Balz in den Bergwäldern (5 Tage/ 4 Nächte)
Die Hochlagen des Schwarzwaldes sind Refugien selten gewordener Waldvogelarten. Speziell an diesen Lebensraum angepasste Raritäten wie Sperlingskauz, Rauhfußkauz, Auerhuhn und Tannenhäher kommen hier noch vor. Dazu kommen Gebirgsvögel, die man in Deutschland sonst (fast) nur noch in den Alpen findet und sich hier in einer herrlichen Mittelgebirgslandschaft beobachten lassen: Zitronengirlitz, Alpen-Ringdrossel und Dreizehenspecht. Wasseramsel und Gebirgsstelze brüten an den klaren Bergbächen der Region. Wir werden die Auerhahnbalz NICHT aufsuchen, sondern verhalten uns, in feiner Abstimmung mit den Forstbehörden, äusserst rücksichtsvoll gegenüber diesem sensiblen Waldhuhn. Wir hoffen aber auf Zufallsbeobachtungen, da wir uns die meiste Zeit in Auerhahnlebensräumen bewegen und solche zufälligen Beobachtungen bisher jeder unserer Gruppen gelangen.
Aufpreis bei 6 - 8 Teilnehmern: + 50,00 Euro pro Person
Erlebnisse im Südschwarzwald
Charakteristik und Besonderheiten dieser Reise
Treffpunkt der Gruppe ist um voraussichtlich 14:00 Uhr in unserem schönen Hotel am Notschrei. Das Hotel liegt im Bergwaldgebiet. Jeden Morgen können wir so auf einer kleinen oder größeren Runde ein eindrückliches Vogelkonzert genießen. Die Abgeschiedenheit unserer Unterkunft wird abends für Gemütlichkeit bei hochwertiger Küche sorgen. Die Wanderungen sind mit gutem Schuhwerk (hohe Wanderschuhe!) für jedermann mit normaler Fitness zu schaffen. Manche finden auf breiten Forstwegen, andere auf schmaleren Bergpfaden statt, die aber durchweg gut in Schuß und markiert sind! (Wanderdistanzen: max. bis 15 km; in der Regel mit geringen Höhenmeter-Differenzen) Wir erleben die Natur in einer Zeit unterschiedlich weit fortgeschrittenem Frühlingserwachen: Vom letzten Schnee, über erste zarte Blüten bis hin zu stürmischer Balz bei Eulen und Singvögeln. Durch die Nähe der Beobachtungsgebiete zueinander sind wir in der Lage den Tagesablauf flexibel zu gestalten und so für optimale Voraussetzungen für Ihre Beobachtungen zu sorgen. Aufgrund von Wetter oder saisonalen Besonderheiten können die einzelnen Reisetage auch in anderer Reihenfolge stattfinden. Auch kann es sein, dass ein Ausflug zu einem anderen Gipfelgebiet lohnender ist und dann einzelne beschriebene Exkursionsziele nicht angesteuert werden (auch aufgrund von Schneelagen möglich). Der Südschwarzwald bietet neben einer reichen Vogelwelt auch seltene Vegetationstypen: Arktisch-Alpine Borstgrasrasen, durchrieselte Hangmoore, Flügelginsterweiden, Weidbuchen-Hänge, Besenginsterheiden, Naturnahe Heidelbeer-Fichtenwälder, Buchen-Tannenwälder, Ahorn-Schluchtwälder u.s.w.
Erleben Sie die urigen Wälder...
Erleben Sie die urigen Wälder der Bannwaldreservate, die herrlichen Matten mit ihren typischen Schwarzwaldhöfen und das Panorama von den höchsten Gipfeln des Schwarzwaldes! Der Termin ist so gewählt, dass bei den heimlichen Rauhfuß- und Sperlingskäuzen das Balz- bzw. Brutgeschehen in vollem Gange ist. Wer von Ihnen hat schon einmal den “Schnepfenstrich” – wie die Jäger sagen – miterlebt? Ab März fliegen die Waldschnepfen in der Dämmerung ihre Reviergrenzen ab und lassen dabei eigenartige Geräusche hören. Das und noch viel mehr wollen wir gemeinsam mit einer motivierten (nicht zu großen) Gruppe in dieser beeindruckenden Berglandschaft erleben.
1. Tag: Anreise und erste Beobachtungen
14:00 Uhr Begrüßung im Hotel und danach Bezug der Zimmer. Im Anschluß: ausgiebiges Beobachten im Bereich des Notschrei: Herrliche Bergwälder mit Vorkommen von Sperlings- und Raufußkauz, Waldschnepfe, Tannenhäher, Schwarzspecht, sowie einem ersten Erleben einer Gesangskulisse mit Ringdrossel und anderen Bergwaldvögeln. Fakultativ: Am Abend eine Dämmerungsexkursion ins Revier des Sperlingskauzes.
2. Tag: Naturschutzgebiet "Feldberg"
Nach einem kräftigen Frühstück fahren wir ins Feldberggebiet, wo wir durch Brutgebiete von Zitronenzeisig und Wiesenpieper allmählich aufwärts wandern. Am Gipfel und in den angrenzenden Karrwänden begegnen uns mit Glück Wanderfalken und Bergpieper. Als eine der ersten Blühpflanzen setzt das Gold-Fingerkraut (Potentilla aurea) einen farbigen Akzent. Weiter geht es in die Altholzbestände des Seewaldes oder des wo es sich lohnt, nach dem seltenen Dreizehenspecht Ausschau zu halten. Die Wanderung führt uns in das Naturschutzgebiet “Feldsee” , wo es eine ganze Reihe von Eiszeitrelikten im Reich der Pflanzen gibt. Mit Glück kreuzt heute ein Auerhuhn oder -hahn unseren Weg. Eine zünftige Pause machen wir in einer der idyllisch gelegenen Bergwirtschaften. Besuch des Naturschutzzentrums im Haus der Natur. Abends optional auf Lauschpirsch für Eulen. Besuch des Naturschutzzentrums “Ruhestein”.
3. Tag: Bergwälder am Ahornkopf und im "Napf"
Direkt von der Unterkunft ziehen wir los durch die Reviere von Ringdrossel, Fichtenkreuzschnabel und Schwarzspecht. Wir bewegen uns über windgeprägte Wiesenrücken auf über 1200 m („Stübenwasen“ = Wiesen, über die der Wind pfeift) und blicken von oben in die Hänge des Bannwaldgebietes „Napf“, wo sich vor uns eine urwaldartige Landschaft mit Revieren von Sperlingskauz und Dreizehenspecht auftut. Am Ahornkopf, wo noch laubholzreiche Bergwälder existieren, bestehen auch Chancen auf die kleinen Bergwaldeulen und eine Begegnung mit der heimlichen Waldschnepfe. Ganztagswanderung mit Einkehr!
