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Der Amazonas liegt im Osten! (7 Tage/ 6 Nächte)

Die 6-tägige Reise führt in den „wilden Osten“ Mecklenburg-Vorpommerns. Wir besuchen das Peenetal, eine der letzten ursprünglichen Flusslandschaften Mitteleuropas und die Karrendorfer Wiesen, das Zugvogel-Eldorado an der Ostseeküste schlechthin. Unsere Unterkunft liegt im Herzen Greifswalds, das mit beeindruckenden Kirchen wie dem Dom und dem von mittelalterlichen Giebeln umgebenen Marktplatz selbst schon eine Reise wert ist.

In den ersten Tagen erkunden wir per Fahrrad und zu Fuß die Salzwiesen und Boddenküsten rings um Greifswald und erleben den Vogelzug mit einer Vielzahl von Seeschwalben, Limikolen und Entenvögeln. In der abwechslungsreichen Küstenlandschaft begegnet man an einem einzigen Tag mehr Vogelarten, als in vielen anderen Regionen Deutschlands, so auch Arten, die man in vielen Regionen heute vergeblich sucht, wie der Haubenlerche und der Sperbergrasmücke. Der zweite Teil der Reise führt uns an die Peene, den „Amazonas“ Vorpommerns, der Heimat von Seeadler, Fischotter und Ringelnatter. Auf den seit einigen Jahren wieder überfluteten Polderflächen drängen sich die Wasservögel, darunter Schwarzhalstaucher und Weißbartseeschwalben mit ihren Jungen. Zu Fuß und mit dem Kanu erleben wir eine weite, urwaldartige Sumpflandschaft, die sich seit einigen Jahren wieder ungestört entwickeln kann. Zum Abschluss der Tour besuchen wir den Lebensraum des Schreiadlers, den wir neben zahlreichen weiteren Greifvogelarten mit Glück bei der Jagd beobachten können.

Aufpreis bei 7 - 10 Teilnehmern: + 50,00 Euro pro Person

Moore, Sümpfe und Bodden in Vorpommern
1. Tag : In & um Greifswald

Zur Begrüßung ab 14:30 Uhr und zum ersten Kennenlernen gibt es Kaffee & Kuchen unter spätgotischen Backsteingiebeln in der Hansestadt Greifswald. Am späteren Nachmittag unternehmen wir nach einem kurzen Stadtrundgang eine Wanderung zur Salzwiese und Moorweide Ladebow, wo wir Seeschwalben, Limikolen, Enten und Gänse beobachten, darunter Bekassinen, Brandgänse und vielleicht auch schon eine Raubseeschwalbe. Zum Abendessen sind wir wieder in Greifswald zurück.

2. Tag: NSG Karrendorfer Wiesen

Mit dem Fahrrad radeln wir nach dem Frühstück in das nahegelegene Naturschutzgebiet Insel Koos, Kooser Wiesen und Wampener Riff, zu dem auch die „berühmten“ Karrendorfer Wiesen gehören. Ein Mitarbeiter des NABU begleitet uns und berichtet über das Wasservogelmonitoring am Greifswalder Bodden. Auf den Salzwiesen erwarten uns Seeadler, Trauer-, Zwerg-, Fluss- und Raubseeschwalben, Bruchwasserläufer, Rotschenkel, Dunkler Wasserläufer und mit großer Wahrscheinlichkeit auch Odinshühnchen. Unter einer Vielzahl von Strandläuferarten entdecken wir mit etwas Glück auch Sumpfläufer. Nach einem Mittags-Picknick geht es weiter ans Wampener Riff. Vom Strand aus blicken wir auf Sandbänke in der Dänischen Wiek, auf denen Schwarzkopfmöwen, Kormorane, Krick- und Knäkenten, Sichel- und Alpenstrandstrandläufer rasten.

3. Tag: Strand- und Waldwanderung

Dem NSG Lanken und Ludwigburger Strand auf der benachbarten Seite der Dänischen Wiek statten wir einen Besuch mit dem Fahrrad ab. Dort spazieren wir durch einem urigen Küstenwald bis an die Nordseite des Sandhakens, von wo wir ziehende Enten, Gänse, Seeadler und evt. auch Fischadler und Kraniche beobachten werden. Der Sandstrand lädt Badelustige zu einem Sprung ins Wasser und alle anderen zu einem Picknick ein, bevor wir uns in Richtung Eldena aufmachen: Die 800-jährige Klosterruine ist der älteste Teil der Stadt Greifswald. Im benachbarten Fischerdörfchen Wiek spazieren wir über eine historische Klappbrücke und werfen von der Spitze Hafenmole einen letzten Blick auf den Bodden, bevor in den nächsten Tagen das Peenetal erkunden.

