und einen Balkon mit Seeblick. Schon dieser Ausblick hält kaum einen lange im Zimmer und lädt förmlich dazu ein, gleich einen ersten Erkundungsgang ins Gelände zu wagen noch bevor die Koffer so richtig ausgepackt sind. Es lohnt sich: Singschwäne, Gänsesäger und diverse Entenarten schwimmen auf dem See, 2 Kraniche fliegen vorüber und verschiedene Limikolen bieten erste Bestimmungsherausforderungen. Wir finden Sand – neben Flussregenpfeifern, Kampfläufer neben Bruchwasserläufern, Rotschenkel, Dunkle Wasserläufer und manches mehr. Nach einem schmackhaften Abendessen geht es auf die erste größere Exkursion. Wir fahren in ein Waldgebiet, in dem ein Sperlingskauz in einem Nistkasten brütet. Noch bevor wir jedoch den Kauz sehen, entdecken wir schon ein abfliegendes Auerhuhn und sehen Waldschnepfen vorbeistreichen. Ein Teilnehmer hört gar einen Dreizehenspecht rufen. Dann aber gilt unsere Aufmerksamkeit ganz dem kleinsten europäischen Kauz. Nachdem das brütende Weibchen schon ein paar Mal neugierig aus dem Kasten herausgelugt hat, kommt schließlich das Männchen angeflogen und platziert sich nur wenige Meter vor uns in einem Baum. Was für ein Schauspiel! Es ist bereits nach 22 Uhr aber immer noch hell im Norden Finnlands, so dass wir diesen hübschen Burschen ausgiebig mit Fernglas und formatfüllend im Spektiv bewundern können. Zufrieden fahren wir zum Hotel zurück, wo mancher trotz seiner Müdigkeit nicht so richtig in den Schlaf findet, weil es draußen immer noch nicht wirklich dunkel geworden ist. 18. Mai 08 Heute stehen die Großeulen im Mittelpunkt des Interesses. Wir fahren in ein Brutgebiet von Bartkauz und Habichtskauz. Doch schon am Morgen gibt es Aufregendes unmittelbar vor dem Hotel: 2 Wendehälse geben ihr Stelldichein und lassen sich bestens beobachten. Auch die Autofahrt zu den Großeulen ist spannend. Auf einem kleinen See finden wir Ohrentaucher im Prachtkleid. Im Wald unsere ersten Elche, einen singenden Ortolan, 6 auffliegende Birkhähne und einen Raubwürger. Und schließlich nach einer längeren Strecke durch den Wald ist es soweit. Markku führt uns zum Brutplatz des Bartkauzes. Ein Weibchen dieser seltenen und imposanten Großeule hat sich einen alten Habichtshorst ausgesucht, sitzt dort fest auf ihrem Gelege und lässt sich auch von uns neugierigen Orni-Touristen nicht wirklich beeindrucken. Was für ein schöner Vogel und was für ein Ort, um nach ausgiebiger Beobachtung – in gebührender Entfernung – aber mit Blick auf die Eule ein Picknick einzulegen! Der Habichtskauz, seine Nisthöhle befindet sich nur wenige Meter vom Bartkauz entfernt, erweist sich als weniger kooperativ und will sich uns trotz mancher Lockversuche nicht zeigen. Bei einer Wanderung im Wald lernen wir von Markku , dass der Balzgesang des Bruchwasserläufers dem der Heidelerche durchaus ähnelt. Anschließend fahren wir noch zu einem See, - unterwegs Sumpfohreulen! - an dem wir einen ganzen Trupp Zwergmöwen, Seeschwalben und auch Rauchschwalben beobachten können, die flach über das Wasser fliegen. Denen müsste es eigentlich zu kalt sein – so wie manchem von uns! Aber der Tag hat noch ein weiteres aufwärmendes Highlight zu bieten: Nach dem Abendessen besuchen wir die örtliche Müllkippe. Dort gibt es nicht nur allerlei Großmöwen zu beobachten, sondern auch einen Uhu, der sich uns fliegend und sitzend bestens zeigt. Ein ausgefüllter Tag endet mit einer erneut kurzen Nacht.