4. Tag: Weidfelder: Unterwegs im „Reich der Zippammer“
Heute steht ein Ausflug Richtung Westen auf dem Programm: Wir besuchen einen Hang mit malerischen Weidbuchen, der noch wenige Paare der südländischen Zippammer beherbergt. Naturschützer haben hier jüngst dafür gesorgt, dass sich der kleine Restbestand halten konnte. Unser Hauptaugenmerk liegt dann auf dem Belchenland: Im Gipfelbereich des zweithöchsten Schwarzwaldgipfels finden sich gegensätzliche Lebensräume eng beieinander: Kühle Nordhänge, die im Frühjahr noch lange von Schneewächten geziert werden und sonnige, felsige Südhänge am hohen Kelch. Hier praktisch am Eckpfosten des Oberrheingrabens haben wir gute Chancen auf Zugvögel. Neben den typischen Bergwaldvögeln, wollen wir auch einen Blick auf die Frühblüher in den Borstgrasrasen werfen, die hier viele arktisch-alpine Elemente aufweisen.
5. Tag: Frühexkursion und Alpensegler
Nocheinmal tauchen wir morgens ein in die Welt der Bergvögel im Gebiet „Notschrei“. Bevor wir uns verabschieden statten wir den Freiburger Alpenseglern noch einen Besuch ab. Ende der Reise gegen 13:00 Uhr.
Unterkunft Waldhotel
Hier oben verbindet das Waldhotel den Charme und die Schönheit unberührter Natur mit niveauvoller Gastlichkeit und Küche.
Anreise
Anreise mit dem Zug: Freiburg / Hbf - Bus Richtung Todtnau - Todtnauberg oder Bahn bis Kirchzarten, ab Kirchzarten Bus nach Todtnau - Notschrei Auto: A5 Karlsruhe - Basel Ausfahrt Freiburg - Mitte, B 31 Richtung Donaueschingen, Ausfahrt Kirchzarten, Richtung Todtnau, Passhöhe Notschrei 1121 m.ü.M. a) Abzweigung nach Todtnau über Schauinsland, Notschrei b) Stadtautobahn B 31 bis Ausfahrt Kirchzarten, Oberried, Notschrei A 81 Stuttgart - Bodensee Ausfahrt AB-Dreieck Bad Dürrheim, Richtung Freiburg über Titisee, Feldberg, Todtnau - Richtung Freiburg - Notschrei Basel / CH - B 317 über Lörrach, Schopfheim, Zell, Schönau, Todtnau - Richtung Freiburg - Notschrei
Generelle Hinweise
- Sie sollten mindestens 10 km im Mittelgebirge wandern können; teilweise geht es über "Stock und Stein". Höhenunterschiede bis max. 300m.
- Die Gruppengröße dieser Reise beträgt 6 - 14 Personen. Sollte die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht werden, kann die Reise bis 3 Wochen vor Reiseantritt abgesagt werden. Sollte der Fall eintreten, versuchen wir immer die Reise trotzdem durchzuführen. Falls dies nicht möglich ist, erstellen wir Ihnen gerne ein schönes Alternativangebot.
- Aufpreis bei 6 - 8 Teilnehmern: + 40,00 Euro pro Person
Ermäßigungen
- NABU/LBV-Mitglieder: 3% Rabatt
- Rabatt bei Onlinebuchung: 15,00 Euro pro Person
Zahlungsmodalitäten
- Höhe der Anzahlung in % des Reisepreises: 10 %
- Restzahlung in Tagen vor Reisebeginn: 28 Tage
- Letzte Rücktrittsmöglichkeit durch den Veranstalter: Bei Nichterreichen der Mindestbeteiligung kann birdingtours bis spätestens 28 Tage vor Reisebeginn vom Vertrag zurücktreten. In der Regel informieren wir unsere Kunden aber früher und bieten Alternativen an.
Leistungen
- 4 x Übernachtung in gutem Hotel mit Halbpension
- 4 x reichhaltiges Frühstücksbüffett
- 4 x Abendessen und freie Salatwahl (4-Gang Naturparkwirt Halbpensionsmenü oder Buffet (mit 3 Hauptgängen zur Wahl, auf Wunsch mit Vollwert oder Trennkost)
- 1 x Begrüßungssuppe
- freie Benutzung des Wellnessbereiches (Bade- und Saunawelt, Panorama-Hallenbad, Wellnesskabinen) des Hotels
- sehr gute Reiseleitung
Nicht enthaltene Leistungen
- Mittagessen
- Anreise und Fahrgemeinschaften vor Ort
Reiseleiter
Carsten Brinckmeier
Veranstalter: birdingtours GmbH
Reisebericht 2011
Balz in den Bergwäldern 2011 23.04. - 27.04.2011
1. Tag Samstag: Beobachtungen im Gebiet „Halde“ und im Drehbachtal (Almwiesen)
Nach unserem Zusammentreffen auf dem Notschreipass (Passhöhe 1121 m.ü.M) machten wir bei für die Jahreszeit sehr warmen Verhältnissen eine Wanderung in das kleine Tal des Drehbaches, wo noch ein Buchenhangwald existiert. Unterwegs viele Sumpfdotterblumen an den quelligen Hängen. In der Dämmerung eine Waldschnepfe.
Höhepunkte:
- Ringdrossel in einem Fichtenwäldchen
- Kolkrabe hoch über den Wäldern
- Zahlreiche Wiesenpieper (Zug und Balz!)
2. Tag Sonntag: Weidfelder und westlicher Feldberg
Die Weidbuchen-Hänge zeigten sich in schon bunten Farben (Zippammer ließ sich leider nicht blicken) und in den schneefreien Quellmooren gleich mehrere Bergpieper (z.T 3 in einem Baum). Abends Eulenexkursion Richtung Muggenbrunn! Und wer sagts denn: Ein einsamer Raufusskauz.
Höhepunkte:
- Ringdrossel in einem Fichtenwäldchen
- Kolkrabe hoch über den Wäldern
- Zahlreiche Wiesenpieper (Zug und Balz!)
- Ringdrossel in einem Fichtenwäldchen
- Gemsen im Hang
- Zahlreiche Berg-, Baum- Wiesenpieper
- Raufusskauz direkt über uns im Baum
3. Tag Montag: Bergwälder am Ahornkopf und im "Napf"
Unsere lange Erkundung des Höhenrückens hinter dem Hotel mit den bereits schneefreien „Taigawäldern“ über den Stübenvasen in das Bannwaldgebiet „Napf“ brachte viele Eindrücke des nordischen Charakters der Lebensräume mit sich. Um den Dreizehenspecht mussten wir uns etwas mühen und wurden dann mit einer Nahbeobachtung von großer Länge eines trommelnden Männchens belohnt. Abends ein interessanter Vortrag von Viktor Wember über die Bedeutung der Namen unserer heimischen Bergvögel mit Fotos.
Höhepunkte:
- Ringdrossel in einem Fichtenwäldchen
- Kolkrabe hoch über den Wäldern
- Zahlreiche Wiesenpieper (Zug und Balz!)