4. Tag: Wildnis im Anklamer Stadtbruch

Die Landschaftsgeschichte und Vogelwelt des NSG Anklamer Stadtbruch steht am vierten Tag auf dem Programm. Wir suchen nach Spuren von Biber, Mink und Fischotter und wandern trockenen Fußes um den sumpfigen Bruchwald, der zu den größten Mooren Ostdeutschlands zählt. Dabei beobachten wir die Kormorankolonie, Bartmeisen, Rothalstaucher, Schnatterenten, Rohrweihen, Rotmilan, Seeadler, Schwarzspechte und verschiedene Libellen-Arten.

5. Tag: Wasservögel auf den Murchiner Wiesen und Poldern bei Anklam

Geflutete Peenewiesen sind unser Ziel am fünften Tag. Auf den ehemaligen Poldern sehen wir Schwarzhalstaucher, Weißbartseeschwalbe, Rohrdommel, Brachvögel, Trauerseeschwalbe, Fischadler, Kranich, Drosselrohrsänger und vielen Enten und Limikolen. Rehwild, Bisamratte und Marderhund sind unsere „Überraschungsgäste“.

6. Tag: Kanufahrt auf der Peene

Den „Amazonas“ erleben wir auch vom Wasser aus: Eine Kanufahrt lässt uns mangrovenartige Erlenwälder, dichte Schilfröhrichte und moorige Torfstiche mit Flussuferläufer, Eisvogel, Flussseeschwalbe, Fischadler, Ringelnatter und Bisamratte erleben. Wir paddeln gemächlich eine Stück weit die Peene entlang und halten Ausschau nach angespitzten Baumstümpfe und geschälte Zweige, die über das Ufer ragen, sind untrügliche Hinweise auf die zahlreichen Biber, die in der Peene leben.

7. Tag: Frühexkursion und Rückreise

Zum Abschied unternehmen wir eine frühmorgendliche Exkursion durch die Ryckwiesen, bevor die Rückfahrt ansteht. Ende der Reise ist gegen 11 Uhr.

Generelle Hinweise
  • Bei diesen Reisen können Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und sind auch nicht auf private Pkw's vor ort angewiesen. Alle Transfers während der Reise sind organisiert. Dies gilt auch für sämtliche Auslandsreisen (außer der Reise nach Texel).
  • Anforderungen der Reise: geringe Anforderungen, wandern bis 5km
  • Die Gruppengröße dieser Reise beträgt 7 - 14 Personen. Sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht werden, kann die Reise bis 3 Wochen vor Reiseantritt abgesagt werden. Sollte der Fall eintreten, versuchen wir immer die Reise trotzdem durchzuführen. Falls dies nicht möglich ist, erstellen wir Ihnen gerne ein schönes Alternativangebot.
  • Aufpreis bei 7 - 10 Teilnehmern: + 55,00 Euro pro Person
Anreise:

Unsere Unterkunft befindet sich in Greifswald. Für die Anreise per Bahn ist Ihr Zielbahnhof Greifswald.

Ermäßigungen
  • NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
  • Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
Zahlungsmodalitäten
  • Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 10 %
  • Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
  • Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann birdingtours bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an.
Leistungen
  • 6 Nächte in gutem Hotel mit Halbpension
  • Sehr gute Reiseleitung durch P. Meister
  • Sämtliche Transfers im ÖPNV
  • Kanu- und Fahrradleihe
  • NABU-Führung
Nicht enthaltene Leistungen
  • Anreise
  • Mittagessen
Reiseleiter

Paul Vinke

Veranstalter: birdingtours GmbH
Reisebericht 2011

Vorpommern 31.07. - 06.08.2011

Teilnehmer: 14

Reiseleiter: Paul Vinke

Die Vorpommernreise 2011 stand unter dem Eindruck der großflächigen Überflutungen nach sehr starken Regenfällen in der Region kurz zuvor. Trotz aller Befürchtungen gelangen uns viele schöne Beobachtungen und kamen meist auch an unser Exkursionsziel. Oft waren gerade die überfluteten Wiesen die besten Beobachtungsorte, an denen sich viele Watvögel und Enten aufhielten. Auch beobachteten wir dieses Jahr Weißbartseeschwalben, Schwarzhalstaucher und der Eisvogel zeigte sich während unserer Kanutour auf der Peene. Auch der Schreiadler zeigte sich am Ende der Beobachtungswoche.