19. Mai 08:

Eine Tour auf die Oulu vorgelagerte Insel Hailuoto steht auf dem Programm. Schon am Fähranleger wird es aufregend: Wir finden den auch im Raum Oulu seltenen Teichwasserläufer unter anderen Limikolen und auch ein männliches Blaukehlchen mit rotem Stern, das durch die spärliche Vegetation hüpft. Auf der Insel besuchen wir ein geniales Feuchtgebiet. Eine Entdeckung jagt dort die andere: In der Nähe ruft eine Rohrdommel, Seeadler kreisen über uns, majestätische Raubseeschwalben fliegen an uns vorbei und im Wasser wimmelt es nur so von verschiedenen Sägern und Entenarten. Nach ausgiebigen Beobachtungen verlassen wir die Insel wieder und fahren in die für den Vogelzug bedeutende Liminkabucht. Dort rasten große Mengen von Bruchwasserläufern. Darunter auch immer wieder andere Limikolen: Kampfläufer und Schnepfen, Regenpfeifer und sogar ein paar der hier eigentlich seltenen Alpenstrandläufer. Eine Steppenweihe, die zwei Tage zuvor von Engländern im Gebiet gesichtet worden ist, finden wir nicht, dafür jedoch eine Kornweihe. Auch dieser Tag ist mit dem Abendessen noch nicht zuende. Ein zweiter Versuch, den Habichtskauz zu sehen, wird für Freiwillige angeboten. Die meisten Teilnehmer sind dabei. Wir sind erst um 01:30 Uhr zurück im Hotel, aber das stört niemanden, haben wir doch unvergessliche Eindrücke aufgenommen. Es ist nicht der gesuchte Habichtskauz, von dem wir nur einmal kurz eine Rufreihe hören, auch nicht die Zwergschnepfe, die ebenfalls nur kurz ihren eigentümlichen Balzgesang hören lässt, es ist erneut der Bartkauz, der uns in Begeisterung versetzt. Das Männchen setzt sich vor uns in den Baum und präsentiert sich rufend nur wenige Meter von uns entfernt in dieser hellen skandinavischen Nacht. Fantastisch – da nimmt man gerne auch die erneut verkürzte Schlafzeit in Kauf! Alles in allem: Der Tag mit den meisten Vogelarten. Wir zählen am Ende 102 verschiedene Arten!

20. Mai 08:

Wir verlassen Oulu um zu unserer zweiten Station, dem gut zweihundert Kilometer entfernten Kuusamo, aufzubrechen. Es ist immer noch selbst für skandinavische Verhältnisse recht kalt draußen. Dennoch sind schon viele Zugvögel angekommen: Fitisse, Trauerschnäpper und Gartenrotschwänze lassen noch in der Nähe des Hotels von Oulu ihren Gesang hören und über dem Wasser eines Sees nahe von Oulu fliegen nicht nur alle drei einheimischen Schwalbenarten sondern sogar schon die ersten Mauersegler, die Markku nicht vor Monatsende in Oulu erwartet hatte. Auf dem See lassen sich auch Sterntaucher beobachten. Einer dieser schönen Seetaucher, die in Deutschland fast nur im Schlichkleid zu sehen sind, lässt sich sogar aus nächster Nähe bewundern. Dann aber geht es Richtung Osten. Dort scheint der Frühling noch weiter entfernt zu sein. Die Landschaft ist von zunehmend größer werdenden Schneeflächen überdeckt und viele der Seen sind noch zugefroren. Ein Stopp im „Elchmoor“ bringt außer ein paar Wiesenpiepern die erste Beobachtung von Rentieren. In den Folgetagen begleiten uns Rentiere auf Schritt und Tritt. Dann der obligatorische Halt an der Müllkippe. Dort unter den Möwen zwar keine Tundramöwe aber unsere ersten Seidenschwänze. Dann geht es weiter: Das Hotel in Kuusamo, auch am See gelegen, erwartet uns mit einem leckeren Essen.