- Dreizehenspecht direkt über uns im Baum lange und ausdauernd trommelnd
- Ringdrosseln in neuen Revieren
4. Tag Dienstag: Gletscherkessel von Präg, Schluchsee und Bergheide in Blasiwald
Die Felshalden und Flügelginsterweiden von Präg wurden von uns eigentlich wegen der Zippammer besucht, die sich nicht zeigte. Aufgrund der weit fortgeschrittenen Pflanzenwelt hatten wir allerdings ein buntes Potpourie an Blumen: Schon erster Ginster, Kreuzblümchen und andere blaue Kostbarkeiten. Das Feldberggebiet haben wir nur gestreift und haben doch unsere Chance auf Zitronenzeisig verwandelt, wenn auch an einem ungewöhnlichen Ort (B317). In den sehr hübschen Heideflächen von Althütte in Blasiwald zeigte sich ein Baumfalke und zahlreiche Finken, Ringdrosseln und andere Waldbewohner. Der Schluchsee hielt ein Paar Mittelmeermöwen am Felsufer für uns parat.
Höhepunkte:
- Ringdrossel in einem Fichtenwäldchen
- Kolkrabe hoch über den Wäldern
- Zahlreiche Wiesenpieper (Zug und Balz!)
- Zitronenzeisig-Pärchen
- Baumfalke über dem Wald
- Eindruck einer intakten Heidelandschaft
- Mittelmeermöwen am Felsufer
5. Tag Mittwoch: Frühexkursion und Alpensegler
Um 4:30 Uhr („vor dem ersten Wurm“) ging es los um einmal die morgendliche Dämmerung mit dem Erwachen des Waldes und all den Balzgeräuschen zu erleben. Neben Ringdrossel, Waldschnepfe und vielen Meisen machte uns ein Sperlingskauz in seinerm Revier die Aufwartung mit Balzrufen. Die Zone der Bergvögel haben wir dann verlassen um in den Obstwiesen am Zwiegeracker den Vogel des Jahres –den Gartenrotschwanz- zu finden. Die Reise endete in der Stadt bei den ersten Mauerseglern des Jahres und an den Alpensegler -Brutplätzen in Freiburg. Die großen südländischen Segler flogen direkt vor uns in die Brutnischen.
Höhepunkte:
- Ringdrossel in einem Fichtenwäldchen
- Kolkrabe hoch über den Wäldern
- Zahlreiche Wiesenpieper (Zug und Balz!)
- Sperlingskauz direkt über uns im Baum rufend
- Gartengrasmücke
- Gartenrotschwanz in einem herrlichen Obst- Wiesengebiet
- Besuch bei einem Falkner
- Alpensegler an den Brutnischen
Artenliste:
- Graureiher
- Stockente
- Mäusebussard
- Turmfalke (auch Balz)
- Baumfalke
- Rotmilan
- Schwarzmilan - in Freiburg
- Auerhuhn – nur 1TN, sonst Federn, Losung und eine Spur im Schlamm
- Waldschnepfe (auch Balz)
- Mittelmeermöwe
- Ringeltaube (auch Balz)
- Haustaube
- Hohltaube
- Türkentaube - in Freiburg (auch Balz)
- Waldkauz nur akkustisch (auch Balz)
- Rauhfußkauz (auch Balz)
- Sperlingskauz nur akkustisch (auch Balz)
- Mauersegler - in Freiburg
- Alpensegler - in Freiburg
- Buntspecht (auch Balz)
- Schwarzspecht (nur akkustisch)
- Dreizehenspecht (auch Balz)
- Grünspecht - in Freiburg nur akkustisch (auch Balz)
- Feldlerche
- Rauchschwalbe
- Wiesenpieper (auch Balz)
- Baumpieper (auch Balz)
- Bergpieper (auch Balz)
- Bachstelze
- Gebirgsstelze
- Zaunkönig (auch Balz)
- Heckenbraunelle (auch Balz)
- Rotkehlchen (auch Balz)
- Hausrotschwanz (auch Balz)
- Gartenrotschwanz - in Freiburg (auch Balz)
- Amsel (auch Balz)
- Ringdrossel (auch Balz)
- Singdrossel (auch Balz)
- Misteldrossel (auch Balz)
- Wacholderdrossel (auch Balz)
- Mönchsgrasmücke (auch Balz)
- Gartengrasmücke - in Freiburg nur akkustisch (auch Balz)
- Fitis nur akkustisch (auch Balz)
- Zilpzalp (auch Balz)
- Wintergoldhähnchen (auch Balz)
- Sommergoldhähnchen nur akkustisch (auch Balz)
- Kohlmeise
- Blaumeise
- Tannenmeise (auch Balz)
- Sumpfmeise
- Haubenmeise (auch Balz)
- Kleiber (auch Balz)
- Gartenbaumläufer - in Freiburg; kurios kein Waldbaumläufer! nur akkustisch (auch Balz)
- Elster
- Eichelhäher
- Dohle - in Freiburg
- Rabenkrähe
- Kolkrabe - 2 ad am Nest mit 2 juv (Fütterung)
- Star
- Haussperling
- Feldsperling
- Buchfink (auch Balz)
- Grünfink (auch Balz)
- Zitronenzeisig - 2 ad auf kurze Distanz
- Stieglitz (auch Balz)
- Erlenzeisig
- Fichtenkreuzschnabel nur akkustisch
- Goldammer
Arten insgesamt: 67 (68) in Klammern die Zahl mit Auerhuhn
Reisebericht 2009
Balz in den Bergwäldern 25. – 29.04.09
Autor des Berichts und Reiseleiter: C. Brinckmeier
Reise-Highlights:
- Zugvögel auf dem Feldberg: Gartenrotschwanz, Braunkehlchen- und Steinschmätzer
- Mornellregenpfeiffer: Gruß aus der Tundra des Nordens / Feldberg
- Zugstau führte bei Rauchschwalbe und Mauersegler zu Ansammlungen von x-Tausend Exemplaren
- Waldschnepfen bei der Balz
- Ringdrosseln im Brutgebiet
- Auerhahn Balz auf Weg gesehen und „überlebt“
- Auerhenne in Festkleid (mit vielen schönen Farben) vom Auto aus, ohne zu stören lange beobachtet
- Zitronenzeisige an einer hochgelegenen Quelle
- Greifvogelzug (Schwarzmilane) und typische Arten am Tüllinger Berg (Zaunammer, Grauspecht, Grünspecht, Gartenrotschwanz)
- Feuchtgebiet bei Grenzach-Wyhlen mit Schilfvögeln (Teichrohrsänger, Wasserralle), Limikolen (Flussregenpfeiffer), Enten und Rostgänsen, sowie 3 Baumfalken über dem Wasser
Bericht:
Unser Domizil lag am ersten Tag noch in der Sonne und wir wurden von einer gar nicht scheuen Haubenmeise begrüßt. Anschliessend ging es in die Wälder Richtung Osten, in denen mit Hilfe von Birdingtours und dem NABU Nistkästen für Rauhfusskäuze aufgehängt wurden. Wir lernten die Rufe und den Lebensraum der Eulen kennen: Leider wurde diesmal kein Original gesichtet. Dafür Revierkämpfe von Wintergoldhähnchen und eine erste Waldschnepfe.