1.Tag

Traditionell begann unsere Reise mit einem kurzen Rundgang durch die Greifswalder Altstadt mit ihren drei großen Backsteinkirchen, der Stadtmauer und dem historischen Marktplatz. Nachdem wir uns dort im Cafe Marimar bei Kaffe und Kuchen gestärkt hatten, ging weiter zu ersten Beobachtungen an der Salzwiese Ladebow. Schon auf dem Weg dorthin ließen sich ihre Junge fütternde Neuntöter ausgiebig beobachten. In den überfluteten Wiesen selbst rasteten Bruchwasserläufer, Kiebitze sowie Löffel- und Schnatterenten. Vereinzelt waren sogar noch einige Laubfrösche aus einer Hecke zu hören (36 Vogelarten).

2. Tag

Nach dem Frühstück ging es mit Fahrrädern los in Richtung Karrendorfer Wiesen. Unterwegs legten wir kurze Pausen ein und sahen schon Schwarzkehlchen, Grauammer, Neuntöter, Kraniche und ein Storchenpaar, das drei Junge im Horst versorgte, viele Graugänse und einen Schwarzhalstaucher, der sich einen überfluteten Acker zur Rast ausgesucht hatte. In den Karrendorfer Wissen rasteten Brandgänse, viele Krick- und Pfeifenten aber auch einige Raubseeschwalben. Die scheuen Bartmeisen zeigten sich meist nur kurz, dafür konnten wir drei Beutelmeisen umso ausgiebiger betrachten. Während unserer Mittagspause an der Brücke zur Insel Koos ruhten hunderte Uferschwalben auf den Brückengeländern und tausende Stare besuchten einen verwilderten Obstgarten auf der Insel. Den Tag beschlossen wir mit einem Spaziergang am Wampener Riff, wo wir u.a. Pfuhlschnepfen, Steinwälzer und Kiebitzregenpfeifer bei bestem Rückenlicht beobachten konnten (78 Vogelarten).

3. Tag

An diesem Tag fuhren wir mit dem Bus am Seebad Lubmin vorbei zu den Freesendorfer Wiesen. Der Weg zum eigentlichen Exkursionsziel, der Insel Struck, wurde uns von einer Rinderherde versperrt, die sich auf den nicht überfluteten Bereich unmittelbar vor der Brücke zurückgezogen hatte. Trotzdem beobachteten wir unterwegs Wald- und Bruchwasserläufer, Rohrweihen, Steinschmätzer und Schwarzhalstaucher am Freesendorfer See. Am Nachmittag fanden wir im Süden Greifswalds die Haubenlerche in einem Industriegebiet. Aus freien Stücken näherte sie sich uns auf nur wenige Meter. Während der Abendexkursion zur Klosterruine Eldena und in den Fischerort Wiek zeigten sich Raubseeschwalben vor der Hafenmole jagend im Abendlicht (50 Vogelarten).

4. Tag

Unsere erste Exkursion ins Peenetal führte uns in den Anklamer Stadtbruch. Entlang eines ehemaligen Bahndamms beobachteten wir u.a. Weißbartseeschwalben, Bartmeisen, Knäkenten, Silberreiher, je einen Fischadler und Schwarzmilan und mindestens fünf Seeadler. In den Wiesen rasteten Graugänse, Bekassinen und Kiebitze und für einen Moment zeigten sich zwei Wildschweine am Ufer. Beeindruckend waren das Panorama der abgestorbenen Bäume mit tausenden ruhenden Kormoranen darauf und deren lärmende Kolonie am Wegesrand. Entlang eines Grabens fanden wir frische Nagespuren des Bibers an den Bäumen und auch eine schwimmende Ringelnatter konnten wir dort finden. Am Hafen Kamp schließlich zeigten sich noch Flussseeschwalben und einige Zwergmöwen (58 Vogelarten).