21. Mai 08:

Der Tag der Rauhfußhühner. Schon um 5 Uhr sind wir auf den Beinen – und es lohnt sich! Entlang der Wege in den ausgedehnten Bergwäldern rund um Kuusamo finden wir durch die fachkundige Führung von Markku Auer – Birk - und Haselhühner und das jeweils gleich mehrfach! Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg in den Oulanka Nationalpark an der Grenze nach Russland. Vorher gibt es noch ein paar Zwischenstopps, die es in sich haben. In einem Waldgebiet, wo wir vergeblich nach Waldammern suchen, entdecken wir einen kreisenden Steinadler. An einer Futterstelle, wo wir auf die Beobachtung von Hakengimpeln spekulieren, tauchen wie aus dem Nichts plötzlich zwei Unglückshäher auf, halten sich für ein paar Minuten in unsere Nähe auf und verschwinden wieder im Wald. Wir sind glücklich, hatten wir doch am Morgen erst gehört, dass eine Gruppe von englischen Beobachtern zwei Tage lang vergeblich nach Unglückshähern gesucht hat. Danach geht es in den Oulanka-Park. Der ist noch ziemlich eingeschneit. Dennoch finden wir Dank der Erfahrung von Markku ein Paar Waldammern; eine besonders hübsche und in Mitteleuropa kaum einmal zu beobachtenden Ammerart. Das Männchen überrascht mit einer melodiösen, ein wenig an Heckenbraunelle erinnernden Strophe und auch das Weibchen zeigt sich kurz. Am Wegesrand begegnen wir immer wieder einmal Rauhfußhühnern und Schneehasen. Insgesamt aber liegt noch winterliche Stille über dem Park. Auf der Rückfahrt nach Kuusamo legen wir noch einen ganz besonderen Stopp ein: In einem Nistkasten brüten Lapplandmeisen. Wir müssen nicht lange warten. Männchen und Weibchen zeigen sich am Kasten. Für die meisten aus der Gruppe die erste Begegnung mit dieser interessanten nordischen Meise, die auch im härtesten Winter kaum einmal Richtung Süden ausweicht. Markku arbeitet für die Vogelwarte Finnlands an einem Beringungsprojekt mit Lapplandmeisen und weiß einiges über ihre Lebensweise zu berichten.

22. Mai 08:

Am Morgen suchen und finden wir unser erstes Moorschneehuhn. Beeindruckend, wie es auf den Ruf eines Gegenspielers reagiert und in aufgeregtem Flug unmittelbar an unserem stehenden Auto vorbeifliegt. An einer offenen Stelle im See bei Kuusamo können wir danach unter anderem erstmals Rothalstaucher beobachten. Nach dem Frühstück geht es auf Blauschwanzsuche. Diese in Sibirien beheimatete Singvogelart hat bei Kuusamo einen ihrer westlichsten Brutplätze. Ende Mai kehren einige wenige Brutpaare aus ihrem Winterquartier in Südostasien auf ein paar locker bewaldete Hügel bei Kuusamo zurück. Leider war der Witterungsverlauf in diesem Frühjahr für eine zeitige Rückkehr des Blauschwanzes eher ungünstig. Es ist noch zu kalt – und so bleibt unsere Bergwanderung auch ohne Beobachtung dieses hübschen Sängers. Dennoch: Allein der Blick vom Hügel auf die Landschaft ist den Weg wert gewesen – und: Vögel gibt es auch noch! Ein Haselhahn lässt sich auf Hin – und Rückweg schön beobachten und eine Waldsaatgans fliegt über unsere Köpfe hinweg. Wir fahren erneut in den Oulanka-Park, machen wiederum einen erfolgreichen Stopp bei der Waldammer und landen schließlich nur wenige Kilometer vor der russischen Grenze nach vielen Kilometern Fahrt durch die Taiga in einer kleinen Siedlung. Dort sind wir in einem kleinen Gasthof zum Renntieressen mit Kartoffelbrei und sauren Gurken angemeldet. Was für ein Genuss inklusive Blaubeerkuchen und Kaffee hinterher! Zu allem kommt auch noch die Sonne heraus und auf den umliegenden Wiesen lässt sich unter den vielen Drosseln tatsächlich eine Ringdrossel finden. Der Rückweg wird ebenfalls durch einen beeindruckenden Zwischenstopp versüßt. Ein Dreizehenspecht lässt sich minutenlang in einer Baumspitze bewundern. Der Beobachtungstag endet mit einem Aufenthalt auf einer der Aussichtsplattformen am Kuusamosee. Wir suchen und wir finden am Rand einer eisfreien Stelle im See unter vielen Möwen auch zwei der gewünschten Tundramöwen, die sich durch ihre hellere Mantelfärbung und ihre Größe deutlich von den Baltischen Heringsmöwen abheben. Nach dem Abendessen bleiben wir noch als Gruppe zusammen. Vor allem Markku gilt unser Dank für eine wunderschöne gemeinsame Woche mit vielen herausragenden Beobachtungen, zu denen es ohne seine fachkundige Führung sicher nicht gekommen wäre.