Der erste ganze Exkursionstag –Sonntag- wurde von allen –trotz z.T. noch tiefen Schnee durchgehalten und wir wurden mit schönen Bergpiepern und durchziehenden Kleinvögeln belohnt. Vom Dreizehenspecht fanden wir alte Höhlen, Hackspuren und Brutbäume aus den letzten Jahren. Bauherr und –herrin zeigten sich nicht. Dafür bekamen wir gleich in zwei Gebieten einen guten Einblick in die Balz von Baumpiepern – einer mittlerweile seltener werdenden Art. Ein tiefes Naturerlebnis waren auch die Bannwälder auf beiden Seiten des Feldsees, die wir intensiv durchstreiften und auch manche Anzeichen für den vergangenen rauen Winter fanden.
Aufgrund der Witterungsverhältnisse und der Schneelage ging es am Montag nochmals ins Feldberggebiet. Nicht sehr weit von einer hochgelegenen Hütte vom breiten Wanderweg aus war in der aufgelockerten Fichtenbestockung Ringdrossel und Misteldrossel zu sehen.
Wegen einiger "Würmchen" (Auerwildlosung) auf dem Weg blieben wir stehen. Der Hahn muß in einer Fichte oberhalb gesessen haben und kam jetzt auf den Weg gelaufen. Die Balztollheit wurde offenbar von uns gesteigert, denn er lief auf uns zu und kam bei einem zurückweichen der Gruppe hinter uns her. Ohne dies zu wollen waren wir quasi zum Objekt seiner Versuche geworden ein dominanter Alpha-Hahn zu werden. Möglicherweise hängt dies damit zusammen, dass es keine Nachbarhähne gibt, in den inzwischen schwachen Populationen des Schwarzwaldes.
Die Sequenz an Aggression war in etwa so:
1. Annäherung mit dem üblichen "Gehechel"
2. Beschleunigtes "Gehen" und erste Schnabelhiebe
3. Stärkere Hiebe und Ellenbogenschläge (Flügelbug wurde dabei abwechselnd eingesetzt und hätte einen weiteren Hahn sicher niederwerfen können!)
Kurz darauf auf dem Gipfel des eigentlichen Feldberges:
Mornellregenpfeiffer – noch vorher drüber geredet und dann eine kleine Live-Sensation: Am gleichen Berg in der Tundrazone neben einem Schneefeld: 1 ad Exemplar in einer kurzen Nebelpause. Fluchtdistanz ca. 35 bis 40 m trotz Gruppenaufstellung im Sinne eines Kuh-Effekts! Der „Kleine Freund“ ist eben doch nicht immer so zutraulich wie bei Bengt Berg. Wir hatten ihn aber ja für einige Minuten im Glas.
Beim Abstieg Zitronenzeisig & Drosseln: Graubehelmte „Zitronen“ sehr schön in ca. 5 Ex. an der Wilhelmer Hütte bei der Quelle, wo auch jede Menge Drosseln sich aufhielten. Diese seltene Art lies sich ohne Störung gut von der Hütte mit dem Spektiv beobachten. Eventuell ist der Zitronenzeisig inzwischen seltener als Auerwild, Schätzung: 200 Brutpaare im Schwarzwald. Auch ca. 8 Ringdrosseln an diesem Tag. Davon 6 an diesen Quellmoorbereichen.
Rückweg über Todtnau brachte noch Wasseramsel, Gebirgsstelze und sogar einen Habicht.
Wieder gingen wir abends in die bekannten Bereiche mit Schnepfen und Eulen. Bingo bei der Waldschnepfe: Gleich zwei Reviere waren beflogen. Bei einem noch so früh, dass man ihren eigentümlichen Flug sehen konnte. Bei den Eulen: Schweigen im Walde.
Dienstag – halber Regentag mit Kälte, die einen Zugstau ausgelöst hatte:
Zunächst sah es so aus als würde es kein Schwalbentag: Jedenfalls keine Felsenschwalben bei Tegernau.
Dann aber: Tausende Schwalben bei Grenzach-Wyhlen und drei Baumfalken, die sich trotz reichlich Vogel-Wildpret in der Luft an Insekten hielten.
Zug bei Grauschnäpper (1er bei Grenzach Wyhlen in der Pferdekoppel), Schwarzmilan 18 Ex in einem Schwarm über Binzen) und Braunkehlchen (3 Grenzach Wyhlen in der Pferdekoppel)
Die Kälte hatte wohl einen interessanten Effekt ausgelöst: Zugstau bei Rauchschwalbe und Mauersegler:
2,5 bis 3 Tausend Schwalben (nur sehr wenige Mehl und 1 bis 2 Ufer) über und um den Kaisersaugster Stillwasserbereich; später von der A5 ca. 5 bis 10 Tsd Mauersegler über dem Restrhein, Rhein und Umgebung zwischen Dreieck Weil und Neuenburg (grobe Schätzung in zunächst 50, 100 er dann 500 er Schritten!)
Der Nachmittag war wieder trocken und so haben sich außer Ornis auch Winzer, Zaunammern, Grauspechte und eine recht große Zahl an Gartenrotschwänzen in den Weinbergen bei Ötlingen gezeigt. Am Abend hörten wir interessante Details zur Bedeutung der Vogelnamen von Buchautor und Vogelkenner Viktor Wember.
Der Abschiedstag begann wieder regnerisch: Also erneut lieber Beobachtungen am Schwarzwaldrand. Bevor wir aber die Breisgau Metropole ansteuerten, machten wir einen Stopp in Horben und einen auf den Berghauser Matten. Dort konnten wir schon erste Orchideen und auch eine Gartengrasmücke ansprechen. Die Alpensegler in Freiburg waren sofort entdeckt und auch ein Baumfalke - bei Jagdversuch auf eben jene größten Segler.