5. Tag

Mit Bus und Bahn besuchten wir heute zunächst den Polder Görke am Rande von Anklam. Neben Weißbartseeschwalben und Schwarzhalstauchern mit ihren Jungen sahen wir hier See- und Fischadler, jagende Rohrweihen, Zwergtaucher und Beutelmeisen. Die Wasserflächen waren voller verschiedener Entenarten und am Wegesrand zeigten sich Singvögel wie Stieglitz und Grauschnäpper. Nach einer Mittagspause in einem kleinen Cafe brachen auf zu den Murchiner Wiesen. Als erstes highlight fanden wir unweit der Bushaltestelle einen Moschusbock, einen sehr großen grazil gebauten Käfer. Auf den Polderflächen vor uns drängten sich hunderte Schnatterenten, untern denen wir auch Spieß-, Knäk-, Krick-, Löffel- und Pfeifenten fanden. Bei solchen Vogelmengen lassen Seeadler nicht lange auf sich warten und wir sahen hier mindestens sechs Vögel. Etliche Weißbartseeschwalben zogen mit ihren bettelnden Jungen nur wenige Meter an uns vorbei. In den überfluteten Wiesen stolzierte ein Kranichpaar mit seinen zwei flüggen Jungen, große Brachvögel stocherten nach Regenwürmern und über zwanzig Silberreiher jagten an einem Graben. Auf dem Rückweg jagte noch ein Baumfalke über uns Insekten und machte so den Beobachtungstag perfekt (66 Vogelarten).

6. Tag

Den letzten ganzen Tag der Reise verbrachten wir mit einer Kanutour auf der Peene. Auf dem ruhig dahinfließenden Fluss begegneten uns der Eisvogel und gleich zweimal Ringelnattern auf ihrem Weg zum anderen Flussufer. In den Buchten entlang des Flusses blühten Teich- und Seerosen und öfter sah man eine Rohrweihe über dem Schilf am Ufer jagen. Gerade rechtzeitig vor einem kurzen Schauer kamen wir in Liepen an und suchten Zuflucht im Hofcafe des Peenetal Hotels. Gestärkt machten wir noch einen Rundgang durch den nahen Park, wo wir Buntspecht und Neuntöter beobachteten (38 Vogelarten).

7. Tag

Zum Abschluss unserer Reise besuchten wir westlich von Greifswald die Ryckniederung, in der wir Weißstörche, Neuntöter, Grauammern und Kiebitze beobachteten. Zum Abschluss zeigte sich hoch über uns kreisend noch der Schreiadler, dem unsere Exkursion vor allem gegolten hatte, also ein gelungener Abschluss einer ereignisreichen Beobachtungswoche.

Artenliste:
  • Höckerschwan
  • Graugans
  • Brandgans
  • Schnatterente
  • Pfeifente
  • Krickente
  • Stockente
  • Spießente
  • Knäkente
  • Löffelente
  • Tafelente
  • Reiherente
  • Schellente
  • Zwergtaucher
  • Haubentaucher
  • Schwarzhalstaucher
  • Kormoran
  • Silberreiher
  • Graureiher
  • Weißstorch
  • Fischadler
  • Schreiadler
  • Rohrweihe
  • Habicht
  • Sperber
  • Roter Milan
  • Schwarzmilan
  • Seeadler
  • Mäusebussard
  • Baumfalke
  • Turmfalke
  • Kranich
  • Wasserralle
  • Teichralle
  • Blässralle
  • Kiebitzregenpfeifer
  • Goldregenpfeifer
  • Kiebitz
  • Sandregenpfeifer
  • Großer Brachvogel
  • Pfuhlschnepfe
  • Bekassine
  • Flussuferläufer
  • Dunkler Wasserläufer
  • Grünschenkel
  • Bruchwasserläufer
  • Kampfläufer
  • Steinwälzer
  • Knutt
  • Alpenstrandläufer
  • Zwergmöwe
  • Lachmöwe
  • Sturmmöwe
  • Mantelmöwe
  • Silbermöwe
  • Steppenmöwe
  • Heringsmöwe
  • Zwergseeschwalbe
  • Raubseeschwalbe
  • Weißbart-Seeschwalbe
  • Trauerseeschwalbe
  • Brandseeschwalbe
  • Flussseeschwalbe
  • Straßentaube
  • Ringeltaube
  • Türkentaube
  • Kuckuck
  • Mauersegler
  • Eisvogel
  • Buntspecht
  • Neuntöter
  • Elster
  • Dohle
  • Saatkrähe
  • Nebelkrähe
  • Kolkrabe
  • Beutelmeise
  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Sumpfmeise
  • Haubenlerche
  • Feldlerche
  • Uferschwalbe
  • Rauchschwalbe
  • Mehlschwalbe
  • Bartmeise
  • Zilpzalp
  • Fitis
  • Rohrschwirl
  • Teichrohrsänger
  • Gelbspötter
  • Klappergrasmücke
  • Kleiber
  • Gartenbaumläufer
  • Zaunkönig
  • Star
  • Amsel
  • Grauschnäpper
  • Braunkehlchen
  • Schwarzkehlchen
  • Rotkehlchen
  • Hausrotschwanz
  • Haussperling
  • Feldsperling
  • Wiesenpieper
  • Wiesenchafstelze
  • Bachstelze
  • Buchfink
  • Kernbeißer
  • Girlitz
  • Grünfink
  • Stieglitz
  • Bluthänfling
  • Grauammer
  • Goldammer
  • Rohrammer
  • Weitere Arten:
  • Reh
  • Wildschwein
  • Feldhase
  • Biber (Spuren)
  • Blindschleiche
  • Ringelnatter
  • Grasfrosch
  • Laubfrosch
  • Teichfrosch
  • Moschusbock (Käfer)
Reisebericht 2010