23. Mai 08:

Der letzte Tag der Reise. Bis zum Mittag bleibt noch Zeit für abschließende Beobachtungen. Vor dem Frühstück legen wir es noch einmal auf den Blauschwanz an – doch vergeblich! Vorbeifliegende Kraniche, ein Seeadler und 2 Braunkehlchen erfreuen die Gemüter und eine Heckenbraunelle ist die letzte Art, die wir unserer schon umfangreichen Beobachtungsliste noch hinzufügen können. Am Flughafen müssen sich die meisten voneinander verabschieden. Einige nehmen noch an der zweiten Tour Richtung Norden teil und die Teilnehmer dieser nächsten Reise treffen bereits am Flughafen ein. Eine unvergessliche Woche liegt hinter uns!

Vogelart 17.05. 18.05. 19.05. 20.05. 21.05. 22.05. 23.05.
  • Sterntaucher 10 3
  • Prachttaucher 4 10 3
  • Ohrentaucher 4 2
  • Haubentaucher 1 25
  • Rothalstaucher 2
  • Rohrdommel 1 ruf.
  • Singschwan 14 3 40 35 10 5 5
  • Waldsaatgans 1
  • Graugans 1 20 4
  • Kanadagans 1
  • Brandgans 10
  • Stockente 5 10 20 10 10 10
  • Spießente 4 2 10 2
  • Schnatterente 2
  • Löffelente 10 3 20 1 1
  • Pfeifente 4 6 10 1 10 20
  • Krickente 4 10 1 50 3
  • Knäkente 4
  • Reiherente 100 50 25 20 10 5
  • Trauerente 3 25 9 2
  • Schellente 10 30 30 50 50 4
  • Zwergsäger 3 4 8 4 1
  • Gänsesäger 20 30 10 10 20 5
  • Mittelsäger 4 10 10 8
  • Seeadler 2 1
  • Steinadler 1
  • Rohrweihe 1 6
  • Kornweihe
  • Raufußbussard 1
  • Sperber 1
  • Turmfalke 3 1
  • Merlin 1 ruf. 1
  • MOORSCHNEEHUHN 1
  • BIRKHUHN 6 9,16
  • AUERHUHN 1 0, 5 2
  • HASELHUHN 3 1
  • Rebhuhn 2
  • Fasan 1 3 2 2
  • Blässhuhn 4 2 1
  • Kranich 2 3 15 35 2 5
  • Austernfischer 1 4 4
  • Flussregenpfeifer 5 8
  • Sandregenpfeifer 5 5 20 1 1 3
  • Goldregenpfeifer 6 2 1
  • Kiebitz 3 20 10 5
  • Temminckstrandläufer 1 6
  • Zwergstrandläufer 1
  • Alpenstrandläufer 3 57 1
  • Kampfläufer 8 7 200 10 10
  • Bekassine 1 5 3 3 5 5
  • Zwergschnepfe 1 geh.
  • Waldschnepfe 2 5 5 1
  • Uferschnepfe 2 1
  • Pfuhlschnepfe 1
  • Großer Brachvogel 2 20 50 5 1 3 1
  • Regenbrachvogel 1 3 3
  • Bruchwasserläufer 15 12 200 10 5 15 5
  • Waldwasserläufer 2 3 1 1
  • Flussuferläufer 1 25 10 3 1
  • Rotschenkel 3 1 10
  • Dunkler Wasserläufer 12 5 2 1
  • Grünschenkel 4 1 10 2 2 3 1