Euer Carsten Brinckmeier
Artenliste
1. Haubentaucher
2. Blessralle
3. Wasserralle – Altrhein, verhört
4. Weissstorch
5. Kormoran
6. Höckerschwan
7. Graureiher
8. Silberreiher - 2 Ex
9. Stockente
10. Reiherente
11. Schnatterente
12. Rostgans
13. Sperber
14. Habicht – ein Ex. / Todtnau
15. Mäusebussard
16. Rotmilan
17. Schwarzmilan – bis zu 18 Ex., Zug!
18. Turmfalke
19. Wanderfalke
20. Baumfalke – bis zu 3 Ex auf einer Wasserfläche, einer jagd Alpensegler
21. Fasan
22. Auerhuhn und Hahn - balztoll und toll
23. Waldschnepfe – mehrfach beim „Schnepfenstrich“
24. Flussregenpfeiffer
25. Kiebitz
26. Ringeltaube
27. Haustaube
28. Kuckuck
29. Waldkauz – nur RL
30. Buntspecht
31. Grauspecht
32. Grünspecht
33. Feldlerche
34. Rauchschwalbe
35. Uferschwalbe
36. Mehlschwalbe
37. Wiesenpieper
38. Baumpieper
39. Bergpieper - insgesamt 3 Reviere
40. Bachstelze
41. Gebirgsstelze
42. Wiesenschafstelze – 2 Ex.
43. Zaunkönig
44. Heckenbraunelle
45. Rotkehlchen
46. Hausrotschwanz
47. Gartenrotschwanz – 5 Reviere davon 3 Männchen schön nah im Spektiv
48. Amsel
49. Ringdrossel – bis zu 8 an einem Tag
50. Singdrossel
51. Misteldrossel
52. Wacholderdrossel
53. Mönchsgrasmücke
54. Gartengrasmücke
55. Fitis
56. Zilpzalp
57. Wintergoldhähnchen
58. Sommergoldhähnchen
59. Schwanzmeise
60. Kohlmeise
61. Blaumeise
62. Tannenmeise
63. Sumpfmeise
64. Weidenmeise
65. Haubenmeise
66. Kleiber
67. Waldbaumläufer
68. Gartenbaumläufer
69. Eichelhäher
70. Saatkrähe
71. Rabenkrähe
72. Kolkrabe
73. Wasseramsel
74. Star
75. Haussperling
76. Feldsperling
77. Buchfink
78. Bergfink – 1 Ex. Todtnauer Hütte
79. Grünfink
80. Girlitz
81. Zitronenzeisig – bis zu 5 Ex.
82. Stieglitz – 2 Ex.
83. Erlenzeisig
84. Fichtenkreuzschnabel – nur im Überflug
85. Goldammer
86. Zaunammer – 3 Reviere mit je einem Männchen beim Gesang
87. Braunkehlchen – insgesamt 5 Ex.
88. Steinschmätzer – insgesamt 6 Ex.
89. Mornellregenpfeiffer – 1 Ex am Feldberg
Arten insgesamt: 89
Säuger:
- Gemse – 2 Ex.
- Fuchs – 1 Ex.
- Eichhörnchen
Reisebericht 2008
Balz in den Bergwäldern (und auf Berg-Kuppen) 2008
Kurze Geschichte von balztollen Auerhähnen Frühjahr 2008 Wir schreiben den 24. April 2008 und ich befinde mich mit einer Vogelbeobachtergruppe auf der Reise „Balz im Hochschwarzwald“ im Feldberg-Gipfelbereich. Gut gerüstet mit Gamaschen und Tourenrucksack bewegen wir uns in Richtung eines noch tief unter zusammengewehtem Schnee befindlichen Hangmoor mit einem Vorkommen des Bergpipers. Wir suchen nach Zitronenzeisig, Ringdrossel, Dreizehenspecht, Wanderfalke und Tannenhäher. Jetzt im Frühjahr sind auch weitere Wanderer z.B. Schulklassen unterwegs und auch die Auerhähne der Region sind in „Aufmarsch-Stellung“ – wie der in Jägersprache geübte Forstmann zu sagen pflegt. Allerdings rechnet niemand aus der Gruppe mit einer Auerhahn-Beobachtung. Zum einen sind wir zu hoch: Bereits in der Zone der Borstgrasrasen und Bärwurz-Wiesen. Zum anderen sollten sich die Hähne scheu und versteckt halten. Als ich vor mir eine kreuzende Spur vom Auerwild sehe (Länge des Fussabdruckes ca. 13 cm!) denke ich, dass dieser mutmassliche Hahn schon in den frühesten Morgenstunden hier durch den Grüblesattel gelaufen ist. Bis mich eine Teilnehmerin auf das wilde Gestikulieren der Schüler einer auf dem Hauptweg marschierenden Schulklasse aufmerksam macht. Auch sei ein „Da ist er – da ist er – ein Auerhahn!“ vom Wind an ihr Ohr getragen worden. Meine Ohren waren indes mit der Determination der fiepsigen Rufe von Baum-, Wiesen- oder Bergpiper beschäftigt. Ich kann nicht recht glauben, dass hier mitten im Touristen-Rummel und dann kurz vor Mittag ein Auerhahn sich zeigen will. Dennoch: Einen kurzen Tiefschnee-Sprint ist es eventuell wert. Und tatsächlich: Ein auf die zur Abwehr hochgehaltenen Füsse eines Wanderers zuspringender Hahn befindet sich auf dem Teerweg. Zu hören ist auch das Knappen und das heisere Fauchen, dass in Himmels-Streck-Pose vorgetragen wird. Ich winke die Gruppe herbei und noch fast eine halbe Stunde lässt sich der Hahn zwischen Besenheide und auf den Bulten der Rasenschmiele beobachten. Noch nie habe ich dieses faszinierende Schnabelgeräusch gehört (von den Jägern knappen genannt!), das klingt wie das gegen-den-Strich-knicken einer Blechbüchse und in der Geschwindigkeit zunimmt um dann in ein außerirdisch anmutendes heiseres Hecheln übergeht. Aber: Ist es denn zu glauben: Niemand hat eine Kamera dabei. Der Hahn ist nah genug um mit Handy-Knipsen einen Beleg zu erhalten. Ich kann zwei Schweizer Urlauber gewinnen Fotos zu schiessen und sie uns später zuzuschicken! Voila: Eines schönen Tages liegen 4 höher auflösende Fotos in meiner Mailbox – auf denen sogar die Balzrose – die rot angeschwollene Oberaugenwulst zu sehen ist. Danke an Rosi und Jürg Jehli! Auch ohne eigenes Foto wird mir immer der nach Birkhuhn-Manier im offenen Gelände balzende Hahn in Erinnerung bleiben. Im Nachspann –bei weiteren Reisen im Feldberg-Gebiet- erfuhr ich übrigens, dass nicht nur am Naturfreundehaus sondern auch an der Todtnauer Hütte balztolle und wahrscheinlich auch standorttreue Hähne gesichtet wurden. Einer davon soll dieses Frühjahr von einem dahergekommenen Steinadler (Rote-Liste Baden-Würtemberg: erloschen!) geschlagen und gefressen worden sein. Ironie der Seltenheiten: Ein Ausgestorbener frisst einen fast Ausgestorbenen! Carsten Brinckmeier