Vorpommern 1.8. - 8.8.2010

Teilnehmer: 14

Reiseleiter: Paul Vinke

Im Hochsommer ist der Vogelzug an der Ostseeküste bereits in vollem Gange und Entenvögel, Limikolen und Seeschwalben lassen sich gut beobachten. Doch auch das Brutgeschäft ist noch nicht überall beendet. Greifvögel sind um diese Zeit sehr aktiv, müssen sie doch ihre gerade erst ausgeflogen Jungen versorgen. Während die Singvögel oft schon verstummt sind, füttern auch Weißbart-Seeschwalben und Schwarzhalstaucher an der Peene noch immer Jungen auf ihren schwimmenden Nestern. So gab es eine ganze Reihe von Highlights auf der Reise zu bewundern. Besonders im Gedächtnis bleiben werden allen Teilnehmern sicher Schreiadler, viele Seeadler, Wiesenweihen, Wanderfalke, Weißflügel- und Weißbart-Seeschwalben, Zwerg- und Raubseeschwalben, Regenbrachvögel, Pirol, Temminckstrandläufer, Haubenlerche, Grauammer, Bart- und Beutelmeise, Neuntöter und noch viele mehr. Eindrucksvoll waren auch andere Tierbeobachtungen, so sahen wir gleich zweimal Fischotter, eine große Herde Rothirsche und ein Hermelin, aber auch Ringelnatter und Europäische Sumpfschildkröte sind uns in der Woche begegnet. Ein erfahrener Reiseteilnehmer konnte ganze 14 Libellenarten bestimmen. Insgesamt haben wir stattliche 139 Vogelarten beobachten können.

1. Tag

Unsere Reise begann am Nachmittag mit einem kurzen Rundgang durch die historische Greifswalder Altstadt. Auf kleinem Raum lassen sich hier drei gotische Backsteinkirchen, alte Befestigungsanlagen und ein Marktplatz mit zahlreichen mittelalterlichen Hausansichten erkunden. Nach einer Begrüßungsrunde und Kaffe und Kuchen im Cafe Marimar unternahmen wir unsere erste Exkursion in die Ryckwiesen nördlich der Stadt. Problemlos ließen sich Neuntöter, Graugänse, Rohrweihe, verschiedenen Entenarten sowie Wald- und Bruchwasserläufer beobachten (39 Vogelarten).

2. Tag

Mit Mietfahrrädern brachen wir nach dem Frühstück in Richtung der Karrendorfer Wiesen auf. Unterwegs fanden wir am Rande einer Pferdekoppel Schwarzkehlchen und sahen einen pfeilschnell in der Luft jagenden Baumfalken. In einem Dorf entlang der Strecke statten wir einem Storchenhorst mit vier fast flüggen Jungen einen Besuch ab. Bei schönem Sommerwetter ging es in den Karrendorfer Wiesen zu Fuß weiter. Hier gab es bei hohem Wasserstand weniger Watvögel als erwartet, trotzdem ließen sich viele interessante Beobachtungen machen. Unter anderem sahen wir Temminckstrandläufer, Säbelschnäbler mit Jungen, Uferschnepfen und Raubseeschwalben sowie viele Entenvögel, unter anderem tausende Graugänse, aber auch Pfeif-/ Krick-/ Spieß- und Schellenten. Aus dem Schilf waren Bartmeisen, Rohrschwirl und Waserralle zu hören. Auch Greifvögel waren gut vertreten, so sahen wir z.B. Wiesenweihe, Wanderfalke und Habicht bei der Jagd. Nach einer Mittagspause an der Brücke zur Insel Koos machten wir uns auf den Rückweg, wobei uns ein heftiger Regenschauer überraschte, vor dem wir gerade noch rechtzeitig Unterschlupf fanden. Den Beobachtungstag beschlossen wir am Greifswalder Bodden bei Wampen. Hier konnten wir Schilfrohrsänger, Schwarzkehlchen und Uferschwalben unweit der Küste finden. Am Ufer selbst entdeckten wir dann doch noch eine größere Vielfalt an Wat- und Wasservögeln wie z.B. Austernfischer, Pfuhlschnepfe, Sichelstrandläufer, Kiebitzregenpfeifer, Großen Brachvogel und Brandgans, die aus oft geringer Distanz betrachtet werden konnten (95 Vogelarten).