  • TEICHWASSERLÄUFER 1
  • Steinwälzer 1
  • Zwergmöwe 100 70 85 9 5
  • Lachmöwe 10 100 150 200 50 20 10
  • Sturmmöwe 10 50 10 30 20 20
  • Silbermöwe 10 100 10 15 10 10
  • Heringsmöwe (L.f.fuscus) 4 3 7 50 100
  • TUNDRAMÖWE 2
  • Mantelmöwe 1 3
  • Flussseeschwalbe 1 10 5 2
  • Küstenseeschwalbe 3 1 10
  • Raubseeschwalbe 4
  • Straßentaube 20 3 5
  • Hohltaube 2
  • Ringeltaube 5 20 20 7
  • Türkentaube 2
  • Kuckuck 1 1 1 2
  • BARTKAUZ 1 2
  • HABICHTSKAUZ 1 geh.
  • SPERLINGSKAUZ 2
  • UHU 1
  • Sumpfohreule 2 1 1 2
  • Mauersegler 2 9
  • Wendehals 2 2 2
  • Schwarzspecht 1 geh. 1 geh. 1
  • Buntspecht 1 1 1 1 2 3 2
  • DREIZEHENSPECHT 1
  • Feldlerche 2 1 1
  • Uferschwalbe 5 40
  • Rauchschwalbe 1 30 40 100
  • Mehlschwalbe 3 25
  • Wiesenpieper 7 3 3 1
  • Baumpieper 5 1 1 1 1
  • Bachstelze 10 5 10 10 1 2 2
  • Thunbergstelze 3 5 2
  • Zaunkönig 1 geh. 1 geh.
  • Seidenschwanz 20 50 25
  • Heckenbraunelle 1
  • Rotkehlchen 1 3 5 2
  • Sprosser 1 Hel.
  • Blaukehlchen (rotstern.) 4
  • Gartenrotschwanz 1 4 5 2 2 3 3
  • Steinschmätzer 8 5 3 3
  • Braunkehlchen 1 5 2
  • Amsel 7 Hel. 1 1
  • Singdrossel 1 2 20 10 20 5
  • Rotdrossel 2 1 5 30 30 5
  • Misteldrossel 1 1 5 10 5
  • Wacholderdrossel 10 5 10 50 10 20 5
  • Ringdrossel 1
  • Klappergrasmücke 2 Hel. 2 1
  • Gelbspötter 1 Hel.
  • Fitis 1 10 10 3 1 2 5
  • Wintergoldhähnchen 2 1 1 1 2
  • Trauerschnäpper 1 3 5 5 1
  • Kohlmeise 2 3 2 2 2 2 2
  • Blaumeise 4 3 2 2 1
  • Weidenmeise 2 2 3
  • LAPPLANDMEISE 2
  • Waldbaumläufer 1
  • Raubwürger 1 1 1
  • Elster 2 7 10 15 5 5 3
  • Eichelhäher 1 1
  • UNGLÜCKSHÄHER 2 1 geh.
  • Dohle 5 5 10 2
  • Saatkrähe 20 50 10
  • Nebelkrähe 5 5 5 2 20 25 5
  • Kolkrabe 2 2 1 3
  • Haussperling 20 Hel. 3 1 1
  • Feldsperling 1 2
  • Buchfink 10 10 10 10 5 5
  • Bergfink 3 3 1 20 10
  • Grünfink 4 4 3 3 3 5
  • Erlenzeisig 1 20 1 3 3 3 2
  • Gimpel 2 4
  • Taigabirkenzeisig 2 2 2
  • Fichtenkreuzschnabel 50 5 2
  • Rohrammer 5 5 1 3 5 3
  • Goldammer 2 5 5 3
  • WALDAMMER 2 1
  • Ortolan 1 1
Anzahl Vogelarten 55 85 102 74 71 72 33
Gesamtanzahl Vogelarten 140
Säugetiere:
  • Elch 2 6
  • Schneehase x x x x
  • Rentier x x x x