Südschwarzwald - Pilotreise 23. - 27. April 2008
Bericht von Reiseleiter Carsten Brinckmeier Die Süd-Schwarzwaldreise 2008 war ein voller Erfolg und hat viel Freude bereitet: Von einem im Offenland balzenden Auerhahn am Feldberg (mit einer gehörigen Portion Testosteron im Blut), über eine spektakuläre Wanderfalken-Nistplatz Übergabe bis hin zu einer in 5 Meter Entfernung sonnenbadenden Zippammer reichte die Liste an Höhepunkten. Auch die Bergwaldarten, die wir wegen der kühlen Witterung und dem Schnee z.T erst erwandern mussten, waren toll zu hören und zu sehen. Höchste Ringdrosseldichten am Neustützkopf erbrachten bis zu 15 Sänger an einem Tag. Wir sahen die „Träger des weißen Halbmondes“ beim Transport von Nistmaterial und zusammen mit gemischten Finkenhorden beim Absammeln von letztjährigen Fichtensamen. Diese Stellen, die der Wanderer, ob des sulzigen Altschnees zu meiden versucht kamens uns des öfteren vor, wie ein „Finkenherd“. An dem freilich keine Finken zum Braten gefangen werden. Zeisig, Buchfink, Grünfink, Bergfink und Zitronenzeisig waren z.t. auf einer Schneefläche beisammen! Überhaupt hatten wir mit insgesamt 6 guten Beobachtungen des ehemals Zitronengirlitz genannten Vogels viel Glück: Bei der Balz in den Baumkronen, beim Versteckspiel mit benachbarten Paaren eines „Clusters“ (oder galt die notorische Weigerung sich auf Fichtenspitzen niederzulassen und an den Spektiven!?) und bei der heimlichen Erkundung von Nistplätzen im Waldrand. Der Gesang war nicht immer leicht bestimmbar: Zu ähnlich sind die Kurzstrophen manchmal denen des Erlenzeisigs oder Girlitzes. Erst wenn ein voll ausgearbeiteter Gesang zu hören war, konnte hier jeder nachvollziehen was eine ordentliche „Zitronenstrophe“ ausmacht. Wo Fichten dichte Trauben an Zapfen ausgebildet haben, muß selbst ein sonst notorisch nervöser Fichtenkreuzschnabel nicht oft fliegen: So konnten wir ein rostrotes Männchen minutenlang in „Fledermaushaltung“ (also kopfüber) per Spektiv beobachten. Der Häufigkeit von Heckenbraunelle war es zu verdanken, dass wir auch diese Art optisch gestützt auf einer Fichte sehen konnten. Oberhalb der Fichtenwaldzone gelang es auf z.t noch dick mit Schnee eingepackten subalpinen Mooren auch Bergpieper ins Visier zu bekommen. Da das Quellwasser hier erst kleine Bereiche aufgetaut hatte und so der Aktionsraum der Tiere recht eingeschränkt war, konnten sie nicht weit weglaufen. Von den umliegenden z.t noch 4 Meter hohen Schneehügeln hatten wir einen guten Blick sogar mit Spektiv.! Bei den Eulen hatten wir keine guten Karten: Die neuen Nistkästen für Rauhfusskäuze waren noch nicht belegt und infolge des wechselhaften Wetters rief auch der ledige Sperlingskauz, der in der Nähe des Hotels residiert, nicht. Auch bei den Dreizehenspechten war uns Fortuna nicht hold. Diese Dame hätte sich allerdings auch sehr ins Zeug legen müssen – nach letztjährigen Bestandszusammenbrüchen. Dass wir trotzdem den Emil-Thoma weg von unten durch gegangen sind (als erste Wandergruppe des Jahres) war sicher eine Pionierleistung. Großes Lob an die Gruppe. Immerhin erbrachte dieser Aufstieg eine regelmäßig von Auerwild besuchte Bergwald-Buche. Überhaupt hatten wir viele Spuren, Zeichen und Losung vom Auerwild. Sogar frisch abgeknusperte Vogelbeer-Knospen haben wir entdeckt. Ab und zu zeigten sich über der spätwinterlich anmutenden Welt (an das tragen von Gamaschen haben wir uns langsam gewöhnt!) Zugvögel: Baumfalke gleich 3 mal, Trupps aus Bergfinken, Mauersegler und öfters auch Rauchschwalben. Ein krasser Kontrast zu den Hochlagen war der Besuch in den Schönbergwiesen bei Freiburg: Mehrere Gartenrotschwänze, Kuckuck, Grünspecht und Meer aus Apfelblüten machten noch mal deutlich: Ja es ist wirklich Frühling!!! Zum Glück hatten das auch die Alpensegler und ein kreisender Weissstorch über der Eschholzstrasse begriffen! Diese Beobachtungen bildeten einen schönen Abschluss einer harmonischen und kontrastreichen Tour
Liste: insgesamt 66 Arten:
- Graureiher
- Stockente
- Habicht (nur RL und ein TN)
- Mäusebussard
- Turmfalke
- Wanderfalke (2 Ex bei Brut-Übergabe und Jagd)
- Baumfalke (3 mal)
- Auerhuhn (4 mal, je 2 w und 2 m; davon: ein balztoller Auerhahn im Gipfelbereich)
- Waldschnepfe (1 bis 2 Ex. kommt beim "Streichen" auf Gruppe zu)
- Ringeltaube
- Stadttaube
- Waldkauz (Rufe von einem TN, Federfund am Belchen)
- Weissstorch (über der Stadt Freiburg)
- Buntspecht (Trommelwirbel nur sehr spärlich!)
- Schwarzspecht (mehrfach fliegend: 3 mal; Rufe öfters)
- Kuckuck (Schönbergwiesen 1 Ex Rufe)
- Feldlerche (Gesang mehrfach am Feldberg, Belchen und Stübenvasen)
- Mauersegler
- Alpensegler (ca. 8 Ex mit Balztaumel nah am Brutplatz)
- Rauchschwalbe (Zug)
- Wiesenpieper (überall in den offenen Wiesen)
- Baumpieper (bis zu 8 Sänger an einem Tag, 15 er Trupp Zug)
- Bergpieper (3 ex. alpine Moore, 2 Ex. Wilhelmer Hütte)
- Bachstelze
- Gebirgsstelze (1 Ex mit Ges)
- Zaunkönig
- Heckenbraunelle (auch eine Nahbeobachtung)
- Rotkehlchen
- Hausrotschwanz (weibchenfarbiges Tier mit Gesang! Vorjährig?)
- Gartenrotschwanz (3 Ex in den Schönbergwiesen)
- Nachtigall (einmal in den Schönbergwiesen)
- Amsel
- Ringdrossel (bis zu 20 an einem Tag, auch Nestbau)
- Singdrossel (seltener als Ringdrossel)
- Misteldrossel (zahlreiche Trupps bis 4 und viel Gesang)
- Wacholderdrossel (Feldberg)
- Mönchsgrasmücke (auch mit Badischem Einschlag Ges.)