3. Tag

Früh nahmen wir den Bus in Richtung Lubmin und verbrachten die erste Hälfte des Tages mit Beobachtungen an der Spandowerhagener Wiek und in den Fresendorfer Wiesen. Hier ließ sich ein Wanderfalke bei der Jagd beobachten. In den Gebüschen entlang des Weges konnten wir Pirol und Neuntöter sehen und eine Gruppe Regenbrachvögel zog rufend über uns hinweg, während Große Brachvögel in den Wiesen um uns herum rasteten. Ein Fuchs streunte durch die Wiesen und ließ sich im Spektiv betrachten. Auf dem Bodden sahen wir weiterhin Schwarzhalstaucher schwimmen und Raubseeschwalben jagten entlang der Uferlinie. Den frühen Nachmittag verbrachte ein Teil der Reisegruppe mit der Suche nach der Haubenlerche, einer Wunschart für viele Teilnehmer und im Süden Greifswalds wurden wir auch tatsächlich fündig! Nach einem frühen Abendessen unternahmen wir noch eine Fahrradexkursion zur Klosterruine Eldena und in den Fischerort Wiek. Auf dem Rückweg entlang des Rycks wurden wir von vielen Fledermäusen entlang des Wegs begleitet, die Insekten über der Wasseroberfläche fingen (71 Vogelarten).

4. Tag

Mit der Bahn fuhren wir nach Anklam, von wo es weiter zum Anklamer Stadtbruch ging. In den überfluteten Polderflächen konnten wir viele Wasservögel ausfindig machen, unter ihnen Knäkenten, Zwerg- und Schwarzhalstaucher sowie viele Schnatterenten. Einige Teilnehmer hatten das Glück, eine Wasserralle für kurze Zeit am Schilfrand zu sehen. Bartmeisen, Teichrohrsänger und Beutelmeisen begleiteten uns am Wegesrand und entlang des alten Bahndamms fanden wir Biberspuren. Im Bereich einer großen Kormorankolonie waren hunderte Krick- und Löffelenten sowie Watvogelarten wie Bruch- und Waldwasserläufer, aber auch Dunkle Wasserläufer zu sehen. Auf kleinen Schlammbänken sahen wir weiterhin Zwergseeschwalben, eine Zwergmöwe im Prachtkleid und einige Flussregenpfeifer. Wohl nirgends konnten wir auf unserer Reise derartig viele Seeadler beobachten. Egal wann man zum Himmel sah, irgendwo waren immer ein oder gar mehrere der großen Greife in der Luft. Ein echter Höhepunkt des Tages war ein Fischotter, der in einem Kanal am Wanderweg unbekümmert ein Fisch im Wasser fraß und von allen Teilnehmern im Spektiv betrachtet werden konnte. Bevor uns der Bus nach Anklam zurückbrachte, konnten wir uns mit Blick auf das Stettiner Haff und die ehemalige Eisenbahnbrücke bei Karnin noch stärken. Während der Pause sahen wir noch Flussseeschwalben und Möwen am Haff und bettelnde Rauchschwalben im Hafen von Kamp. Zwei Seeadler stritten sich schließlich noch in der Luft hoch über uns um einen großen Fisch, der zuletzt mit einem lauten Klatschen vor uns ins Wasser fiel (90 Vogelarten).