- Gartengrasmücke (ein Ex mit Ges. Stadt Freiburg)
- Zilpzalp
- Wintergoldhähnchen (Ges. im Bergwald nicht selten)
- Sommergoldhähnchen (nur während der Fahrt Notschrei - Freiburg durch RL)
- Kohlmeise
- Blaumeise
- Tannenmeise
- Sumpfmeise
- Haubenmeise (auch schöne Sichtbeobachtung)
- Kleiber
- Waldbaumläufer
- Eichelhäher
- Rabenkrähe (2 verfolgen einen Habicht, was die Bestimmung erleichtert)
- Kolkrabe (mit juv. am Nest)
- Dohle
- Star (nur Schönbergwiesen)
- Haussperling
- Feldsperling (Schönbergwiesen)
- Buchfink
- Bergfink
- Grünfink
- Zitronenzeisig (insgesamt ca. 10 mal beobachtet/verhört)
- Stieglitz
- Erlenzeisig (zahlreich mit Gesang)
- Fichtenkreuzschnabel (zahlreich)
- Gimpel
- Girlitz (einmal in der Stadt Freiburg aus dem Autofenster)
- Goldammer
- Zippammer (1 Ex. am Brutplatz in den Höchsthalden mit Sonnenbad)
weitere Arten:
- Maulwurf - Totfund
- Hermelin - Tot auf der Belchenstrasse
- Dachs - Spuren
- Reh - Gebell
- Fuchs - Spuren
- Grasfrosch - hunderte Laichballen und 1 Ex im Bergwald
- Bergeidechse - 1 Ex
- Erdkröte - am Feldberg
Insekten:
- Zitronenfalter
- Trauermantel (muß doch ein überwintertes Ex gewesen sein: Brandenberg)
- Kl. Fuchs
- Feld-Sandlaufkäfer - Cicindela campestris
- Deutscher Sandlaufkäfer - Cicindela germanica
Blühpflanzen:
- Petasites alba - Weisse Pestwurz
- Carex caryophyllea - Frühlingssegge
- Luzula multiflora - Vielblütige Hainsimse u.v.a.m
Nachtrag: Rauhfusskauzexperten im Ostschwarzwald haben dieses Jahr eine Hauptaktivität in der Zeit vor Ostern festgestellt; es gab aber keine großflächige Abwanderung der Weibchen! Sperlingskauz hat dieses Jahr seine Reviere früh abgegrenzt ( in der milden Zeit Anfang März) und deshalb nicht mehr viel gerufen. D.h. vermutlich sassen sie schon auf den Eiern!
Balz in den Bergwäldern oder auch Im sonnigen Südschwarzwald (23.04.-27.04.2011)
Reiseleiter: Carsten Brinckmeier
Unterkunft: Waldhotel am Notschrei
Teilnehmeranzahl: 9
Der Südschwarzwald zeigte sich während unseres Aufenthaltes von seiner sonnigen Seite.
Die mitgebrachten Gamaschen für den Marsch durch den sonst zu dieser Jahreszeit hier noch üblichen Schnee blieben im Rucksack.
1. Tag:
Im Waldhotel am Notschrei traf sich auf 1121 m Höhe unserer Gruppe bei einer Begrüßungssuppe zum gegenseitigen Vorstellen und zum Austausch der ersten Information zum Programm für die nächsten Beobachtungstage. Nach dieser kleinen Stärkung fuhren wir in Richtung Schauinsland um den ersten Blick über die höchsten schneefreien Berge des Schwarzwaldes schweifen zu lassen. Danach gingen wir eine Runde durchs Drehbachtal. In den Wiesen blühten Sumpfdotterblumen, Bergried- und Borstgras, Günzel sowie Rote Lichtnelke. Unterwegs zeigte sich unter anderen ein Schwarm von ca.30 Wiesenpiepern und einige Hausrotschwänze. Ein Rotmilan und Kolkrabe kreisten über uns. Ein Sommergoldhähnchen wollte sich uns aber nur singend vorstellen. Dann war für die meisten von uns das erste Mal der Ruf der Ringdrossel zuhören.
Nach einem reichhaltigen Abendbrot unternahmen wir noch einen kleinen Trip zum Nordic Centrum, um dort dem Ruf der Waldschnepfe in der aufkommenden Dämmerung zu lauschen.
2. Tag:
Am nächsten Morgen, noch vor dem Frühstück, unternahmen wir eine kleine Wanderung durchs Langbachtal, um dem morgendlichen Gesang von Heckenbraunelle, Rotkehlchen und Wintergoldhähnchen zu lauschen. Im Langbachtal sind Flachmoore, verschiedene Moose und Hochstaudenflächen anzutreffen. Am Wegesrand blühte der Eiswurz in voller Pracht. Die aufgehende Sonne ließ den Wald schimmernd erscheinen. An einem Spechtaufbruch an einer Fichte erklärte uns Carsten die Vorliebe des Schwarzspechtes für Rossameisen und die Anzeige der Bartflechte für saubere Luft.
Nach einem stärkenden Frühstück fuhren wir zum Brandenberg an dem im Rahmen eines Naturschutzprojekts eine Entwaldung am Steilhang durchgeführt wurde und Zippammern ansässig sind. Trotz intensiven Absuchens und Erklettern des Hanges zeigte sich die Zippammer leider nicht. Dafür Baumpieper, Haurotschwanz, Mäusebussarde und verschiedene Meisen. Kurz waren am Waldesrand zwei Gemsen zu beobachten. Außerdem erfuhren wir einiges über den Brauch des Scheibe schlagens um den Winter auszutreiben. Bei herrlichem Sonnenschein ging es weiter zur Todtnauer Hütte, wo wir eine Rast einlegten. Während dieser Rast zog ein Gewitter auf, das uns nur einen kurzen Schauer, aber dafür einen fast von Menschen leeren Feldberg bescherte. Zwischen der Todtnauer und St. Wilhelms Hütte zeigten sich trotz des Regens einige Ringdrosseln von ihrer besten Seite und wir hatte das Glück sie länger durchs Spektiv beobachten zu können. An den unteren Wiesen der St.Wilhelms Hütte flogen Baum- und Wiesenpieper umher. Nach einem kurzen Kaffee Stopp in der Hütte wanderten wir weiter am Rand des Bannwaldgebietes des „Napf“, zum Immesberg und dann zurück unterhalb des Feldberggipfels entlang. Trotz der schon intensiven Eindrücke während des Tages, zogen wir nach dem Abendbrot nochmals los auf Vogelpirsch. Kurz nach dem Hotel hörten wir dann den Ruf eines Rauhfußkauzes. Nach einiger Zeit des Anpirschens durch Wiese und Wald, fanden wir den Einstandsbaum des rufenden Kauzes. Einige aus unserer Gruppe haben ihn nur kurz beim Abflug sehen können. Doch sein Ruf begleitete uns noch lang auf unserem Rückweg zum Hotel.
3. Tag:
Auf dem Weg zur Auerhahnhütte, schon der Name weckte Hoffnungen, liefen wir verschiedene Rauhfußkauzkästen an, doch keiner schaute nach dem Kratzen am Baum heraus.
Der Gesang der Drosseln, Wintergoldhähnchen, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen und Tannenmeisen begleitete uns auf dem Weg um den Ahornkopf durch den montanen Bergwald. Einige Fichtenkreuzschnäbel waren nur vom weitem zu hören. Dafür fanden wir die Losung eines Auerhuhnes. Carsten erklärte uns bei der Inspektion dieser Hinterlassenschaft gleich mit die Ernährungsgewohnheiten dieser Raufußhühner im Sommer und Winter. Unterwegs fanden wir noch im Schlamm einer Pfütze den Tritt eines Auerhahnes, nur das Tier selbst blieb der Gruppe verwehrt.
Die Rufe von Kolkraben und der Flug eines Kleinen Fuchses begleitete uns zur Rast in der Stübenwasen Berggasthof auf 1270m Höhe. Danach wanderten wir auf den Wiesenflächen Ausschau haltend nach Durchzüglern und den Zitronenzeisig umher. Dieser blieb uns noch verwehrt, dafür zeigte sich eine kleine Waldeidechse und ein sehr schöner Nachtpfauenauge sonnenbadend im Gras. Dann stiegen wir zum Bannwald im Napf ab. Hier lernten wir die Schluchtweide und das Habitat des Dreizehenspechtes kennen. Zuerst war das Trommeln eines Buntspechtes zu hören, doch nach dem weiteren Abstieg in die tieferen Lagen des Napfes machte sich ein Dreizehenspecht bemerkbar. Diesen konnten wir zuerst am Stamm eines Laubbaumes und dann auf ca. 10 m an einem abgestorbenen Fichtestamm sehr gut über längerem Zeitraum betrachten. Nach dieser sehr intensiven Beobachtung kehrten wir über den Schwarzwaldwanderweg zum Hotel zurück. Unterwegs fanden wir auch noch kleine Inseln des Schnees vom letzten Winter, betrachteten das Gewimmel am Ameisenhügel und versuchten wieder unser Glück bei der Kontrolle von Rauhfußkästen.
Am Abend erfuhren wir bei einem Vortrag von Herrn Viktor Wember mehr über die Bedeutung der Namen der Vögel Europas. Das der Auerhahn eigentlich Wildhahn heißt, die Mönchsgrasmücke ein grauer Gebüschschlüpfer mit Mönchskappe ist und ca. 50 europäische Vogelarten nach ihrem Ruf benannt sind.
4. Tag:
Nach einer kurzen Fahrt, bei der unter anderen zwei Graureiher über uns flogen, erreichten wir den Geröllhang bei Präg, wieder auf der Suche nach der Zippammer. Wir erklommen tapfer den Hang beim Klang von Baumpieper, Goldammer und Mäusebussarden. Der Flügel-Ginster, das Waldveilchen, die Salweide und die Mehlbeere lernten wir hier genauer kennen.
Außerdem erfuhren wir einiges über die Waldbewirtschaftung des Niederwaldes und Vogelarten die mit diesem im Zusammenhang stehen. Einige Gruppenteilnehmer hörten den Ruf eines Kuckucks zum ersten Mal in diesem Jahr.
Bei unseren nächsten Stopp in Todtnau am Rewe Supermarkt, gab es neben einem kurzen Einkauf die Möglichkeit eine Wasseramsel auf ihrem Fütterungsflug und eine Schafsstelze im Wegflug zu erleben. Auch das Tschilpen von Haussperlingen war hier zu vernehmen. Oberhalb von Todtnau auf einer von gelbem Pollenstaub bedeckten Wiese verweilten wir zu einer kurzen Mittagsrast und fuhren dann weiter am Berg hoch, um die gegenüberliegenden Felsen nach dem Wanderfalken abzusuchen. Dieser selbst war nicht zu finden, dafür hatten wir die Möglichkeit zwei Kolkrabenjunge im Nest länger zu beobachten.
Auf der Bundesstrasse B 317 zum Schluchsee hatten wir das Glück nach mehreren Suchversuchen zwei Zitronenzeisige zu entdecken. Hier konnten wir auch den Angriff eines Mäusebussards auf einen Schwarm Eichelhäher miterleben. Weiterging es am Schluchsee entlang in die Nähe von Althütte zu Heide-Offenflächen. Hier waren Misteldrosseln, Stieglitze, Meisen, Wiesenpieper, Stare und für eine kurze Zeit ein Baumfalke zusehen. Auf unserer Rücktour zum Hotel verweilten wir in Aha bei Kaffee und Kuchen. Wir gingen noch kurz ans Ufer des Schluchsees und verfolgten dort die Jagd zweier Mittelmeermöwen. Auf zwei Schautafeln wurde das Kaskadensystem der Pumpspeicherkraftwerke in diesem Gebiet erklärt, wobei der Schluchsee dabei das Oberbecken des Pumpspeicherkraftwerkes Häusern ist.
Am Abend tauchten wir bei einem Vortrag über die ornithologische Reise von Carsten in die Welt des Omans ein. Die Reise führte uns von den Lagunen in der Nähe der Hauptstadt Muskat im Norden, durch Wadis, enge Schluchten, Wüsten, Oasen, in den vom monsunbeeinflussten Süden des Landes. Wir hörten von Ohrengeiern, Kaiseradlern undRüppellseeschwalben.
5. Tag:
Noch bei sternenbesetzten Himmel ging es um 4.30 Uhr zur Frühexkursion in den noch im Dunkeln liegenden Bergwald zur Auerhahnhütte. Bei der Hütte hörten wir einige Male den Ruf der Waldschnepfe. Gegen 5.30 Uhr begann das Konzert der Waldvögel, angeführt von Rotkehlchen und Ringdrossel. Dann erschallte auf einmal hoch in den Fichtenwipfeln der Ruf des Sperlingskauzes. Auf den erneut begangen Ahornkopf-Rundweg, der Himmel bewölkte sich immer mehr, sahen wir einen trommelnden Buntspecht, und lauschten dem Gesang von Sumpfmeise, Mönchsgrasmücke und Tannenmeise.
Nach einem stärkenden Frühstück fuhren wir nach Freiburg an eine Streuobstwiese. Hier konnten wir den Gartenrotschwanz und einen ansitzenden Turmfalke beobachten. In der weiteren Umgebung waren unter anderen Hohltaube, Dohlen, Gartengrasmücke und ein Schwarzmilan zu sehen. Ein vorbeikommender Falkner hatte einen dreijährigen männlichen Wanderfalken auf dem Unterarm. Nach einem kurzen Gespräch über verschieden hier vorkommende Vogelarten, konnten wir noch seine anderen Greife, wie Uhu, Turmfalke und Wüstenbussarde, bestaunen. Den Abschluss unserer Reise bildete der Besuch an der Hebel Schule in der Nähe des Freiburger Bahnhofes zum Bestaunen der rasanten Flüge von Alpen- und Mauerseglern.
30.04.2011 Petra Schädlich




