5. Tag

Nach dem Frühstück blieb uns noch etwas Zeit, bevor wir ein weiteres Mal zur Peene aufbrechen sollten und so besuchten wir den nah am Hotel gelegenen Botanischen Garten der Universität Greifswald. In der kleinen, aber sehr schön angelegten Anlage mit historischen Gewächshäusern ließen sich Grauschnäpper bei der Jagd beobachten und in einem Seerosenteich lagen ungezählte Teichfrösche zwischen Blüten und schwimmenden Blättern. Im Anschluss besuchten wir westlich von Anklam eine Kolonie der Weißbartseeschwalben. Diese Art brütet seit 1998 regelmäßig an wechselnden Orten in Vorpommern und wir konnten sie bei der Fütterung z.T. noch sehr kleiner aber auch schon flugfähiger Junge beobachten. Weiterhin sahen wir Beutelmeisen, Schwarzhalstaucher und eine immer wieder vorbeifliegende Rohrweihe. Flussseeschwalben und Zwergtaucher waren hier häufig. Auf unserem Weg entlang des Polders flog ein Wiesenweihenweibchen über uns hinweg, mehrere Silberreiher und ein Fischadler ließen sich gut beobachten. In einem Beobachtungsstand konnte man ein Hornissennest samt seiner eifrigen Bewohner aus nächster Nähe betrachten und zu unserer Überraschung zeigte sich erneut ein Fischotter, der mit seiner Beute aus dem Wasser stieg und sich am Fuß eines Weidenbuschs in aller Ruhe seine Beute schmecken ließ. Nachdem wir den Otter ausgiebig im Spektiv beobachtet hatten, ging es weiter zu den Murchiner Wiesen. Trotz der großen Hitze zeigte sich uns ein reiches Vogelleben. Hunderte Schnatter- und Löffelenten flogen zeitweise über den Polderflächen, aber auch eine Kolbenente und Kraniche konnten gefunden werden. Seeadler sorgten immer wieder für Unruhe unter den vielen Wasservögeln. Viele Schwarzhalstaucher fütterten noch Jungtiere auf den Wasserflächen und ab und zu sahen einige der hübschen Weißflügel-Seeschwalben, die elegant Insekten in der Luft fingen. An den Wiesentümpeln rasteten Rotschenkel, Wald- und Bruchwasserläufer sowie einige Bekassinen. Eine Ringelnatter schwamm am Ufersaum entlang und als krönenden Abschluss sahen wir etwa 25 Rothirsche, die von ihrem Tagesversteck im Sumpf in den nahen Wald hinüberwechselten (88 Vogelarten).

6. Tag

Mit dem Bus fuhren wir über die Dörfer bis zur Peene nach Jarmen und sahen unterwegs immer wieder einzelne Weißstörche. In Jarmen angekommen hatten wir schon einen Hecht und Krebse am Bootsanleger gesehen und einen Kleinspecht gehört, noch bevor die Kanus für unserer Fahrt auf dem Fluss zu Wasser gelassen waren. Während der Paddeltour hörten wir immer wieder Pirole in den Erlenwäldchen entlang des Flusses, ein Fischadler jagte über uns und einige Teilnehmer konnten sogar eine Europäische Sumpfschildkröte auf einem umgestürzten Baum in der Sonne liegen sehen. Nach der Paddeltour hatten wir uns eine Stärkung verdient und ließen es uns im Gartencafe des Peenetal-Hotels in Liepen gut gehen. Bevor uns der Bus zurück zum Bahnhof brachte, unternahmen wir einen kurzen Spaziergang durch die umliegenden Felder, wo wir eine ganze Gruppe jagender Mäusebussarde und eine Neuntöterfamilie mit vier lärmenden Jungen fanden (65 Vogelarten).

7. Tag

Am letzten Tag unserer Reise besuchten wir eine Abwechslungsreiche Feldlandschaft westlich von Greifswald, wo wir vor allem den Schreiadler finden wollten. Unterwegs hielten wir an einem Wohnhaus, an dem über zweihundert Paare Mehlschwalben ihre Nester unter den Dachüberstand gebaut hatten. Greifvögel fanden wir danach in der Tat reichlich. An einer günstigen Stelle konnten wir zehn verschiedene Greifvogelarten innerhalb von nur einer Stunde beobachten! Besonders erfreulich war waren die Flugspiele einer Wiesenweihefamilie mit drei Jungen um uns herum. Überraschenderweise konnten wir auch noch ein Kornweihenmännchen beobachten, im Sommer ein mittlerweile seltener Gast in Vorpommern. Eine Gruppe vorbeifliegender Fichtenkreuzschnäbel, ein sich mehrfach zeigendes Hermelin und einige Feldhasen, die sich uns bei ihrer Verfolgungsjagd völlig unbekümmert näherten rundeten den durchweg guten Eindruck von diesem Beobachtungsplatz ab. Krönender Abschluss war schließlich die Beobachtung eines Schreiadlerpaares, das am Waldrand aufstieg und sich langsam in die Höhe schraubte, während eine letzte Wachtel des Sommers ihren Schlag aus einem nahen Feld erklingen ließ (55 Vogelarten).

Artenliste:
  • Höckerschwan
  • Graugans
  • Brandgans
  • Schnatterente
  • Pfeifente
  • Krickente
  • Stockente
  • Spießente
  • Knäkente
  • Löffelente
  • Kolbenente
  • Tafelente
  • Reiherente
  • Schellente
  • Wachtel
  • Zwergtaucher
  • Haubentaucher
  • Schwarzhalstaucher
  • Kormoran
  • Silberreiher
  • Graureiher
  • Weißstorch
  • Fischadler
  • Schreiadler
  • Rohrweihe
  • Wiesenweihe
  • Habicht
  • Sperber
  • Roter Milan
  • Schwarzmilan
  • Seeadler
  • Mäusebussard
  • Baumfalke
  • Wanderfalke
  • Turmfalke
  • Kranich
  • Wasserralle
  • Teichralle
  • Blässralle
  • Austernfischer
  • Säbelschnäbler
  • Kiebitzregenpfeifer
  • Goldregenpfeifer
  • Kiebitz
  • Flußregenpfeifer
  • Sandregenpfeifer
  • Regenbrachvogel
  • Großer Brachvogel
  • Pfuhlschnepfe
  • Uferschnepfe
  • Bekassine
  • Flussuferläufer
  • Dunkler Wasserläufer
  • Rotschenkel
  • Grünschenkel
  • Waldwasserläufer
  • Bruchwasserläufer
  • Kampfläufer
  • Temminckstrandläufer
  • Sichelstrandläufer
  • Alpenstrandläufer
  • Zwergmöwe
  • Lachmöwe
  • Sturmmöwe
  • Mantelmöwe
  • Silbermöwe
  • Zwergseeschwalbe
  • Raubseeschwalbe
  • Weißbart-Seeschwalbe
  • Weißflügel-Seeschwalbe
  • Trauerseeschwalbe
  • Brandseeschwalbe
  • Flussseeschwalbe
  • Straßentaube
  • Hohltaube
  • Ringeltaube
  • Türkentaube
  • Kuckuck
  • Mauersegler
  • Eisvogel
  • Buntspecht
  • Kleinspecht
  • Pirol
  • Neuntöter
  • Elster
  • Eichelhäher
  • Dohle
  • Saatkrähe
  • Nebelkrähe
  • Kolkrabe
  • Beutelmeise
  • Blaumeise
  • Kohlmeise
  • Sumpfmeise
  • Weidenmeise
  • Haubenlerche
  • Feldlerche
  • Uferschwalbe
  • Rauchschwalbe
  • Mehlschwalbe
  • Bartmeise
  • Zilpzalp
  • Fitis
  • Rohrschwirl
  • Schilfrohrsänger
  • Sumpfrohrsänger
  • Teichrohrsänger
  • Mönchsgrasmücke
  • Klappergrasmücke
  • Dorngrasmücke
  • Kleiber
  • Waldbaumläufer
  • Zaunkönig
  • Star
  • Misteldrossel
  • Amsel
  • Wacholderdrossel
  • Singdrossel
  • Grauschnäpper
  • Braunkehlchen
  • Schwarzkehlchen
  • Hausrotschwanz
  • Gartenrotschwanz
  • Haussperling
  • Feldsperling
  • Feldsperling
  • Baumpieper
  • Wiesenpieper
  • Wiesenchafstelze
  • Bachstelze
  • Buchfink
  • Kernbeißer
  • Girlitz
  • Grünfink
  • Stieglitz
  • Erlenzeisig
  • Bluthänfling
  • Grauammer
  • Goldammer
  • Rohrammer

Liebe Damen und Herren von birdingtours, vom 31.7. bis 6.8.2011 war ich

mit birdingtours mit Paul Vinke in Greifswald und Umgebung. Paul hat

sich in seiner netten, ruhigen Art sehr um uns bemüht. Seine

vogelkundlichen Kenntnisse sind erstaunlich. Er erkennt die Vögel nicht

nur am Aussehen oder an ihrem Ruf oder Gesang, sondern konnte uns auch

über die Lebensweise der Vögel viel erzählen.

Die Organisation der Fahrten mit Bahn, Bus, Taxis, Fahrrad und Boot war

perfekt. Das Hotel war gut ausgesucht: gutes Essen und freundliches

Bedienungspersonal, das auf alle Wünsche einging. Fazit: Greifswald war

eine Reise wert.

Mit freundlichem Gruß

Martha Klinger